XXL-TEST: Aktivlautsprecher Canton Smart Reference 5 K plus Smart Connect 5.1

Klang 

Bei "Caruso", gesungen von Startenor Jonas Kaufmann, schaffen es die beiden aktiven Standlautsprecher, schon das instrumentale Intro mit enormer räumlicher Dichte und hohem Maß an Detaillierung zu präsentieren. Als Jonas dann die Stimme erhebt, löst sich diese exzellent von den Chassis und verteilt sich mit enormer Präzision im Raum. Vokale Details werden mit hoher Impulstreue nahtlos ins akustische Gesamtbild eingewoben. Sehr gut gelingt, auch bei hohem Pegel, die Trennung von Stimme und Instrumenten, ohne aber jemals den Pfad einer erstklassigen klanglichen Gesamthomogenität zu verlassen. Sehr klar, sehr fein, aber immer angenehm und direkt, erfreut die Smart Reference 5 K hier den Liebhaber klassischer Musik über alle Maßen. 

Den Klassiker "Hotel California" gibt die Smart Reference 5 K mit einer feinfühligen Detaillierung über den gesamten Frequenzbereich wieder. Lebendig, filigran, in sehr angenehmer Art und Weise, besitzt hier jedes Instrument einen präzise festgelegten Charakter, und auch die Einarbeitung der vokalen Elemente ist überragend gut gelungen. Es ist diese Selbstverständlichkeit, mit der die Smart Reference 5 K agiert - nie wirkt der aktive Schallwandler gestresst oder überfordert, immer wird der Eindruck erweckt, als gäbe es nichts Einfacheres als eine schlichtweg grandiose Darstellung des Eagles-Evergreens. Die hinteren musikalischen Ebenen werden ebenfalls nie vernachlässigt, sondern mit genau der passenden Balance in Bezug auf den akustischen Gesamtkontext eingearbeitet. 

"Desperado" in der Cover-Version von Diana Krall liegt der Box aus dem Taunus definitiv. Das Piano kommt ausdrucksstark heraus, und die Smart Reference 5 K vergisst auch die Anschlagdynamik nicht. Mit viel Gefühl wird Dianas Stimme von den Lautsprecher-Chassis gelöst und verteilt sich in exakter Dosierung im Raum. Wie fein fein gewobener Klangteppich erscheint uns die über alle Maßen kultivierte, zugleich aber nie zu zurückhaltende Akustik. Vielmehr sorgen das solide Fundament und die saubere Herausarbeitung kleiner dynamischer Differenzen dafür, dass es sich zu jedem Zeitpunkt des Songs lohnt, genau hinzuhören. Lebendig, filigran, allumfänglich: Genau so muss dieser Titel klingen. Die Smart Reference 5 K macht uns hier tatsachlich ungemein Spaß, und der doch nicht eben niedrige Kaufpreis findet aufgrund dieser Performance seine volle Rechtfertigung. Gehört haben wir hier im reinen Stereomodus, da in diesem der Titel unserer Ansicht nach am präzisesten zur Geltung kommt.

Nun lauschen wir der Ouvertüre aus Wolfgang Amadeus Mozarts legendärer Oper "Figaros Hochzeit". Hier können die Smart Reference 5 K ihre Qualitäten voll ausspielen und entfalten eine hervorragende Dynamik beim orchestralen Einsatz. Sehr klar werden die einzelnen Instrumente und Instrumentengruppen auseinander differenziert, trotzdem hat man ein in sich schlüssiges akustisches Gesamterlebnis, das immer geschlossen und ganzheitlich auftritt. Die gebotene Räumlichkeit begeistert nicht nur durch die Fülle, sondern auch durch den offerierten Realismus. Wie nahtlos sich alles zusammenfügt, ist wirklich beachtlich, und trotzdem kann man immer noch auf Details achten, die impulstreu ergänzt werden und dafür verantwortlich sind, dass die Smart Reference 5 K auch für den Klassikliebhaber eine rundherum verheißungsvolle Option darstellen.  

Das belegt der Lautsprecher auch bei der legendären Arie "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot". Wir haben uns für eine von Startenor Jonas Kaufmann gesungene Variante entschieden. Und bereits der gefühlvolle, kurze instrumentale Beginn erfreut uns komplett. Sehr sensibel, mit dem richtigen Schuss an Emotionen, kommt diese kurze Passage heraus. Als Jonas dann die Stimme erhebt, so bringt dies klassischen Glanz in den Hörraum, die vokalen Konturen stehen fest und werden plastisch, wie greifbar, abgebildet. Es ist wieder dieses enorme Maß an Realismus, die hier mit enormer Souveränität zu jedem Zeitpunkt der Arie abgebildet wird. Die Instrumente, besonders die Streicher, punkten voll durch den ausgezeichneten Facettenreichtum, den wir vernehmen dürfen. Der Chor, der oft zu ungenau und zu weit nach hinten versetzt ertönt, wird von der Smart Reference 5 K mit der nötigen Sorgfalt behandelt und derailreich herausgearbeitet. 

Auch enorm nachdrücklich kann die Smart Reference 5 K - wie sie uns bei "Land Of Confusion" in der Cover-Variante von Disturbed vorführt. Hier kommt die gewollte Aggressivität mit fetzigen E-Gitarren sehr treffend heraus. Die Gesamtdynamik ist auf absolut höchstem Level. Auch, wenn wir die Preisklasse der Smart Reference 5 K mit einbeziehen, können wir hier von einer durch die Bank überzeugenden Performance reden, zumal auch bei enormem Pegel noch klare Strukturen herauszuhören sind. Gerade damit tun sich viele, auch ansonsten hochklassige aktive Lautsprecher, schwer - alle akustischen Ebenen werden nicht mehr einwandfrei voneinander differenziert, sondern vermischen sich, zudem wird der metallische Einschlag oft zu dominant. Mit einer dichten Räumlichkeit, in Weite und Tiefe exakt definiert, kann die Smart Reference 5 K ebenfalls aufwarten.

"Won't Forget You" von Shouse im Felix Jaehn Remix macht richtig Spaß, wenn die Smart Reference 5 K die Kontrolle über die Mission einer äußerst energiegeladenen Wiedergabe übernimmt. Harte Beats, enormer Nachdruck, das Ganze bitte raumfüllend und auch bei hoher Lautstärke uneingeschränkt kraftvoll: Die Smart Reference 5 K kommt derartigen Wünschen ohne jede Verzögerung, ohne jede Anzeichen von Schwäche umgehend nach. Dabei beweisen nicht nur die pro Stück 600 Watt starken Endstufen ihre Pegelfestigkeit - auch die Chassis sind extrem hoch belastbar. Und, was mindenstens ebenso beeindruckend ist - die Detaillierung nimmt bei enormem Pegel nicht ab. Nie wirkt die Cnaton Aktivbox zu spitz oder zu aggressiv, sie agiert immer auf der "sicheren Seite" und stellt diese gekonnte Auslegung auch bei "Rampampam" (Minelli, VIZE, Averro/Remix) unter Beweis. Sie kann es einfach - wie der Musterschüler, der die Eins in der Mathe-Arbeit abonniert hat, setzt sich der hessische "Aktivist" in Szene. Immer genau das richtige Maß aller akustischen Bestandteile, immer mit Nachdruck und Kraft, aber nie unpräzise, nie übertrieben, nie unpassend. Es ist dieser "Stimmt einfach alles"-Eindruck, der die Smart Reference 5 K so wertvoll macht. 

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"In the Middle Of Nowhere" von Adan Hüjens ist hinsichtlich des Bassbereichs äußerst herausfordernd. Und die Canton Smart Reference 5 K liefert hier ab. Knallhart, mit einem exzellenten Tiefgang und allzeit klaren Konturen, wird hier ein enormer Hörspaß geboten. Sie schiebt immer weiter an, entfaltet hierbei eine erstklassige Räumlichkeit. Das Ganze wirkt absolut mühelos, kompromisslos - kurzum, perfekt auch für derartige Tracks und auch für den großen Hörraum. Die hoch belastbaren Chassis lenken auch bei enormer Lautstärke noch linear aus. Wechsel im dynamischen Gefüge kommen umgehend heraus, die Impulstreue ist bestechend. Die alternierenden Effekte besitzen eine gewaltige Dynamik - was alles zusammen für eine direkte, ungefilterte und zugleich homogene Gesamtwiedergabe sorgt. 

Und wie sieht es mit imposanter Filmmusik aus? "He's A Pirate" von Klaus Badelt liegt der Smart Reference 5 K auf jeden Fall. Hier schafft der hessische aktive Lautsprecher ein grandiose Kulisse, die den ganzen Hörraum auch dann bis in den letzten Winkel ausfüllt, wenn dieser über 30 Quadratmeter misst. Dass der Hightech-Hochtöner auch feine Nuancen impulstreu heraushebt und exzellent durchmodelliert, sollte ebenfalls hervorgehoben werden. Insgesamt befindet man sich als Hörer mitten im akustischen Geschehen, wird, obwohl es lediglich eine 2.0 Kombination ist, vom Klang regelrecht eingehüllt. 

Konkurrenzvergleich

KEF LS60 Wireless: Mit 6.999 EUR sind die sehr schlanken und mit innovativer Technik bis an den Rand gefüllten KEF Aktivlautsprecher günstiger zu haben als die Smart Reference 5 K. An ausgesprochen üppig bemessener Endstufenleistung fehlt es den eleganten und vorzüglich verarbeiteten britischen Aktiv-Säulen nicht - daher schaffen sie, trotz des relativ geringen Gehäusevolumens, sehr beachtliche Pegel. Der kultivierte und klare Klang ist ein weiterer Vorzug, ebenfalls die enorm umfangreichen Streaming-Möglichkeiten sowie die erstklassige Anschlussauswahl inklusive HDMI. Die Smart Reference 5 K ist hier puristischer, serienmäßig gibt es nur Bluetooth, bei den Anschlüssen fehlt zudem HDMI. Hier muss man erst für 649 EUR die Smart Connect 5.1-Lösung dazu kaufen, dann hat man zahlreiche umfangreiche Streaming-Optionen und auch HDMI-Slots. Akustisch macht die Smart Reference 5 K die Vorzüge des deutlich größeren Gehäusevolumens geltend.  Bei Basskraft, Tiefgang und Pegelfestigkeit spielt sie noch eine Liga höher. Die Räumlichkeit ist, auch das war zu erwarten, ebenfalls noch ausgeprägter. Fazit - zwei faszinierende aktive Lautsprecher, die aber einen jeweils anderen Käuferkreis ansprechen dürften. 

Quadral Aurum Gamma: Restposten der einst komplett 1.2000 EUR kostenden aktiven Standbox mit Wireless-Signalübertragung zwischen den beiden Lautsprechern sind noch für knapp 8.000 EUR im Netz zu finden. Fürs investierte Geld gibt es einen wohlklingenden vollaktiven Schallwandler mit Dirac-Einmesssystem, ordentlich Leistung und einem eher rudimentären Streaming-Modul, auf das man besser verzichtet hätte, da es schon bei Markteinführung veraltet war. Grandios spielt der Bändchen-Hochtöner auf und entfaltet eine enorme Brillanz, die aber gleichzeitig harmonisch und nie zu spitz zur Geltung kommt. Die Quadral Aurum Gamma ist für diesen Marktpreis ein wirklich harter Konkurrenzt, zumal auch die Verarbeitung herausragend ist. 

Fazit 

Ein Schnäppchen ist die Canton Smart Reference 5 K ganz gewiss nicht. Wie schon der Volksmund weiß, "hat aber Qualität ihren Preis." In allen Testreihen konnte uns der hessische Schallwandler durch seine realistische, dynamische und homogene Darstellung praktisch restlos überzeugen.

Es wurde kaum eine Nuance bei der Präsenation ausgelassen, und gerade Jazz- oder Klassik-Fans kommen bei dieser Aktivbox voll auf ihre Kosten. Aber auch mit nahezu jedem denkbaren anderen Musikstil kommt der Dreiwege-Standlautsprecher mit üppiger Endstufenleistung problemlos und zur vollen Begeisterung des Auditoriums zurecht. 

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Die praxisgerechte Ausstattung erwähnen wir ebenfalls, nur der fehlende HDMI-Anschluss ist ein Wermutstropfen. Zusammen mit dem Smart Connect 5.1 S2 Vorverstärker/Streamer wird nochmals ein echter Mehrwert generiert, und das zu einem interessanten Preis. Und, nicht zu vergessen: Man kann nicht nur ein Paar Smart Reference 5 K ausgezeichnet bedienen, sondern auch große Canton Smart Mehrkanal-Ensembles - dafür ist der Smart Connect 5.1 perfekt ausgelegt.

Aufgrund von Dolby Atmos, AirPlay 2 und Chromecast präsentiert sich das schlanke, kompakete Gerät als zu hundert Prozent zeitgemäß, von einer nachdrücklichen Filmtonwiedergabe bis zum modernen Streaming ist alles vorhanden.

Im höchsten Maße akustisch ausgewogener, zugleich klanglich faszinierender Luxus-Aktivlautsprecher

Aktivlautsprecher Luxusklasse
Test 15. Februar 2023

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 15. Februar 2023

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