XXL-SPECIAL: Hörsession bei Life Like in München - mit Equipment von PIEGA, KEF, Raidho, HiFi rose, AVM, Dan D'Agostino und McIntosh
Nun zu den Klangeindrücken
Kombination 1:
- PIEGA COAX 811 Gen2
- McIntosh MC12000 AC
- HiFi rose RS130

Leider etwas wenig zu sehen, wegen der Sonne von hinten, aber dafür umso mehr zu hören
Wir starten hier mit der Jungle Cruise Version von "Nothing Else Matters" - und wir hatten eine überragende Wiedergabe erwartet und eine überwältigende Wiedergabe bekommen. Rund, sauber und klar schafft der große McIntosh Vollverstärker die kraftvolle Grundlage, damit die COAX 811 dann eine beeindruckende, detailreiche sowie nachdrückliche akustische Bühne aufbauen, mit enormer Impulstreue dank des genialen Koax-Bändches, das direkt im Haus bei PIEGA in der Schweiz produziert wird. Weiter geht es mit "Till Tomorrow" (Till Brönner & Yello). Hier notieren wir einen runden Bass und ein erstklassiges räumliches Gefühl, Tills Trompete kommt homogen, angenehm, und zugleich reich an Einzelheiten heraus. Sehr gut zu merken ist wieder, wie kultiviert, wie stimmig der MC12000 AC aufspielt, und wie souverän die PIEGA dies umsetzen. Erstklassige Streaming-Signale werden vom durchdacht aufgebauten Streamer HiFi rose RS130 angeliefert. Weiter verarbeitet wird das Signal von den extrem präzisen DACs des MC12000 MC. Es folgt "Klassisches", mit der legendären Arie "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot", gesungen von Jonas Kaufmann. Mit viel Hingabe modelliert unsere Kombination eine charismatische vokale Präsenz heraus, die Instrumente werden mit genau der richtigen Balance um Jonas' Stimme gruppiert.

HiFi rose RS130
Wie homogen und zugleich transparent die Streicher klingen, ist herausragend. Den Chorgesang nimmt man als fließend eingebunden, aber zugleich exakt modelliert wahr. Weiter geht es mit "Ain't No Sunshine" (Eva Cassidy), und ein weiteres Mal sind wir verblüfft, wie angenehm und zugleich detailliert Evas Stimme zu hören ist. Die Instrumente lösen sich, ebenso wie die Stimme, exzellent von den PIEGA COAX 811, mit viel Feingefühl und absolut passender Balance legt sich ein dichter Klangteppich über den Hörraum. Bei Diana Kralls "The Look Of Love" bewundern wir die angenehme Temperatur des Klaviers und die Herausarbeitung des melancholisch-rauchigen Charakters von Dianas Stimme. Sehr gut gefällt uns auch hier wieder, wie großzügig bemessen das räumliche Gefühl ist, komplett eingehüllt in üppigen Klang, genießen wir das Stück. Seine Muskeln spielen lassen kann der McIntosh bei "Middle Of Nowhere" von Adan Hüjens & Dodobeatz, und die PIEGA COAX 811 Standbox beweist, dass ihre Basskraft und der Tiefgang auf höchstem Level sind.
Kombination 2:
- PIEGA COAX 811 Gen2
- AVM Ovation CS 8.3 mit Black Edition Upgrade
Auch bei dieser Kombination starten wir wieder mit der Jungle Cruise-Version von "Nothing Else Matters". Der AVM Ovation CS 8.3 zeigt sich hellwach und ist in der Lage, auch feine Einzelheiten mit enormer Schnelligkeit zu präsentieren - die beiden COAX 811 können dies natürlich kompromisslos umsetzen, da das koaxiale Bändchen unglaublich schnell reagieren kann - aber auch Bassimpulse kommen aus zeitlicher Perspektive absolut passend heraus. Im Vergleich zur vorherigen Kombination mit dem McIntosh stellt sich heraus, dass der Ovation CS 8.3 weniger rund, weniger voluminös, sondern etwas schlanker spielt, und mit seiner eben erwähnten enormen Schnelligkeit fleißig Punkte sammelt. Diese Eigenschaften macht sich der Ovation CS 8.3 auch beim Disturbed-Cover des Genesis-Klassikers "Land Of Confusion" zunutze.

PIEGA/AVM-Setup
Hier arrangiert er die dominante E-Gitarre vortrefflich, und die Stimme des Sängers besitzt genau die Menge an Aggressivität, die für einen energiegeladenen Eindruck bei der Wiedergabe sorgt. Mit Maßstäbe setzender Souveränität setzt der PIEGA COAX Gen2-Lautsprecher diese Impulse um, sodass der Zuhörer eine fesselnde Gesamtwiedergabe erlebt, die immer sehr kraftvoll ist, es bezüglich eines metallischen Untertons aber nie übertreibt. Beim 2011er Remaster des ikonischen Queen-Titels "Radio Gaga" manifestieren sich unsere bisherigen Eindrücke weiter - der Ovation CS 8.3 ist ein "flottes Kerlchen", der zudem feine Details äußerst gut herausarbeitet und diese ohne Verzögerung an die COAX 811 weiterreicht. Freddie Mercurys charakteristische Stimme bekommt genau das richtige Maß an Fokussierung auf der virtuellen Bühne, ohne dass auch nur ein Instrument zu weit in den Hintergrund rückt. Mit dem Die Straits Evergreen "Money For Nothing" geht es hier in den nächste Runde. Wir haben uns die über 8 Minuten lange Variante mit langem Intro gegriffen, und schon von der ersten Sekunde an beeindruckt uns die hier verwendete Kombination erneut mit enormer Impulstreue, aber auch mit einem hohen Maß an Plastizität. Dynamische Sprünge werden kraftvoll und souverän gemeistert, und das Raumgefühl ist natürlich und luftig. Wir schließen die Checks der PIEGA/AVM-Kette mit "Till Tomorrow" ab - der Bass kommt exakt auf den Punkt, die Trompete überzeugt auch feindynamisch, und der räumliche Aufbau ist überaus authentisch.
Kombination 3:
- PIEGA COAX 811 Gen2
- Dan D'Agostino Progression Integrated plus Streaming-Modul

Zweimal exzellente Audioqualität auf einem Bild: Links der Dan D'Agostino Progression Integrated, rechts der McIntosh MC12000 AC
Nun können die COAX 811 Gen2 zeigen, ob sie sich auch am teuren, aber dafür auch exklusiv aufgebauten Progression Integrated bewähren können. Dank des bei unserem Gerät eingebauten Streamingmoduls benötigen wir keine weiteren Devices. Und schon geht es mit der Diana Krall Coverversion von "Desperado" los, und nach kurzer Zeit wird klar: Der Progression Integrated ist extrem schnell, spielt aber zugleich mit einem überraschenden Volumen auf, was für eine Kombination aus Nachdruck, Klarheit und Räumlichkeit sorgt, die nur schwer zu übertreffen sein dürfte, es sei denn, man ist bereit, locker sechsstellige Summen für die HiFi-Kette auszugeben. Der große PIEGA COAX 811 Gen2 Standlautsprecher hat keinerlei Schwierigkeiten, die Gangart des Progression Integrated mitzugehen.

Dan D'Agostino-App
Die Temperatur des Klaviers wird hervorragend getroffen, die Stimme Dianas ertönt so authentisch, dass man bei geschlossenen Augen denkt, sie würde gerade eine Privatvorstellung direkt im Life Like-Hörraum abhalten. Bei "Till Tomorrow" besticht der äußerst präzise Bass ebenso wie die facettenreiche Präsentation der Trompete. Richtig beeindruckend: "The Look Of Love". Dianas Stimme zeigt auch feinste vokale Details, hier setzt sich der teuerste Verstärker in unseren Vergleichsreihen an die Spitze. Das gilt ebenso für die Darstellung des Klaviers, die Anschlagdynamik wird feinfühlig zum Ausdruck gebracht, und die räumliche Einarbeitung sämtlicher akustischer Elemente befindet sich auf höchstem Level. "Nessun Dorma", gesungen von Jonas Kaufmann, entführt uns kurz in klassische Gefilde, und hier merkt man ein Details, wie gut der Dan D'Agostino Progression Integrated arbeitet: Selten haben wir feinste vokale Konturen bei Jonas' Stimme und aucb beim Chor so präzise heraushören können. "Don't Be So Shy" in der Version von Imany belegt unsere bisherigen Eindrücke: Die vokale Präsenz ist gewaltig, die Stimme wird in ihrem vollen dynamischen Umfang abgebildet. Wieder ist es auch das koaxiale Bändchen der PIEGA COAX 811 Gen2, das hervorsticht, durch die homogene Spielweise und die herausragende Wiedergabe auch kleinster Impulse. Die hervorragende Anbindung an den Bassbereich ist ebenfalls zu erwähnen. Bei der Nightwish-Variante von "Over The Hills And Far Away" beweist unsere Kette, dass sie auch mit einer raueren Gangart locker zurechtkommt. Mit viel Verve kommen die vokalen Elemente, aber auch die E-Gitarre heraus. Auch bei hohem Pegel kommt alles äußerst kontrolliert zum Ausdruck - so macht das Hören Spaß.
Kombination 4:
- Raidho Acoustics X2t
- AVM Ovation CS 8.3

Unfassbar, was diese schlanken Raidho-Säulen leisten
Nun steigt die Spannung, wir schauen zuerst etwas ratlos auf die sehr schlanken Raidho X2t Säulen und anschließend in Richtung des mit 2 x 500 satten Watt zuschlagenen AVM-Klangkönners. Das soll funktionieren? Gut, dem hochentwickelten Bändchenhochtöner der Box aus Nordeuropa trauen wir eine vielschichtige Wiedergabe des Hochtonbereichs durchaus zu. Aber gerade mal 1.065 mm hoch und dazu sehr schlank, wie soll das mit dem Bassbereich funktionieren? Wir starten die Wiedergabe, und der 2,5 Wege-Speaker darf "Till Tomorrow" wiedergeben. Schon nach einigen Sekunden denken wir: "Irgendwo hier ist bestimmt der aktive Subwoofer versteckt". Doch Wolfgang Pech, Inhaber von Life Like, lässt uns mit einem breiten Grinsen suchen - es gibt keinen aktiven Subwoofer, der noch in Betrieb ist. Einzig und allein die X2t sorgt für eine richtig gute, nachdrückliche Darstellung tiefer Frequenzen, und wir kommen aus dem Staunen kaum heraus. Tills Trompete weist darüber hinaus feine Konturen auf, sodass insgesamt ein kultivierter, zugleich kraftvoller sowie lebendiger Eindruck entsteht. Gut, natürlich kann man mit den schlanken Klangsäulen keine brutalen Pegel fahren wie mit der XXL-PIEGA. Aber das, was praktisch ohne Verzerrungen an Pegel geht, ist tatsächlich erstaunlich und reicht für die große Mehrheit der Anwender locker aus. Aucb bei "Desperado" (Diana Krall Coverversion) überzeugen uns die X2t: Das Klavier wird mit klar gezeichneten Konturen in den Hörraum getragen, und Dianas Stimme löst sich viel besser von den harmlos-elegant aussehenden Schallwandlern. Also auch hier eine faustdicke Überraschung der pro Paar rund 17.000 EUR kostenden Lautsprecher. Klar, das ist eine Menge Geld, und anderso bekommt man ausgewachsene Exemplare anderer Marken für dasselbe Geld. Aber diese Mischung aus unaufdringlicher Noblesse und akustischer Stärke hat etwas, und die Raidho-Box ist aus diesem Grunde etwas ganz Besonderes. Das beweist sie uns auch bei "Ain't No Sunshine". Die ganze, sehr spezielle Stimmung des Songs wird ungefiltert und zudem in höchst feiner, gleichzeitig angenehmer Spielweise zum Auditorium transportiert. Bleibt der Status Quo-Klassiker "In The Army Now". Kräftig, wuchtig, dynamisch - hat die kleine Standbox auch hier die richtigen Mittel zur Umsetzung parat? Oder haben wir jetzt ein Stück herausgesucht, dass doch verdeutlicht, dass man in Dänemark ebenso wenig zaubern kann wie anderswo? Rasch stellen wir fest, dass die Raidho-Entwickler offenbar erfolgreich den Zauberstab geschwungen haben, so kräftig und fundiert gibt die kompakte Säule den Titel selbst bei ordentlich hohem Pegel wieder. Bilanz: Die wunderschönen Standautsprecher des dänischen Herstellers sind eine echte Offenbarung und weit mehr als nur ein Geheimtipp.
Kombination 5:
- KEF Reference 1 Meta
- AVM Ovation CS 8.3

Setup
Nun durften sich die formschönen Dreiwege-Regallautsprecher aus Großbritannien beweisen. Und wer die sonst bei Regalboxen üblichen Maßstäbe anlegt, wird schnell sehr erstaunt reagieren, wenn die beiden Reference 1 Meta bei "In The Army Now" loslegen. Das steckt richtig Kraft dahinter, das gebotene Bassfundament würde sich auch bei einem Standlautsprecher sehr gut machen.

Streaming mit dem AVM Ovation CS 8.3
Und der offerierte Facettenreichtum ist über alle Maßen begeisternd, wie sich bei der Jungle Cruise-Version von "Nothing Else Matters" nachvollziehen lässt. Enorm effektiv kommen alle dynamischen Veränderungen zum Ausdruck, dabei klingt der britische Schallwandler stets verbindlich und angenehm. Das UNI-Q-Chassis sorgt, ähnlich wie auch bei der PIEGA COAX 811 Gen2, für ein nahezu perfektes Timing, und die Pegelfestigkeit, aber auch die Pegelfreude der Reference 1 ist auf einem Niveau, dass sich ersteinmal ein verblüffter Gesichtsausdruck breitmacht: Diese sogenannnten "Regallautsprecher" beschallen nicht nur größere Hörräume, sie befeuern sie geradezu, und man kann nahezu verzerrungsfrei und sehr harmonisch enorme Pegel auch über längere Zeit hören. Vokale Elemente wirken geschmeidig und fein, wie sich bei "Ain't No Sunshine" vernehmen lässt.

Exzellentes Timing bei der Reference 1 Meta dank UNI-Q-Koaxialchassis
Die dichte Räumlichkeit und der sehr saubere, frei aufspielende Hochtonbereich (nicht zuletzt auch Verdienst der MAT-Technologie) kennzeichnen die Reference 1 Meta, die für 9.000 EUR Paarpreis für diese Performance sogar als günstig zu bezeichnen ist. Wie gut die Britin aufspielt, belegt ebenfalls "Till Tomorrow" mit der exakt geführten Trompete und dem auf den Punkt dargestellten Bass. Klassisch kann die Reference 1 Meta auch - bei "Nessun Dorma", gesungen von Jonas Kaufmann, ist es besonders die enorme Homogenität, diese akustische Geschlossenheit und die enorme Klangkultur, die uns ansprechen. Ohne Zweifel ist KEFs Reference 1 Meta einer der besten Regallautsprecher, die sich auf dem gesamten Markt finden lassen.
Fazit
Eine lange Hörsession geht zu Ende, und wir können nur resümieren: Es hat mächtig viel Spaß gemacht. Bei Life Like in München sind stets grandiose Komponenten vorrätig, und wer einen Termin vereinbart, kann das ins Auge gefasste Equipment natürlich Probe hören. Die Komponenz derjenigen, die hinter Life Like stehen, ist enorm und alles andere als selbstverständlich: Hier treffen Freundlichkeit und profundes Wissen auf angenehme Art und Weise zusammen. Für uns war es überraschend, nochmals bezugnehmend auf die Hörsession, wie klar sich unterschiedliche Profile der Komponenten herausarbeiten lassen - hier ist für jedem Geschmack etwas dabei, ganz gleich, ob man sehr nachdrücklich, eher verhalten und fein oder mit einer sehr klaren Konturierung hören möchte.
Special und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 15. Oktober 2024
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Tags: AVM • Dan D'Agostino • HiFi rose • KEF • Life Like • McIntosh • Piega • Raidho






