TEST: Vor-/Endstufenkombination NAD M66/NAD M23 - Technokratische Eleganz trifft auf fantastische Dynamik

NAD M23

Nad M23 Frontansicht

NAD M23

Wenden wir uns nun der Zweikanal-Endstufe NAD M23 zu, die wir als Partner für den Vorverstärker einsetzen. Zunächst der Überblick: Kostenpunkt, wie erwähnt, sind 3.999 EUR, und die Stereo-Endstufe verfügt über kraftvolle 2 x 380 Watt Dauerleistung, bei deren Generierung  zahlreiche innovativen Verstärkertechnologien beteiligt sind: NADs Hybrid-Digitalschaltung sowie die Purifi Eigentakt-Technologie zeichnen das edle Gerät im typischen Look der Luxus-Linie "NAD Masters" aus.

Nad M23 Verarbeitung2

Feines Finish

Nad M23 Verarbeitung

Auch hier gut sichtbar

Nad M23 On Off Button

Ein-/Aus-Schalter

Nad M23 Kuehloeffnungen

Öffnungen oben

Nad M23 Logo Frontplatte

Logo vone

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Die edle, charakteristische Erscheinung mit sehr guten Passungen und hochwertiger Material- sowie Fertigungsqualität ist ebenso gegeben wie beim NAD M66. Im Inneren dominiert auch bei der Endstufe Hochwertigkeit, was die Fotos beweisen:

Nad M23 Innenleben Gesamt

Innenleben in der Gesamtansicht, mit symmetrischem Aufbau

Nad M23 Innenleben1

ELKO-Sektion

Nad M23 Innenleben2

Netzteil

Nad M23 Innenleben3

Aluminium-Kühlkörper und sorgfältiges Platinenlayout

Eben kam die Sprache auf „Purifi Eigentakt“ – was genau ist der Mehrwert dieser Technologie und wie funktioniert sie? Purifi Eigentakt beeindruckt durch extrem geringe Intermodulationsverzerrungen über den gesamten Frequenzgang und durch einen ebenfalls äußerst kleinen Klirrfaktor von lediglich 0,0007 Prozent über die gesamte Leistungsbandbreite. Weiteres Argument für diese Technologie ist das fast nicht vorhandene Eigenrauschen. Hinzugefügt werden muss noch der weitere Aspekt, dass sich Verstärker mit Purifi Eigentakt komplett unempfindlich in Bezug auf sich ändernde Lautsprecherlasten verhalten.

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Die Ausgangsimpedanz ist überdurchschnittlich niedrig, dies hat einen hohen Dämpfungsfaktor als direkte Folge. Wie nimmt man das Wirken der Technologie in der Praxis wahr? Man bemerkt schon nach kurzer Zeit – was auch unsere Testreihen mit entsprechend ausgestatteten Verstärkern und auch hier wieder belegen – die enorm kultivierte, stets kontrollierte und trotzdem satte Basswiedergabe, und auch nimmt man schnell wahr, wie enorm pegelfest und leistungsstabil die Modelle mit Purifi Eigentakt sind. Unser Testgerät beeindruckt, wie eingangs schon erwähnt, mit üppigen 2 x 380 Watt Dauerleistung an 4 Ohm sowie 2 x 520 Watt Impulsleistung an 4 Ohm. Diese Leistungsdaten reichen auch für kritische Boxen und große Hörräume aus. Weiterhin gibt es die Möglichkeit zur Brückenschaltung, sollte der Leistungsbedarf noch größer sein. Daher kann man den NAD M23 Endverstärker im Mono-Modus betreiben, dann werden bis zu vierstellige Impulsleistungen freigesetzt.Konzeptionelle Bestandteile des NAD M23-Konzepts ist auch effiziente Schaltnetzteile und Class D-Ausgangsstufen, was, so argumentiert NAD, dazu führt, dass die Qualität klassischer, leistungshungriger linearer Netzteile und wenig effizienter Class AB Ausgangsstufen spürbar übertroffen wird. Der Klang entfaltet eine präzise, fein auflösende und zugleich nachdrückliche Wirkung - wir sind gespannt, ob sich dies später in den Testreihen nachvollziehen lässt.

Die Anschlusssektion des NAD M23 umfasst vergoldete Cinch-Buchsen und natürlich auch  symmetrische XLR-Eingänge, die besonders hochwertig durch ihre Störungsarmut sind. Bei der XLR-Verbindung werden Audiosignale nicht über einen einzigen, sondern über zwei Leiter geführt, dadurch bleiben auch bei längeren Kabelwegen, potentielle Störeinstrahlungen außen vor. Weiterhin verfügt die Endstufe über eine dreistufig anpassbare Einschaltung bei einem anliegenden Audio-Eingangssignal.

Klang

Dali Rubikore 8 Mit Und Ohne Abdeckung Schraeg

RUBIKORE 8

Akustisch haben wir natürlich viel erwartet von den NAD-Komponenten. Als passenden Lautsprecherpartner haben wir ihnen die DALI RUBIKORE 8 zugewiesen. Da wir die Kombination aus Vorverstärker und Endstufe bereits häufiger gehört haben, wussten wir, dass sich unsere eben angesprochenen Erwartungen auch erfüllen werden. Erfreulich ist, dass sich die Endstufe dank der zjm Einsatz kommenden digitalen Verstärkungstechnologie so gut wie nicht erhitzt. Aber beginnen wir nun mit den von uns gehörten Stücken.

Wir starten nun in unsere Klangwertung mit "Gravity" von Papa Roach. Zunächst etwas Wissenswertes rund um den Song. Der Titel wurde zusammen mit Maria Brink produziert, die unter anderem als Frontfrau von "In This Moment" bekannt ist. Der Track startet mit E-Gitarren, und darauf folgen harte Bässe sowie ein sehr fordernder Sprachgesang von Jacoby Shaddix, der Frontmann und Gesicht der Band ist. Hier merken wir gleich, wie ungemein präzise die NAD-Kombination aus Vorstufe und Endstufe M23 sämtliche Konturen abzeichnet, und wie prägnant, gleichzeitig aber sehr gut ausbalanciert die E-Gitarren erklingen. Den Bassbereich formen die NAD-Komponenten akkurat aus, zugleich entfaltet die NAD M23 Endstufe einen gehörigen Nachdruck. Die vokalen Konturen von Jacoby Shaddix werden auf den Punkt getroffen, zugleich sauber vom Rest der Akustik getrennt. Als der Refrain einsetzt, holen NAD M66 und NAD M23 nahezu alles aus dem Dynamiksprung und bieten erneut eine großartige Vorstellung hinsichtlich der Stimmen. Unterschiede im Ryhthmus werden umgehend ausgemacht, und sorgfältig sowie impulstreu umgesetzt.

Als nächstes an der Reihe ist "Darker Still" von Parkway Drive. Zu Beginn hören wir ein sehr akkurat herausgearbeitetes Pfeifen, und darauf folgen sensible, präzise umrissene Gitarrenklänge. Schon hier ist bemerkenswert, was für eine Dynamik und eine Direktheit dargeboten wird. Als Frontmann Winston McCall mit seinem außergewöhnlichen, sehr speziellen und tiefen Gesang startet, sind wir wirklich berührt, weil die NAD-Kombination viele vokale Einzelheiten so ausformt, dass man sofort gefesselt ist. Die im Hintergrund agierenden Streicher sind harmonisch integriert, sehr gut wahrzunehmen, aber immer mit der richtigen Balance ausgestattet. Sehr gut gefallen uns auch die E-Gitarren, die mit Verve gespielt werden und daher höchst authentisch wirken. Das Zusammenspiel aus harten E-Gitarren, feiner Akustikgitarre, sehr fordernden Gesang und harten Drums realisieren der NAD M66 und der NAD M23 auf enorm hohem Level, und auch bei sehr hohen Lautstärken gibt es nahezu keine Einschränkungen bei Tonalität und Dynamik, und die enorme vokale Stärke des Frontmanns wird stets absolut souverän zum Ausdruck gebracht.

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Es wird vokal sehr interessant, und zwar mit Eva Cassidy beim Klassiker „Ain’t No Sunshine“. Fein, filigran, reich an klar gezeichneten Konturen, mit einer unglaublich geschmeidigen Trennung von vokalen und instrumentalen Komponenten: Unsere beiden „Teamplayer“ liefern eine reife Leistung ab. Als Eva ihre Stimme erhebt, wird das volle Spektrum ihrer Präsenz eindrucksvoll deutlich, aber auch die Teile, die rein instrumentaler Natur sind, haben uns enorm abgeholt. Gerade das von Temperatur und Feindynamik her richtig gut aufbereitete Piano-Solo wäre hier zu nennen. Die fein verteilte Räumlichkeit, der Nachdruck bei kurzen, kraftvollen Impulsen und die klare Unterscheidungsmöglichkeit der verschiedenen akustischen Ebenen stellen weitere Pluspunkte dar.

Wir bereichern unsere Klangwertung weiter mit gefühlvoll-ausdrucksstarker Musik, und zu diesem Zweck setzen wir auf das Stück "I Believe in You (Je crois en toi)" von Il Divo feat. Céline Dion. Zu Beginn lauschen wir der Querflöte, die eine feine, räumlich akkurat ausbalancierte Wirkung freisetzt. Der sich anschließende Gesang mit männlicher Stimme ist ausgesprochen sauber, klar und weist eine Vielzahl auch kleiner Facetten auf. Céline Dions vokale Präsenz „flasht“ uns dann, sehr präzise, gleichzeitig aber nicht über-sezierend. Gut, die NAD-Komponenten sind eigentlich nicht „lieblicher“ Natur, sondern erfreuen die Hörerschaft mit enormer Dynamik, trockenen Bässen und insgesamt einem stets unerbittlich nach vorn strebenden Sound. Daher sind wir hier schon überrascht, dass auch dieses gefühlvolle Material so treffend wiedergegeben wird, und auch die panorama-artige Wirkung des gesamten Klanggebildes hat uns abgeholt.

Weiter geht es mit der Jungle Cruise-Version des Metallica-Klassikers „Nothing Else Matters“ (James Newton Horward). Hier notieren wir beim eher verhaltenen Beginn die feine Struktur bei der Wiedergabe der Gitarre, und die Streicher im Hintergrund fügen sich harmonisch zum Gesamtergebnis. Hier ahnt man noch nicht, was später passieren wird, denn es wird zu sehr deutlichen, sehr kraftvollen dynamischen Sprüngen kommen. Man merkt zunächst nur unterschwellig, dass der musikalische Spannunsbogen weiter steigt, was unsere NAD-Komponenten sehr gut zum Ausdruck bringen. Als es dann tatsächlich mit enormer Wucht und enormem Nachdruck „zur Sache“ geht, steht die NAD M23 mit ihrer satten Endstufenleistung sofort und impulstreu bereit und schafft so ein tiefes, intensives Hörerlebnis.

Ein wahrer Klassiker der Filmmusik ist der „Imperial March“ von John Williams, in unserem Testbeispiel von den Wiener Philharmonikern eindrucksvoll in Szene gesetzt. Ein Stück, das dem „Team NAD“ definitiv liegt. Hier kommt kein Element zu kurz, und der Hang des NAD M23 und der Vorstufe, sehr dynamisch, lebhaft, unmittelbar darzustellen, ist hier absolut richtig am Platz. Das Wesen dieses Musikstücks, jeden durch die unerbittliche Nachdrücklichkeit in seinen Bann zu ziehen, wird in jeder Sekunde deutlich. Dabei darf man ruhig genau hinhören, denn jede Instrumentengruppe wird mit der gleichen, hoch liegenden Sorgfalt behandelt. Das Ganze präsentiert sich eingehüllt in einen atmosphärisch eindrucksvoll dichten, aber immer realistisch wirkenden Raum.

„Resonance“ von Boris Blank strotzt nur so vor dichter Räumlichkeit und zahlreichen akustischen Effektstrukturen. Kann eine Stereo-Vor-/Endstufenkombination dieses Stück ansprechend umsetzen? Keine leichte Aufgabe, ideal ist „Resonance“ für hochwertige Mehrkanalanlagen, idealerweise mit Support für Dolby Atmos. Wir aber gehen „back tot he roots“ und hören den Titel in zweikanaliger Version. Bereits der subtile Beginn, in dem sich langsam, aus dem Background, ein vielschichtiges Effektszenario aufbaut, hat es in sich, und schon hier überzeugen uns unsere Testkomponenten. Mit viel Schnelligkeit und zugleich hoher Sorgfalt werden hier akustische Strukturen zusammengefügt und aufgebaut, die räumliche Wirkung ist exzellent. Der Bass ist kraftvoll, gleichzeitig enorm sauber, und die gesamten dynamischen Wendungen innerhalb des Tracks werden vom NAD M66 und dem NAD M23 exakt begleitet. So ziehen wir als Fazit: Mit kompetenten Partnern wie den beiden NAD-Komponenten kann man auch derartige Musik in hervorragender Qualität auf lediglich zwei Kanälen hören – es klingt sogar deutlich besser als ein nicht perfekt abgestimmtes Mehrkanal-Arrangement.

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Dass das NAD-Gespann auch mit elektronischer Musik richtig gut zurechtkommt, haben wir uns schon beinahe gedacht. Mit harten Bässen und schnellem Rhythmus versehen, ist hier "Vois sur ton chemin" im Techno-Mix von Bennett eine verlockende Option, um das Können von NAD M23 und NAD M66 zu beurteilen. Dieser Titel beginnt mit einem mehrstimmigen Chorgesang, der sauber und fein nivelliert zum Ausdruck kommt. Nur einen kurzen Moment später schiebt der ganze Titel dann massiv nach vorne, zwar mit sehr schnellen und harten Kickbässen und parallel zusätzlich mit dem Chorgesang. Unsere Testkomponenten schaffen eine eindrucksvolle Differenzierung, und die NAD M23 realisiert einen imposanten Schub, der auch bei sehr hohem Pegel praktisch nicht nachlässt. Die zahlreichen elektronischen akustischen Elemente werden mit der richtigen Balance herausgearbeitet, das Gefühl virtueller Weitläufigkeit ist zudem groß. Auch später im Song vorkommende, bewusst verzerrt arrangierte Elemente lassen die Kombination aus NAD M66 und NAD M23 unbeeindruckt.

Nach krasser ist es um den Track „Ratchets“ von Hedegaard bestellt. Hier toben die Bässe in einer Wucht durch den Hörraum, dass man mit harmlosen Komponenten schlichtweg keinen Blumentopf gewinnen kann. Da müssen schon große Kaliber her, und die NAD M23 und der NAD M66 Vorverstärker erweisen sich schon innerhalb der ersten Sekunden als „würdige Kandidaten“. Mit unbarmherziger Wucht werden die Bässe auf die unschuldigen Testredakteure abgeschossen, mit einer enormen Treffsicherheit und einem trockenen, sauberen Charakter. Hierbei behalten unsere Testkomponenten immer ein exzellentes Timing und eine hohe Sicherheit hinsichtlich akkurat gezeichneter Strukturen im Auge. Insgesamt eine weitere sehr beeindruckende Präsentation, die ganz besonders bei hohem Pegel richtig Freude bereitet.

Auf der nächsten Seite folgen die Konkurrenzeinordnung und das Gesamtfazit. 

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