TEST: Teufel Rockster Go 2 - Gelungene Weiterentwicklung des beliebten Klassikers?

Klang

Teufel Rockster Go 2 Woofer

Frontansicht Passivradiator

An Anzahl und Größe der Treiber hat Teufel nichts geändert. Weiterhin sind zwei 2"-Breitbänder mit Aluminium-Membran sowie ein Langhub-Passivradiator für kraftvolle Tieftonunterstützung integriert. Die Breitband-Lautsprecher haben allerdings eine Überarbeitung erfahren und konnten laut Hersteller nachvollziehbar optimiert werden. Im Vergleich zum ersten Rockster Go, bei dem Dynamore für ein erweitertes räumliches und dynamischeres Klangerlebnis dauerhaft aktiviert war, kann man beim Rockster Go 2 die Klangoptimierung nun an- und ausschalten. Direkt auf der Oberseite findet man rechts den Dynamore-Button. Ist die Technologie aktiviert, quittiert dies der Bluetooth-Lautsprecher mit einer weißen LED.

Wir starten dennoch ohne Dynamore, dafür mit einem echten Klassiker. "Take it Easy" von den Eagles präsentiert der Rockster Go 2 von den ersten Takten an mit mitreißender Dynamik und einer lebhaften, erstaunlich weitläufigen Kulisse. Die klar definierten Gitarrenklänge werden detailliert wiedergegeben und auch als Schlagzeug und Gesang einsetzen, lassen sich die charakteristischen Eigenheiten der Stahlsaiten noch heraushören. Auch das etwas später hinzukommende Banjo mit seinen flink gezupften Saiten ist in der komplexen Kulisse nachvollziehbar. Sehr gut gefällt uns auch die Vokalstimme. Nicht jedes brillante Hochtondetail wird hier erfasst, aber den typischen Stimmcharakter des Frontmannes arbeitet der Teufel-Speaker gefühlt mühelos heraus und auch die zentrale Zuordnung auf der Bühne ist positiv zu bewerten. Insgesamt gefällt das lebendige, klare Klangbild, welches auch mit einem glaubhaften Bassbereich - nicht übertrieben, aber nachdrücklich - überzeugt.

Weiter geht es mit "New Born" von Muse. Sehr gut gelingen die ersten Sekunden mit wohltemperiertem Piano-Sound, der lediglich Akzente der Anschlagdynamik vermissen lässt. Direkt gesellt sich die Gesangsstimme hinzu und, identisch zum Stück der Eagles, schafft der Rockster Go 2 auch hier eine authentische, natürlich wirkende Abbildung der charakteristischen Stimme. Sie wird hier etwas prominenter fokussiert als beim vorherigen Titel, überlagert das Klanggeschehen aber nicht. Während das Piano stets voll erfasst wird, erscheinen die ersten Percussion-Einsätze der Hi-Hat ein wenig zurückhaltend. Das ist aber ganz klar Meckern auf hohem Niveau, da der Rockster Go 2 bislang eine Performance an den Tag legt, die man von einem derart kompakten Gerät nicht gerade erwartet. Als ab etwa 1 Minute und 45 Sekunden das Schlagzeug mit all seinen einzelnen Klangerzeugern vollständig einsetzt, hört man von Zurückhaltung auch nichts mehr. Kraftvoll, mit erstaunlichem Nachdruck und gleichzeitig eindeutiger Trennung der einzelnen Bestandteile des Sets liefert der Teufel-Lautsprecher hier großes Kino ab. Die hohe Geschwindigkeit meistert er mühelos und auch in Kombination mit der Gesangsstimme bleibt die Kulisse absolut strukturiert und klar.

Wir schalten Dynamore zu und die Stereo-Bühne gewinnt tatsächlich noch etwas mehr an Breite und Tiefe. Das Geschehen war vorher schon räumlich, jetzt wird noch ein Quäntchen nachgelegt. Der Unterschied ist allerdings nicht eklatant ausgeprägt. Und das ist keinesfalls schlecht. Man büßt hier kaum an Glaubwürdigkeit, an einer natürlichen Bühne ein. Im Gegenteil präsentiert sich das Geschehen aus der kompakten Box nahezu mit gleicher Authentizität. Die Auslagung und der Grundcharakter bleiben komplett erhalten, die Kulisse wird nur ein wenig in die Breite gezogen und gewinnt zusätzlich an Plastizität.

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Die tiefen Bässe von "Seven Nation Army" der White Stripes können den Rockster Go 2 nicht beeindrucken. Auch bei Maximalpegel schlägt nichts an und für seine Größe sind Kraft und Nachdrücklichkeit auf sehr gutem Niveau. Natürlich fehlt es in den unteren Regionen an Volumen, der Punch aber kommt satt und auf den Punkt. Die hohe Lautstärke kann der Tonalität und Klangfarbe ebenfalls nichts anhaben. Der Teufel gibt sich souverän mit angenehmen Höhen, authentischen Mitten und mit einer weiterhin klar strukturierten Bühne. Mit Dynamore ist die Bühne noch etwas offener und so kann man, zumindest gefühlt, die Position der Instrumente noch etwas eindeutiger zuordnen. Der Maximalpegel an sich ist, insbesondere in Kombination mit der Tatsache, dass man diesen mit dem Rockster Go 2 absolut problemlos fahren kann, ohne mit akustischen Einschränkungen leben zu müssen, recht beeindruckend. Sicher beschallt er nicht im Alleingang die Party im größeren Hobbykeller, veranstaltet in kleineren Räumlichkeiten aber durchaus Spektakel und die Leistung sollte sogar für den ein oder anderen Einsatz im Außenbereich ausreichen.

"Far From Any Road" der The Handsome Family, bekannt aus der zweiten Staffel von True Detective, bildet der Rockster Go 2 erstaunlich performant ab. Die zahlreichen Percussion-Elemente werden klar herausgearbeitet, werden aber selbst bei voller Lautstärke nicht spitz oder unangenehm. Aber auch bei niedriger Lautstärke wird ein solides Ergebnis geliefert. Die Grobdynamik büßt etwas ein, sowohl die tiefe männliche als auch die samtig-weiche weibliche Stimme gelingt aber mit viel Charakter und auch die Bühnendifferenzierung bleibt erhalten. Zudem bietet der Rockster Go 2 auch bei geringem Pegel einen recht kraftvollen, präzisen Tieftonbereich.

Seine eindrucksvoll hohe Leistungsfähigkeit bezüglich der Differenzierung und Feindynamik stellt der Rockster Go 2 bei den faszinierenden Klängen des Techno-Spielmannszugs von MEUTE erneut unter Beweis. Die einzelnen Blechbläser bei "You & Me", die zu keinem Zeitpunkt von Schärfe gekennzeichnet sind, können sehr gut unterschieden werden, die Paukenschläge kommen auf den Punkt und auch tiefe Bässe werden mit solidem Volumen versehen. Die optimierten Standfüße zeichnen sich im Übrigen hier direkt aus. Trotz des satten, nachdrücklichen Fundaments, dass unseren Schreibtisch leicht zum Vibrieren bringt, bleibt der Bluetooth-Lautsprecher an seinem zugewiesenen Platz und verrutscht nicht.

"Anti Loudness" gelingt mit erstaunlich tiefen, satten Brass-Klängen, absolut klaren Percussion-Elementen und einer weitläufig räumlichen Präsentation. Die harten Kickbässe setzt der Rockster Go 2 präzise und direkt um und auch die gemeinsame Abbildung mit dem Fundament gelingt ohne Einschränkung. Blitzschnell und überraschend tief wird auch bei "Slow Loris" gearbeitet. Die harten Blechbläser kommen klar heraus, ebenso die hölzernen Klänge des Orff-Xylophons. Hier lässt der Teufel-Lautsprecher, nimmt man den eingeschränkten Tiefgang aufgrund der Gehäusegröße als gegeben hin, praktisch keine Kritik zu. Man kommt gar nicht umhin, den Lautstärkepegel nach oben zu schrauben. Und dank der unumstößlichen Souveränität kann man dies auch bedenkenlos tun. Der Rockster Go 2 marschiert und marschiert, behält dabei das gut differenzierte Klangbild und die stets ausgewogene, angenehme Tonalität.

Konkurrenzvergleich

Teufel Rockster Go 3

Teufel Rockster Go (altes Modell)

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Yamaha True X 800x600

Abgesehen von der etwas nachdrücklicheren, kraftvolleren Performance mit feinerer Durchzeichnung bringt der Rockster Go 2 einige praktische Vorteile mit, die wir bereits im obigen Absatz behandelt haben. Der größere Akku bietet mehr Reserven bezüglich der Laufzeit, Dynamore kann man nun auch abschalten und man ist nicht mehr nur vor Wasser, sondern auch vor Staub sicher (IP67-Zertifizierung). Gibt es auch Nachteile beim neuen Modell? Der "alte" Rockster Go bringt zusätzlich einen AUX-Anschluss mit und bietet aptX-Kompatibilität. Davon abgesehen spricht allerdings alles für den aktuellen Rockster Go 2.

Jbl Charge 5 Front Seitlich1

JBL Charge 5: Der Charge 5 kommt derzeit auf rund 145 EUR und präsentiert sich als klangstarker, sauber verarbeiteter Bluetooth-Lautsprecher, der in verschiedenen Farben erhältlich ist. Der Charge 5 ist bereits länger auf dem Markt erhältlich, und bislang wurde noch keine Neuauflage angekündigt. Aber warum auch? Aufgrund der IP67 Zertifizierung ist der Charge 5 staubdicht und auch ein Aufenthalt mit bis zu 30 Minuten Länge in bis zu 1 Meter Wassertiefe macht dem Lautsprecher nichts aus. Mit einer Wiedergabezeit von bis zu 20 Stunden erreicht der Charge 5 eine nach wie vor respektable Akkulaufzeit. Aus akustischer Sicht kann der JBL-Speaker zusätzlich überzeugen. Er gefällt dabei durch seine tadellose  Stimmwiedergabe sowie mit einem erstaunlich kräftigen Bass.

Hama Canton Mate Pro Frontansicht1

Hama X Canton Mate Pro: Der Mate Pro ist eine gelungene Interpretation eines preisgünstigeren, größeren Bluetooth-Lautsprechers, der mit kräftigen 60 Watt Maximalleistung, fundiertem Klang und robuster Verarbeitung viele Punkte sammeln kann. Zudem ist es möglich, zwei der BT-Speaker wireless zu einem Stereopaar zu koppeln. Auch unterschiedliche DFSP-Modi gibt es. Gegen den Mate Pro spricht die eher mittelmäßige Akkulaufzeit von maximal 12 Stunden, hier müsste mehr drin sein. Vergleichen wir mit dem Rockster Go 2, so rechtfertigt der Berliner Bluetooth-Lautsprecher seinen Mehrpreis durch die höhere Materialqualität, die exzellente Dynamore-Funktion, die längere Akkulaufzeit und die erstaunlich gute akustische Detaillierung. 

Fazit

Teufel Rockster Go 2 Front Seitlich

Der Rockster Go 2 präsentiert sich als gelungene Weiterentwicklung des Ur-Modells. Mit sauberer Verarbeitung, tadelloser Materialqualität, moderner Ausstattung und einem richtig guten Sound empfiehlt er sich sozusagen "für jede Lebenslage". Die Abmessungen sorgen dafür, dass man ihn praktisch immer problemlos mitnehmen kann, zur Party am Waldsee ebenso wie zur besten Freundin oder zum besten Freund, in den Urlaub oder in die Studentenbude. Immer ist er am richtigen Platz und überzeugt durch das lückenlos durchdachte Gesamtkonzept. 

Rundherum erstklassiger Bluetooth-Lautsprecher mit erstaunlich komplettem Klang
Preisklassenreferenz Neu
Bluetooth-Lautsprecher bis 150 EUR
Test 01. Februar 2024

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 01. Februar 2024

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