TEST: Soundpeats Air 3 - können die preisgünstigen In-Ear Kopfhörer in der Praxis überzeugen ?

Vom chinesischen Elektronikhersteller SOUNDPEATS haben wir unser erstes Testsample erhalten. Die Brand stellt mittlerweile seit 12 Jahren Bluetooth-Kopfhörer her, die sich in mehr als 50 Ländern laut Unternehmensangaben großer Beliebtheit erfreuen.

Für den hier niedergeschriebenen Einzeltest haben wir die Air 3 erhalten. Hierbei handelt es sich um TWS In-Ear Kopfhörer, die im Einsteigersegment angesiedelt sind. Auf den ersten Blick fällt uns die Bauform auf, die sehr den alten Apple AirPods ähnelt. Die In-Ear Hörer sind in einer schwarzen sowie weißen Farbvariante erhältlich und werden bei Amazon für 49,99 EUR Kaufpreis geführt. 

Die Air 3 sind, wie man bereits aufgrund der Namensgebung erahnen kann, die mittlerweile 3. Generation der In-Ear Kopfhörer. Im Vergleich zu den Vorgängern Air 2 soll die 3. Generation 10% schlanker und kleiner sein. 

Damit die Air 3 auch beim Sport verwendet werden können, besitzen die In-Ears eine IPX5-Zertifizierung. Dies bedeutet, dass Strahlwasser aus der Düse den Earbuds nicht anhaben kann und einem Spaziergang bei Regen mit den Air 3 nichts im Wege steht.

Ladecase in der Frontansicht

Um eine stabile Bluetooth-Verbindung zu gewährleisten, haben die SOUNDPEATS Ingenieure den Air 3 mit Bluetooth 5.2 eine recht aktuelle Version spendiert. Auch aptX ist mit an Bord. Da es sich bei den Air 3 um Wireless In-Ears handelt, sind wir natürlich gespannt, welche Wiedergabezeiten uns der integrierte Akku verspricht. Voll geladene Earbuds sollen eine Wiedergabezeit von bis zu fünf Stunden ermöglichen, was durchschnittlich ist. Sollten die Earbuds auf der längeren Reise leer werden, kann man sie bis zu 2,5 mal im Ladecase aufladen. Die vollständige Ladezeit der Earbuds beträgt ca. 1,5 Stunden.

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Um die Air 3 mit dem Smartdevice zu koppeln, muss der Deckel vom Case geöffnet werden und der Button an der Front für ca. drei Sekunden betätigt werden. Beide Ohrhörer schalten sich ein und gehen in den Kopplungsmodus. Nun einfach im Bluetooth Menü des Smartdevice die In-Ears auswählen und die Wiedergabe kann beginnen. Über dem Taster befindet sich eine LED, die über den Batteriezustand des Cases informiert. Ein grünes Licht signalisiert einen Batteriezustand von 50-100%, eine gelbes Licht von 10-49% und ein rotes Licht zeigt dem Nutzer an, dass es Zeit ist, das Ladecase ans Stromnetz anzuschließen. Unserer Meinung nach könnte diese Darstellung etwas feinfühliger sein. Was uns etwas verwundert, dass wir den Ladezustand der In-Ears nicht checken können. Wie üblich, befindet sich im Lieferumfang ein USB Typ-C Ladekabel.

Ladebuchse am Case

Ladecase im geöffneten Zustand

Das Ladecase verschwindet durch seine kompakten Abmessungen problemlos in jeder Hosentasche. Es besteht aus schwarzen Kunststoff und ist in einem matten Finish gestaltet. Entnimmt man die In-Ears, wird der Blick frei auf die Ladekontakte. Diese sitzen allerdings nicht im oberen Bereich, sondern sind im unteren Teil untergebracht. Vorgeformte Aufnahmen nehmen die Hörer auf und fixieren diese magnetisch. Von der Materialanmutung macht das Case einen erstaunlich guten Eindruck auf uns, der Deckel schließt sehr gut und störende Übergänge sind nicht zu finden. Der Gehäusedeckel ist, wie bei der Preisklasse üblich, mit einem Kunststoffklappmechanismus ausgestattet. Auf der Oberseite des Deckel befindet sich zudem ein SOUNDPEATS Schriftzug.

Die beiden Earbuds in der Übersicht

Nun möchten wir uns die zwei Earbuds genauer ansehen. Auf den beiden Außenseiten befindet sich das Logo von SOUNDPEATS. Dieses sieht nicht nur gut aus, sondern beherbergt auch die Berührungssensoren für die Steuerung der Kopfhörer. 

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Natürlich möchten wir die Funktionen der beiden Earbuds genauer erläutern und wir beginnen mit den linken Ohreinsatz. Um die Lautstärke zu verringern, genügt ein einmaliges Berühren der Sensoren im linken Ohrhörer. Um den vorherigen Titel abzuspielen, muss der Ohreinsatz ca. 1,5 Sekunden lang berührt werden. Da die Air 3 über einen speziellen Spielemodus verfügen, bei der die Latenz verringert wird, kann dieser durch dreimaliges Betätigen gestartet bzw. beendet werden. Natürlich verfügen die SOUNDPEATS Testkandidaten weiterhin über eine integrierte Freisprecheinrichtung, für die insgesamt vier Mikrofone zuständig sind. Erfolgt während der Musikwiedergabe ein Anruf, kann dieser mittels einmaligem Betätigen angenommen bzw. beendet werden. Hat der Nutzer gerade keine Lust auf ein Telefonat, kann  - durch die Betätigung des Touchelementes für eine Länge von ca. 1,5 Sekunden - der Anruf abgelehnt werden. 

Berührungssensor und darunter sitzt ein Mikrofon

Auch die Berührungssensoren des rechten In-Ear Hörer halten einige Funktionen parat. Um die Lautstärke zu erhöhen, muss der Berührungssensor einmal kurz betätigt werden. Soll zum darauffolgenden Titel gesprungen werden, muss der Sensor ca. 1,5 Sekunden berührt werden. Wenn der Sprachassistent vom Smartphone aufgerufen werden soll, muss der Sensor dreimal angetippt werden. Weiterhin verfügt der rechte Ohreneinsatz über die gleichen Funktionen wie der linke, wenn ein Anruf eingeht. 

Ohrstöpsel in der Detailansicht

Klangtestreihen

Da die SOUNDPEATS Air 3 über keinerlei App-Funktionen verfügen, kommen wir nun auf diremtem Wege zu unseren Klangtestreihen. Die Air 3 verfügen zudem über keinerlei Anpassungen für den Gehörgang, wie auch die Airpods 1 und Airpods 2 von Apple. Daher sind wir überrascht, wie gut die Earbuds in unserem Gehörgang sitzen.

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Wir beginnen die Klangtestreihen anspruchsvoll und starten die Wiedergabe von "You Learn" von der schwedischen Rockband Takida. Der sehr emotionale Titel wird in Anbetracht der günstigen Preisklasse keineswegs oberflächlich und monoton weitergegeben. Überzeugen kann uns die überraschend klare Abzeichnung der Stimme von Frontmann Robert Petterson. Ebenfalls gut gefällt uns die rund und homogen wirkende Darbietung der Streicher und Bläser. Etwas Federn und Kritik müssen die Air 3 allerdings einstecken können. Leider fehlen uns etwas die Mitten und auch der Hochtonbereich ist nicht so klar strukturiert wie bei teureren Konkurrenzprodukten. Dadurch erklingen facettenreichen Passagen etwas dumpf und die Gesamtbalance ist nicht komplett ausgeglichen.

Nicht weniger einfach wird der nächste Titel für unsere Testkandidaten. Wir starten die Wiedergabe des facettenreichen Titel "I Will Remember" von Toto. Die beginnenden Drums erklingen mit Nachdruck in unserem Ohr auch der begleitende Chorgesang erklingt erstaunlich natürlich. Als dann der Chorgesang zusammen mit den Vokals des Sänger zusammentrifft, merkt man sehr schnell, dass der Mitteltonbereich hier doch vernachlässigt wird und zu weit in den Hintergrund rückt, anstatt klar im Fokus zu bleiben. Auch hier wirken manche Passagen einfach zu dumpf und nicht strukturiert genug. 

Etwas härter geht es bei nächsten Track zu. Wir spielen den Air 3 "Bad Company" von Five Finger Death Punch zu. Sehr gut gefällt uns bei diesen Titel die Abbildung der Stimme von Sänger Ivan Moody. Diese macht auf uns einen sehr natürlichen Gesamteindruck und besitzt zudem Wiedererkennungswert. Bei den langsamen Eingangspassagen erklingen die Gitarren ebenfalls überraschend natürlich, als der Titel dann aber an Geschwindigkeit und Effektausprägung zunimmt, flacht die Gesamtprägnanz etwas ab. Der Bassbereich wird ordentlich dargeboten, könnte aber etwas mehr an Struktur und Klarheit gebrauchen.

Wir wechseln das Musikgenre und starten die Wiedergabe von "The Motto" von Tiesto feat. Ava Max. Auch hier gefällt und die Abzeichnung der Stimme von Ava Max prima. Als der Synthesizer dann mit einsteigt, wirkt die Stimme allerdings leicht hallig. Punkten kann der kräftige Bass bei diesem Stück, aber auch hier fehlt etwas Struktur und Präzision.

Weiter geht es mit Adele und dem sehr gefühlvollen Titel "Easy On Me". Wir sind erstaunt, wie feinfühlig die Soundpeats Adeles Stimme präsentieren In dieser Preisklasse definitiv nicht selbstverständlich. Das Klavier, das Adele begleitet, kommt ebenfalls gut zur Geltung, bekommt aber leider wenig Struktur gerade in den Mitten ab und klingt somit fast etwas zu düster.

Abschließen möchten wir unsere Klangtestreihen mit den Ausnahmekünstlerin Zoe Wees und ihren Hit "Control". Punkten können die Air 3 hier mit einer fast tadellosen Wiedergabe der Vokals. Nur feinste Nuancen der Stimmfarbe bleiben verborgen. Als die In-Ears dann aber weitere Facetten und Geschwindigkeit abliefern müssen, wirken diese fast etwas überfordert und das Hörerlebnis wird als inhomogen wahrgenommen.

Konkurrenzvergleich

  • Sony WF-C500 : Für derzeit 65 - 68 EUR sind die Sony WF-C500 bei Amazon erhältlich. Die Sony In-Ears sind in farbenfrohen Varianten erhältlich und bieten eine Wiedergabezeit von bis zu 20 Stunden. Die Sony besitzen wie die Soundpeats keine aktive Geräuschunterdrückung. Um die Ohrhörer zu schützen, bringen die WF-C500 eine IPX4 Klassifizierung mit und bieten dadurch einen Spritzwasserschutz. Als Highlight ist die Abstimmung sowie Bedienung mittels der Sony Headphones App zu betrachten. Durch 360° Reality Audio wird bei entsprechend kompatiblen Titeln (z.B. auf Tidal) ein virtuelles 360 Grad-Klangpanorama mit einem räumlich intensiven Klangbild dargeboten. Akustisch sind beide Kontrahenten fast gleich auf - allerdings mit leichtem Vorspürung der Sony TWS. Gerade die Qualitäten bei der Stimmwiedergabe sind bei beiden Konkurrenten ausgezeichnet.

  • EarFun Free Pro : Weiter geht es im Konkurrenzvergleich mit den Earfun Free Pro. Die Wireless Earbuds besitzen neben dem aktiven Noise-Cancelling eine IPX5 Zertifizierung. Die Free Pro gibt es momentan bei Amazon für 56,99 EUR in einer schwarzen Ausführung. Dank Ladecase sollen Wiedergabezeiten von bis zu 32 Stunden (kein ANC) und bis zu 27 Stunden bei aktivem ANC möglich sein. Um die Earbuds bestmöglich an den Gehörgang des Hörer anpassen zu können, liefert EarFun vier paar verschiedene Ohrenstöpsel aus Silikon mit sowie drei Sätze Ear-Hooks. Bei den Klangtestreiehn überzeugten die EarFun Earbuds mit einer sehr guten Stimmwiedergabe, Durchschlagskraft im Bassbereich und einem gut strukturierten Mitteltonbereich.

Fazit 

Für einen schlanken Kaufpreis von 49,99 EUR sind die Soundpeats Air 3 derzeit bei  Amazon erhältlich. Die In-Ears besitzen kein aktives Noise-Cancelling, können aber einen guten Schutz, dank IPX5 Klassifizierung, vor Umwelteinflüssen aufweisen. Das im Lieferumfang enthaltene Ladecase macht für die Preisklasse einen soliden und anständigen Eindruck. Die Ohreinsätze werden beim Ladevorgang von Magneten gut im Case fixiert. Mit Bluetooth 5.2 an Board, besitzen die In-Ear Hörer eine aktuelle Bluetooth-Version. Mit einer maximalen Spieldauer von bis zu 17,5 Stunden befinden sich die Air 3 eher im Mittelfeld. Beim Thema Klang gefielen uns die Air 3 sehr gut bei der Abzeichnung von Stimmen. Diese wurden sehr natürlich und aber auch authentisch ins unserem Gehörgang dargeboten. Auch im Bassbereich konnten uns die Air 3 stellenweise punkten, auch wenn es teilweise an einer klaren Struktur der Basswiedergabe fehlte. 

Preisgünstiger Einsteiger-In-Ear Kopfhörer mit sehr guten Sitz und toller Stimmwiedergabe14. Februar 2022
TWS In-Ear Kopfhörer bis 100 EUR

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich
Redaktion: Carsten Rampacher 
Datum: 11. Februar 2022

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