TEST: EarFun Free Pro - Wireless Earbuds mit aktivem Noise-Cancelling zum schlanken Kaufpreis

Aus dem Hause EarFun haben wir die wireless Earbuds "FreePro" zum Einzeltest erhalten. Doch wer ist die Firma EarFun, fragen sich jetzt bestimmt einige unserer Leser. Das möchten wir natürlich etwas genauer erläutern. EarFun wurde 2018 laut eigenen Angaben "von einer erfahrenen Gruppe von Industriedesignern, Akustikingenieuren und Musikbegeisterten gegründet, um drahtlose Audiogeräte der nächsten Generation zu entwickeln". So umfasst das Produktsortiment derzeit einige In-Ear Kopfhörer, größtenteils mit Noise-Cancelling, sowie einen Bluetooth-Lautsprecher für den Outdoor-Bereich. Vertriebene werden die Produkte über die Kanäle von Amazon sowie der eigenen Website. Bei unseren Testkandidaten Free Pro handelt es sich um Wireless Earbuds mit aktiven Noise-Cancelling. Die Free Pro sind ausschließlich in einem schwarz/grauem Finish verfügbar. Zum Zeitpunkt des Test waren die Earbuds für 59,99 EUR anstatt 79,99 erhältlich. 

Um die Noise-Cancelling Hörer vor negativen Umwelteinflüssen zu schützen, besitzen diese eine IPX5-Zertifizierung. Dies bedeutet, dass Strahlwasser aus der Düse den Earbuds nicht anhaben kann und ein Spaziergang bei Regen den Free Pro nichts anhaben kann.

Die angegebene Wiedergabezeit von bis zu 7 Stunden bei ausgeschaltetem ANC und 6 Stunden bei aktivem Noise-Cancelling empfinden wir für diese Preisklasse als sehr guten Wert. In der Vergangenheit hatten deutlich teuerere In-Ears nicht unbedingt eine längere Laufzeit zu bieten. Ist das Ladecase voll geladen, sind bis zu 32 Stunden (kein ANC) und bis zu 27 Stunden bei aktivem ANC möglich.

Der komplette Lieferumfang

Vier verschiedene Größen an Ohraufsätzen befinden sich im Lieferumfang - ein Paar ist vormontiert

Um die Earbuds bestmöglich an den Gehörgang des Hörer anpassen zu können, liefert EarFun vier paar verschiedene Ohrenstöpsel aus Silikon mit. Damit aber nicht genug, die Free Pro besitzen an den Außenseiten Ear-Hooks um den bestmöglichen Halt in der Ohrmuschel zu gewährleisten. Von diesen Ear-Hooks befinden sich drei Sätze im Lieferumfang. Auch das ist mehr als großzügig, hier muss sich der Hersteller nicht hinter anderen, oft namhaften Anbietern verstecken. 

Für eine optimale Anpassung an das menschlich Ohr sind unterschiedliche Ear-Hooks im Lieferumfang ebenfalls enthalten

Das Ladecase in der Frontansicht

Sollte den EarFun Free Pro bei der Outdoor-Aktivität mal "der Saft" ausgehen, können diese im mitgelieferten Ladecase geladen werden. Das Case besteht aus schwarz/grauen Kunstoff, und auf der Oberseite des Cases befindet sich ein EarFun-Logo. Um das Case zu laden, gibt es zwei Möglichkeiten: So befindet sich auf der Rückseite des Case ein USB-C Anschluss (Kabel ist im Lieferumfang enthalten) ebenso ist es möglich, dass das Case kann ebenso mit einem induktiven Ladegerät versorgt werden. 

Ladecase im geöffneten Zustand

Wie wir bereits einen Absatz weiter oben im Test erwähnten, ist das Ladecase aus einem dunkelgrauen Kunstoff gefertigt und die Oberseite ist in einem schwarzem Hochglanz-Finish inklusive EarFun Logo ausgeführt. Qualitativ macht das Case auf uns einen sehr guten Eindruck, gerade wenn man den Kaufpreis in die Bewertung mit einfließen lässt. Durch die sehr kompakten und geringen Abmessungen kann es problemlos in der Hosentasche verstaut werden. Öffnet man das Case und entnimmt die Earbuds, fällt der Blick gleich auf die Ladekontakte, mit der die In-Ears aufgeladen werden. Die Earbuds werden durch Magnete im Case fixiert, damit diese beim Ladevorgang in der richtigen Position sitzen. Auf der Front informiert eine LED über den Ladezustand. Leuchtet die LED grün ist das Akkulevel bei mehr als 30%, leuchtet es orange besitzt dieser noch ein Kapazität kleiner 30%. Eine rot leuchtende LED signalisiert, der Akku hat noch eine Kapazität von kleiner 10% und eine roter Blitz signalisiert, die In-Ears inklusive Case sollten dringend geladen werden. Der Klappmechanismus ist aus Kunststoff gefertigt und wird zudem durch Magnete geschlossen gehalten.

Auf der Rückseite befindet sich der Ladeanschluss

Earbuds beim Ladevorgang im Case

Die Berührungssensoren der Earbuds befinden sich auf den Außenseiten


Sehen wir uns die Earbuds nun etwas genauer an. Auf den beiden Außenseiten befinden sich Berührungssensoren, mit denen die Free Pro bedient werden können. Welche Funktionen mit welchem Earbud möglich ist, erläutern wir wieder ausführlich:

Wir beginnen mit den linken Ohreinsatz. Bei der Musikwiedergabe kann durch zweimaliges Tippen die Wiedergabe gestartet bzw pausiert werden. Ein einmaliges Tippen reduziert die Lautstärke. Da die Free Pro über eine integrierte Freisprecheinrichtung verfügen, kann bei einem eingehenden Anruf mittels einmaligen Tippen der Anruf angenommen bzw. beendet werden. Möchte der Nutzer den Anruf nicht annehmen, reicht ein zweisekündiges Antippen des linken oder auch rechten In-Ears, um den Anruf abzuweisen. Auch das aktive Noise-Cancelling wird mit dem linken In-Ear gesteuert, durch dreifaches Tippen. Hier erfolgt die Umschaltung dann zwischen Ambient Mode und aktivem Noise-Cancelling. Die EarFun Free Pro besitzen zudem einen Niedriglatenzmodus. Das Einschalten des Niedriglatenzmodus sorgt für eine Latenzzeit von 100 ms und verbessert das Film- und Videoerlebnis, verkürzt allerdings auch die Verbindungsreichweite. 

Ladekontakte der Earbuds sowie Ohraufsatz in der Nahansicht

Auch der rechte Earbud ist mit Berührungssensoren ausgestattet. Welche Funktionen dieser im täglichen Einsatz übernimmt, dazu jetzt gerne mehr. Während der Musikwiedergabe kann beim rechten Ohrhörer ebenfalls durch zweimaliges Tippen die Wiedergabe pausiert bzw. gestartet werden. Wird das Touchelement dreifach getippt, startet die Wiedergabe des darauffolgenden Titels und ein einmaliges Tippen erhöht die Lautstärke. Identisch sind die Funktionen der beiden Earbuds beim Telefonieren. Durch ein zweisekündiges Tippen und halten, wird der Sprachassistent aufgerufen.

Eine LED an der Oberseite informiert über den Verbindungsstatus

Klangtestreihen

In diesem Abschnitt möchten wir nun wissen, ob die doch sehr preisgünstigen Noise-Cancelling Earbuds auch klanglich etwas bieten können. Wir starten mit Zoe Wees mit dem Song "Girls Like Us". Und wir sind überrascht, wie sauber die EarFun Free Pro die Stimme von Zoe darstellen. Gerade kleinere Nuancen, die Zoes Stimme auszeichnet, werden tadellos wiedergegeben, wenn man den niedrigen Kaufpreis mit ins Kalkül zieht. Als der Titel dann an Fahrt aufnimmt, bleiben die EarFun Free Pro souverän und liefern dabei erneut einen ausgezeichneten Bass, was manchen Mitbewerber auch in der 100 EUR-Liga nicht im selben Umfang gelingt. Was wir auch positiv anmerken dürfen, dass der Mitteltonbereich in keinster Weise abflacht oder verloren geht, sondern mit der richtigen Prägnanz dargestellt wird. Oft hören wir, dass sich die Mitten, gerade vokale Anteile, leicht zurückversetzt werden, was dann einer besseren Bewertung im Wege steht. Unsere Test-Kandidaten geben sich hier allerdings keine Blöße und untermauern damit die Ambitionen auf ein richtig gutes Test-Resultat. 

Nach dem verheißungsvollen Auftakt lauschen wir jetzt den langsameren Tönen von James Hetfield und starten die Wiedergabe von "Mama Said", zusammen mit seinen Bandkollegen von Metallica. James Hetfield wuchs in einer streng gläubigen Familie auf und er war  gerade 16 Jahre alt, als seine Mutter verstarb. Und dieses Erlebnis verarbeitet er in diesem Titel, auch mit deutlicher Abneigung der stark religiösen Gruppe gegenüber. Hier sind wir ebenfalls begeistert von der sauberen und klaren Darstellung der Stimme. Die Gitarren erklingen genauso überraschend glaubwürdig in unseren Hörkanal. Wichtig ist aber, wie generell üblich, dass die Earbuds auch richtig sitzen. Bei uns waren einige Feldversuche nötig, bis die Earbuds den optimalen Sitz im Gehörgang hatten und dann auch guten Sound ablieferten. 

Beim nun folgenden Stück "Shallow" (Lady Gaga und Bradley Cooper) müssen die Free Pro In-Ears endgültig zeigen, aus welchem Holz sie geschnitzt sind. Bradley startet den Titel mit einem Gitarrensolo, was auf uns realistisch und auch feindynamisch erstaunlich reif wirkt. Auch sein Gesang erklingt fast so, wie wir ihn kennen und schätzen. Natürlich, feinste Einzelheiten gehen unter, aber das wäre auch entschieden zuviel verlangt. Als Lady Gaga dann in den Titel einsteigt, sind wir von der Wiedergabe wirklich gefesselt. Ihre Stimme erklingt in ihren Grundmerkmalen glaubwürdig für uns, gepaart mit dem etwas Rauchigen in ihrer Stimmfarbe. Als Lady Gaga dann in die Tasten von ihrem Klavier greift, offerieren uns die Free Pro einen kräftige und saubere Gesamtwiedergabe, die anhält, als der Titel schneller wird.

Weiter geht es mit der Wiedergabe von "One More Time" von einem Trio bestehend aus Robin Schulz, Felix Jaehn und Alida. Aber auch hier liefern die ANC-In-Ear einen sauberen und frischen Klang ab. Zudem wird ein weiteres Mal eine sehr gute Stimmwiedergabe geboten, gepaart mit einer insgesamt tadellosen Impulstreue und dem nötigen Nachdruck im Bassbereich. Der Bass ist kraftvoll und zeitgleich auch gut strukturiert. Einziges Manko: Es gibt leider keinerlei Equalizer-Kurven, um den Sound anzupassen. Dies wäre möglich, wenn es eine App mit entsprechender Funktionalität gäbe. 

Noch einmal greifen wir zu schöner Gitarrenmusik und beginnen mit der Wiedergabe von "Wrong Side Of Heaven" von Disturbed, allerdings in einer akustischen Version. Auch hier punkten die EarFun Hörer mit einer hervorragenden Stimmwiedergabe, was in dieser Preisklasse nun wirklich keine Selbstverständlichkeit ist. Aber auch die unterstützenden Instrumente wirken zu keinster Zeit fade oder unglaubwürdig, selbst die Bläser werden mit frischer Lebendigkeit zur Geltung gebracht. 

Konkurrenzvergleich

Teufel Airy TWS: Die Teufel sind deutlich teurer, spielen noch homogener auf und sind pegelfester. Aber: Hinsichtlich der Verarbeitung haben die Berliner TWS keine Vorteile, und auch aus akustischer Sicht fällt der Vorsprung keinesfalls groß aus. ANC fehlt zudem völlig, und die Akkulaufzeiten sind gerinbfügig schlechter.

Apple AirPods 2: Zum deutlich höheren Kaufpreis wird ein etwas besseres Finish mit einer nahezu perfekten Betriebssicherheirt kombiniert. Allerdings wirkt der Klang flacher, Stimmen fehlt das Charisma und eine ANC gibt es auch nicht. Zudem sind die Akkulaufzeiten schlechter.

Panasonic RZ-S500W: Einst richtig teuer, gibt es die TWS mit hoch entwickeltem ANC mittlerweile für gut 100 EUR. Dafür ist der Gegenwert nahezu perfekt: Tadellose Verarbeitung, sehr guter Sitz, wirkungsvolles ANC, umfassende App-Steuerung und ein ausgewogener Klang. Wer wirklich mehr von allem haben möchte, sollte die Investition nicht scheuen und gleich zu den RZ-S500W greifen. 

Panasonic RZ-B100W: Überhaupt keine Alternative sind die RZ-B100W, die auf 809 EUR kommen. Ok, sie klingen besser als die Apple AirPods 2, deren direkter Konkurrent sie sind (siehe Bauprinzip), aber die RZ-S500W aus gleichem Hause oder aber unsere günstigeren Test-Kandidaten sind hier die eindeutig bessere Wahl. 

JBL LiveFree NC+ TWS: Nur noch knapp 110 EIR kosten die JBL LiveFree NC+ TWS. Dafür gibt es eine prall gefüllte App, eine gute Verarbeitung, anständige Akkulaufzeiten und einen ordentlichen Klang. Insgesamt ein harter Konkurrent für die Panasonic RZ-S500W, beide aber haben einen insgesamt erstaunlich kleinen Vorsprung vor unseren EarFun-Testkandidaten. 

Fazit

Mit "Chapeau EarFun" möchten wir unser Fazit beginnen. Für derzeit knappe 60 EUR Kaufpreis kennen wir derzeit keinen In-Ear Kopfhörer, der aktives Noise-Cancelling, eine sehr gute Verarbeitung und eine  tadellose Gesamt-Wiedergabezeit bietet. Mit Bluetooth 5.2 sind die Free Pro absolut up to date und für die Zukunft gewappnet. Auch eine Freisprecheinrichtung wurde in die Earbuds integriert, welche in unseren Testreihen sehr gut funktionierte. Nur der Anrufer nahm sein gegenüber als etwas hallig wahr. Sehr gut gefällt uns auch das sauber verarbeitet Ladecase, was vollgeladen für bis zu 27 bzw. 32 Stunden Gesamtlaufzeit sorgt. Leichte Schwächen gab es bei der Fernbindung mit dem rechten Ohrhörer und unserem verwendeten iPhone. Auch erwähnen möchten wir, das die Earbuds nicht zwangsweise paarweise verwendet werden müssen, sondern auch als Single In-Ear arbeiten. Das aktive Noise-Cancelling funktionierte in unseren Testreihen ausgezeichnet, ebenso der Ambient Sound Modus, mit dem Umgebungsgeräusche wahrnehmbar sind. Sehr überrascht haben uns die doch eher preisgünstigen Schallwandler in den Klangtestreihen. Hier gefielen diese uns durch eine sehr gute Stimmwiedergabe, und auch beim Thema Bass boten sie einiges an Durchschlagskraft, was manchen Mitbewerber Kopfschmerzen bereiten wird. Auch wenn die Wiedergabe voluminöser wurde, blieben die Earbuds ihrer Linie klar treu und selbst der Mittelton wurde nicht sträflich vernachlässigt. Ein kleinen Kritikpunkt möchte wir nun die fehlende Appkonnektivität anmerken, wo der Nutzer beispielsweise seine eigenen Vorlieben mittels persönlicher EQ-Kurven in die Klangwiedergabe einbringen kann.

Preisgünstige Earbuds mit aktivem Noise-Cancelling und sehr guten Klangeigenschaften 

In-Ear Kopfhörer mit ANC bis 100 EUR
Test 06. August 2021

 

Test und Bilder: Sven Wunderlich 
Redaktion: Carsten Rampacher
Datum: 06.08.2021 

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