TEST: Sony Xperia 1 - Aktuelles Flaggschiff mit innovativen Neuerungen zum fairen Preis?

Gut so: Sony verzichtet jetzt auf die verwirrenden Buchstaben-Kombinationen, wie XZ und besinnt sich wieder auf einfache Zahlen. Außerdem gibt es kein 18:9-Format mehr, Sony will hier dem Kunden mehr Spielfläche bieten. Wir prüfen, wie sich das Topmodell mit 21:9 4K HDR OLED-Display, IP68 Zertifizierung und Triple Kamera in der Praxis schlägt. Preislich liegt die Komponente am Markt um 650 Euro.

Seitliche Ansicht

Lang, länger, Sony Xperia 1! Durch das 21:9-Display plus umlaufenden Rand misst der Japaner insgesamt 16,7 cm. Mit 6,5 Zoll in der Diagonalen ist es aber dennoch vergleichsweise schmal geblieben. Das 4K-HDR-OLED-Panel mit einer hohen 3.840 x 2.160 Pixel Auflösung ist somit geradezu prädestiniert für sämtliche Multimedia-Features. Die Darstellungsqualität überzeugt vor allem durch eine satte Farbwiedergabe, einem knackigen Kontrast und stets exzellenter Ablesbarkeit. Nur im Bereich Helligkeit gibt es aktuell stärkere Displays im Referenzbereich – dennoch: eine Top-Leistung!

Optisch präsentiert sich der Fernöstler ebenfalls sehr hochwertig. Das Sony Xperia 1 besteht aus einem Gorilla Glass 6 Glasgehäuse wahlweise in Schwarz, Weiß, Grau oder Lila und bietet eine IP68 Zertifizierung, sodass der Funker vor Wasser und Staub gut gerüstet ist. Schade nur, dass die rückseitige Kamera nicht plan abschließt und auf der Frontseite einiges an Displaygröße verschwendet wurde – die Konkurrenz forciert mehr Full Front Displays.

Triple-Kamera

Erwartungsgemäß ist die Triple-Kamera gespickt mit allerlei Extras. Das Herzstück ist ein Trio mit Weitwinkel-, Zoom- und Ultra-Weitwinkelobjektiv, die jeweils Fotos mit 12 Megapixel archivieren. Bis auf das Ultra-Weitwinkelobjektiv erhält der Kameramann Unterstützung durch einen optischen Bildstabilisator. Hilfreich ist ferner ein Autofokus, der speziell Augen erkennt. Auch gut: Bei Ultra-Weitwinkel-Aufnahmen können Verzerrungen automatisch korrigiert werden. Durch diese Features lassen sich Schnappschüsse locker aus der Hüfte knipsen. Obendrein gibt es alle wichtigen Optionen, wie Panorama-Modus, Lens-Einstellung, manuelle Kontrolle oder „kreative Effekte“. Sie wollen noch mehr Finessen, dann einfach die aktuelle "Cinema Pro"-App nutzen.

Auch der Camcorder ist opulent ausgestattet mit Superzeitlupenvideos mit bis zu 960 Bildern pro Sekunde in Full-HD. Allerdings ist das nur drei Sekunden lang möglich. Ab fünf Sekunden sind Slow-Mo-Aufnahmen nur noch mit bis zu 120 fps realisierbar. Schade zudem: 4K-Aufnahmen werden bei 30 fps abgebremst, obwohl der Prozessor auch 60 fps leisten kann. Die Qualität ist allerdings hervorragend.

Aufgenommen mit dem Sony Xperia 1

Detailaufnahme

Aufnahme bei schwachen Lichtverhältnissen

Ebenso wie bei der Kamera. Vor allem bei Tagesaufnahmen sind die Fotos glasklar bis zum Rand und die Farbwiedergabe ist satt, ohne künstlich zu wirken. Dank eines guten LED-Blitzes und hoher Lichtempfindlichkeit lassen sich zudem auch bei wenig Licht noch tolle Ergebnisse erzielen. Unter dem Strich liegt das Niveau knapp unter der Referenz-Liga, da die Frontkamera ein wenig schwächelt und man bei Fotos kein 21:9-Format wählen kann.

Das restliche Ausstattungsprogramm lässt kaum Wünsche offen, gerade in Puncto Speicherplatz, denn 128 GByte interner Speicherplatz plus bis zu 512 GByte via microSD-Karte sind sehr großzügig. Die Datenschnittstellen sind ebenfalls absolut zeitgemäß: Bluetooth 5.0, WLAN-ac, NFC sowie Cat. 19 mit bis zu 1.600 MBit pro Sekunde im Downstream. Ebenfalls ein Lob wert: Einen 3,5-mm-Klinkeananschluss gibt es zwar nicht, ein entsprechender Adapter liegt aber in der Box.

Panorama

Sony ist immer für ein paar Extras beim Bedienungskonzept gut. Eine Spezialität ist der Side Sensor, durch den man per seitlichem Doppeltipp in den Einhandmodus wechseln kann, was bei der Länge des Smartphones durchaus Sinn ergibt. Allerdings geht der Umgang mit dem Side Sensor nicht so schnell in Fleisch und Blut über. Einmal erfolgreich aktiviert stehen dem Nutzer aber viele Funktionen, wie ein Splitscreen-Modus oder eine Mini-Übersicht der Startseite zur Verfügung.

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Auch typisch Xperia: Der Fingerprintscanner ist in die rechte Seite eingelassen. Er funktioniert zwar recht schnell und zuverlässig, doch die Erreichbarkeit ist eher suboptimal. Was aber vor allem negativ auffällt: Es gibt keinen Gesichtsscanner.

Ansonsten basiert die Benutzeroberfläche maßgeblich auf Android 9.0 und es werden alle gängigen Pfade beschritten, inklusive linker Google-Startseite und einem App Drawer.

Android 9

App Drawer

Keine Überraschung: In Inneren sorgt das aktuelle Kraftpaket Snapdragon 855, mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,8 GHz für Höchstleistungen. 6 GB Ram stehen zur Seite, sodass im Praxis-Alltag dem Japaner selbst aufwändiges Multitasking reibungslos gelingt – Schulnote 1!

Ebenfalls das Prädikat „Sehr gut“ gebührt dem Akkublock. Dank einer Leistung von 4.000-mAh hielt das Smartphone mehrfach fünf volle Tage durch. Angesichts des großen Displays ist das eine beachtliche Leistung! Allerdings reagiert der Japaner sensibel auf Dauerbelastung, sodass der Nonstop-Stresstest bereits nach rund 7,5 Stunden endet. Ebenfalls ein Malus: Kabelloses Laden ist nicht möglich. Dafür dauert es nur rund zwei Stunden bis der Akkublock wieder 100% meldet.

Bonuspunkte gibt es auch bei der Akustik, denn das Xperia 1 verfügt über zwei Speaker ober- und unterhalb des Displays. Die spielen zudem munter auf, da der Klangbereich luftig und gut gestaffelt ist. Das Bassfundament ist zwar eher mäßig, dafür aber präzise. Ebenfalls eine Sony-Stärke: Bei Telefonaten gibt es in beide Senderichtungen keine Probleme: Der Gesprächspartner ist stets sehr präsent und klingt recht natürlich. 

Fazit

Sony besinnt sich weiterhin auf seine Stärken und stellt vor allem die Multimedia-Fähigkeiten in den Fokus. Durch die Top-Performance bzgl. der Arbeitsgeschwindigkeit, dem XXL-Display und einer vielseitigen Kamera können User aus dem Vollen schöpfen. Unverständlich allerdings, warum es immer noch nicht möglich ist, das Smartphone induktiv zu laden. Das komplette Fehlen der Gesichtserkennung und die suboptimale Platzierung des Fingerprintscanners sind weitere Macken des ansonsten hochwertigen Smartphone-Topmodells. Für einen Online-Preis von ca. 650 Euro ein durchaus interessanter Deal.

Multimedia-Star mit tollem Display und starker Kamera mit ein paar Schwächen in der Handhabung

08.05.2020

Test: Ulf Schneider
Datum: 08.05.2020

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