TEST: Regallautsprecher EPOS ES-7N - Akustisch hochpräzise Regallautsprecher im optischen Stil der 80er Jahre
Klang


Wir haben in der Klangwertung unseren Streaming-Vollverstärker AVM Evolution 3.3 und unseren Thorens TD 403 DD Plattenspieler mit Direktantrieb verwendet. Aufgrund ihrer Konzeption, die ein hohes Maß an Musikalität bieten soll, sind die EPOS ES-7N bestimmt auch sehr gut für den Einsatz in Verbindung mit einem Plattenspieler ausgelegt. Daher starten wir die Klangtestreihen mit einigen Beispielen von Schallplatten.
Bei Diana Kralls "The Look Of Love" in Vinyl präsentieren sich die EPOS ES-7N als Freunde einer für diese Preisklassen bestechenden akustischen Realität. Das Klangbild tritt erwachsen und authentisch auf, das merkt man auch an der Wiedergabe von Dianas Stimme: Fein und detailliert, holen die beiden EPOS-Schallwandler eine Menge aus dem Quellmaterial heraus. Die Bühne ist bezüglich Weite und Tiefe sauber ausgestaltet, und die Instrumente werden mit der korrekten Balance eingebunden. Der Hochtöner, das fällt auf, spielt sehr frei und souverän auf, er bietet eine vorzügliche Transparenz und ein natürliches Maß an Brillanz. Das kommt auch der Präsentation des Klaviers zugute, dessen Temperatur für ein Lautsprecherpaar mit einem Preis von unter 2.000 EUR extrem gut getroffen wird. Die EPOS ES-7N präsentieren sich bereits in diesem ersten Klangbild als Lautsprecher, die mit erstaunlicher Detailarbeit und einem Maß an Klarheit, das sich auch in höheren Preisklassen bestens machen würde, aufspielen.
Hören wir nun "In The Early Morning Rain" von Margriet Sjoerdsma von der LP "A Tribute To Eva Cassidy" an. Hier ist es wieder wichtig, die Stimme möglichst frei und zugleich exakt im Hörraum zu platzieren und viele stimmtypische Details herauszuarbeiten. Diese Mission gelingt zu unserer vollsten Zufriedenheit, auch das sanfte, allmähliche Abklingen der Stimme oder lediglich gehauchte, fein nivellierte vokale Anteile kommen überzeugend zur Geltung. Mit stimmiger Gewichtung betritt die feinsinnig gespielte akustische Gitarre das akustische Parkett, aber auch im Bassbereich sind wir sehr zufrieden. Fürs kompakte Gehäuse sind Wirkung sowie Tiefgang richtig gut, und der Raum, der insgesamt aufgebaut wird, erweist sich als vielschichtig und klar dimensioniert hinsichtlich Weite sowie Tiefe.
Wenden wir uns "Ordinary Guy" von Jacob Dinesen zu, vom Vinyl-Album "Let The Hard Times Come". Mit viel Gefühl transportieren die beiden ES-7N die akustische Gitarre in den Hörraum. Besonders, wie feinfühlig die Griffe in die Saiten des Instruments erfasst werden, verdient Respekt. Die charismatische Stimme von Jacob wirkt feindynamisch sehr sauber akzentuiert, und daher werden auch filigrane vokale Details treffend berücksichtigt. Die beiden Regallautsprecher liefern trotzt ihrer kompakten Abmessunge, ein hervorragendes, sogar relativ voluminöses Bassdfundament, das mit äußerster Präzision umgesetzt wird. Der Zuhörer hat den Eindruck, dass man insgesamt eine Darbietung verfolgt, die exakt "auf den Punkt" kommt und mit einem durch und durch gelungenen Timing aufwarten kann. Der Hochtonbereich tritt gerade auch in dem Part des Songs exzellent auf, in dem das Pfeifen hörbar ist. Der Klang löst sich darüber hinaus hervorragend von den Lautsprechern und verteilt sich homogen im Raum.
Von der LP "Please" gesellt sich der Pet Shop Boys-Klassiker "West End Girls" dazu. Schon der Beginn des Songs, als verschiedene akustische Elemente langsam eingefadet werden und der Pegel zunimmt, wird herausragend dargeboten: Direkt, gradlinig, klar. Jeder Bassschlag erfolgt präzise, die Stimme von Neil Tennant baut erst gar keine Distanz zu den Zuhörern auf, sondern entfaltet eine ungefilterte, saubere Präsenz. Idealerweise sollte man den EPOS ES-7N in Hörräumen zwischen gut 15 und gut 25 Quadratmetern einsetzen, dann kann der Lautsprecher seine Wirkung voll entfalten. Mit höheren Pegeln, das zeigt uns "West End Girls" deutlich, gibt es keinerlei Berühungsängste, diese werden mit Gelassenheit zur Kenntnis genommen. Die Auslenkungen der Membranen bleiben linear, der Nachdruck bei der Darstellung tiefer Frequenzen bleibt vollumfänglich vorhanden, und die räumliche Ortbarkeit akustischer Einzelelemente gelingt nach wie vor ohne Fehl und Tadel.
Kommen wir nun zu Titeln, die wir mittels TIDAL Connect und Spotify Connect über den AVM streamen.
Und hier machen wir es den ES-7N nicht leicht - wir spielen "Break Stuff" von der Nu-Metal-Band Limp Bizket zu, und sind gespannt, wie sich die EPOS Lautsprecher mit den aggressiven E-Gitarrenriffs und dem schnellen Sprechgesang von Frointmann und Mastermind Fred Dust beschäftigen. Die Boxen bleiben auch hier ihrer authentischen Auslegung treu und stellen den aggressiven Touch des Klangbilds glaubwürdig dar. Trocken und hart ertönt der Bass, und die Trennung der einzelnen Klangelemente wird stets auf hohem Niveau realisiert. Dynamische Differenzen arbeiten die kompakten Regal-Schallwandler exzellent heraus und platzieren das gesamte tonale Gefüge auch bei erhöhter Lautstärke stabil im virtuellen Raum.
Wir setzen fort mit "Let Me Take You There" von Volkan Kuday. Hier notieren wir einen treffsicheren Bass und eine sehr gute feindynamische Arbeit an den Konturen der Synthesitzer-Klangelemente. Der Rhythmus des Tracks wird kompromisslos impulstreu getroffen, und dass die Ingenieure von EPOS viel Ahnung von dem haben, was sie tun, belegt die überragende Darstellung der Stimme, die ein durchaus respekables dynamisches Spektrum abdeckt. Jede Facette wird dabei mit großer Sicherheit erfasst und präzise ortbar in den Hörraum gestellt. Die räumlichen Akzente werden wiederum sehr treffend bezüglich Weite sowie Tiefe gesetzt, und wie auch bei den anderen Stücken ist die Pegelfestigkeit enorm, was sicherlich auch an der aufwändigen Konstruktion der Treiber und dem resonanzarmen Gehäuse liegt. Ebenfalls sind wir sehr angetan, welch großes Stereobühnenbild die kompakten Lautsprecher umsetzen können.
Das wird schwierig für einen so kompakten Lautsprecher: "Resonance" von Boris Blank besitzt Basselemente, die weit nach unten in den Frequenzkeller reichen. Und natürlich kann ein kompakter Regallautsprecher diese nicht vollumfänglich erfassen. Trotzdem sind wir erstaunt, wie solide der Tiefgang ist, und vor allem, wie exakt die einzelnen Basselemente präsentiert werden. Der Aufbau des Tracks geht fließend vonstatten, schnell & sorgfältig erfassen die EPOS ES-7N beinahe alle neu hinzukommenden klanglichen Facetten. Dynamiksprünge wirken echt und unmittelbar, und die Chassis für den Mittel-/Tieftonbereich und für die Hochtonwiedergabe neigen auch bei kräftigem Pegel nicht zu unpassendem Nachschwingen, was stets die Präzision herabsetzt. Durch die räumlich exakte Darstellung der Effekte wird ein intensiver Effekt während des Zuhörers erreicht.
Jetzt kommen gefühlvolle Töne in den Fokus: "I Believe In You" ("Je Crois En Toi") von Il Divo und Celine Dion sollen nun die Antwort auf die Frage geben, ob die beiden Regallautsprecher die Emotionen ans Auditorium weitergeben kann. Die zwei Boxen sehen dies, wie auch die Wiedergabe der anderen Titel, als einen Job an, der ganz in der manier eines japanischen Facharbeiters schlichtweg bestmöglich erledigt werden soll. Felißig, manierlich und sorgfältig fügen die EPOS-Schallwandler alle vorhandenen Elemente zu einem stimmigen Ganzen zusammen, das durchaus in der Lage ist, auch eher kühler gestimmten Zuhörern die ein oder andere Gefühlsregung abzuringen. Die unerbittliche Präzision beim Timing ist dabei ebenso eine große Hilfe wie die räumlich korrekte Einarbeitung der sehr gut getroffenen Stimmen.
Konkurrenzvergleich
Wie ordnen wir den EPOS ES-7N ins Konkurrenzumfeld ein? Er erweist sich als äußerst sorgfältig abgestimmter Kompaktlautsprecher, der eine für diese Preisklasse überragende Detailwiedergabe aufweist und Realismus sowie Natürlichkeit bei der Wiedergabe grundsätzlich groß schreibt. Er gibt direkt, ehrlich und ungefiltert wieder. Wir holen ganz verschiedene Konkurrenten aus den jeweiligen Schublade, um zu demonstrieren, was es in der Preisklasse um 2.000 EUR alles gibt.

Wir starten, zum Paarpreis von 2.598 EUR, mit den talentierten DALI RUBIKORE 2. Diese Boxen begeistern uns mit einem schönen, ausgewogenen Klang und einer leicht weichen, sanften Note, ohne aber, dass die Detaillierung wirklich leiden dürfte. Das formschöne Unibody-Gehäuse strahlt zeitlose Eleganz und makellose Fertigungsqualität made in Denmark aus. Ein fabelhafter Lautsprecher, der rund 600 EUR teurer ist. Die EPOS ES-7N haben uns wegen ihrer gnadenlosen Ehrlichkeit und der sehr unmittelbar hervorgebrachten Dynamik, gespaart mit für ihren Preis brillanter Detaileinarbeitung ebenfalls sehr gut gefallen, sodass hier die persönlichen Prioritäten entscheiden.

Mit Paarpreisen ab 1.400 EUR (je nach Farbausführung) sind die Buchardt Audio P300 mit ihrer charakteristischen geneigten Schallwand und dem großen Waveguide um den Hochtöner ebenfalls ausgewiesen gute Klang-Spezialisten. Sie spielen gerade aus räumlicher Perspektive vortrefflich auf und liefern einen erstaunlich voluminösen Bassbereich für die Abmessungen. Sie sollte man, um diese Ergebnisse erzielen zu können, schon etwas auf den Hörer anwinkeln. Das gilt aber auch für die EPOS. Aber: Durch die selbst für 2.000 EUR Paarpreis schier unglaubliche Impulstreue spielen die beiden ES-7N ihren Mehrpreis heraus. Für 1.400 EUR ist die Buchardt Audio P300 ein ungemein verlockendes Angebot.

Ultra-kultig und ultra-kompakt: Die KEF LS50 Meta ist ein in jeder Hinsicht herausragender Lautsprecher mit Uni-Q-Koaxialchassis und dem speziellen Meta-Absorptionsmaterial, das die akustische Reinheit und Störungsarmut des Hochtonbereichs wirkungsvoll in Szene setzt. Allerdings brauchen die LS50 Meta einen durchaus kräftigen Verstärker, um auf Touren zu kommen. Dann allerdings legen sie mit exzellentem Timing und enormer Dynamik los, bei gleichzeitig angenehmer Auslegung. Mit knapp 1.400 EUR sind sie deutlich preiswerter als die EPOS, die bei hohem Pegel noch entschlossener Gas gibt und einen dann auch noch stabileren Raum in Weite und Tiefe sicherstellt.
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Tags: EPOS • IDC Klaassen • Lautsprecher






