TEST: Quadral Breeze Q - edler Bluetooth-Lautsprecher für rund 100 Euro Marktpreis

Quadral ist mittlerweile richtig  "fresh", um mal eine zum Produkt passende Ausdrucksweise zu generieren. Der für Marktpreise von knapp 100 EUR (UVP 119 EUR) erhältliche Bluetooth-Lautsprecher Breeze Q kopiert zwar auf den ersten Blick bekannte Design-Vorbilder, wer aber genauer hinschaut, entdeckt einiges an individuellen optischen Merkmalen. So wirkt der Breeze Q edler als so manches ähnliche Pendant, den oberen Teil des Gehäuses kann man zudem, sehr praktisch, als sogar gerastertes und haptisch wie optisch hochwertiges Drehrad zur Einstellung des Pegels verwenden. Unter dem "Pegelsteller" ist dann ein schmaler roter Zierstreifen, der sich auch unten nochmals findet. Der Lautstärkeregler und das funktionslose Pendant unten sind haptisch durch die Silikonbeschichtung besonders angenehm.

Von oben - je nach Lichteinfall sieht das Innere aus wie eine Vinyl-Schallplatte

Identisches Design unten

Hochwertige Stoffbespannung

Roter Zierstreifen

Blickt man von oben auf den Breeze Q, fällt die schicke "Schallplatten-Optik" auf, denn der Lautstärke-Drehregler wird gefüllt von einer Vinyl-Schallplatte", das ist mal etwas anderes. Sauber spannt sich schwarzer Stoff um den Hauptteil des Lautsprechers, alternativ gibt es den Breeze Q ab Oktober auch in weißer Variante. Nur 19,8 cm hoch, 6,5 cm breit und 6,6 cm tief ist der Breeze Q, der zudem nach IPX4 spritzwassergeschützt ist. 

Bedienelemente

Ladebuchse, 3,5 mm Miniklinke

Der Breeze Q setzt auf Bluetooth 4.1 als Standard und besitzt noch einen USB-Slot, aber nur, um den Breeze Q zu laden. Eine Powerbank-Funktion fehlt. Vorhanden ist noch ein 3,5 mm Miniklinken-Anschluss. Der eingebaute 4.000 mAh Lithium-Ionen-Akku garantiert bis zu acht Stunden Spielzeit, das ist durchschnittlich. Mit einer maximalen Ausgangsleistung von 2 x 12 Watt ist der kompakte Speaker prima bestückt. Frequenzen zwischen 65 Hz und 20 kHz gibt der Breeze Q wieder. 

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Klang

Wir starten mit einem echten 2019er Sommerhit: "Stars" von Vize. Mausert sich der Breeze Q direkt zu Beginn schon zumindest zum "Starlet"? Schlecht schlägt sich der kleine Bluetooth-Speaker definitiv nicht. Die Stimme der Sängerin kommt sehr gut heraus, und differenziert sich ordentlich vom instrumentalen Teil. Wechsel im Rhythmus arbeitet der Breeze Q zuverlässig heraus, und tonal agiert er frisch und relativ lebendig, ohne zu aggressiv oder in einem Teil des Frequenzspektrums zu dominant zu werden. Klar dürfte sein, dass man, was den Tiefgang angeht, zum Verzicht bereit sein muss, aber es sind zumindest Anflüge einer Basswiedergabe herauszuhören.

Weiter geht es mit "All Day And Night" von Jax Jones & Martin Solveig. Auch hier wieder eine weibliche Gesangsstimme, die sogar hier noch eine Idee besser, weil klarer und mit schärferen Konturen versehen, herauskommt. Dafür ist der Bassbereich hier etwas zurückhaltender, aber relativ präzise. Den Aufbau des Tracks bekommt der Breeze Q bilanzierend gut hin, dynamische Unterschiede arbeitet er impulstreu heraus. Durch die erneut angenehme, homogene und räumlich ordentlich aufgebaute Auslegung empfiehlt sich der Breeze Q als der richtige Begleiter für viele Situationen des Alltags.

Nun noch der dritte Versuch, diesmal "The Black Pearl" in der Club-Version von Scotty. Der orchestrale Aufbau, wie wir ihn aus "Fluch der Karibik" kennen, geht dem Breeze Q überraschend leicht von der Hand. Als dann der harte Beat losgeht, erfolgt ebenfalls keine Blamage, denn hier schiebt der Bass durchaus nachvollziehbar an und wiederum überzeugt der Breeze Q durch eine realistische Darstellung des dynamischen Spektrums. Insgesamt gefällt die Auslegung auch bei diesem Test-Beispiel, der Breeze gibt sich recht neutral, ohne ins Langweilige abzudriften. 

Sein Meisterstück - bisher - schafft der Breeze Q beim Klassiker "L'Amour Toujours" von Gigi D'Agostino: Hier schafft er so hohe Pegel, so dass die 2 x 12 Watt nicht nur auf dem Papier existieren, sondern auch in der Praxis. Dynamisch und mit einer erstaunlichen Kraft im Bassbereich, die man aus zwei Meter Distanz als intensiver empfindet (im Vergleich zum Aufenthalt in der unmittelbaren Nähe des Breeze Q). Die Stimmwiedergabe ist wieder überzeugend, und die Räumlichkeit sorgt für weitere Punkte auf dem Breeze-Konto. Quadral ist hier tatsächlich kein überflüssiges "Me Too" Produkt entstanden, sondern ein richtig guter Bluetooth-Lautsprecher, der optisch sehr hochwertig auftritt und dieses Versprechen auch aus akustischer Perspektive hält.

"West End Girls" von den pet Shop Boys war für das britische Pop-Duo der internationale Durchbruch. Und noch heute ist der Song ein echter Evergreen, der vom Breeze Q mit Substanz und einer wieder einmal sehr guten Stimm- und Instrumentaltrennung dargestellt wird. Der Rhythmus kommt passgenau heraus, homogen, klar und mit einer ordentlichen Raumwirkung verteilt sich der Sound. Die Souveränität, die der kleine Bluetooth-Speaker an den Tag legt, verwundert auch hier.

Bei "Enjoy The Silence" von Depeche Mode das identische akustische Bild: Klar, lebendig, gelassen auch bei höheren Lautstärken. Neutral, frisch, gleichzeitig räumlich mit tadelloser Dichte: Es sind bei jedem Titel die gleichen Tugenden, die den Breeze Q herausstechen lassen. Wir haben, ohne zu übertreiben, selten einen vergleichbar günstigen Bluetooth-Lautsprecher gehört, der so souverän, so authentisch und so kräftig klingt. Die Stimme von Dave Gahan gibt der Breeze Q ebenfalls tadellos wieder. 

Setzen wir fort mit "My Destiny" von Lionel Richie: Auch hier überzeugen uns wieder die solide klangliche Basis, die einen kräftigen, lebendigen Klang sicherstellt, und die Stimmwiedergabe. Der Quadral Breeze Q erweist sich als nahezu optimaler Begleiter, denn er kommt mit vielen Musikrichtungen sehr gut klar, was auch kein Wunder ist: Er bleibt schlicht und einfach seiner Auslegung treu. 

Die eingebaute Freisprecheinrichtung, dies noch zum Schluss, macht ebenfalls einen tadellosen Job, die Stimme des Gesprächspartners ertönt beinahe rauschfrei und nicht mit der oftmals kritisierten dumpfen Auslegung. Auch der Gesprächspartner versteht denjenigen, der über den Breeze Q telefoniert, ohne Schwierigkeiten.

Konkurrenzvergleich

Teufel Rockster Go: Der Rockster Go ist aktuell (05. August 2019) für knapp 130 EUR zu haben. Auch er ist optisch schön gestaltet, mit einem sehr hohen Wiedererkennungswert. Klanglich gibt er ordentlich Gas, klingt eine Spur aggressiver bei hoher Lautstärke und hat im Bassbereich etwas mehr Punch. Ordentlich - 12 Stunden Akkulaufzeit.

Sharp GX-BT480: Der Sharp, laut Marktpreis für 130 EUR zu haben, ist größer als der Breeze Q, kann dies aber nicht wirklich in besseren Klang ummünzen. Gut ist die Ausstattung des soliden, aber nicht enorm hochwertigen GT-BX480, die auch verschiedene EQ-Modi enthält. Großes Highlight: satte 20 Stunden Akkulaufzeit sind richtig gut, da kann der Breeze Q nicht mithalten. 

JBL Tuner: Eine sehr interessante Kombination ist der JBL Tuner für 99 EUR, denn er ist nicht nur kompakter Bluetooth-Lautsprecher, sondern auch noch ein kleines DAB/FM-Radio mit einem prima integrierten kleinen Display. Leider ist der Tuner im Gegensatz zu vielen anderen JBL Bluetooth-Lautsprechern nicht spritzwassergeschützt. Akustisch bietet er gute, aber keine exzellenten Eigenschaften. Die Akkulaufzeit: 8 Stunden.

Fazit

Quadral gelingt mit dem Breeze Q ein richtig guter, kompakter Bluetooth-Lautsprecher für wenig Geld. Er sieht ausgezeichnet aus, erfreut zudem mit erstaunlich liebevollen Details, und er klingt hervorragend: Klar, lebendig, authentisch und mit einer überraschenden räumlichen Dichte. Die eingebaute Freisprecheinrichtung kann ebenfalls punkten.

Schicker, preiswerter Bluetooth-Lautsprecher mit hervorragendem Klang

Test 08. August 2019

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 08. August 2019

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