TEST: Magnat Signature 707 - Klangliche Finesse für unter 2.000 EUR/Paarpreis

Magnat macht mit der Signature 707, einer 4-Wege-Standbox, aus preislicher Sicht (999 pro Lautsprecher) eine Kampfansage. Edle Optik inklusive einem formschönen Sockel und eine exzellente Eignung für Hi-Res-Audio-Dateien, Tief-/Mitteltöner mit Keramik-Aluminium-Membranen und ein Hi-Res-zertifiziertes Hochtonmodul mit zwei fmax-Kalotten sind Merkmale, die atypisch für die doch recht bodenständige Preisliga sind. Die Verarbeitung ist edel, die sechsfach verschraubte Frontplatte und die Chromringe um die Hightech-Chassis machen sich richtig gut. Das Hi-Res-Hochtonmodul ist zwischen Mitteltöner und den ersten Tieftöner eingebaut. Wie sich zeigen wird, sind die Gruppenlaufzeiten für ein konventionelles System - kein koaxialer Töner mit Hochtöner im Zentrum des Mitteltöners - hervorragend.

Doppelt ausgeführter Hochtöner in einem Hi-Res-Audio-zertifizierten Modul, einmal 20, einmal 30 mm Kalotten-Hochtöner

Doppelbass-Bestückung (2 x 170 mm)

Bi-Wiring-Terminal

Finish im Detail

Die Quantum Signature 707 hat einen matt lackierten Korpus und eine Schallwand in Hochglanz

Edler Sockel

Fuß im Detail

Die Schallwand ist hochglänzend ausgeführt - in einwandfreier Qualität -, während der Korpus mit sehr sorgsam gearbeiteten Ecken in mattem Schwarz daherkommt. Bi-Wiring-Terminals in ausgezeichneter Qualität sowie zwei Bassreflex-Öffnungen finden sich auf der Rückseite. Auf den Sockel müssen wir nochmals eingehen. Unter diesem finden sich entkoppelnde Silikon-Füße, diese sind ebenso wie hochwertige Metall-Spikes im Lieferumfang.

Rückseite komplett

Magnat-Logo

Magnetisch haftendes Schutzgitter

Qualitativ ebenfalls tadellos ist das magnetisch haftende Schutzgitter, das mit hochwertigem Akustikstoff bezogen ist. Wer die Signature 707 lieber in weißer Ausführung haben möchte, kein Problem: Es gibt den schicken Standlautsprecher auch mit hochglanzweißer Schallwand und mattweißem Korpus. 

Klang Hi-Res-Audio, Flac-Files vom NAS-System, 48 kHz/24-Bit, 88, kHz/24-Bit, 96 kHz/24-Bit sowie 192 kHz/24-Bit

Natürlich möchten wir wissen, was die Signature 707 gerade bei Hi-Res-Audio-Dateien leisten kann. Wir starten mit "Desperado" in der Adaption von Diana Krall und sind begeistert: Sehr fein kommt das Klavier heraus, klar fokussiert wird Dianas Stimme. Die sich darum gruppierenden Streicher werden sehr plastisch in den Raum gestellt. Dynamische Unterschiede arbeitet die Signature 707 ausgezeichnet heraus. Im Unterschied zu früheren Hi-Res-Audio-zertifizierten Magnat-Lautsprechern präsentiert sich die Signature 707 als deutlich verbindlicher abgestimmt. Kein leicht aggressiver, metallischer Touch bei hohem Pegel - nur eine tolle Durchzeichnung aller Frequenzbereiche.

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Minimal dominanter wird der Hochtonbereich, wenn man mit viel Lautstärke arbeitet, aber schrill oder unangenehm wird der Titel nie wiedergegeben. Gut und nicht zu kritisieren: Der Wirkungsgrad. Praktisch: Die sehr breite räumliche Ausbreitung des Klangs. Übertriebenes Anwinkeln der Boxen auf den Hörplatz ist nicht notwendig. Auch bei "I'm Not In Love", ebenfalls aus Dianas "Wallflower"Album, schlägt sich die Signature sehr gut, wenngleich das Klavier bei den hohen Tönen hier schon relativ prägnant auftritt. Exzellent, weil rund, mit Fundament, und zugleich präzise, ist der Bassbereich. Hier sind wir begeistert - räumlich stimmig, mit dem nötigen Nachdruck, zugleich aber nie vordergründig. 

Die Bestückung passt demnach. Das Doppel-Hochton-Modul mit leistungsstarkem Neodym-Magnetsystem zeichnet sehr fein durch und schafft eine tolle Räumlichkeit. Sehr zu loben ist auch der nahtlose Übergang zum 170 mm messenden Mitteltöner mit Keramik-Aluminium-Membran. Dieser schafft es, Stimmen sehr gut vom Chassis zu lösen, dabei aber keine unpräzise Ausbreitung anzubieten. Vielmehr steht die Stimme exakt im virtuellen Raum, mit allzeit klar umrissenen Konturen. Auch der Übergang vom Mitteltonbereich in den Bassbereich erfolgt sehr rund, sehr harmonisch, was für ein sehr kultiviertes Gesamtbild sorgt. Das liegt an der großen 30 mm Kalotte, die für die Ankopplung zu den Mitten zuständig ist. Der in den hööchsten Frequenzen arbeitende Super-Hochtöner misst 20 mm. Die beiden 170 mm-Tieftöner, ebenfalls mit Keramik-Aluminium-Membran, reagieren sehr schnell, verfügen über eine langen Hub und lenken auch bei hoher Belastung noch linear aus. 

Und wie sieht es bei "Nessun Dorma", gesungen von Jonas Kaufmann, aus Puccinis "Turandot" aus? Fein durchzeichnet die Signature 707 die Stimme von Jonas, agiert impulstreu und schnell bei jedem Wechsel in der Dynamik. Unten herum spielen die beiden 170 mm Tieftöner wieder gekonnt ihre Qualitäten aus und liefern ein stabiles, exakt richtig dosiertes Fundament. Der Chor gefällt richtig gut - hier demonstriert die Signature 707 wieder ihr Auflösungsvermögen. Wer es nicht mit dem Pegel übertreibt, erzielt zudem auch im Hochtonbereich eine tolle Mischung aus kultivierter Balance und Strahlkraft. Die Grob- wie auch die Feindynamik ist als überragend zu bezeichnen.

Mit einem Frequenzgang von 22 Hz bis hoch auf sagenhafte 54 kHz spielt die Signature 707 auch laut Datenblatt groß auf. Die Übergangsfrequenzen liegen bei 350 Hz, bei 2.700 Hz und bei 17.000 Hz. Durch 220 Watt Dauerbelastbarkeit und 380 Watt kurzzeitiger Belastbarkeit zeigt sich die Signature 707 auch kraftvollen Verstärkern gegenüber aufgeschlossen. Die Mittel- und Tieftöner mit ihren großen Alu-Druckgusskörben sind bestens für hohe Pegel geeignet, dafür sorgt auch die clevere Belüftung der Schwingspule. 

Und "Basil" von Mark Knopfler" Hier ist auch wieder ein überdurchschnittliches Auflösungsvermögen gefragt. Die Signature 707 ist sofort zur Stelle, das Klangbild ist wieder homogen, fein und überzeugt durch die nahtlosen Übergänge. Wohl auch Verdienst der aufwändig konstruierten Frequenzweiche. Sie ist mit 24 dB-Filtern ausgestattet, ferner wurde sie amplituden- und phasenoptimiert.  Die Gitarre erklingt natürlich, sehr plastisch, die Potenz im Bassbereich ist auch bei diesem Titel wieder hervorragend. Der Tiefgang ist höchst beachtlich, und auch tief im Frequenzkeller spielt die Signature 707 noch präzise auf und überzeugt uns durch die hohe Impulstreue. Die Stimme Marks steht klar im Mittelpunkt, aber nicht so, dass andere akustische Anteile unpassend überdeckt werden. Hier hören noch "Mighty Man" von Mark, der Anfang beweist einmal mehr das Können, wenn es um Detailarbeit geht. Der Aufbau erfolgt mit präzisem Timing, und schnell ist man in richtig nachdrücklichen Lautstärken - dank 92 dB Wirkungsgrad muss der verwendete Verstärker kein Leistungsgigant sein. Einen guten Verstärker sollte man sich aber auf jeden Fall gönnen, da ansonsten die Leistungsfähigkeit hinsichtlich der Auflösung "verpufft". 

"Time To Say Goodbye" (Sarah Brightman&Andrea Bocelli) ist wiederum überragend - kraftvoll, zugleich mit einer tadellosen Feinfühligkeit, mit einer räumlich breit angelegten, extrem dynamischen Wiedergabe, die durch das leichte, spielerische Handling aller Dynamiksprünge begeistert. Richtig gut gelingt der Signature 707 auch die MTV Unplugged-Version des a-ha Klassikers "The Sun Always Shine On TV":  Morten Harkets Stimme und die von Ingrid Helene Havik kommen sehr detailreich heraus. Nur bei sehr hohen Pegel werden der obere Mitteltonbereich und der Hochtonbereich etwas zu dominant. Die Trennung der Stimmen von den Instrumenten ist sehr gut. 

"Get Lucky" von Daft Punk ist ein entspannter Track mit massivem Bass. Kein Problem für die Signature 707. Mit dem nötigen Punch kommt der Bass auch bei deutlich gehobener Lautstärke heraus, mit einer stets überaus exakten Darstellung. Man hat richtig Spaß beim Hören, es ist Schwung dahinter, und das sehr gute Auflösungsvermögen kommt auch bei diesem Track heraus. Wir hören noch, ebenfalls von Daft Punk, "The Game Of Love", und sind ein weiteres Mal von der Güte des kräftigen Basses überzeugt. Die bewusst verzerrte, elektronische Stimme geben die beiden Signature 707 sehr treffend wieder. Kleinere und kleine dynamische Differenzen werden auch hier wieder exzellent verarbeitet. 

Konkurrenzvergleich:

  • Für knapp 1.300 EUR (Stand: 17. Februar 2020) sind die Teufel Definion 3 eine gute Wahl, wenn man weniger Geld in die Hand nehmen möchte. Prima verarbeitet, unverwechselbar in der Optik, und mit einem gleichermaßen kräftigen wie angenehmen Klang sind sie für den akustischen Alltag ein sehr guter Begleiter. Das sehr feine Auflösungsvermögen der Signature 707 wird nicht erreicht. 

  • Klipsch Reference Premiere 8000: Knapp 800 EUR werden laut UVP für die im gewohnt robusten Design auftretende US-amerikanische Standbox veranschlagt. Dafür gibt es Dynamik und Pegelfestigkeit satt, und sogar, man höre und staune, einen recht angenehmen Klang, der keinesfalls mehr durch den Hornvorsatz vorm Hochtöner zu aggressiv daherkommt. Die Verarbeitung der teureren Signature 707 ist sichtbar feiner, und das Auflösungsvermögen der Magnat-Box ist besser. Ändert nichts daran, dass die Klipsch für ihren Kaufpreis einen tollen Gegenwert offeriert. 
Fazit

Für knapp 2.000 EUR Paarpreis überzeugt Magnats hoch entwickelter Vierwege-Standlautsprecher mit Doppelbass und zwei Bassreflex-Öffnungen durch feines Auflösungsvermögen, eine tolle Räumlichkeit, eine hohe Impulstreue und durch einen gleichermaßen kraftvollen wie exakten Bassbereich. Im Vergleich zu früheren Magnat-Lautsprechern ist der Signature 707 hörbar verbindlicher abgestimmt, weniger harsch in den Höhen. Nur noch ab und zu, bei beträchtlichem Pegel, wird der Hochtonbereich noch etwas zu dominant. Die richtig gute Verarbeitung und die klassisch-schöne Optik runden den gelungenen Auftritt ab. 

Für knapp 2.000 EUR Paarpreis erhält der Käufer eine hochwertig verarbeitete Vierwege-Box mit grandiosem Auflösungsvermögen

Standlautsprecher obere Mittelklasse bis 3.000 EUR Paarpreis
Test 18. Februar 2020

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 18. Februar 2020

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