TEST: Kompakter Kino-Profi? Der Valerion VisionMaster Max im Detail
Erste Inbetriebnahme

Willkommensbildschirm nach dem ersten Einschalten

Google TV einrichten?

WLAN-Passwort eingeben
Jetzt kann man natürlich hergehen und den Projektor das Bild direkt an eine weiße Wand werfen lassen. Möglich ist das, im Sinne hoher Bildqualität aber natürlich nicht der richtige Weg. Wer bis zu 5.000 Euro für einen Projektor ausgibt, weiß das natürlich. Prinzipiell arbeitet der VisionMaster Max mit allen gängigen Leinwanden anstandslos zusammen. Ob mit niedrigem Gain in der abgedunkelten Heimkino-Höhle oder mit hohem Gain bei Tageslicht im Wohnzimmer. Wer möchte, kann auch direkt auf Leinwände von Valerion zurückgreifen, die mit solider Qualität überzeugen.
So gibt es z.B. die ALR-D100LT und ALR-D120LT in 100 bzw. 120 Zoll, die sich sehr gut für die Kombination mit dem neuen VisionMaster Max eignen. Bei beiden handelt es sich um Leinwände mit hohem Gain (1.8dB Peak), die bis zu 85% des -Umgebungslicht abweisen sollen. Die Modelle eignen sich also auch besonders gut für hellere Räume und Wohnzimmerumgebungen und bieten dort ein farblich authentisches, kontrastreiches Bild. Der Aufbau ist nicht umständlich, umfasst aber dank solider Rahmenkonstruktion aus Aluminium schon einige Arbeitsschritte und sollte, vor allem beim Anbringen des Tuches, von zwei Personen erledigt werden. ALR-D100LT und ALR-D120LT sind für die Wandmontage vorgesehen, Ständer gibt es dafür, unserem Wissensstand nach, nicht.
Aber zurück zum Projektor. Wir gehen ganz unvoreingenommen heran und platzieren den VisionMaster Max samt Desktop Gimbal Stand, waagerecht und ohne Anwinklung nach oben oder unten, vor unserer Leinwand (zunächst darf er unserer eigene Heimkino-Leinwand in einem lichtkontrollierten Raum mit einem Gain von geringfügig unter 1 bedienen) und schalten ihn ein. Uns empfängt eine typische, von Google TV bekannte, Sprachauswahl und auch die weiteren Schritte unterscheiden sich praktisch erstmal nicht von der Installation eines mit Google TV Betriebssystem ausgestatteten Fernsehers.

Projektionsmodus auswählen

Trapezkorrektur durchführen?

Fernbedienung per Bluetooth koppeln

Anschluss einer externen Audiokomponente zur Klangwiedergabe

Google Assistant verwenden?

AirPlay und HomeKit-kompatibel

Der VisionMaster Max ist eingerichtet und betriebsbereit
Zunächst also wählt man die Sprache und den Standort aus, dann folgt die Frage, ob man überhaupt Google TV verwenden möchte oder es bei "Basic TV" belässt. Damit kann man den VisionMaster Max als Bildwerfer ebenfalls problemlos verwenden, allerdings muss man auf sämtliche Streaming-Features des umfassenden Google TV Betriebssystems verzichten. Wir wollen natürlich das komplette Programm und richten daher Google TV ein. Das geht über die App oder auch direkt am Projektor. Zumindest prinzipiell, leider konnten wir unser Sample nicht über die App einrichten, vielleicht funktioniert es aber dann mit den Seriengeräten. Die Netzwerkverbindung herzustellen ist mit der Fernbedienung etwas umständlicher, da man das Passwort per Bildschirmtastatur eingeben muss. Ist das geschafft, steht die Verbindung nach etwa 15 Sekunden. Nach der Eingabe der Mailadresse und des Passworts stimmt man noch den AGBs zu.
Jetzt wird es schon Geräte-spezifischer, denn der Installationsassistent möchte von uns wissen, welchen Projektionsmodus wir verwenden. Bei der Auswahl "Vorderseite", "Vorderseite Decke", "Rückseite" und "Rückseite Decke" wählen wir Vorderseite aus. Im nächsten Schritt wählt man "Projektionsfläche aus", dann passt sich der VisionMaster Max per automatischer Trapezkorrektur an die vorhandene Leinwand an - wer (noch) keine Leinwand hat, wählt "Andere" aus und kann dann ebenfalls eine automatische oder auch manuelle Trapezkorrektur durchführen. Die automatische Trapezkorrektur des VisionMaster Max funktioniert problemlos und ist binnen wenigen Sekunden abgeschlossen. Es ist zu bedenken, dass eine Trapezkorrektur das Bild stets durch eine Korrekturberechnung begradigt und somit in der Regel mit negativen Auswirkungen auf die Bildqualität zu rechnen ist. Wenn irgend möglich, sollte man Projektor + Projektionsfläche so wählen, dass keine Trapezkorrektur notwendig ist. Grundsätzlich ist sie beim VisionMaster Max aber aktiviert und wird sogar automatisch durchgeführt, wenn der Projektor an eine andere Position gebracht, also umplatziert wird. Das ist natürlich für die Handhabung vorteilhaft und komfortabel, im Sinne maximaler visueller Leistungsfähigkeit aber nur bedingt zu empfehlen. Die automatische Trapezkorrektur kann man aber auch deaktivieren, sogar gleich hier im Einrichtungsmenü.
Danach koppelt man noch die Fernbedienung, was ebenfalls in wenigen Sekunden abgeschlossen ist, und kann per HDMI eARC eine Audiokomponente verbinden. Jetzt kann man den Google Assistant aktivieren und der VisionMaster Max weist nochmal auf die Kompatibilität mit AirPlay und HomeKit hin. Danach ist das Setup abgeschlossen und man wird vom Google TV Home-Screen in typischer Manier empfangen bzw. kann direkt noch ein oder mehrere Profile erstellen.
Google TV integriert

Google TV OS Home-Screen

App-Leiste

Empfehlungen im Home-Screen

weitere Empfehlungen

Reiter "Filme"

Serien

Apps
Sehen wir uns kurz den Google TV Home-Screen an, der Vielen bereits von Fernsehern oder auch der NVIDIA Shield bekannt sein dürfte. Ganz oben wählt man zwischen "Für dich", also personalisierten Vorschlägen auf Basis der bisherigen Sehgewohnheiten, sowie den Kategorien "Filme", "Serien", "Apps" und "Mediathek" zunächst einmal grob aus. Außerdem kann man direkt beim Lupen-Symbol die Suche bemühen oder greift, ganz rechts beim Zahnrad,
Wählt man einen dieser Reiter aus, gibt das Google TV OS entsprechende Inhaltsempfehlungen aus den zahlreich verfügbaren Quellen. Im Reiter "Für dich" findet man dann unter "Meine Apps", wenn man etwas weiter nach unten scrollt, die installierten Applikationen inklusive sämtlicher Streamingdienste, Mediatheken, etc. Hier ist beim Valerion Projektor nicht übermäßig viel vorinstalliert, was wir gar nicht so unschön finden - natürlich kann man jederzeit über "Apps hinzufügen" Fehlendes hervorholen. Scrollt man weiter nach unten, gibt es verschiedenste Inhaltsangebote aus allen erdenklichen Kategorien.
Wirklich sehr gut ist die Reaktionsgeschwindigkeit auf jegliche Eingabebefehle. Praktisch unmittelbar wird reagiert, Verzögerungen leistet sich der VisionMaster Max während des Testbetriebes in keinem Fall. Das gilt auch für die Systemeinstellungen, die ebenfalls komplett dem Google TV OS entsprechen. Relevant sind hier die Punkte "Projektor" sowie natürlich die spezifischen Bildeinstellungen für den VisionMaster Max.
Menü - Einstellungen

Einstellungen - Alle Einstellungen

Übersicht der Einstellungsmöglichkeiten

Einstellungen - Projektor

Automatische Bildschirmausrichtung starten

Zoom

weitere Projektoreinstellungen

Lens Shift integriert

Motorisierte Objektivverschiebung

Autofokus, Trapezkorrektur und Bildschirmausrichtung, wenn der Projektor bewegt wird?

Aktivierung der Anti-RBE-Technologie

3D-Einstellungen
Der Unterpunkt "Projektor" offenbart die grundlegenden Einstellungsmöglichkeiten für die Bildwiedergabe und Projektion. Hier kann man die automatische und manuelle Trapezkorrektur starten. Außerdem gibt es eine automatische Bildausrichtung auf die Leinwand, eine automatische Fokussierung mit manueller Feinjustierung, eine komplett manuelle Fokuseinstellung, die Zoom-Einstellung, eine Positionseinstellung, eine Anpassung an die Wandfarbe (bei Projektion auf eine Wand) sowie den Lens Shift und die Einstellung der IRIS.
Der Lens Shift, den der VisionMaster Max im Übrigen neu gegenüber den bisherigen Valerion Projektoren mitbringt, ist allerdings nur nach oben oder unten möglich, ein vertikaler Lens Shift ist nicht an Bord. Unter IRIS kann man noch unter vier Modi wählen: Aus, Kino 1, Kino 2 sowie Manuell. Kino 1 soll eine gute Balance zwischen Helligkeit und Kontraststärke realisieren, Kino 2 ist auf optimalen Kontrast getrimmt und erscheint uns als Option, wenn man den VisionMaster Max in einem abgedunkelten Raum verwendet. Nutzt man den manuellen Modus, kann man die IRIS in ihrer Intensität von 0 (am hellsten) bis 6 (am dunkelsten) einstellen. Außerdem kann man in diesem Sub-Menü noch aktivieren oder deaktivieren, ob der Projektor bei einer Umpositionierung direkt eine Trapezkorrektur samt Bildschirmausrichtung und Autofokus durchführen soll. Ein Höhenmodus ist ebenfalls an Bord, außerdem kann man hier "RBE-Reduktion", was wir eingangs erwähnt hatten, anschalten. Das Feature geht mit einem etwas erhöhten Geräuschpegel einher, der sich als Surren manifestiert. Fehlt noch der "Ultra-Schärfe-Modus" und der "DLP-Turbomodus", der die Eingabeverzögerung beim Gaming reduzieren soll. Schließlich findet man ganz unten noch Einstellungen zur 3D-Wiedergabe.
Die Einstellungsmöglichkeiten im Bereich "Projektor" in der Übersicht
- Automatische Trapezkorrektur
- Manuelle Trapezkorrektur
- Automatische Bildschirmausrichtung
- Automatischer Fokus
- Manueller Fokus
- Projektionsbild-Zoom
- Positionseinstellung
- Anpassung an die Wandfarbe
- Objektivverschiebung (vertikaler Lens Shift)
- IRIS
- Automatische Trapezkorrektur bei Bewegung
- Autofokus bei Bewegung
- Hindernisvermeidung bei Trapezkorrektur
- Bildschirmausrichtung bei Trapezkorrektur
- Automatischer Augenschutz
- Höhenmodus
- RBE-Reduktion
- Ultra-Schärfe-Modus
- DLP-Turbomodus
- Installation (Vorderseite/Decke)
- 3D
- 3D Links- & Rechtsschalter
- 3D auf 2D (Wandlung)
Dank der automatischen Einrichtungsoptionen wie der automatischen Bildeinrichtung und automatischen Schärfeeinstellung ist die Installation des VisionMaster Max grundsätzlich problemlos und schnell erledigt. Allerdings funktionieren diese Features nur, wenn man keinen Lens Shift verwendet. Ist dies der Fall, wird die manuelle Einstellung nötig, die aber auch sehr gut funktioniert und fein justierbar ist.

Der Fokus kann auch manuell justiert werden

Versierte Anwender können den VisionMaster Max auch kalibrieren

Farbmanagement

Weißabgleich
Wer sich hier austoben möchte, kann überall manuell eingreifen, z.B. mit der sehr fein justierbaren manuellen Schärfe-Einstellung und das Gerät mit den integrierten Werkzeugen auch vollständig kalibrieren. Es gibt ein Farbmanagement für primäre und sekundäre Farben, außerdem kann man einen Graustufenabgleich durchführen. Entweder in einfacher Form mit zwei Punkten oder ausführlich mit zwanzig Punkten.
Mit dem integrierten Lens Shift hat man mehr Optionen bzgl. der Aufstellung als noch beim Vorgänger und es wird damit auch ein gutes Spektrum von über 100% abgedeckt. Der Lens Shift funktioniert problemlos. Man muss eben bedenken, dass es nur einen vertikalen Lens Shift und keinen horizontalen gibt. Auch gibt es keine Möglichkeit, verschiedene Lens Shift-Positionen zu speichern und diese dann, z.B. per Knopfdruck auf der Fernbedienung, einzeln abzurufen. Die höhere Flexibilität der Projektionsanpassung, ohne auf die bildschädigende Trapezkorrektur zurückgreifen zu müssen, ist natürlich in jedem Fall zu begrüßen.

Einstellungen - Display & Ton

Laser-Helligkeit und Kontrasteinstellungen

Verschiedene Bildoptimierer zur Auswahl

Schärfeeinstellungen und Zwischenbildberechnung

Einstellungen zur Farbe

Bildschirmeinstellungen
Unter dem Menüpunkt "Display & Ton" und dann "Bild" gibt es zudem typische Bildeinstellungen. Als erstes wählt man das gewünschte Preset aus. Hier bringt der VisionMaster Max für SDR- und HDR-Inhalte jeweils verschiedene Modi mit. Bei SDR finden wir Dynamisch, Standard, Sport, Energiesparmodus, Kino und Filmmaker Mode vor. Die beiden letzteren sind bezüglich ihres Farbspektrums praktisch nicht zu unterscheiden, allerdings zieht Kino im Vergleich z.B. die Schärfe hoch (+7 im Vergleich zu 0 im Filmmaker Mode) und die integrierte Frame-Interpolation wird auf den Wert "Klar" gestellt, während im Filmmaker Mode hier "Film" aktiv ist. Im HDR-Betrieb gibt es die Presets HDR Dynamisch, HDR Standard, HDR Energiesparmodus, HDR Kino, Filmmaker Mode und IMAX Modus.
Die Zwischenbildberechnung findet man im Abschnitt unter Klarheit, in der sich auch die Einstellungen zu Schärfe sowie Optimierern wie Super-Auflösung, Sanfte Farbverläufe und zur Rauschreduzierung befinden. Unter "Bildschärfe optimieren" kann man die Intensität zwischen mit den Presets Aus, Klar, Film, Standard und Stark auswählen oder mit "Benutzerdefiniert" die Stärke der Judder-Minderung und Unschärfeminderung selbst wählen. Unter "Laser-Helligkeit" findet man ebendies sowie Einstellungen zu Kontrast und Schwarzwert, Gamma und weitere Bildverbesserer (Aktiver Kontrast, Helligkeitsverbesserung, HDR-Enhancer). Zusätzlich gibt es Einstellungen zur Farbe und die bereits erwähnten Kalibrierungsmöglichkeiten.
Unter Allgemein lässt sich noch festlegen, ob der Projektor bei Erkennung von bestimmtem Material in den Filmmaker- bzw. IMAX-Mode automatisch wechseln soll. Darüber hinaus bringt der Projektor KI-Eigenschaften mit. Hier kann man den Inhalt analysieren lassen und der VisionMaster Max nimmt automatisch Einstellungen auf KI-Basis vor, um das Bild zu optimieren. Die KI-Funktionen haben sogar eine dedizierte Taste auf der Fernbedienung, mit der sich ein kleines Quick-Menü öffnen lässt, in dem man KI-Szene, Detailgetreues Schwarz, und Super-Auflösung einstellen kann. Unter "KI-Zugang" erhält man zwar die Option auf ChatGPT oder Gemini zuzugreifen, hier wird dann allerdings nur ein Browser-Fenster geöffnet.
Schließlich gibt es im Setup-Menü noch Einstellungen zum System, Klang, Netzwerk, etc., wie man es von Google TV kennt.
- Auf Seite 4 folgen unsere Praxiseindrücke zu Bild samt Frame-Interpolation, RBE, Laser Speckle, den KI-Funktionen und Gaming sowie zum Klang und Geräuschpegel, außerdem das Fazit
Weiter auf: Vorherige Seite Nächste Seite
Tags: 4K-Projektor • DLP-Projektor • Projektor • Valerion







