TEST: JVC Boomblaster RV-NB3000DAB - flexible und portable Party-Maschine mit Bluetooth, DAB+ Tuner, USB-Port und CD-Laufwerk

Für Marktpreise um die 300 EUR gibt es den JVC Boomblaster RV-NB300DAB. Die Boomblaster-Modelle sind schon fast legendär und stellen die JVC-eigene Interpretation des klassischen Ghettoblasters dar. Unser Testkandidat kommt mit absolut praxisgerechter Ausstattung: Bluetooth 5.0, Digitalradio DAB+, analoger FM-Tuner, USB-Terminal (USB 2.0, für MP3-Dateien) und sogar ein als Top-Loader ausgeführtes CD-Laufwerk oben auf dem Gerät. Der Boomblaster ist nicht nur Sound-Meister, sondern auch Licht-Experte: Vier unterschiedliche Lichteffekte lassen sich über die Fernbedienung anwählen. Nicht, wie beim JBL Pulse, mittlerweile in vierter Generation, per App, die schier unendliche Optionen bietet. Da ist man bei JVC konservativer, eine App gibt es nicht. Wer im Übrigen keine Lightshow braucht oder mag, kann die Effekte natürlich deaktivieren. 

Lichteffekte rund um die Hoch-/Mitteltöner

Bassreflex-Öffnung

Seitliche Subwoofer-Chassis

CD-Laufwerk oben

Die eingebauten Endstufen leisten 60 Watt (2 x 20 Watt plus 2 x 10 Watt, RMS, 10 Prozent THD), für ein portables System ist die Gesamtleistung durchaus als üppig zu bezeichnen. Bestückt ist der Boomblaster mit 2 x 16 cm Subwoofer-Chassis und mit 2 x 10 cm Mittel-/Hochtonlautsprechern. Die Frontlautsprecher sind mit gut eingepassten Metall-Abdeckgittern bestückt. Hinter den zwei seitlichen Tragegriffen befinden sich die zwei Subwoofer-Membranen. Mit dieser Bestückung gibt der Boomblaster Frequenzen zwischen 30 Hz und 20 kHz.

Zu bedienen ist der Boomblaster einfach. Die kleine Fernbedienung liegt gut in der Hand, könnte aber einen breiteren Arbeitswinkel und eine größere Reichweite gebrauchen. Zunächst vermuteten wir, dass die mitgelieferte Billig-Batterie Schuld daran trägt, wir legten zu Testzwecken eine brandneue Markenbatterie ein, besser wurde leider nichts. Unsere volle Zustimmung bekommen die angenehm gummierten Tasten der Remote.

Das Display des Boomblasters löst gut auf und ist tadellos auch aus der Distanz abzulesen. Über die Fernbedienung kann man auch die vier unterschiedlichen Licht-Modi und zwei wählbare Echo-Effekte bedienen. Hinzu kommen verschiedene DSP-Modi: Rock, Jazz, Pop, Classic, Flat sowie ein 2-stufiger Extrabass. Ein Sleep-Timer ist ebenfalls integriert und über die Fernbedienung zu handhaben. Die Tuner-Einheit verfügt über 30 Stationsspeicher. Für Karaoke-Moves oder eine Gitarren-Einlage bringt der Boomblaster hinten jeweils einen 6,25 mm Klinkenanschluss auf der Rückseite mit. 

Gutes Display

Bedienelemente am Boomblaster

Mitgelieferte Fernbedienung

Die Verarbeitung geht in Ordnung, die Materialqualität kann man am besten mit solide und robust bezeichnen. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff, der ziemlich unempfindlich ist. Wer hier eine fein gummierte Oberfläche erwartet, die der Hand schmeichelt, liegt beim Boomblaster falsch. Solche Noblesse braucht man aber auch für die spontane Straßenparty nicht, im Gegenteil: Edle Oberflächen sind meist kratzempfindlich, jeden Rempler sieht man. Nicht bei JVCs mobilem Entertainer - der verzeiht auch mal eine weniger zimperliche Behandlung. Der Boomblaster ist 696 mm breit, 261,1 mm hoch und 265 mm tief. Das Gewicht liegt bei 7,32 kg, gewiss nicht leicht, aber auch nicht zu schwer, um noch problemlos als transportabel durchzugehen. Ein Tragegurt liegt zudem bei. 

Bedienelemente vorn, plus 3,5 mm Kopfhörerausgang, 3,5 mm Stereo-Eingang, USB-Slot

Anschlüsse hinten. Stromkabel plus die Ports für Mikrofon und Gitarre

Akku. Allerdings muss man den Akkupack BN-R5000 separat erwerben

Man kann den Boomblaster, allerdings nicht serienmäßig, sondern optional, auch mit dem BN-R5000 Akkupack betreiben. Der 14,4 Volt Lithium-Ionen-Akku hat eine nicht allzu groß bemessene Kapazität von 5.0000 mAh und wird 3 Stunden lang geladen. 49 EUR kostet der Akkupack. Interessanterweise gibt JVC keine Angaben, wie lang der Boomblaster mit dem Akku läuft. Ein paar Stunden dürfe der Boomblaster durchhalten, um die Laufzeit zu maximieren, kann man die Lightshow deaktivieren und den Pegel nicht allzu hoch aussteuern. 

Klang

Die verschiedenen DSP-Modi haben tatsächlich unterschiedliche Wirkungen. Stimmen stehen bei "Jazz"mehr im Vordergrund, "Pop" ist recht ausgewogen einem gegenüber "Flat", "Classic" und "Jazz" angehobenen Bassbereich. "Rock" ist sehr dynamisch und kraftvoll im Bass. Wer selbst beim "Rock" DSP noch nicht genug Bass hat, kann die zweistufige Extrabass-Schaltung aktivieren. Bei moderaten bis leicht gehobenen Pegeln ist die erste Stufe durchaus brauchbar, die zweite schießt allerdings übers Ziel hinaus.

Der Boomblaster verfügt über kräftige Endstufen und eignet sich sehr gut, um Lieder mit kräftigem Bass wie "They Know" von HUGEL (Pop-DSP, Extra Bass auf "1") mit gewissem Nachdruck zu präsentieren. Im Bassbereich ist die Wirkung ausgezeichnet, auch die Räumlichkeit ist tadellos. Dass die Höhen und Mitten nicht enorm detailliert zum Hörer kommen, verwundert nicht. Der Boomblaster schiebt an und entwickelt eine solide Dynamik, den ersten Eindrücken nach ist er - erwartungsgemäß - für den highfidelen Hörer nicht gedacht. Aber er erfreut uns mit erstaunlich gutem Tiefgang beim Simon From Deep Divas-Remix des Corona Eurodance-Klassikers "The Rhythm Of The Night" (Pop-DSP, Extra Bass auf "1"). Genau solche Musik ist es, für die der Boomblaster gebaut ist - er bietet hier richtiges Party-Feeling für einen spontanen Event an nahezu jedem Ort.

Dank des mitgelieferten Tragegurts hängt man sich den Boomblaster einfach um, so extrem schwer ist er nicht. Richtig gut gefällt er uns bei "Post Malone" (featuring Rani, VIZE Remix), hier ist der Bassbereich recht präzise und zugleich kraftvoll sowie füllig, noch ausgeprägter als bei den vorangehenden Beispielen. Zudem klingt die Stimme sogar überraschend dynamisch, die Trennung vom akustischen Rest ist tadellos.

Wechsel des Musikstils: "The Reckoning" von Within Temptation (Rock-DSP, Extra Bass "off") steht auf dem Programm. Und wir sind sehr positiv überrascht, dass die maximal mögliche Lautstärke im Akkubetrieb erstaunlich hoch liegt. Hier gibt es oft deutliche Unterschiede zur Verwendung mittels Netzstecker. Der Boomblaster entwickelt erneut richtig Kraft und eine gute Grobdynamik, auch ist hier der Hochtonbereich deutlich besser als erwartet. Aber die Differenzierung der einzelnen Instrumente untereinander nimmt dann bei hohem Pegel doch etwas ab, was wir dem preiswerten Party-Helden aber gern verzeihen. Nochmal Within Temptation, diesmal aus 2007 "The Howling" (Rock-DSP, Extra Bass "off") mit sanftem Intro, aber dann geht es richtig ab. Diesen massiven Dynamiksprung bringt der Boomblaster ordentlich zur Geltung, er schiebt mit Nachdruck an und bringt die Stimme von Sharon den Adel prima heraus. Sicher, auch hier wieder die Einschränkung, dass der versierte Musikliebhaber hier nicht optimal aufgehoben ist, der Party-Freund aber definitiv.

Wir setzen unsere Hörtest-Session mit einem weiteren Klassiker fort: "Fly Away" (Rock-DSP, Extra Bass "1")von Lenny Kravitz. JVCs Music-Machine bleibt auch hier ihrer Auslegung treu und agiert mit einer ausgezeichneten Räumlichkeit und einem spürbaren Punch im Bassbereich. Sogar die E-Gitarre wirkt recht authentisch und entwickelt eine respektable Dynamik. Er setzt seinen erfolgreichen Weg bei "Land Of Confusion" in der Version von Disturbed fort (Rock-DSP, Extra Bass auf "1") und schafft hier eine richtig gute Stimmung, indem die gewollte Aggressivität in der Stimme des Sängers ebenso gut herauskommt wie die E-Gitarre und Strukturen im Bassbereich. Selbst ältere Tracks (Gary Moore - Over The Hills And Far Away) leben in der Kombination Rock DSP + Extra Bass Stufe 1 auf. Klar, man muss schon eine bassstarke Auslegung mögen, wenn dies aber der Fall ist, zeigt man sich überrascht, was der Boomblaster an Bass-Energie auch aus nur ausreichendem Quellmaterial holt. 

Nachdem wir bislang über Bluetooth zugespielt haben, wollen wir nun testen, ob uns das CD-Laufwerk und die CD-Wiedergabe überzeugen. Das Laufwerk liest recht flott und zuverlässig ein. Allerdings sind die Betriebsgeräusche relativ hoch, nicht nur während des Einlesevorgangs, sondern auch während des Spielbetriebs.  Wir haben es mit "Ain't No Sunshine" von Eva Cassidy von CD getestet: Mit "seriöser" Musik kommt der Boomblaster besser zurecht, als wir es erwartet hätten. Natürlich, für detailverliebte HiFi-Fans ist er bestimmt eher suboptimal, aber man kann auch Musik, bei denen eine gute Präsentation der vokalen Komponente wichtig ist, wirklich ordentlich anhören, trotz dem Kunststoffgehäuse, das einer differenzierten Wiedergabe nicht wirklich zuträglich ist.

Beim Ton Jones-Klassiker "Trouble Me" trennt der JVC-Partymeister die Stimme prima von den Instrumenten und entfaltet zusätzlich eine glaubwürdige Räumlichkeit. Zum Schluss auch noch ein CD-Track, der dem Boomblaster liegt: "Deeply Disturbed" von Infected Mushroom mit einem Bass-freien Intro, das atmosphärisch dicht wiedergegeben wird, bis es dann richtig losgeht. Der harte Bass wird ausgezeichnet erfasst, und die Effekte, die sich rund um den Bass gruppieren, werden sauber getrennt. 

Der DAB/DAB+ Tuner findet die verfügbaren Sender problemlos, Hörproben von "Absolute Relax" und "Radio Bob" zeigen, dass die kräftige Auslegung des Boomblasters auch hier ohne Einschränkungen vorhanden ist. Verglichen mit gut aufgenommenen CDs wirkt die Wiedergabe im Hochtonbereich weniger klar und weniger detailliert, aber insgesamt homogen und räumlich dicht. 

Fazit

Kultig, flexibel, günstig und klangstark - der JVC Boomblaster RV-NB300DAB kann im Test überzeugen. Er ist robust, einfach zu bedienen, hat kräftige Endstufen und zudem eine Light-Show, die zwar nicht über eine App steuerbar ist, für die spontane Party aber problemlos ausreicht. Zudem ist der Boomblaster noch als problemlos transportabel einzustufen. Als Nachteile führen wir Arbeitswinkel und Reichweite der Fernbedienung sowie die Tatsache an, dass man sich den Akkupack für knapp 50 EUR dazu kaufen muss. 

Robuster und flexibler Party-Meister mit sehr kräftigen Endstufen

Portable Musiksysteme bis 500 EUR
Test 05. Februar 2020

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05.  Februar 2020

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