TEST: Heco Direkt 800 BT - stylischer Vintage Lautsprecher mit audiophilen Genen ?

Heco Direkt 800 BT

Unser neuester Testkandidat kommt aus dem schönen Pulheim von der Firma Heco und hört auf den Namen Direkt 800 BT. Bei der Heco Direkt 800 BT handelt es sich um einen schicken All-In-One Bluetooth Lautsprechersystem, das in schwarzer und weißer Variante erhältlich ist. Der Lautsprecher hat kompakte Abmessungen und fügt sich harmonisch ins Wohnzimmer ein und kann dabei gerade in kleineren Lokalitäten die klassische Stereoanlage ersetzen. Die Abmessungen betragen 48 cm in der Breite, 32 cm in der Höhe und fast 23 cm in der Tiefe. Der Bluetooth Speaker bringt knappe 9 kg auf die Waage. Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 599 EUR, zur Zeit gibt es aber bei Heco eine Sonderaktion und man kann den stylischen Speaker für 399 EUR erwerben.

Sauber eingepasstes Display an der Front

An der Front sitzt das sauber eingepasste, zweistellige 14-Segment-Display, dass über den gewählten Eingang oder auch die Lautstärke informiert. Optisch gefällt und das Display mit dem gebürsteten Edelstahlrahmen sehr gut. Das Display ist auch hell genug und man kann es daher sehr gut ablesen.

Schriftzug an der Front

Auf der Lautsprecherstirnseite befinden sich drei, in silber lackierte Designstreifen sowie ein Direkt Logo. Die Designsprache setzt sich auch auf der Oberseite des Lautsprechers fort, auch dort befinden sich die drei Designstreifen. Neben den von der Gestaltung herrührenden optischen Reizen kann die Heco Direkt 800 BT aber auch mit einer sauberen und hochwertigen Verarbeitung glänzen. Das Gehäuse des Heco Lautsprechers besteht aus stabilen MDF, dass im Inneren mehrfach verstrebt ist. Die Lackierung ist in Weiß Seidenmatt gehalten und die Kanten sind tadellos abgerundet und verarbeitet. Die Lautsprecherchassis lassen mit vier magnetischen Lautsprecherabdeckungen bei Bedarf schützen.

Selbst auf der Oberseite befindet sich die lackierten Designstreifen

Unterseite

Da die Tieftöner nach dem Downfire Bassreflex-Prinzip arbeiten, befinden sich auf der Unterseite der Heco Direkt 800 BT zwei beidseitig strömungsgünstig gerundete Bassreflex-Rohre. Ebenfalls auf der Unterseite kommt eine spezielle Standfußkonstruktion zum Einsatz. Dazu gleich mehr.

Standfuß im Detail

Heco spendierte der kleinsten Direkt Box eine speziell designte Vollmetall-Fußkonstruktion für einen absolut sicheren Stand, Drei-Punkt-Lagerung für eine optimale Gewichtsverteilung sowie Rosonanzdämpfer. Wir dürfen anmerken, dass der Lautsprecher wirklich sicher und solide steht.

Hochtöner im Detail

Neben den optischen Aspekten möchten wir uns jetzt auch der technischen Finesse des Lautsprechers widmen. Wie eingangs erwähnt, handelt es sich bei der Heco Direkt 800 BT um ein vollaktives System, dass nach dem Downfire Prinzip arbeitet. Den Hochtonbereich übernehmen zwei 25 mm Hochtonkalotten und für den Tiefmittelton sind zwei 125 mm Tiefmitteltöner mit Kraftpapier-Membrane zuständig. Im Inneren arbeitet ein 45 Watt pro Kanal starker Class D-Verstärker sowie eine amplituden- und phasenoptimierte Frequenzweiche, die mit hochwertigen Bauteilen bestückt ist.

Tiefmitteltöner im Detail

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Rückseite

Wenden wir uns nun der Rückseite der Heco Direkt 800 BT zu. Der Lautsprecher zeigt sich in seiner Rückansicht sauber und aufgeräumt. Im Mittelteil des Lautsprechers sehen wir den dritten Standfuß der speziellen Standfuß-Konstruktion und darüber befinden sich die Anschlüsse sowie Bedienelemente. 

Anschlussterminal

So besitzt der kleinste Heco Direkt Lautsprecher zahlreiche Anschlussmöglichkeiten. Sie bietet zwei analoge Eingänge an, einen davon wahlweise als Line-In oder als Phono-Eingang zum direkten Anschluss eines MM-Plattenspielers. Dazu kommen je ein optischer und ein koaxialer Digital-Eingang, die beide hochauflösende Signale bis 24 Bit/192kHz entgegennehmen. Wer noch etwas mehrt Tiefgang möchte, kann dank des Sub-Out noch einen separaten Subwoofer anschließen. Mittels des Volume/Source Regler kann die Eingangssignallautstärke angepasst werden.

Mitgelieferte Fernbedienung

Im Lieferumfang befindet sich eine kleine Fernbedienung, die aus Kunststoff hergestellt ist. Die Tasten weisen einen ordentlichen Druckpunkt auf. Mit der Fernbedienung lassen sich der Lautsprecher ein- sowie ausschalten, die Lautstärke regeln, die Quelle wechseln sowie das Bluetooth Pairing aktivieren. Weiterhin gibt es bei der Heco Direkt 800 BT einen Equalizer, mit der das Bassmanagement sowie die Höhen bearbeitet werden können, natürlich direkt mit der Fernbedienung. 

Klang

Wir starten unsere Klangtestreihen mit "Watch Over you" von Alter Bridge. Wie der interessierte Leser bestimmt schon bemerkt hat, hört der Tester diese Band im Moment sehr gerne, und es lässt sich vortrefflich testen mit diesem Material. Im ersten Hörversuch klang die Direkt 800 BT nicht so dynamisch und nachdrücklich, wir haben dann mittels der Fernbedienung den Bass etwas angehoben und, siehe da, nun ist auch das nötige Bassfundament vorhanden. Myles Kennedys markante Stimme, die teilweise sehr hoch ansetzt, wird sehr schön durchgezeichnet und klingt zu keinster Zeit zu schrill. Die Basseinsätze erfolgen nach unserer Korrektur mit der nötigen Vehemenz.

Und weil dem Tester Myles Kennedy so gut gefällt, darf er in diesem Test gleich nochmal ran, aber nicht mit seinen Bandkollegen von Alter Bridge. Wir füttern die Heco Direkt 800 BT mit dem Guns`N´Roses Titel "Sweet Child Of Mine" aber eingespielt von Slash und Myles in einer speziellen Acoustic-Version. Bei diesem Titel merkt man die hochwertige Bestückung des 800BT, denn die Stimmwiedergabe sorgt beim Test für Gänsehaut und die Präsentation von Slashs Gitarreneinsätzen klingen so harmonisch und zugleich plastisch, als würden die beiden im Testraum sitzen und uns ein Privatkonzert geben. Hier spürt man auch schnell, dass es sich beim Direkt 800BT um einen vergleichsweise großen BT-Lautsprecher handelt, dessen Akustik mit "kleinen Knallbüchsen für unterwegs" nicht zu vergleichen ist. Hier spielt der Heco eher den Part der modernen HiFi-Kompaktanlage für Zuhause.

Jetzt gestalten wir die den Klangtest wieder etwas dynamischer und stellen die Heco Direkt 800 BT mit "In the End" von Linkin Park auf die Probe. Der schnellere Song fordert die Heco Box schon deutlicher als die eher langsamen Titel zuvor, was eine schnelle Entfaltung unterschiedlicher akustischer Elemente angeht. Dennoch macht sich dieses schwierige Stück nicht schlecht, wenn der 800BT die Präsentation übernimmt. Die Stimme von Chester Bennington klingt homogen und rund, die ersten langsamen Basseinsätze werden auch der Umgebung kräftig und gut strukturiert mitgeteilt. Nur, als der Song dann etwas schneller wird, bekommt der Heco Speaker erstmals Probleme in Form von nicht mehr differenzierter Wahrnehmung mancher Instrumente. Generell ist dies bei einer solchen Komponente kein Problem, wer aber ein Freund eines absolut aufgeräumten, differenzierten Hochtonbereichs ist, könnte etwas irritiert sein.

Da unsere Leser ja nicht alle Rock- oder Metal-Fans sind, müssen wir als Tester auch über den Tellerrand schauen und uns auch anderen Genres widmen. Wir spielen der Heco Direkt 800 BT jetzt "Whistle" vom Rapper Flo Rida zu. Auch hier gefällt uns der Heco Lautsprecher sehr gut. Die Stimmwiedergabe ist excellent, die Bässe sind tief und knackig - für ein All-In-One-Gerät richtig gut. Akustische Konturen werden klar betont, allerdings immer in zugleich natürlicher Form. Unschöne Schärfe oder Aggressivität sucht man vergeblich.

Jetzt kommen wir zum Schluss unser Klangtestreihen und wir werden etwas seriöser. Als letztes vergnügen wir uns mit dem Titel "The Look of Love" von Diana Krall. Der im charismatischen Diana Krall-Style gehaltene Titel mit der sehr gefühlvollen Stimme ist genau das richtige für den Heco Direkt 800 BT. Diana Kralls rauchige Stimme wird lebendig präsentiert, und das Piano das sie begleitet, tritt authentisch auf und ist sehr harmonisch eingebunden. Auch die verschiedenste Instrument des Los Angeles Session Orchestra sind klar und differenziert wahrnehmbar. 

Konkurrenzvergleich

Der Denon Home 250 kommt auf 499 EUR und ist kein reiner Bluetooth-Aktivlautsprecher, sondern zusätzlich mit einem Heos-Streaming-Modul versehen. Er ist gut verarbeitet, wirkt aber nicht zu nobel wie der 800BT. Klanglich schlägt sich der Home 250 sehr gut, der größere Heco aber hat verständlicherweise mehr Tiefgang und bietet in größeren Räumen mehr Volumen. Dem hält der Denon seine größere Flexibilität entgegen. 

Wer etwas Nobles für alle Lebenslagen, demnach auch für Unterwegs, sucht, der kann zum für 399 EUR erhältlichen Dali Katch Bluetooth-Lautsprecher greifen. Sehr gut verarbeitet, aufwändig konstruiert, mit sicherem, klaren Klang und einer langen Akku-Laufzeit, ist der edle Däne schon jetzt zum Klassiker avanciert.

Mackie FreePlay Live: Sehr gut ausgestattet, optisch im PA-Style, klingt der FreePlay Live richtig gut und ist zudem über App bedienbar. So edel wie der Heco wirkt der Mackie bewusst nicht, er spielt eher die Rolle des "robusten Arbeitstieres", das auch unterwegs verwendet werden kann. 

Fazit

Die Heco 800 Direkt BT ist sehr aufwendig hergestellt und kann mit einer sehr sauberen Verarbeitung sowie mit einer stylischen Optik punkten. Auch bietet der kleinste Sproß der Direkt Familie zahlreiche Anschlussmöglichkeiten, wie z.B. den Anschluß für einen Schallplattenspieler, die alles andere als selbstverständlich für einen BT-Speaker sind. Die mitgelieferte Fernbedienung verrichtet tadellos ihren Dienst, aber Vorsicht, ist die Fernbedienung mal verschwunden, lasst sich der Lautsprecher nicht mehr bedienen, da am Gerät keine Bedienelemente vorhanden sind. Konnte uns der Lautsprecher auch klanglich überzeugen ? Für 399 EUR, was der Lautsprecher zur Zeit kostet, ist die klangliche Ausrichtung wirklich als hervorragend zu betrachten, gerade bei gehaltvollen, langsameren Stücken brilliert der 800BT. Die beiden Tiefmitteltöner liefern eine solide Arbeit ab und punkten mit Volumen und Klarheit. Ein natürliches Maß an Frische, aber stets in Verbindung mit einem angenehmen Grundcharakter, ist im Hochtonbereich herauszuhören. 

Stylischer Vintage-Bluetooth-Lautsprecher mit tadelloser Verarbeitung und sehr guten Klang

Bluetooth-Lautsprecher Oberklasse
Test Dienstag, 16. Juni 2020

 

Test und Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 16. Juni 2020

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