TEST: AVM AS 30.3 - von Hand und in Deutschland gefertigter audiophiler Streaming-Vollverstärker

Klangwertung

Dali Rubikore 8 Mit Abdeckung Beide

Unsere Dali RUBIKORE 8 Referenzlautsprecher

In diesem Abschnitt unseres Reviews möchten wir nun genauer auf die klanglichen Eigenschaften des AVM AS 30.3 eingehen. Als passendes Ausgabeorgan haben sich die Dali RUBIKORE 8 mehr als geeignet präsentiert. 

Als erstes Klangbeispiel haben wir uns "Run" von Leona Lewis, Steve Robson, Paul Beard, Jon Garrison, Karl Brazil und Luke Potashnick ausgesucht. Das klassische Klavier, das zu Beginn des Titels erklingt, wird vom AVM AS 30.3 sehr plastisch und präzise dargestellt. Als Leona Lewis mit ihrem zerbrechlichen wirkenden, sehr feinfühligen Gesang loslegt, löst sich der Stimmcharakter fantastisch von unseren eingesetzten Dali RUBIKORE 8 Referenzlautsprechern. Die Stimmfarbe von Leona wird exakt präsentiert und selbst feine Facetten ihrer außergewöhnlichen Stimmfarbe werden filigran herausgearbeitet. Mit viel Fingerspitzengefühl und Aussagekraft agiert der AVM Stereovollverstärker und die verschiedenen Instrumente und der facettenreiche Gesang bilden ein hervorragendes Gesamtergebnis. Als der Titel etwas an Dynamik gewinnt und Leona zur Kopfstimme übergeht, gelingt weiterhin eine hervorragende Differenzierung. Durch die authentischen, geradlinigen Auslegung des AVM-Device, sollte man den Lautstärkepegel bei diesem Titel nicht zu hoch ansetzen, da der Hochtonbereich etwas fordernd wird - unserer Meinung nach. 

Weiter geht es in unserer Klangwertung mit der Wiedergabe von klassischer Musik. Sehr gerne verwenden wir den Track "The Prayer" von Josh Groban und Charlotte Church. Der Titel startet mit einem Orchester und Streichern - alle akustischen Komponenten kann der AS 30.3 detailliert und glaubwürdig darstellen. Als Charlotte Church mit ihrem gefühlvollen, hoch angesiedelten Stimme in den Titel einsteigt, wird die Stimmfarbe erneut auf den Punkt getroffen und löst sich ebenfalls wieder hervorragend von unseren Schallwandlern. Selbst als Josh Groban mit seiner klassisch ausgebildeten Bariton-Stimme hinzukommt, gelingt eine hervorragende Gesamtwiedergabe mit einer ausgezeichneten Differenzierung. Insgesamt ist auch die Räumlichkeit exzellent, nie übertrieben, aber immer weitläufig und mit sauberer Tiefenstaffelung.

Als nächstes Klangbeispiel haben wir uns für "Dust in The Wind" in einer Coverversion von Corey Taylor, Bad Omens und Aaron Gilhuis entschieden. Der Filmsoundtrack zu "Queen Of The Ring" startet mit einer Akustikgitarre sowie leichten Drums. Auch hier präsentiert sich das AVM-Device von seiner besten Seite und arbeitet diese Facetten mit Sorgfalt und Impulstreue heraus, selbst der Gesang, der nur aus dem Hintergrund anfangs agiert, bleibt klar wahrnehmbar. Als nach wenigen Momenten die mehrstimmigen Vocals einsetzen, werden diese kristallklar dargeboten, ohne dabei die zahlreichen Instrumente zu vernachlässigen. Auch die grobdynamischen Effekte des Titels, wie zum Beispiel das Schlagen eines Beckens, wird mit der nötigen Portion Durchschlagskraft vom AVM Device umgesetzt.

Weiter geht es mit "Runaway" von der norwegischen Musikproduzentin und Sängerin Aurora. Der Titel startet mit einem leichten Chorgesang und darauf folgen tieffrequente Elemente. Beide Facetten meistert der AS 30.3 mit Bravour. Die Stimmfarbe von Aurora wirkt, authentisch getroffen, leicht nasal und die Bässe, sind hart, punktgenau und voluminös, ohne dabei aufdringlich zu agieren. Die zahlreiche Effekte, die den Gesang begleiten, bleiben in vollem Umfang enthalten. Selbst kleinere Nebeneffekte lassen sich klar wahrnehmen. Auch bei diesem Track gelingt der Spagat zwischen "gefühlvoll" und "kraftvoll" wieder hervorragend.

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Als nächstes Musikbeispiel ist die Wahl auf "Sweet Goodbye" von Robin Schulz gefallen. Der zu Beginn des Titels bewusst mit Hall versehene Gesang wird vom Streaming-Vollverstärker aus Malsch hervorragend umgesetzt, mit einer präzisen Balance und genau richtiger Dosierung der Wirkung. Als der Titel dann an Dynamik gewinnt, liefert uns AVM AS 30.3 einen präzisen und kräftigen Bassbereich. Die elektronisch erzeugten Effekte in Form von Synthesizern bleiben selbst bei höheren Lautstärkepegeln voll erhalten und werden präzise dargestellt. Das Zusammenspiel aus sehr fordernden Gesang, elektronischen Effekten und harten Bässen, gelingt erstklassig.

Abschließen möchten wir unsere Klangwertung mit "Loser" von 3 Doors Down. Die zu Beginn des Titels erklingende Akustik- sowie E-Gitarre wird absolute präzise sowie facettenreich präsentiert. Auch die Stimmfarbe von Brand Arnold, Frontmann der US-amerikanischen Rockband, wird exakt und mit einer hervorragenden Tiefenstaffelung getroffen. Selbst die unterschiedlichen Arten, die Arnold mit seinem Gesang beherrscht, meistert der AS 30.3 ausgezeichnet. Auch der mehrstimmigen Gesang wird mit Fingerspitzengefühl und kristallklar herausgearbeitet. Das Zusammenspiel aus den unterschiedlichen Instrumenten und den vokalen Elementen gelingt hervorragend und aussagekräftig.

Konkurrenzvergleich

Nad C399 Frontansicht

  • NAD C 399: Wir starten unseren Konkurrenzvergleich mit dem NAD C399. Der üppig ausgestattete Stereovollverstärker mit BluOS-Streamingmodul und modularem Aufbau ist ausschließlich in der von uns getesteten dunklen Farbvariante zum Kaufpreis von 2.199 EUR im Handel erhältlich. Besonderer Clou des Vollverstärker ist, dass er mit der aktuellen Generation der Modular Design Construction (MDC) Technologie von NAD ausgestattet ist. Dieses nun MDC2 bezeichnete System ermöglicht es, den Verstärker mit Hilfe rückseitig integrierter Steckplätze mit optionalen Modulen zu versehen, die den Funktionsumfang des Geräts beispielsweise um hochauflösendes BluOS Multiroom Musik-Streaming und die Dirac Live Raumkorrektur erweitern. Das BluOS/Dirac MDC2 Modul steht für einen Aufpreis von 499 EUR zur Disposition. Der C399 setzt auf HybridDigital nCore Endstufen, die hocheffizient und enorm leistungsstark sind. Sie mobilisieren eine Dauerausgangsleistung von 2 x 180 Watt und erreichen Impuls-Leistungsspitzen von bis zu 500 Watt an 2 Ω. Aus der Masters-Serie von NAD wurde ebenfalls der hochauflösende D/A-Wandler vom Typ ESS Sabre 9028 übernommen. Der Stereovollverstärker verfügt über zwei optische und zwei koaxiale Digitaleingänge sowie erfreulicherweise auch über einen HDMI eARC-Anschluss für die Wiedergabe der Audiosignale eines angeschlossenen Smart-TVs. Analog-Fans kommen mit zwei Cinch-Hochpegeleingängen und einer hochwertigen Phonostufe für Magnet Tonabnehmer ebenfalls voll auf ihre Kosten. Der Phono-Vorverstärker ist auf eine ultrapräzise RIAA-Entzerrung, extrem geringes Rauschen und hohe Übersteuerungsreserven ausgelegt und verfügt zudem über eine innovative Schaltung, die Infraschallanteile unterdrückt, ohne die Basswiedergabe zu beeinträchtigen. Die Hochpegeleingänge sind mit rauscharmen Pufferverstärkern ausgestattet, um klangliche Beeinträchtigungen zu vermeiden. Zusätzlich zu den Anschlüssen für zwei schaltbare Lautsprechergruppen bietet der C399 Vorverstärker-Ausgänge und zwei Subwooferausgänge. Das Streamen von Musik vom Smartphone oder Tablet ist kabellos und in 24 Bit-Auflösung per Bluetooth aptX HD möglich – zugleich lässt sich ein Bluetooth-Kopfhörer ansteuern. Außerdem verfügt der C399 über einen hochwertigen separaten Kopfhörerverstärker mit einer niedrigen Ausgangsimpedanz und hohen Ausgangsspannung. In unseren Klangwertung präsentierte sich der C399 mit einer sehr luftigen und stimmigen Gesamtwiedergabe. Die vokalen Elemente der Protagonisten lösten sich ausgezeichnet von unseren Schallwandlern und punkteten mit einem sehr natürlichen Klang. Zudem präsentiert sich der Vollverstärker äußert pegelfest und eignet sich auch für den großen Hörraum. Dank der Dirac Live Einmessung konnten Raummoden effektiv eingebremst werden, das konnten wir in Direktvergleich mit Dirac On/Off feststellen.

Technics Su G700m2 Frontansicht2

  • Technics SU-G700M2: Der Technics verfolgt als reiner Stereo-Vollverstärker mit einer Leistung von 2 x 140 Watt an 4 Ohm natürlich ein etwas anderes Konzept, lässt aber mit einer UVP von 2.599 Euro gegenüber dem AVM noch Spielraum für eine zusätzliche Streaming-Komponente. Wahlweise in Aluminium-Schwarz oder Aluminium-Silber erhältlich, weist er eine exzellente Verarbeitungsqualität, ein elegantes klassisches HiFi-Design und einen sehr hochwertigen inneren Aufbau mit dreiteiligem Layout und einzelnen Sektionen auf. Exklusive Features wie LAPC und die JENO-Engine verhelfen zu hoher audiophiler Performance mit einer Vielzahl an Lautsprechern. Außerdem eine proprietäre Jitter-Reduktionsschaltung und das optimierte Netzteil auf Basis des Flaggschiffmodells SU-R1000 von Technics. Eine Anschluss-Sektion mit Digitaleingängen inklusive USB sowie auch einem Phono-Input für MM- und MC-Tonabnehmer sind ebenfalls an Bord, auf HDMI muss man hier verzichten. Dazu gibt es einen hochwertigen Kopfhörerverstärker der Klasse AA. Klanglich agiert der Technics SU-G700M2 mit außerordentlich hoher Auflösung und Detailreichtum, aber auch bei fordernden Tiefton-Passagen sehr souverän.

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