TEST: 2-Wege-Regallautsprecher Mission LX-1 MKII - Erstaunliche Akustik für < 230 EUR Paarpreis

Für einen Paarpreis von 229 Euro Paarpreis (audiolust.de) gibt es den optisch schicken, zugleich kompakten (nur 260 mm Höhe, 160 mm Breite, 200 mm Tiefe, 5,5 Liter Gehäuse-Innenvolumen) Zweiwege-Regallautsprecher Mission LX-1 MKII. Wir haben das Modell in hübscher Walnuss-Folierung zum Test bekommen, alternativ gibt es noch eine schwarze sowie eine weiße Variante. Dank "Inverted Driver Geometry" soll die Laufzeit zwischen den Treibern optimiert werden.

Hochtöner unten montiert

Oben sitzt der Tiefmitteltöner

Mission rät zu Verstärkerleistungen zwischen 20 und 80 Watt, die Impedanz gibt der Hersteller mit 8 Ohm an. Einen zu schwachen Verstärker sollte man nicht verwenden, wie bei relativ kleinen Schallwandlern meist üblich liegt der Wirkungsgrad mit 86,5 dB nicht allzu hoch. Bestückt ist der Schallwandker mit einem 25 mm Hochtöner mit Mikrofiber-Membran und einem 100 mm Basstreiber mit Composite-Fiber-Membran, Frequenzen zwischen 58 Hz und 20 kHz können wiedergegeben werden. Als maximal möglichen Schalldruck nennt Mission 99 dB. 

Was lässt sich über die Verarbeitung sagen? 

Seitliche Ansicht

Lautsprecher von hinten

LX-1 MKII mit Abdeckgitter

Das gut verarbeitete Abdeckgitter hält magnetisch

Sie ist erstaunlich solide für die Preisklasse und überzeugt durch die sauber aufgebrachte Folierung, keine Makel bei Kanten und Übergängen - das ist auch bei teureren Konkurrenten eher selten zu finden. Es gibt allerdings kein Unibody-Gehäuse, sondern eine separate Schallwand mit schicker Struktur-Oberfläche in schwarzer Ausführung.

Nicht perfekte verarbeitung, aber für 229 EUR Paarpreis praktisch konkurrenzlos gut

Auch hier: Enges und fast komplett gleichbleibendes Spaltmaß

Sauberes Finish auch hinten

Treiber ohne sichtbare Schrauben eingepasst


Bei der Verbindung Schallwand-Korpus ist das nahezu gleichmäßiges Spaltmaß hervorzuheben. Zudem gibt es keine sichtbare Verschraubung der Chassis, was für einen optisch insgesamt sehr ansprechenden Gesamteindruck sorgt. Das magnetisch haftende Abdeckgitter findet man auch sonst eher in höheren Preisklassen. 

Bassreflexöffnung

Terminals

Gute Qualität auch hier

Auch die Rückseite wirkt sauber, selbst was Details wie die gut integrierte und eingepasste Bassreflexöffnung anbetrifft. Die Lautsprecher-Schraubterminals sind vergoldet und gekapselt und auch für Bananenstecker beziehungsweise große Kabelquerschnitte problemlos geeignet. Unser klares Fazit: Es dürfte nur schwer möglich sein, für weniger Geld eine bessere Material- und Verarbeitungsqualität zu finden.

Klang

Die kleinen Mission LX-1 zeigen sich bezüglich ihrer optischen Erscheinung und insbesondere der Verarbeitungsqualität "ganz groß", doch wie ist es um die akustische Performance der doch sehr kompakten Regallautsprecher bestellt? Mit Antonio Vivaldi's Vier Jahreszeiten, "Der Frühling", beginnen wir und sind erstaunt von der Breite der Bühne, die die Komponenten zu realisieren imstande sind. Das flinke Geschehen löst sich sehr gut von den LX-1 und steht frei im Raum. Obenrum geben sie sich auch keine Blöße und liefern angenehme Streicher mit guter Detailauflösung. Die akustische Auslegung wirkt sehr harmonisch und angenehm, hier gehen die Briten kein Risiko ein. Das ist aber auch nicht unbedingt schlecht, denn so kann man auch mit den Kompakt-Schallwandlern in kleinen bis mittleren Räumen solide Pegel fahren, ohne dass man mit starken Einschränkungen leben muss. Das Volumen und die einzelnen Sequenzen, in dem der Tieftonbereich stärker gefordert, sind erwartungsgemäß die Stellen, an denen man mit den kleinen LX-1 Abstriche machen muss. Aber sie bieten durchaus angemessenes Volumen und überzeugen mit einer grundsoliden Impulstreue. Sie klingen auch zu keinem Zeitpunkt überfordert, da das Limit, wie tief hinunter gespielt wird, schlichtweg ausreichend früh greift.

Dünn klingen die LX-1 deshalb aber nicht, was sie direkt bei einem Wechsel aufs elektronische Genre unter Beweis stellen. "Flare" von Einmusik gelingt mit erstaunlich kräftigen Kickbässen, die zudem sehr schnell und präzise wirken. Natürlich fehlt es am voluminösen Fundament, dass natürlich insbesondere bei Trance-Klängen auch ausschlaggebend ist. Dafür ist das Gehäusevolumen schlicht nicht ausreichend, im Rahmen ihrer Möglichkeiten spielen die pro Stück nicht einmal 120 Euro kostenden Lautsprecher überragend auf. Der Kickbass überzeugt vor allem mit Präzision und Geschwindigkeit, ist aber auch bezüglich Kraft und Nachdruck durchaus nachvollziehbar. Ausgezeichnet ist die ausgeprägte Räumlichkeit und die Tatsache, dass sich das Geschehen gut von den Schallwandlern löst. Gerade die synthetischen Percussion-Elemente, wie z.B. die Besen um Minute vier, kommen nicht nur klar heraus, sondern sind auch authentisch im oberen Bereich des Raumes platziert. Die ganze Kulisse wirkt gut differenziert. Im kleinen Hörraum kann man auch absolut solide Pegel erreichen, die LX-1 sind für ihre Größe gut belastbar - übertreiben sollte man es aber, gerade bei basslastigem Material, mit der Lautstärke aber nicht.

Einen ersten Eindruck zur Performance von Vokalstimmen gibt uns D'Angelos "Unshaken" und die sehr tiefe Stimme ist sicher keine leichte Aufgabe für die Regallautsprecher. Allerdings schlagen sie sich hier überraschend gut und erfassen die charakteristische Vokalstimme in vielen Details. Die Stimme steht auch zentral und löst sich gut vom Geschehen, die sonstige Kulisse gerät nur leicht in den Hintergrund. Auch nicht ganz überrascht sind wir, dass die tiefen Bässe hier außerhalb des Abbildungsbereiches der LX-1 fallen, dennoch liefern die Misison-Lautsprecher ein angenehm stimmiges Gesamtbild mit toller Stimmdurchzeichnung und erstaunlich dichter Atmosphäre. Sehr musikalisch wirkt die angenehme und harmonische Präsentation, insbesondere die Mitten zeichnen sich durch sehr gute Feindynamik und Transparenz aus.

Aufgrund der hohen Geschwindigkeit und ausgeprägten Komplexität ist der Punkrock-Titel der Dropkick Murphys "Rose Tattoo" für keinen Lautsprecher eine leichte Aufgabe und natürlich umso schwieriger für die kompakten Mission LX-1 MKII. Die Regallautsprecher aber schlagen sich beachtlich und gefallen vor allem durch die gute Stimmwiedergabe der rauhen Rock-Stimme. Die räumliche Trennung der einzelnen Instrumente gelingt gut, allerdings werden nicht alle charakteristischen Facetten der zahlreichen Klangerzeuger erfasst, so dass das gesamte Geschehen nicht ganz so klar erscheint. Das kann man allerdings viel besser auch nicht erwarten, wenn man sowohl die Größe als auch den Preis in die Überlegung mit einbezieht. Sehr gut hingegen die Marsch-ähnlichen Trommeleinlagen, außerdem reißen die LX-1 MKII durch die hohe Impulstreue und die flinke Spielfreude bei den Irish-Folk-Einlagen den Zuhörer durchaus mit. Das wirkt bei "Fallen Leaves" von Fallen Leaves noch besser: auch hier gefällt die Stimme, aber auch die Bühne wirkt sauber strukturiert und die Gitarrenklänge erscheinen prägnant und sauber. Die erstaunlich breite Bühne gefällt auch hier mit zentraler Stimme und einer sehr guten Lösung des Klanggeschehens von den kompakten Schallwandlern. Knackig, flink, mit guter Transparenz und auch ein wenig Punch untenrum kann man mitnehmen - selbst Punk kann man mit den LX-1 MKII hören und wird nicht enttäuscht sein.

Konkurrenzvergleich

Elac Debut 2.0 B5.2: Preislich ähnlich (Marktpreis pro Paar rund 260 EUR), von den Abmessungen her etwas größer, von der Verarbeitung her etwas einfacher: Die Debut 2.0 B5.2 lässt sich akustisch nichts vorwerfen. Mit etwas mehr Punch unten herum profitiert sie vom größeren Gehäuse, dafür reagieren die kleineren LX-1 MKII noch flinker und spielen äußersr direkt auf. Beide Regallautsprecher beweisen, dass man auch für kleines Geld große Freude einkaufen kann. 

Dali Oberon 3: Was passiert, wenn man das Doppelte investieren möchte? Macht sich das klanglich auch deutlich bemerkbar? Ziehen wir die Oberon 3 als Vergleich heran, befinden wir uns natürlich in einer anderen Liga, Hört man nur die Mission, also ohne die Dali zum Vergleich herangezogen zu haben, ist man extrem zufrieden. Schließt man aber die doppelt so teure Oberon-Regalbox an, bekommt man plötzlich mehr Struktur, Kontur und vor allem ein kompletteres Klangbild im Bassbereich. Demnach ist die Oberon 3 den Aufpreis definitiv wert, was aber nichts daran ändert, dass die LX-1 MKII für ihren Kaufpreis eine große Empfehlung darstellt. 

Fazit

Das nennen wir eine gelungene "Mission": Zum kleinen Kaufpreis erhält der Kunde zwei richtig gut verarbeitete, kompakte Regallautsprecher, die auch aus akustischer Perspektive praktisch komplett überzeugen können. Für einen Paarpreis von weniger als 230 EUR dürfte es schwer fallen, entsprechende Alternativen zu finden. Somit empfehlen sich die Mission LX-1 MKII als optimale Lautsprecher für kleinere Lokalitäten und für Liebhaber eines exzellenten Preis-/Leistungsverhältnisses.

Für wenig Geld stellt Mission mit der LX-1 MKII eine rundherum überzeugende Regalbox bereit

Regallautsprecher bis 200 EUR/Stück

Test 05. März 2021

 

Test: Philipp Kind
Redaktion: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 05. März 2021

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