SPECIAL: Samsung und Huawei zeigen Smartphones mit faltbarem Display - LG wählt einen anderen Weg

Es scheint wieder etwas zu passieren auf dem Smartphone-Parkett. Samsung und Huawei kündigen für dieses Jahr noch Mobiltelefone an, deren Displays faltbar sind. Doch um es gleich vorweg zu nehmen: Es wurden zwar viele technische Details über diese brandneue Smartphone-Kategorie bekannt gegeben, aber der Fachbesucher hatte keine Gelegenheit diese selbst auszuprobieren, denn die neuen Wundertüten waren hinter Glasvitrinen geschützt. Die Hersteller wollen wohl erst selbst noch weitere Erfahrungswerte bei dieser neuen und sensiblen Technologie sammeln.

Samsung Fold

„Infinityflex-Display“ nennt Samsung das neue Touchscreen-Erlebnis. Für das Display hat der Hersteller eigens eine neue Polymerschicht entwickelt, die rund 50 Prozent flacher ist als ein typischer Smartphone-Touchscreen. Das Außen-Display des Galaxy Fold misst „nur“ 4,6-Zoll entfaltet man jedoch das Smartphone bietet das Gerät einen 7,3 Zoll großen Touchscreen.

Das Galaxy Fold ist  vor allem für Entertainment- und Game-Inhalte ausgelegt, damit das Infinityflex-Display seine Stärken voll ausspielen kann. Der entscheidende Clou: Die dafür ausgelegten Apps sollen sich dem Display jeweils automatisch anpassen, geben also nahtlos die Inhalte ohne Verzögerung wieder, wenn man das Gerät auf- oder zuklappt. Auf diese Weise lassen sich aber auch bis zu drei Apps gleichzeitig anzeigen und nutzen. Wichtige Apps, wie Facebook, WhatsApp oder YouTube bieten bereits jetzt schon kompatible Versionen ihrer Dienste.

Eine weitere große, fast schon zwangläufige Besonderheit ist das Akku-Management, denn das Galaxy Fold verfügt über zwei intelligente Akkus, die miteinander kommunizieren sollen, je nachdem im welchen Klappzustand sich das Gerät gerade befindet. Auf diese Weise soll eine vernünftige Nonstop-Nutzung gewährleistet sein.

Auch bei den Kameras werden besonders große Geschütze aufgefahren, denn Insgesamt kommen derer gleich sechs an der Zahl zum Einsatz: drei auf der Rückseite, zwei auf der Innenseite und eine auf der Front.

Bei den technischen Details hält sich Samsung noch etwas bedeckt, denn der Hersteller spricht beim CPU nur von einem leistungsstarken AP-Chipsatz der neuesten Generation. An Bord sind aber auf alle Fälle 512 GByte Speicher und satte 12 GByte Arbeitsspeicher.

Samsung hat überraschenderweise den Europastart bereits für Anfang Mai angekündigt. Geplant sind u.a. Version in den Farben Silber, Gelb und Blau. Viel Zeit zum Sparen haben Interessenten somit nicht, denn der Hersteller ruft einen stolzen Preis von rund 2000 Euro auf.

Huawei Mate X

Der große Samsung-Rivale konterte schnell mit einem eigenen Konzept, das allerdings in einem Punkt grundlegend anders ist: Das flexible Display liegt außen am Gerät und nicht wie beim Samsung Galaxy Fold innen.

Das OLED-Display hat dabei im ausgeklappten Zustand eine stolze Diagonale von 8 Zoll und eine Auflösung von 2480 × 2200 Pixeln. Zusammenklappt zeigen die Bildschirme hingegen die Inhalte getrennt auf 6,6 Zoll und 6,38 Zoll. Der große Vorteil dieses Konzepts: Das Gerät ist schlanker (ca. 11 mm geschlossen, 5,4 mm geöffnet) und die Displays zeigen auch im gefalteten Zustand Inhalte dar. Kompromisse sind dabei aber unvermeidbar, damit auch die Kameras und die USB-C-Buchse noch Platz finden. Die beiden Seiten des Falt-Smartphones sind über ein spezielles Scharnier namens "Falcon Wing Hinge" verbunden.

Technisch gesehen ist diese Bauart auf jeden Fall die anspruchsvollere, denn die Display-Oberfläche muss stets flexibel bleiben und das Display ist immer ungeschützt, da kratzfestes Gorilla Glass oder ähnliches nicht verwendet werden kann. Welche Lösung zum Einsatz kommt, ist aktuell noch nicht klar.

Das Konzept der zwei Akkublöcke verfolgen aber beide Hersteller. Beide Stromspender sorgen insgesamt für 4500 mAh. Über die USB-Buchse Typ-C kann das Smartphone per Huawei SuperCharge zudem mit 55 Watt äußerst flott laden. So soll der Akku nach 30 Minuten bereits wieder zu 85 Prozent geladen sein.

Besonders stolz ist Huawei, dass sie in einem Bereich Samsung die Rücklichter zeigen, denn im Mate X wird das hauseigene Modem Balong 5000 eingebaut sei, das bereits im neuen Mobilfunkstandard 5G funken kann. Es unterstützt daher eine Download-Geschwindigkeit von bis 4,6 Gbps. 8 GB RAM und ein 512 GByte Flash-Speicher sind ebenfalls verbaut.

Dieses Paket ist dafür aber auch entsprechend teurer als das Samsung Fold. Huawei gibt einen UVP um die 2300 Euro für dieses Luxus-Smartphone an. Bis Mitte des Jahres darf aber noch gespart werden. Ein genaueres Erscheinungsdatum nennt Huawei leider noch nicht.

LG Dual Display

Einen ganz anderen Ansatz eines Smartphone-Klapphandys zeigte LG auf der Messe, denn zum neuen Spitzenmodell V50 ThinQ mit G5 Unterstützung zeigten die Koreaner eine passende modulare Lösung, um das Smartphone mit einem Zweidisplay gehörig aufzuwerten.

Das Dual Display ist ein separates Gerät

Aufgeklappt

Kamera-Modus

Das Dual Display ist somit ein separates Gerät, das wie eine Schutzhülle anmutet und schnell durch drei Kontakte mit dem V50 verbunden werden kann. Wie das Smartphone verfügt es über ein 6,1 Zoll großen OLED-Touchscreen mit einer Auflösung von 2160 × 1080 Pixeln. 

Und so funktioniert es: Klappt man die Displayhülle auf, taucht im Display des V50 ein kleines Symbol auf, mit dem sich der Zweitschirm aktivieren lässt. Beide Displays lassen sich zwar nicht miteinander verbinden, um Inhalte besonders groß dazustellen, doch neben der bequemen parallelen Nutzung von zwei Apps, gibt es einige Anwendungen, die sich diesem Splitscreen besonders geschickt zunutze machen. So wurde auf der Messe der 3D-Race Asphalt 8 präsentiert, bei dem der Nutzer den oberen Bildschirm zum Spielen nutzt, während der andere Display ein komfortables Joypad zeigt – für eingefleischte Gamer somit ein sehr interessanter Mehrwert. Ebenfalls praktisch: Fotos knipsen und gleichzeitig die Ergebnisse auf dem Zweidisplay ansehen und bearbeiten. Die Möglichkeiten sind somit sehr vielfältig, wenn sich die Industrie darauf einstellt.

Kamera durch die "Display-Hülle"

Weitere Vorteile: Dieses Konzept ist deutlich günstiger als ein Faltdisplay und alle Apps sind kompatibel. Wann genau der 130 Gramm schwere Dual Screen samt Hülle kommt und zu welchem Preis, ist aber leider noch nicht bekannt, zumal die G5-Abdeckung in Deutschland ohnehin noch ein schwieriges Kapitel ist. Dennoch: Dieses Konzept hat Zukunft!

Fazit

Endlich passiert wieder etwas Großes im Smartphone-Sektor! Diese drei Konzepte zeigen allerdings, wie uneins die Hersteller derzeit noch sind, wenn es um die Etablierung von Klapp-Smartphones geht. Aktuell sind diese Geräte außerdem noch purer Luxus. Das Potential des Klapphandys könnte allerdings groß sein und wir vermuten, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis ausgereifte Gerät zu vernünftigen Preise erhältlich sein werden.

 

Special: Ulf Schneider
Datum: 27.02.2019


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