SPECIAL: Hegel Highend-DAC D50 "The Raven" - Akustisches Statement mit DAC Loop-Schaltung

London Hegel D50 2

Hegel hat eine neuen High-End-D/A-Konverter präsentiert, der sich, um maximale Klangqualität gewährleisten zu können, rein um die digital-analoge Wandlung des Signals kümmert -  in London in der KEF Gallery wurde er kürzlich präsentiert. Weitere Funktionen, wie z.B. Streaming oder der Verwendung als Vorstufe, wurden bewusst nicht integriert. Voraussichtlich ab Mai kommt der D50 zu einem Preis von 4.895 EUR in den Handel.  Im Inneren werkelt der brandneue ESS 9039Q2M DAC-Chip – eine exzellente Basis, die zusammen mit dem Hegel-exklusiven Umfeld für akustische Spitzenleistungen gut ist.  Der ESS-Chip sitzt auf einem separaten, ideal untergebrachten Board, um Rauschen weiter zu reduzieren und die Signalwege kurz zu halten. Es finden sich dedizierte Masterclocks für 44,1 und 48 kHz basierte Sampling-Raten. Insgesamt nahm sich Hegel bei der Kontruktion des D50 auch eines enorm stabilen Stromflusses, sichergestellt wird, dass es zur geringstmöglichen Anzahl an Zeitlauffehlern kommt.

London Hegel D50 Setup 1

Setup in London

Hegel sieht den DAC als ideale Option, um auch ältere Hegel Vollverstärker wieder „fit“ zu machen, was die Qualität der D/A-Wandlung angeht. Und selbst aktuelle Hegel-Vollverstärker bekommen durch den D50 ein Upgrade. So sieht Hegel den D50 als bestens geeignet für eine Ergänzung der Verstärkermodelle H300, H360, H390, H590, H400 oder auch als Spielpartner für den edlen H600 an.

Hegel begründet den akustischen Nutzen des D50 auch damit, dass die aktuellen Hegel Vollverstärker eine Streaming-Sektion eingebaut haben, und, wenn auch nur geringfügig, es finden stets klangliche Einschränkungen statt – gegenüber reinen „Only DACs“, die mit perfekter Signalreinheit brillieren können. Zudem ist ein äußerst hochwertiger D/A-Wandler eine Anschaffung für eine vergleichsweise lange Zeit. Klar – auch DAC-Chips werden ab und zu durch Nachfolger ersetzt, aber ein Streamer ist deutlich kurzlebiger, weil relativ häufig neue beziehungsweise erweiterte Dienste & Features dazukommen und keine weitere Kompatibilität gewährleistet werden kann.

London Hegel D50 Detail Rechts

Mit DAC Loop-Schaltung

Als Key Feature des D50 kann der sogenannte „DAC Loop“ gelten. Dieses Ausstattungsmerkmal ist perfekt zum Zusammenspiel mit den eben aufgelisteten Hegel Vollverstärkern geeignet. Man kann durch diese Loop-Schaltung den internen DAC des jeweiligen Hegel Vollverstärkers umgehen und den D50 nahtlos in die Signalkette einsetzen. Es wird ein digitales Kabel vom betreffenden Hegel Vollverstärker zum D50 verlegt, und ein XLR-Kabel zurück vom DAC zum Hegel-Verstärker. Die Eingangswahl etc. wird alles nach wie vor über den Amp geregelt, und die digitalen Eingänge des Verstärkers können wie gewohnt genutzt werden. Das Ergebnis, so verspricht Hegel, ist ein deutlich feinerer, räumlich facettenreicherer und insgesamt klarerer Klang.

London Hegel D50 3

Echtes "Passion Product"

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Hegel spricht beim D50 von einem „Passion Product“ – das heißt, der Wunsch, ein exzellentes, die akustische Güte maximierendes Produkt zu bauen, stand bei Konzeption und Entwicklung im Vordergrund. Das zeigt sich in vielen Details, so auch an der besonders leistungsfähigen Stromversorgungssektion. Es sind gleich zwei Transformatoren zu finden, die durch ihre spezielle Arbeitsweise jedes Rauschen, was sonst in der Netzteilsektion entsteht, im Keim ersticken. Dadurch bieten sich ideale Voraussetzungen für einen reinen, unverfälschten Klang.

Wie sieht die Anschlussbestückung des D50 aus? Es finden sich an Eingängen einmal USB, zwei optische Digitaleingänge, ein koaxialer RCA/Cinch-Eingang, ein BNC-Koaxialeingang und einmal AES/EBU. Wichtig ist in diesem Zusammenhang noch, dass die digitalen Eingänge von einem internen XMOS-Chip flankiert werden, der Zeitlauffehler im digitalen Signal (Jitter) reduziert.

Ausgangsseitig finden sich ein RCA/Cinch-Ausgang und ein symmetrischer XLR-Ausgang. Features des D50 umfassen die Kompatibilität zu MQA, zu DSD (256) und, für maximale Resonanz- und Vibrationsarmut, ein hochwertiges Aluminiumgehäuse.  

Eine automatische Ausschaltfunktion (20 Minuten, 1 Stunde oder niemals) gehört ebenfalls dazu. Und das Display kann gedimmt oder auch ganz ausgeschaltet werden. Wie sich der D50 beim Erkennen des Anliegens eines Signals verhalten soll, lässt sich ebenfalls einstellen.

London Hegel D50 Setup 3

Oben mittig und rechts sind H600 und D50 untergebracht

Hier Weiterführendes zu den Komponenten des Setups:

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London Hegel H600 Gront 2

Hegel H600

Natürlich konnten wir den Hegel D50 bei seiner Präsentation in London vor einigen Wochen auch ausführlich hören, und zwar in Verbindung mit dem Hegel H600 (11.495 EUR) mit satten 2 x 303 W/8 Ω, Dual Mono-Aufbau, der Hegel-exklusiven SoundEngine 2, dem Bit-Perfect DAC (bis 384 kHz/32-Bit), und das alles auch mittels der Hegel Control App steuerbar.

London H600 Remote

H600: Fernbedienung

London Hegel H600 1

Im USB DAC-Loop-Modus

Umfangreiche Streamingfunktionen inklusive UPnP-Funktionalität, Spotify Connect, Google Cast™, Airplay, Tidal Connect und Roon Ready gehören auch dazu.

London Kef Blade Meta Front

Die passende performante Lautsprecher-Bestückung

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London Kef Blade Meta Uni Q

Uni-Q-Treiber mit MAT

Also kein leichtes Umfeld, denn bereits der H600 verfügt über einen überragenden eingebaute D/A-Konverter. Mit im Verbund war noch die KEF One Meta (Paarpreis ab 35.000 EUR), die mit ihrer sehr plastischen, dynamischen und zugleich filigranen Darstellung nahezu optimal geeignet ist, die Fähigkeiten des D50 herauszustellen. 

Wir starten mit „Doomsday“ von Lizzy McAlpine – sehr vielschichtig, sehr feinfühlig, und hier sind wir bereits von der Performance des Hegel H600 beeindruckt. Zusammen mit der Blade agiert er auf einem enorm hohen Level. Details kommen exzellent heraus, und Lizzys Stimme wirkt sehr lebendig und sehr sensibel, mit greifbaren Konturen. Dann die große Überraschung. Über den DAC-Loop schalten wir den D50 und plötzlich hat die Stimme mehr Kontur, kleine akustische Effekte wirken so dreidimensional, als würde sich alles direkt vor uns abspielen. Das Plus an Feindynamik, an subtilen räumlichen Informationen ist schlichtweg verblüffend.

„When The Lights Go Down” von Prince beweist ebenfalls, wie gut der D50 ist, wie enorm hochwertig er bei musikalischen Details agiert. Wie bereits beim ersten Titel befindet sich schon der Hegel H600 auf einem beachtlichen Level. Kennt man den D50 nicht, wird man sehr glücklich mit der Performance des noblen Vollverstärkers sein. Dann wird wieder der 50 aktiviert, und der Hegel DAC bringt plötzlich eine Klarheit in Nuancen, aber auch in Grundkonturen, dass wir wirklich verblüfft sind. Klar, ein separater DAC bringt einen klanglichen Nutzen – aber so deutlich? Und unter solchen Voraussetzungen, dass schon der H600 wirklich überzeugend arbeitet? Hier, so scheint es, haben die Hegel-Ingenieure nicht umsonst getüftelt, das Ergebnis spricht voll und ganz für sich, auch das Feinperlige, Smoothe des Stücks betont der D50 vortrefflich.

Aus dem Film-Soundtrack „The Theory Of Everything” hören wir nun die Suite “A Model Of The Universe”, gespielt vom Iceland Symphony Orchestra. Hier bringt der D50 so viel zusätzliche Kontur und Raffinesse ins Klavierspiel, dass wir ein weiteres Mal erstaunt sind. Die Anschlagdynamik der Tasten ist klar herauszuhören, und fein modellierte Nuancen treten plastisch in den Vordergrund, sorgen für ein enorm kultiviertes, umfassendes Hören.

Erstes Fazit

London Hegel D50 1

Hegel hat sich vorgenommen, mit dem reinen D/A-Wandler D50 ein Statement für exzellenten Klang zu setzen – und diese Mission, das belegen zumindest die ersten Klangeindrücke, scheint absolut gelungen zu sein. Die aufwändige Konstruktion und die hochwertigen Baugruppen tragen bei Hörvergleichen umgehend Früchte – wie klar er den bereits sehr guten DAC des Hegel H600 in die Schranken weist, ist verblüffend, zugleich ist die DAC Loop-Schaltung genial und ermöglicht eine nahtlose Zusammenarbeit des D50 auch mit älteren, aber bis auf die DAC-Sektion immer noch zeitgemäßen Hegel-Vollverstärkern.

Special und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 19. Februar 2025

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