SPECIAL: Einführung in die Plattenspieler-Technik mit großem Preview des Thorens TD 403 DD + Vorstellung Phonovorstufen

Zweiter Teil: Thorens TD 403 DD

In diesem zweiten Teil beschäftigten wir uns intensiv mit dem Thorens TD 403 DD. 

Baugruppen sowie Inbetriebnahme unseres Thorens TD 403 DD

Thorens Td 403 Dd 3

Unser TD 403 DD von oben

Auf der Oberseite unseres Plattenspielers gehen wir zunächst den Tonarm, aus Sicht von oben rechts zu finden, durch. Um welchen Original Thorens-Tonarm handelt es sich hier?

Thorens Td 403 Dd 7

Tonarm

Der Thorens TD 403 DD ist mit dem hochklassigen Tonarm TP 150, der auch beim Thorens TD 1500 verwendet wird, ausgestattet. Er ähnelt dem auf dem neuen TD 124 DD verbauten TP 124. Er bringt eine effektive Masse von 14 Gramm mit, ist in der Höhe und im Azimut justierbar und mit einem Standard SME-Anschluss ausgestattet, sodass einem Wechsel der Headshell oder einer Ausrüstung mit einem anderen Tonabnehmer nichts im Wege steht.

Gehen wir nun alle „Zonen“ des TP-150 nacheinander durch.

Thorens Td 403 Dd Tonarm Detail

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Gegengewicht hinten am Tonarm

Thorens Td 403 Dd Tonarm Detail3

Hier aus einer anderen Perspektive

Ganz hinten am Tonarm befindet sich das Gegengewicht, das, wie üblich, zum exakten Austarieren des Arms und zur Festlegung der korrekten Auflagekraft des zum Einsatz kommenden Tonabnehmers dient. Arbeiten wir uns vom Gegengewicht ausgehend nach vorn vor, stoßen wir auf den Tonarm-Lifthebel. Mittels dieser Liftfunktion wird der Tonarm auf die Platte abgesenkt und wieder angehoben.

Thorens Td 403 Dd Tonarm Detail2

Anti-Skating-Einstellung

Davor findet sich die Anti-Skating-Einstellung, auf die wir sofort näher eingehen möchten. Wenn sich der Tonarm des Plattenspieler während der Wiedergabe langsam in Richtung der Plattenmitte bewegt, entsteht eine Kraft, die versucht, den Tonarm in Richtung Mitte zu drücken. Dieser Kraft muss entgegengewirkt werden, um sicherzustellen, dass der Tonabnehmer in der Rille akkurat die richtige Spur hält. Die Anti-Skating-Funktion des Thorens TD 403 DD verhindert, dass der TD 150 Tonarm die richtige Spur verliert, sodass die Klangqualität stets präzise und sauber ist. Die Einstellung des Antiskating erfolgt durch ein verschiebbares Gewicht in der Armbasis, das an einem über ein Rubinlager geführten Nylonfaden justiert wird.

Es folgt die Tonarmverriegelung, hier kann der Tonarm in der Stütze verriegelt werden. Danach machen wir uns mit der wechselbaren Headshell vertraut, sie eignet sich zur Aufnahme eines entsprechend geeigneten Tonabnehmersystems mit Halbzoll-Befestigung.

Thorens Td 403 Dd Start Stop

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Start-/Stop-Schalter

Thorens Td 403 Dd Geschwindigkeitsregler

Schalter für die Geschwindigkeit

Außer dem Tonarm finden sich noch weitere "Stationen" wie der vor dem Tonabnehmer liegende Start-/Stop-Kippschalter. Mit der Aktivierung wird der direkt angetriebene Motor gestartet. Zentral zu sehen ist der Plattenteller aus Aluminiumdruckguss, darauf liegt die Matte für den Plattenteller. Links unten untergebracht wurde noch der Geschwindigkeitsschalter, der zwischen 33,3 und 45 Umdrehungen umschaltet.

Thorens Td 403 Dd Anschluesse Rueckseite

Rückseite

Wenden wir uns der Rückseite zu. Dort lokalisieren wir die Erdungsschraube (Masse), die mit der Masseschraube des angeschlossenen Verstärkers verbunden wird. Es folgen die RCA/Cinch-Buchsen, der Anschluss fürs externe Netzteil und der Hauptschalter.

Inbetriebnahme

Thorens Td 403 Dd Frontansicht2

Zuerst wird die Schutzhaube installiert

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Zuerst wird die im Lieferumfang enthaltene Staubschutzhaube installiert, dies geschieht mittels zweiter Scharniere. Beide haben eine Klammer- und eine Laschenseite. Die beiden Klammern werden in die dafür vorgesehenen Aussparungen hinten auf der Staubschutzhülle gedrückt, bis zum Einrasten. Nun wird die Haube mit den Scharnieren in die dafür vorgesehenen Aufnahmen auf der Rückseite des Plattenspielers geschoben.

Thorens Td 403 Dd Plattenteller Ohne Auflage

Massiver Plattenteller, hier noch ohne die Gummiauflage

Thorens Td 403 Dd Plattenteller

Mit Gummiauflage

Ist dies geschehen, sollte man den Thorens TD 403 DD auf einer festen Unterlage aufstellen. Gerade und rutschfest sollte das edle Stück Technik stehen. Der massive, 1,4 kg wiegende und 22 mm dicke Plattenteller aus hochwertigem Aluminium-Druckguss wird im nächsten Schritt mit Vorsicht auf die Achse gelegt. Da es sich um einen Plattenspieler mit Direktantrieb handelt, ist kein zusätzlicher Schritt für die Installation des Tellers nötig. Nun wird der Teller ein paarmal mit der Hand gedreht, um sicherzustellen, dass er leichtgängig und praktisch geräuschfrei läuft. Die im Lieferumfang enthaltene Gummimatte wird jetzt noch oben auf den eigentlichen Plattenteller gelegt.

Jetzt wird’s richtig interessant: Denn die vorinstallierte Headshell wird vorn in die Aufnahme beim Tonarm eingesetzt. Durch eine Drehbewegung der Überwurfmutter wird das Bauteil fixiert. Der kleine Stift für die Führung sollte dabei gerade nach oben zeigen. Es startet danach der Step, innerhalb dem das Gegengewicht aufs Ende des Tonarms geschraubt wird. Ist dies geschehen, wird das Einstellgewicht fürs Anti-Skating in der Armbasis auf die Nullstellung geschoben. Jetzt ist es dann soweit, den Lifthebel nach vorn zu klappen, damit die Liftbank sich senkt. Im mittlerweile achten Schritt wird der Nadelschutz am Tonabnehmer entfernt, im Anschluss daran löst man die Tonarmverriegelung.

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Nun ist es an der Zeit, den Tonarm mit Sorgfalt mittels des Fingerhebels in Richtung des Plattentellers zu bewegen, hierbei ist darauf zu achten, dass die Nadel weder auf dem Teller, noch auf dem Chassis aufsetzt. Dann kann man das Gegengewicht des Tonarms drehen, bis der Tonarm frei schwingt und aus eigener Kraft wieder in die Gerade zurückschwingen kann. Bewegt sich der Arm nach oben, wird das Gegengewicht ein wenig gegen den Uhrzeigersinn gedreht, wenn er sich nach unten bewegt, dreht man das Gegengewicht in die andere Richtung. Nachfolgend wird der Tonarm wieder in die Stütze gelegt und fixiert. Am Gegengewicht ist ein Ring zu finden, mit einer Skala für die Auflagekraft, gemessen in Pond. Dieser Ring lässt sich unabhängig vom Gewicht bewegen. Nun wird dieser Ring alleine gedreht, und zwar so weit, bis die „0“ oben gegenüber der Markierung auf dem Lagerblock des Tonarms steht.

Hieran schließt sich die Einstellung der gewünschten Auflagekraft ein. Um dies zu bewerkstelligen, wird das Gegengewicht jetzt im Ganzen gedreht, bis die entsprechende Zahl gegenüber der Markierung auftaucht. Der mitgelieferte Tonabnehmer Ortofon 2M Blue braucht eine Auflagekraft, die sich zwischen 1,6 und 2 Gramm befindet. Thorens empfiehlt, sich eher am oberen Ende dieser Skala zu orientieren. Jetzt wird noch das Gewicht fürs Anti-Skating im Schlitz zwischen der hinteren Tonarmbasis und der vorderen Armstütze auf denselben Wert eingestellt. Auf der Skala verdeutlichen die langen Striche von hinten aus betrachtet jeweils ein Plus von 0,5. Um den Wert anzupassen, verwendet man idealerweise einen kleinen Schraubendreher oder aber den zur Tonarmhöhenverstellung mitgelieferten Stift. Gut zu wissen: Die Grundstellung an der Basis des Arms gibt den Wert 0,5 vor, das heißt sämtliche anderen Werte bauen darauf auf.

Näheres zu unserem Ortofon 2M Blue MM-Tonabnehmer

Thorens Td 403 Dd Tonabnehmer

Ortofon 2M Blue

Bei unserem Thorens TD 403 DD befindet sich der MM-Tonabnehmer Ortofon 2M Blue im Lieferumfang. Einzeln kostet das System 199 EUR. Er verwendet einen Nude-Diamanten, der in einer elliptischen Form geschliffen wurde, und setzt auf ein typisches Ortofon-Merkmal: Geteilte Polkerne. Diese ermöglichen, so verspricht es der aus Dänemark stammende Hersteller, einen flachen Frequenzgang, der sonst für MC-Systeme bezeichnend ist, bei einem MM-System. Der Antrieb des Tonabnehmers offeriert eine erhöhte Ausgangsspannung von 5,5 mV und erzielt so sehr gute Werte bei Dynamik und Auflösung in Bezug auf seine Preisklasse.

Klang

Kurz müssen wir darauf eingehen, dass die Qualität des Tonabnahmers die akustische Gesamtqualität natürlich deutlich beeinflusst. Ebenso aber die Konstruktion des Tonarms, denn ist diese akkurat ausgeführt, findet der Tonabnehmer ausgezeichnete Arbeitsbedingungen vor. Und nicht zuletzt steigt oder fällt die Klanggüte mit einem mehr oder minder gekonnt konstruierten Laufwerk. Ein untadeliger Gleichlauf, absolute Vibrationsarmut, ein präzise gesteuerter und dementsprechend laufender Motor – all dies sind Bestandteile eines Gesamterlebnisses, die stimmig sein müssen. Darum ist ja der Plattenspieler ein komplexes System – anstatt digital läuft hier alles analog und größtenteils mittels mechanischer Prozesse ab, was dafür sorgt, dass sich in verschiedenen Bereichen auf deutliche Weise Stärken wie auch Schwächen zeigen können. Was man ebenfalls nicht vergessen darf: Eine präzise Ausrichtung und Einstellung sämtlicher relevanten Parameter des Plattenspielers ist unerlässlich.

Wir haben für diesen ersten Bericht über einen Plattenspieler hochwertige Pressungen, die speziell für namhafte Plattenhersteller/Kabelhersteller angefertigt wurden (Thorens, Clearaudio, Inakustik) verwendet. 

Thorens Td 403 Dd Platte 4

"A Tribute To Eva Cassidy", Margriet Sjoerdsma, STS Records, Audiophile Edition 45 RPM, Direct Metal Mastering (DMM)

Rose Ra180 Phono Amp

Einstellungen an der Phonostufe des HiFi-ROSE RA180

Erklärungen zu den EQ-Settings beim HiFi-ROSE RA180

„In The Early Morning Rain“ bringt uns die spezielle Charakteristik einer Aufnahme auf Vinyl in den Hörraum. Sehr feinfühlig, mit viel Charisma, und mit einer äußerst homogenen Ausbreitung der Stimme – das ist natürlich auch der Verdienst der restlichen hochwertigen Kette aus dem HiFi-ROSE RA180 und den Wharfedale Elysium 3 (der Test beider Komponenten folgt). Die akustische Darbietung beeindruckt auch durch die weite Räumlichkeit und die sehr gelungene Staffelung der räumlichen Tiefe. Feine vokale Details von Margriet Sjoerdsmas fazinierender, leicht melancholischer, feinfühliger Stimme werden sehr ehrlich vermittelt, und die Trennung der vokalen von den instrumentalen Elemente vollzieht sich auf einem hohen Level.

Bei der Cover-Version des Sting-Klassikers "Fields Of Gold" sind wir erneut begeistert von der extrem geringen Distanz des Zuhörers zur Musik. Man wird hier zum integrativen Bestandteil und erlebt den Titel sozusagen mit, anstatt ihn nur zu hören. Kleine, aus feindynamischer Perspektive interessante Details werden mit der nötigen Sensibilität ausgeformt. Es entsteht ein kultivierter, umfassender Höreindruck, und man kann sich tief in die Musik hineinversetzen. Gerade auch, mit wieviel Sorgfalt instrumentale Konturen gezogen werden, ist überragend. Klar - wer moderne Devices wie Hi-Res-Streamer gewohnt ist, wird sich mit den für eine Schallplatte typischen Eigenheiten erst einmal vertraut machen müssen. Es ist eine andere Art, zu hören: Technisch wegen der mechanischen Abtastung nicht perfekt, aber mit unglaublich viel Gefühl und Sinn fürs Feine. Hören fühlt sich "menschlich" an, nicht "maschinell". Es ist genau dies, was auch Platten-Fans schätzen: Eine Schallplatte scheint eine Seele, einen Charakter zu haben. Nun folgt "It doesn't Matter Anymore" von Paul Anka. Hier fällt von der ersten Sekunde an wieder die sehr gefühlvolle Darstellung auf, bei denen alles "smooth", nahtlos, aber zugleich mit feiner Kontur dargeboten wird. Der Klassiker mit der feinen Note von Margriets Stimme wird so zu einem echten Erlebnis, das auch durch die dichte, zugleich realistische Räumlichkeit eine so umfassende Wirkung entfaltet. 

"Tribute To A Legend", zum Thorens TD 124 DD, Doppelalbum, hergestellt im weiter oben erläuterten DMM-Verfahren, 180 Gramm schwere audiophile Pressung: 

Thorens Td 403 Dd Platte 6

Hochwertige Qualität

Fela Kuti, "Let's Start": Fela Kuti spielt hier zusammen mit seiner vierköpfigen Band "Africa'70" und dem Cream-Schlagzeuger Ginger Baker auf. Das sehr lebhafte Stück beeindruckt uns mit klar umrissenen Konturen, ganz gleich, ob vokalem oder instrumentalem Ursprungs. Sehr impulstreu kommt der spezielle Rhythmus heraus, die dynamischen Wechsel wirken stets glaubwürdig, sodass man in jeder Sekunde des Titels das dynamische tonale Gesamtgefüge genießen kann, das aber gleichzeitig von einer hohen akustischen Kultur geprägt ist und immer angenehm verbindlich, zugleich aber fein detailliert erscheint.

Fahren wir fort mit "88 Basie Street". Das zum Song gehörige Album wurde 1984, kurz vor dem Tod des legendären Musikers, veröffentlich. Wir hören wir das Titelstück der bereits imm Jahre 1935 gegründeten Formierung. Und es entsteht sofort ein feinnerviger, vor Esprit sprühender Gesamteindruck, der die Spielfreude der Musiker sehr gekonnt zum Ausdruck bringt. Jedes einzelne klangliche Element ist genau an der richtigen Stelle, die geanze Wiedergabe ist zackig und straff organisiert, sodass man sich beim Zuhören wieder inmitten der Musiker auf der virtuellen Bühne eines klassischen Jazzclubs fühlt. Sauber eingestellt zuvor, läuft der Thorens mit dem Ortofon-Tonanehmer hier zu großer Form auf, und besondere Zustimmung bei uns findet das Klavier-Solo, das sehr schön auch die Anschlagdynamik betont und die Temperatur des Tasteninstruments tadellos trifft. 

Thorens Td 403 Dd Platte 3

46 Years Excellence Edition, Clearaudio Concept Signature, Pressung nach DMM-Verfahren erstellt, 180 Gramm Audiophile Pressung:

Weiter geht es mit "Ain't No Sunshine" in der Version von Nautilus. Diese rein instrumentale Interpretation des Klassikers liefert eine Vorstellung vom ausgeprägt präzisen Abbildungsvermögen unserer gesamten Kette ab, die sich durch Homogenität, akkurate feindynamische Modellierung und eine authentische Tonalität ausgezeichnet. Fast schon lässig werden alle beteiligten akustischen Elemente in den klanglichen Gesamtzusammenhang integriert, in einem gleichermaßen exakt wie großzügig dimensionierten Raum. Jeder musikalische Zug, der vollzogen wird, kommt impulstreu zur Geltung, und man hört auch hier wieder nahezu ohne störende Distanz. Die direkte Nähe zur Musik wird in jeder Sekunde deutlich. 

Als nächstes Stück steht "Fluting" von Magnus Lindgren auf dem Programm. Und hier sind wir direkt ab Beginn fasziniert, wie locker & lässig der Beat und die anderen Klanganteile wiedergegeben werden, ganz besonders auch die Stimme gefällt uns mit ihrer natürlichen Ausprägung extrem gut. Das Verhältnis der vokalen Präsenz zur Intensität der instrumentalen Darbietung ist nahezu ideal, sodass man den Titel wahlweise in äußerst entspannter Haltung sozusagen zum "musikalischen Relaxen" nutzen oder ihn mit höchster Aufmerksamkeit hören kann. Beides gelingt auf hervorragendem Level, wobei uns wieder die feinfühlige, in Weite sowie Tiefe passende Räumlichkeit besonders anspricht. 

Hattler - "Fine Days" holt uns schon direkt ab Beginn voll ab und wir drehen gern lauter auf. Die saubere Balance der Stimme, die zugleich sensibel durchzeichnet ist, fällt ohne jede zeitlicher Verzögerung auf. Und auch die zum Teil durchaus komplexeren Elemente, die sich zum Rhythmus zusammenfügen, bereiten unserer Kette keine Probleme, woran der Thorens TD 403 DD natürlich einen beträchtlichen Anteil hat. Dieses Unmittelbare, dieses Fühlbare, das wir hier in der Klangwertung schon mehrmals als typisch für die Vinyl-Wiedergabe beschrieben haben, ist auch hier maßgeblich fürs ungefilterte, charismatische Hörerlebnis verantwortlich. 

Schließen wir unsere Hörsession mit "Stand By Me" (Dominique Fils-Aimé) ab. Und hier finden wir wieder ein Stück, das einfach auf eine Platte gehört - unserer subjektiven Meinung nach. Denn der Titel lebt von Charisma, vokaler, natürlicher Präsenz und dem sauber dargebotenen Klavier. Diese Mischung kann eine Hi-Res-Audio-Datei, die vielleicht in DSD oder HiRes-FLAC aufgenommen ist, sicherlich noch "perfekter" wiedergeben. Aber zugleich ist Perfektion eben nüchtern, und es fehlt etwas "das Herz". Natürlich sind dies Äußerungen, das ist uns bewusst, die sachlich keinen Bestand haben. Aber ebenso, wie das Machen von Musik - neben dem erforderlichen handwerklichen Können - auch eine Sache des Gefühls ist, so ist auch die Wiedergabe von Musik dann berührend, wenn sie ein Gefühl transportieren kann, und das gelingt hier wirklich gut. 

Fazit

Thorens Td 403 Dd Frontansicht3

Wir sind begeistert von der Vinylwiedergabe, und zwar in einen Maß, das uns selber überrascht. Sicherlich muss man ganz klar sagen: Es ist deutlich zeitaufwändiger, einen Plattenspieler für den Betrieb vorzubereiten und ihn hinsichtlich aller relevanten Parameter zu justieren, als einen Streamer oder einen CD-Player einsatzfertig zu machen. Man muss schone etwas Freude und Euphorie mitbringen, um hier am Ball zu bleiben. Und: Einfach so, ohne jede Vorkenntnis, wird man nicht viel zustande bringen. Plattenspieler sind nichts, was man "eben mal so nebenher" laufen lassen kann. HiFi als Betätigungsfeld, als Hobby: Sieht man es so und legt man Wert auf einen sensiblen, charismatischen Klang, ist man absolut richtig aufgehoben bei den feinen analogen Geräten.

Und: Mit dem Kauf und dem Anschluss eines Plattenspielers ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht. Welchen Tonabnehmer verwende ich? Welche Schallplatten sind wirklich gut gepresst, basieren auf einem ausgezeichneten Master und sind damit für wirklichen Audio-Genuss prädestiniert? Diesen Bereichen muss man sich immerzu widmen, und gerade das Thema Tonabnehmer mit den Varianten MM und MC ist ein sehr umfassendes, und zwar bezüglich Breite und Tiefe. Auch versteht man das, was mit dem Signal der Schallplatte auf dem Weg zum Verstärker und den Lautsprechern passiert, nur dann, wenn man sich, wie schon weiter oben angemkert, zuvor zumindest etwas mit der Materie auseinander gesetzt hat.

Plattenspieler fordern viel, und geben viel - so salopp könnte man den Sachverhalt in aller Kürze auf den Punkt bringen. In jedem Fall öffnen sie dem Interessierten die Tür zum Hobby HiFi weit - und wir sind bereit, uns in der nächsten Zeit intensiv weiter mit dem Thema zu befassen. Mit so schönen, unverwechselbaren Modellen wie unserem Thorens TD 403 DD macht es natürlich besonders viel Spaß. Bei diesem Plattenspieler mit einem durchaus noch moderat zu nennenden Kaufpreis merkt man, mit wieviel Verstand und mit wieviel Liebe zum Detail die legendäre Firma aus Bergisch-Gladbach am Werk ist. 

Auf der nächsten Seite stellen wir im dritten Teil des Specials noch verschiedene Phonovorstufen vor. 

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