SPECIAL: Der erste LG 8K-OLED-TV 88Z9 kommt auch in Deutschland auf den Markt

Bereits auf der CES 2019 in Las Vegas wurde er der Weltöffentlichkeit vorgestellt, jetzt hat LG Electronics (LG) den Verkaufsstart des LG SIGNATURE OLED TV 88Z9 bekanntgegeben. Der 88Z9 ist laut LG in zweifacher Hinsicht Weltrekordler: Er ist aktuell sowohl der erste und einzige OLED-Fernseher mit 88 Zoll (223 cm) Bildschirmdiagonale als auch der erste und einzige OLED-TV mit 8K-Auflösung. Ab sofort nimmt das Unternehmen in Südkorea Vorbestellungen für das Premium-TV-Gerät entgegen, Nordamerika und Europa werden voraussichtlich im dritten Quartal des Jahres folgen.

In Südkorea beträgt der "Einführungspreis" im Vorverkauf umgerechnet ca. 30.200 EUR und ab Juli 37.800 EUR. Der 8K-Fernseher unterstützt HDMI 2.1 mit Features wie dem "Enhanced Audio Return Channel" (eARC) und den für Gamer wichtigen Funktionen "Automatic Low Latency Mode" (ALLM) und "Variable Refresh Rate" (VRR). Das integrierte Audio-System unterstützt Dolby Atmos und kann aus Stereo-Signalen virtuellen 5.1-Sound erzeugen.

Mit satten 88 Zoll Diagonale 

Als bisher größter OLED-Fernseher von LG  (zuvor war 77 Zoll die größte in Serie erhältliche Bilddiagonale) bietet der 8K-OLED-TV ein intensives 8K-Seherlebnis. Der Fernseher verwendet ein Panel mit mehr als 33 Millionen Licht-emittierenden Pixeln. Die Bilder auf dem 88-Zoll-Fernseher sind dank der 8K-Auflösung (7.680 x 4.320 Bildpunkte), die dem 16-fachen der Pixelzahl bei Full HD und dem Vierfachen derjenigen von UHD entspricht, außergewöhnlich scharf und detailliert, wir konnten uns im Rahmen der CES bereits davon überzeugen. Später schildern wir nochmals unsere Eindrücke. 

In einigen Märkten – darunter auch in Deutschland – wird der neue 8K-OLED-Fernseher sowohl über Google Assistant als auch Amazon Alexa verfügen. Der genaue Zeitpunkt der Marktverfügbarkeit in Deutschland wird im Laufe des Sommers bekanntgegeben.

Brillantes Bild, selbstbewusster Kaufpreis

Was die Preisgestaltung angeht, ist LG äußerst selbstbewusst. Wir vergleichen: In Kürze kommt der LCD-basierte Sony ZG9 in 85 Zoll für exakt 15.999 EUR auf den Markt. Gut, es ist ein LCD-Gerät, und es misst in der Bilddiagonale 3 Zoll weniger. Das Design wirkt weniger edel als beim LG Z9.

Konkurrenz: Sony ZG9 für 15.999 EUR

Aber: Wir sprechen über einen Kaufpreis, der nur die Hälfte vom LG-Modell beträgt. Und in unserem Test schnitt der Sony hervorragend ab. Auch Samsung bringt mit der Q950R-Serie bereits die zweite Generation von QLED 8K-TVs auf den Markt. Der Q900 (erste Generation), den wir in 75 Zoll testeten, und der auch in 85 Zoll erhältlich ist, liegt bei knapp 14.000 EUR. Wir gehen davon aus, dass ein großer Q950 sich im identischen Rahmen bewegt. LG schießt unserer Meinung nach trotz aller Exklusivität deutlich übers preisliche Ziel hinaus. 

Neuer Alpha-Prozessor

Gehen wir auf technische Einzelheiten zum Z9 ein. Der ultraflach bauende TV mit selbstleuchtenden OLED Pixeln baut auf den neuen, für 8K optimierten, intelligenten Alpha 9 Prozessor der zweiten Generation. Dieser kommt inklusive Deep Learning-Algorithmus, entwickelt auf der Grundlage einer riesigen Datenbank mit über einer Million visueller Daten. Das Thema Künstliche Intelligenz ist bei LG ebenso wie beim großen Konkurrenten Samsung ein enorm wichtiges Thema, und die prinzipielle Funktionsweise der Quantum-Prozessoren von Samsung und dem Alpha-Gegenstück von LG ähnelt sich doch. 

Extrem blickwinkelstabil

Der Alpha 9 der zweiten Generation ermittelt automatisch die Qualität der Signalquelle und wendet das optimale Upscaling an. Zusätzlich zur Erkennung der Signalquelle führt der Prozessor einen Feinabgleich der Tone-Mapping-Kurve in Abhängigkeit von den Umgebungsbedingungen durch und optimiert die Bildhelligkeit aufgrund von empirischen Werten, wie das menschliche Auge Bilder unter verschiedenen Lichtbedingungen wahrnimmt. Der Prozessor erkennt die Raumhelligkeit mit Hilfe des eingebauten Umgebungslichtsensors und passt dann die Bildhelligkeit entsprechend an. Der Alpha 9-Prozessor der 2.Generation ist des Weiteren in der Lage, HDR-Inhalte weiter zu optimieren, indem er auch hier die Helligkeit anpasst und so auch die dunkelsten Sequenzen in allen Details auf den Bildschirm bringt.

Der Prozessor ist, eine weitere Einigkeit mit dem Samsung-Pendant, auch für guten Klang zuständig. Mittels eines intelligenten Algorithmus wird ein Audio-Upscaling z.B. von Zweikanal-Material auf Virtual 5.1 vorgenommen. Der Prozessor verbessert die Ausgabe auf Basis der angelieferten akustischen Inhalte, so ermöglicht er zum Beispiel eine sehr gute Stimmwiedergabe bei Nachrichtensendungen oder Dokumentationen, aber auch bei Filmen.

Der Anwender kann die Klangeinstellungen in Abhängigkeit von den räumlichen Bedingungen selbst bestimmen. Wie schon seit längerer Zeit bei LG üblich, ist das Soundsystem der Top-TVs auch kompatibel zu Dolby Atmos-Inhalten. Die "ThinQ AI" TVs des Jahrgangs 2019 haben überdies eine neue Spracherkennungsfunktion. 

Was kann der 88-Zöller visuell? Der Z9 soll, so LG, über eine besonders effektive Rauschunterdrückung verfügen. Davon konnten wir aufgrund der hohen Qualität des LG Demo-Bildmaterials noch nichts auf der CES sehen und folglich auch nichts beurteilen. 

Der Z9 ist Bestandteil der "Signature" Linie

Die Bedingungen bei LG auf der CES  waren aufgrund des deutlichen externen Lichteinfalls eher schlecht. Eines aber war klar festzustellen: Die Leuchtkraft des OLED-Panels reicht locker aus, um auch bei deutlichem externem Lichteinfall den vollen Kontrastumfang abbilden zu können. Das Bild fasziniert und bietet typische OLED-Vorzüge: Extrem tiefes Schwarz, saubere, auch im filigranen Bereich exzellente Kontraste sowie authentische Farben. Die extrem hohe Blickwinkelstabilität ist sehr zu loben. Hier haben LCDs neuester Bauart aber massiv aufgeholt. 

Was für Material zeigte LG auf der CES? Ganz gleich, ob die Skyline von Weltmetropolen oder ein Schwan auf einem See, dahinter Bäume in prächtigen Herbstfarben: Immer ist die Farbbrillanz hervorragend, stets werden die Farbtöne exakt getroffen und immer wirkt das Bild extrem dreidimensional - gerade in den gigantischen 88 Zoll werden diese Vorzüge besonders überzeigend verdeutlicht. Wir sehen die Dächer von Skyscrapern mit Lüftungs- und Klimaanlagen, die im Laufe einer langsamen Kamerafahrt absolut stabil und mit überragender Detaillierung vorbeiziehen.

Hell genug auch bei deutlichem externem Lichteinfall

Natürlich, das muss man immer hinzufügen, handelt es sich um speziell präpariertes Material, aber diese enorme Sauberkeit, ohne erkennbares Ruckeln und mit lediglich sehr geringem Panelrauschen, ist schon beachtlich. Die Schärfe ist bis in die hintersten Bildebenen identisch hoch. Das sehen wir auch bei zahlreichen berühmten Plätzen und Bauwerken aus europäischen Metropolen: Eine reichhaltig verzierte alte Bibliothek, mit viel Gold, dann werden lederne Buchrücken, ebenfalls mit Gold verziert, gezeigt - die Narbung des Leders wird in jedem Detail präzise erkennbar. Was der moderne Alpha-Prozessor beim Upscaling von niedriger auflösendem Material in Full-HD oder Ultra-HD leistet, das muss zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. 

Wir sind gespannt, wann der Z9 auf den deutschen Markt kommt, ebenso steigt die Spannung in Richtung IFA, ob LG das große 88 Zoll-Panel noch in 2019 auch anderen Herstellern wie z.B. Panasonic anbieten wird. Denn es wäre gerade für Panasonic an der Zeit, ein 8K-TV-Modell zu präsentieren. Aktuelle Speerspitze des Jahres 2019 ist die Ultra HD-OLED-Serie GZW2004, die es aber lediglich in 55 und 65 und nicht in 77 Zoll ab Sommer geben wird. 

Special: Carsten Rampacher
Datum: 11. Juni 2019

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