DOPPELTEST: Canton Oberklasse-Standlautsprecher Reference 5 und Reference 7 - höchste Klangkultur aus dem Taunus
Klang

Setup

Equipment

Rotel Michi P5, WiiM Ultra Streamer (oben), eine der beiden Michi M8 (unten)
Wir haben an einem Setup, bestehend aus Rotel Michi (Vorverstärker Michi P5 Series 2 (5.499 EUR), Endverstärker 2 x Michi M8 Monoblöcken mit satten 1.080 Watt an 8 Ohm und irrwitzigen 1.800 Watt an 4 Ohm (Paarpreis rund 15.100 EUR) und Wiiim Ultra Streamer (399 EUR), getestet. Die Rotel Michi Komponenten eignen sich aufgrund des neutralen Klangbilds sehr gut, um auszuloten, wie gut die Lautsprecher sich akustisch schlagen. Die beiden Reference-Lautsprecher zeichnen sich auch durch eine hohe Flexibilität hinsichtlich der Aufstellung aus, und gerade die Reference 5 überzeugt durch den großen Sweet Spot. Dieser ist aber, gerade in Anbetracht der kompakten Bauform, auch bei der Reference 7 schon sehr ausgeprägt.

Zwei klangstarke Standlautsprecher

Hier die Sicht von oben
Nothing Else Matters, Version aus dem Film "Jungle Cruise"
Reference 7: Wir notieren eine sehr klare, feinfühlige Art der Wiedergabe und freuen uns über den präzisen authentischen Basseinsatz sowie die exakten Konturen bei jedem Instrument. Dynamische Unterschiede kommen impulstreu heraus, und der Klang löst sich sehr gut von den Boxen. Die unterschiedlichen musikalischen Ebenen sind tadellos zu unterscheiden, die deutlichen Dynamiksprünge werden spontan und lebendig präsentiert.
Reference 5: Der größere der beiden Standlautsprecher offeriert erwartungsgemäß noch mehr Volumen, der Aufbau der gesamten akustischen Kulisse wirkt daher noch beeindruckender. Damit einher gehen ein Plus an Punch und ein erweiterter Tiefgang im Bassbereich. Das Klavier tritt äußerst plastisch auf und erscheint noch etwas fundierter als bei der Reference 7. Dynamiksprünge werden mit noch mehr Nachdruck und Entschlossenheit dargestellt. Wie auch bei der Reference 7 beeindruckt die feine Auflösung, das Klangbild wirkt sehr homogen und die Tonalität ist ausgewogen.
Land Of Confusion, Disturbed Cover-Version
Reference 7: Enorm dynamisch, aber nicht zu harsch - die Reference 7 trifft genau unsere bevorzugte Art der Präsentation. Wir loben die sehr fundierte, überraschend kraftvolle Wiedergabe, Stimme und Instrumente sind sauber getrennt, aber trotzdem wird alles als homogenes Ganzes dargestellt. Auch bei diesem Klangbeispiel löst sich der Klang exzellent vom Lautsprecher, und auch bei hohem Pegel sind noch Details im Hintergrund zu hören.
Reference 5: Gleich herauszuhören ist, dass noch mehr Nachdruck gleich ab Beginn aufgefahren wird. Die Reference 5 erscheint bei hohem Pegel noch souveräner, legt dann nochmal richtig los, wenn die Reference 7 auf zugegebenermaßen hohem Level zu verharren scheint. Die Reference 5 agiert sehr kraftvoll, ausdrucksstark und zugleich in sich schlüssig. Die Gitarren ertönen fetzig, aber nie zu harsch.
No Goodbye, Paul Kalkbrenner

Der Hochtöner der Reference-Schallwandler liefert bei jedem Musikmaterial einen klaren, transparenten und zugleich homogenen Klang
Reference 7: Der Bass hat für einen doch recht kompakten Lautsprecher eine erstaunliche Substanz. Auffällig ist die sehr gute vokale Präsenz der weiblichen Stimme, der Bass ist, wie bereits erwähnt, äußerst nachdrücklich, verdeckt trotzdem keine Stimmanteile. Wieder überzeugt die Reference 7 durch die überragende Impulstreue und die hervorragende Pegelfestigkeit, besonders, wir wiederholen uns, in Anbetracht der Abmessungen. Die Reference 7 erweist sich als äußerst wendig, sie passt sich blitzschnell der akustischen Situation an.
Reference 5: Der Bass hat noch mehr Substanz, und wir schätzen die enorme Dynamik über den gesamten Frequenzbereich. Nicht, dass die kleinere Reference 7 hier enttäuscht, aber die größere Standbox liefert noch mehr Nachdruck und Volumen über den gesamtenn Frequenzbereich. Die Trennung der weiblichen Stimme von den anderen akustischen Anteilen gelingt herausragend, und dynamische Unterschiede werden sofort erfasst. Uns gefällt die hohe Klarheit und die gleichzeitig enorme Homogenität.
Vier Jahreszeiten, Der Frühling, Antonio Vivaldi
Reference 7: Der kleinere der beiden Reference-Standlautsprecher bietet eine sehr gelungene Mischung aus enormer Dynamik und viel Feingefühl. Die Streicher präsentieren sich auf hohem Niveau, sehr exakt, sehr lebendig, zugleich nie zu spitz oder harsch. Die Reference 7 erfreut zudem durch eine ausgezeichnete Herausarbeitung der orchestralen Gesamteinsätze. Insgesamt bietet die Reference 7 auch hier wieder einen sehr vielschichtigen, klaren und angenehmen Klang, und Details wie das Abklingen der Instrumente werden sehr gut zum Ausdruck gebracht.
Reference 5: Spürbar ist sofort das Plus an räumlicher Weite, verbunden mit einer erweiterten räumlichen Tiefe bei den orchestralen Einsätzen, aber auch bei den instrumentalen Soli. Der Unterbau bei tieferen und tiefen Frequenzen tritt noch nachdrücklicher heraus Die ganze Zuordnung der einzelnen Instrumente gelingt noch einen Hauch besser als bei der bereits ausgesprochen überzeugenden Reference 7.
Natürlich haben wir für den finalen Test weitere Stücke mit den beiden Canton Lautsprechern gehört.
Wir starten mit Till Brönner & Yello und dem Track "Till Tomorrow". Schon bei der Reference 7 notieren wir einen standfesten und präzisen Bass. Ebenso fällt die überragende Herausarbeitung von Tills Trompete auf, sie wird genau auf den Punkt, sehr fein strukturiert, wiedergegeben. Pluspunkt des Lautsprechers ist auch die grandiose Räumlichkeit für einen Lautsprecher dieser Größe. Gerade, wenn man nicht zu weit von der Box entfernt sitzt, entfaltet sich ein sehr plastisches akustisches Gefüge, das sich unmittelbar vor den Zuhörern aufbaut. Tonal agiert die kompakte Reference 7 auch bei hohem Pegel sehr angenehm, aber trotzdem spritzig und schwungvoll.

Die Bassbestückung beider Lautsprecher
Wie schlägt sich zum Vergleich die größere Reference 5? Das Bassgefüge wirkt noch beeindruckender, unmittelbarer, massiver, zugleich aber sehr exakt auf den Punkt gebracht. Der Bass überdeckt den präzisen Klang von Tills virtuos gespielter Trompete nicht. Das enorm breite und weitläufige räumliche Spektrum bleibt auch bei sehr kräftigen Pegeln voll erhalten.
Wie sind unsere Eindrücke bei Eva Cassidys "Ain‘t No Sunshine"? Die Reference 7 überzeugt mit einer sehr feinen Stimmdarstellung, die auch eine saubere Herausbeitung der Nuancen umfasst. Die Gitarre kommt sehr detailliert heraus, und die Stimme scheint fokussiert auf der virtuellen Bühne zu stehen, so direkt gestaltet sich die Wiedergabe. Die instrumentalen Soli, Gitarre und Piano, erklingen mit hohem feindynamischen Anspruch. So lautet unser Fazit: Ein sehr entschlossener, nachdrücklicher Auftritt, zugleich jedoch harmonisch und kultiviert
Kann die Reference 5 noch nachlegen? Ja, sie kann, und zwar mit größerem Volumen und höherer atmosphärischer Dichte. Die feinen Konturen wirken noch eine Idee prägnanter als bei der Reference 7, wie bei der kleineren Box entfaltet die Stimme von Eva ein erstklassiges Charisma. Dynamische Differenzen pariert die Reference 5 mit hervorragender Impulstreue, was zu einem absolut spontanen, direkten und authentischen Klangbild führt.
Paul McCartney & Wings, "Live and Let Die": Auch beim 007-Titelsong starten wir wieder mit der Reference 7. Hervorragend, mit emotionaler Wirkung, kommt der Beginn heraus, und wir loben das sehr gute Management hinsichtlich der unterschiedlichen Geschwindigkeiten inerhalb des Songs. Abgerundet wird diese Darbietung von einem außerordentlich straffen, sauber durchzeichneten Bass. Die Vocals wirken etwas zu „mild“, das liegt aber hauptsächlich an der alten Aufnahme. Weiterer Pluspunkt: Auch in den leiseren Passagen notieren wir eine exzellente Räumlichkeit
Und die Reference 5? Wie auch in den anderen Beispielen entfaltet die Reference 5 noch mehr Kraft und schafft ein grandioses Fundament. Dadurch wirkt alles wirkt wie aus einem Guss, trotzdem kommen die zahlreichen dynamischen Spitzen mit viel Ausdruckskraft heraus.Impulstreue wird, ähnlich wie bei der Reference 7, groß geschrieben. Die Stimme wirkt minimal ausdrucksstärker als bei der Reference 7.
Wir schließen den zweiten Teil der Testreihen mit Wolfgang Amadeus Mozart, "Figaros Hochzeit", Ouvertüre. Die Canton Reference 7 spielt sehr nuanciert, überragend ausbalanciert, mit enormer Strahlkraft und enorm guter Durchhörbarkeit, und tritt immer absolut ausgewogen auf. Dynamische Sprünge werde impulstreu und mit Entschlossenheit präsentiert, und gefällt die sehr schöne Ausformung auch der kleineren Zwischentöne. Mit dieser extrem akkuraten Auslegung ist die Reference 7 ideal für den Klassikfan - für 6.000 Euro Paarpreis eine hervorragende Performance.
Wie sieht es bei der Reference 5 aus? Subtile Passagen ertönen mit noch dichterer Räumlichkeit. Der Klang löste sich bereits bei der Reference 7 ausgezeichnet vom Lautsprecher, die Reference 5 legt nochmals eine Schippe drauf und sorgt dafür, dass sich ein plastisches, zugleich räumlich klar definiertes akustisches Bild direkt vor dem Hörer aufbaut. Mit der Reference 5 betritt man zum erstaunlich fairen "Eintrittspreis" schon die "Champions League" der Standlautsprecher.
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Tags: Canton • Lautsprecher • Reference






