XXL-TEST: Yamaha Digital Sound Projector YSP-5600 mit Dolby Atmos und aktiver Subwoofer NS-SW300 – unschlagbares Soundpaket?

Yamaha YSP-5600 NS-SW300 Gruppenbild

Der YSP-5600 Digital Sound Projector wurde von Yamaha auf der IFA 2015 der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Nun, eine geraume Zeit danach, haben wir das Hightech-Device endlich im Testraum, und zwar zusammen mit dem 250 Watt starken aktiven Subwoofer NS-SW300. 1.999 EUR exakt kostet das schlagkräftige Team, wer nur den YSP-5600 einzeln haben möchte, legt 1.699 EUR auf den Tisch. Der YSP-5600 kokettiert mit zahlreichen DSP-Modi, typisch für Yamaha, aber das Besondere ist, dass von den insgesamt 46 einzelnen Lautsprechern auch ein Array fürs Abstrahlen an die Hörraumdecke vorgesehen ist: Der YSP-5600 unterstützt Dolby Atmos und nun auch voraussichtlich ab Ende Juni DTS:X. 11,7 kg wiegt der gut verarbeitete, optisch schlicht auftretende, schwarze Digital Sound Projector. Er ist 1.100 mm breit, 212 mm hoch und 93 mm tief, somit nicht besonders schwierig zu integrieren.

Yamaha YSP-5600 Front Seitlich2

Schlichtes Design, Gehäuse aus Kunststoff, recht flach

Yamaha YSP-5600 Rueckseite Seitlich

Rückseite

Yamaha YSP-5600 Anschluss Mikro

Gute Detailverarbeitung, zu erkennen: Der IntelliBeam-Mikrofonanschluss

Yamaha YSP-5600 Bedienelemente Oberseite

Bedienelemente

Yamaha YSP-5600 Display

Display

Vier HDMI-Terminals sind vorhanden, aber nur eines davon verfügt über HDCP 2.2. 4K Signale werden durchgeschliffen, es gibt keine interne Videosignalverarbeitung. Natürlich ist auch ein HDMI-Ausgang an Bord. Weiterhin gibt es einen Subwoofer Pre-Out, optischer Digitaleingang, koaxialer Digitaleingang sowie Cinch-Analog-Terminals finden sich unter anderem. 

Yamaha YSP-5600 Anschluesse Rueckseite1

4 x HDMI-In, ein HDMI-Ausgang

Yamaha YSP-5600 Anschluesse Rueckseite2

Weitere Anschlüsse

Mittels speziellem Modul kommuniziert der YSP-5600 mit dem NS-SW300 Aktivsubwoofer, der sich in guter Verarbeitungsqualität zeigt – das gilt für das Finish außen und auch innen.

Yamaha NS-SW300 Front Seitlich

NS-SW300 im schwarzen Hochglanz-Design

Yamaha NS-SW300 Bassreflexrohr

Speziell geformte Bassreflexöffnung für wenig Strömungsgeräusche

Yamaha NS-SW300 Bedienelemente Front

Lautstärkeregelung

Yamaha NS-SW300 Innenleben Gesamt

Elektronik in der Gesamtübersicht

Yamaha NS-SW300 Innenleben1

Im Detail

Yamaha NS-SW300 Innenleben2

Mehrstöckig angeordnet

Yamaha NS-SW300 Rueckseite Seitlich

Rückseite des NS-SW300

Yamaha YSP-5600 Wireless Subwoofer Kit SWK-W16 2

Anschlüsse am Wireless Subwoofer-Modul

Yamaha YSP-5600 Wireless Subwoofer Kit SWK-W16 1

SWK-W16 Wireless-Modul

Der NS-SW300 bringt zahlreiche technische Merkmale mit, die wir später am Rande der Hörtestreihen kurz beleuchten werden. So sollen aus kompaktem Gehäuse kräftige Bässe mit gesundem Tiefgang kommen, und die spezielle Formung des Bassreflex-Tunnels hilft, Strömungsgeräusche zu reduzieren. Wenden wir uns nun wieder dem Digital Sound Projector zu. 

Der YSP-5600, der neben WLAN auch Bluetooth 2.1 + EDR  mit eingebaut hat, verfügt über verschiedene Hörmodi:

  • 3D Surround (mit fünf horizontalen und zwei vertikalen Klangabstrahlungen, wie 7.1.2, Dolby Atmos beziehungsweise Dolby Surround Upmixer, funktioniert zusammen mit Cinema DSP 3D)
  • Surround (mit fünf horizontalen Abstrahlrichtungen für 5.1 Klang, ohne Einbeziehung der Height-Channels, funktioniert mit Cinema DSP zusammen )
  • Stereo (mit einem speziellen vertikal ausgerichteten Lautsprecher als Hochtöner zum Abspielen von 2-Kanal-Quellen)
  • Target (extrem auf den Zuhörer gerichtete Abstrahlung bei Mono-Signalen)

Yamaha YSP-5600 Mikro

IntelliBeam-Mikrofon

Der YSP-5600 arbeitet mit „IntelliBeam“: Dank des mitgelieferten IntelliBeam-Mikrofons kann der Sound-Beamer das Abstrahlverhalten der einzelnen Lautsprecher und des gesamten Systems optimieren. Auch die zur Decke gerichteten Height-Beam-Lautsprecher werden mit einbezogen. In den Testreihen funktionierte das reibungslos und überzeugend. 

Folgende DSP-Programme stehen zur Verfügung:

  • Cinema DSP Movie: Sci-Fi, Adventure, Spectacle
  • Cinema DSP Music: Music Video, Concert, Jazz Club
  • Cinema DSP Entertainment: Sports, Talk Show, Drama, Game

Der YSP-5600 verfügt über ein grafisch einfach gehaltenes OSD, das aber in deutscher Sprache verfügbar ist. Greift man aufs OSD zu, während z.B. gerade eine Ultra HD-Blu-ray läuft (Ultra HD Signale werden übrigens ohne Probleme durchgeschliffen), erscheint es in Kleinform in der Bildschirmecke. Einen Einrichtungsassistenten, wie er bei AV-Receivern mittlerweile üblich ist, bringt der YSP-5600 nicht mit. 

Hier einige Screenshots:

Yamaha YSP-5600 Screenshot 1

Setup-Menü mit IntelliBeam für automatisches Einmessen mittels Messmikrofon, wahlweise auch manuelles Justieren der verschiedenen Paramenter. Weitere Variante: Setup mittels App

Yamaha YSP-5600 Screenshot 2

IntelliBeam-Optionen

Yamaha YSP-5600 Screenshot 3

Gute Texte zur Erklärung

Yamaha YSP-5600 Screenshot 4

Test der Umgebungsgeräusche

Yamaha YSP-5600 Screenshot 5

Automatische Beamoptimierung, hier wird der Beam-Winkel gemessen

Yamaha YSP-5600 Screenshot 6

Komplette Optimierung der Akustik

Yamaha YSP-5600 Screenshot 7

Anzeige der Resultate

Yamaha YSP-5600 Screenshot 8

Das automatische Setup ist nun fertig durchgeführt

Yamaha YSP-5600 Screenshot 9

Manuelles Eingreifen, hier beim horizontalen Winkel. Hier sollte man über Zeit und Erfahrung verfügen

Yamaha YSP-5600 Screenshot 10

Anpassung des vertikalen Winkels

Yamaha YSP-5600 Screenshot 11

Beam-Weglänge kann eingegeben werden

Yamaha YSP-5600 Screenshot 12

Kanal-Ausgabe

Yamaha YSP-5600 Screenshot 13

Drei Varianten beim Sub: a) drahtlos, b) Sub im YSP-5600 nutzen, c) kabelgebundener Sub, der an den Pre-Out des 5600 angeschlossen wird

Yamaha YSP-5600 Screenshot 14

Klang-Optionen

Yamaha YSP-5600 Screenshot 15

DTS Neo:6 Cinema und Music

Yamaha YSP-5600 Screenshot 16

HDMI-Optionen

Im Lieferumfang enthalten ist eine anständige Fernbedienung, der aber leider eine Beleuchtungsmöglichkeit fehlt. Dafür liegt sie gut in der Hand, ist ordentlich verarbeitet und recht übersichtlich. Der Sound-Beamer reagiert zügig auf Befehle, die mit der Fernbedienung gegeben wurden, auch bei Verwendung der Netzwerk- und Multimedia-Features über die MusicCast-App (siehe unten) entstehen nie lange Wartezeiten. 

Yamaha YSP-5600 Fernbedienung

Fernbedienung

Es gibt gleich zwei Apps, die ineinander greifen und zur Steuerung aller Funktionen des YSP-5600 Soundprojektors dienen. Zum einen die „Yamaha HT Controller WLAN“ App, die die gesamten DSP-Funktionen, alle weiteren Klang- und Beam-Einstellungen sowie das Setup steuert. Hier ist es wichtig, die WLAN-Version aus dem App Store beziehungsweise von Google Play herunterzuladen und nicht die ebenfalls erhältliche Bluetooth-Variante. Zum anderen findet sich die „MusicCast“ App, mit der das in den Soundprojektor integrierte MusicCast Modul bedient wird. Mittels dieser App gibt es unter anderem Zugriff auf Spotify Connect, auf Napster, Juke sowie auf die Internet Radio-Funktionalität (Basis vTuner). Ebenfalls kann man auf PCs und Server zugreifen, die sich im selben Netzwerk wie der YSP-5600 befinden. Clou ist aber, dass der YSP-5600 in ein komplettes Yamaha MusicCast System eingebunden werden kann, die Signale, die der Digital Sound Projector ausgibt, können auf entsprechend kompatible MusicCast-Lautsprecher im gesamten Haus gestreamt werden. Das gesamte System ist mittels der App zu steuern, in sehr übersichtlicher Art und Weise. Durch 5-sekündiges Drücken der „Connect“ Taste auf der Fernbedienung beginnt die Einbindung des YSP-5600 in ein MusicCast System. Auch, wenn der YSP-5600 die erste MusicCast-Komponente ist, beginnt alles mit dem Aufbau einer Verbindung zur App nach dem Drücken der Connect-Taste. In unseren Testreihen funktionierte alles ohne Schwierigkeiten. Hier nun die Screenshots:

Yamaha Home Theater Controller (WLAN)

Yamaha MusicCast App_neu6

Wichtig: Home Theater Controller App in der WLAN-Version herunterladen

Yamaha MusicCast App_neu10

Eingangswahl

Yamaha MusicCast App_neu9

Sound-Optionen

Yamaha MusicCast App_neu8

Wahl des DSP-Modus

Yamaha MusicCast App_neu7

Um die MusicCast Funktion zu verwenden, wechselt man die App

Yamaha MusicCast App

Yamaha MusicCast App 1

Gleich startet die Einrichtung

Yamaha MusicCast App 2

Erster Schritt: Einschalten der Audiokomponente

Yamaha MusicCast App_neu11

Nach kurzer Wartezeit steht die Verbindung

Yamaha MusicCast App 3

Eingabe des Raumnamens

 Yamaha MusicCast App_neu1

Man kann aus verschiedenen vorkonfigurierten Raumabbildungen wählen

Yamaha MusicCast App 6

Nun geht es los

Yamaha MusicCast App 7

Grundmenü

Yamaha MusicCast App 8

Napster, Spotify Connect, Juke, AirPlay, 

Yamaha MusicCast App 9

Weitere Quellen

Yamaha MusicCast App 10

Server und PCs im gleichen Netzwerk

Yamaha MusicCast App_neu2

HiRes-Alben

Yamaha MusicCast App_neu3

Wiedergabe eines 48 kHz Flac-Files, leider wird weder die Samplingfrequenz noch die Bittiefe angezeigt

Klang

Ultra HD Blu-ray, „Kings Man – The Secret Service“; Kapitel 8, Schlägerei in der Kneipe, DTS-HD Master Audio plus Dolby Surround Upmixer:

Wow! Das ist richtiges Kino! Was die YSP-5600 hier veranstaltet, ist erstklassig. Der Upmixer erfüllt seinen Zweck und über den Köpfen der Zuhörer passiert richtig etwas. Dass Yamahas Technologie nicht auf psychoakustischen Effekte, sondern auch echten Schallreflexionen basiert, ist sofort zu spüren – das ist nicht neu, wohl aber kommt hinzu, dass die dritte Dimension des „Immersive Sound“ so gut transportiert wird. Aber beginnen wir am Anfang der Szene. Hier stehen Dialoge zwischen dem verunsicherten Eggsy und dem smarten Harry Hart im Fokus. Sauber und differenziert baut der Yamaha Soundprojektor die Dialoge auf. Die Stimmen weisen viele typische Charakteristika auf. Als dann die Bande in die Kneipe kommt, um sich Eggsy vorzuknöpfen, wird es turbulent.

Fliegende Bierkrüge, harte Schläge, heftige Aufschläge auf dem Fußboden, die Sequenz hat einiges zu bieten. Souverän managt der YSP-5600 mit seinen insgesamt 46 Lautsprechern jede einzelne Sekunde. Die 128 Watt Gesamtleistung (88 Watt für die Array-Lautsprecher und 40 Watt für den Woofer-Kanal des Sound-Beamers) werden noch ergänzt von den 250 Watt Ausgangsleistung des aktiven Subwoofers NS-SW300. Die Zusammenarbeit mit dem YSP-5600 klappt hervorragend, man hat den Eindruck einer einheitlichen, nachdrücklichen Klangkulisse, in Weite und Tiefe exzellent. Das 25 cm Chassis des aktiven Bassisten kommt auch bei deutlich gehobenem Pegel nicht an seinen Anschlag. Die gebotene Präzision des aktiven Subwoofers ist in Anbetracht des Kaufpreises (Soundprojektor ohne Subwoofer 1.699, mit Subwoofer 1.999 EUR) absolut in Ordnung. Aus objektiver Sicht muss hinzugefügt werden, dass aber noch mehr geht. Dass die Präzision recht gut ist, liegt wohl auch an Yamahas „Twisted Flare Port“ Bassreflex-Öffnung.

Die leicht in sich gedrehte Form des Bassreflex-Kanals löst Luftwirbel an den Kanten der Öffnung auf, was Strömungsgeräusche reduziert und den Luftstrom harmonisiert. Ferner arbeitet der aktive Subwoofer mit der „Advanced Yamaha Active Servo“ (Advanced YST) Technologie, die trotz der relativ kompakten Gehäuseabmessungen des NS-SW300 einen kräftigen Bass mit solidem Tiefgang erzeugen soll, was in der Praxis auch tatsächlich funktioniert: Es mangelt in der „Kingsman“ Szene nicht an tieffrequenter Energie, und so kann man mit nur zwei Komponenten, Sound-Beamer und Subwoofer, nicht nur den TV-Sound aufpeppen, nein, das Ergebnis geht weit über das hinaus, was man selbst von guten Soundbars herkömmlicher Bauart kennt: Es entsteht echtes Heimkino-Flair, mit Lebendigkeit, feiner Staffelung, und der Zuhörer fühlt sich wirklich von Sound umgeben. 

Blu-ray „Mission Impossible – Rogue Nation“, Dolby Atmos nativ, Eröffnungssequenz plus Wien-Szene mit Auszügen aus Puccinis „Turandot“: 

In der Eröffnungssequenz sind wir begeistert – wir haben noch das zu Dolby Atmos kompatible Cinema-DSP „Spectacle“ zugeschaltet, und das Starten des Militärflugzeugs wird zu einem Erlebnis von großem Nachdruck, sehr guter Effektstaffelung, hoher Gesamt-Intensität und einer den Zuhörer praktisch komplett umgebenden Sound-Kulisse. Der Music Score wird erstklassig eingearbeitet, und das Gleiche gilt auch für Stimmen. Ohne zu weit in den Vordergrund zu rücken, gliedern sich vokale Elemente bei stets hoher Verständlichkeit ein. Die Triebwerksgeräusche des großen Flugzeugs erscheinen ungemein authentisch, auch Details wie Warnlaute aufgrund geöffneter Luke im Cockpit des Airbus kommen sehr gut heraus. Überhaupt gibt es am Detaillierungsvermögen des YSP-5600 nichts auszusetzen, hier wird ein extrem guter Standard geboten. Die räumliche Dichte ist während der gesamten Anfangssequenz überragend. Schallelemente, die sich über den Köpfen der Zuhörer abspielen, gibt Yamahas Sound-Beamer mit gelungener Wirkung wieder. Man gewinnt den Eindruck, inmitten eines beinahe nahtlosen Klangfeldes zu sitzen.

Wie sieht es in der Opern-Szene aus? Schon der Start des vierten Kapitels, in der U-Bahn-Station, ist vielversprechend. Kleinere Effekte, z.B., als Benji das Kuvert öffnet, arbeitet Yamahas Top-Soundprojetor sehr gut heraus. Auch die abfahrende U-Bahn kommt richtig gut zur Geltung. Das Aufbauen einer atmosphärisch dichten Klangkulisse gelingt auch hier wieder gut. Wir nutzen derzeit noch das „Spectacle“ DSP.  Ausgezeichnet arbeitet der YSP-5600 auch das Blitzlicht-Gewitter der anwesenden Presse heraus, als der österreichische Bundeskanzler in Richtung Opernhaus marschiert. Noch nie ist es in unseren Testreihen einer einzelnen Komponente (gut, zählt man den Sub dazu, sind es zwei) so überzeugend gelungen, einen derart einnehmenden, raumfüllenden Klangeindruck zu erzeugen. Selbst das Schieben der Regler am Mischpult im Kontrollraum für die Opernaufführung kommt prima heraus. Nun sind wir gespannt: Wir nehmen das Music-DSP Concert für die „Turandot“ Szenen – taugt es auch für die Effektwiedergabe? Wir sind angetan von der Eröffnung, sehr lebendig, mit Verve, ertönen die Instrumente, die Präsentation der bei einer Oper elementar wichtigen vokalen Elemente erledigt der YSP-5600 in einer Qualität, die man dem Soundprojektor kaum zugetraut hätte.

Die weibliche Gesangsstimme zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich, so fein ist sie herausmodelliert, und gleichzeitig so gut ins tonale Gesamtgefüge integriert. Aber auch die Actionsequenzen innerhalb des Kapitels kommen, trotz „Concert“ DSP,  tadellos heraus. Die Platzierung aller Effekte gelingt überragend, erneut überzeugt die Detailverliebtheit, so z.B., als die Waffe für das Attentat auf den österreichischen Bundeskanzler zusammengebaut wird. Auch das Gefecht Ethans mit seinem Gegner hoch über der Bühne wird ohne Tadel wiedergegeben. Die Gewichtung aller Elemente gelingt dem YSP-5600 herausragend, er schafft es immer, ein sauber ausbalanciertes, authentisches und somit insgesamt glaubwürdiges akustisches Gefüge zu erstellen. Der aktive Subwoofer gliedert sich allzeit praktisch nahtlos ein, so dass der Eindruck einer in sich geschlossenen, einheitlichen Klangkulisse entsteht. 

Yamaha MusicCast App_neu12

AirPlay-Wiedergabe

Nun checken wir, wie sich der YSP-5600 schlägt, wenn wir ihn im AirPlay-Betrieb zusammen mit unserem Apple iPhone 6S Plus verwenden. Wir hören „Twenty Five“ – Jerome’s Official Anthem Mix zur 25. Mayday 2016. Und eine Erkenntnis gewinnen wir rasch: Im reinen Stereo-Betrieb büßt der YSP-5600 viel von seinem Reiz ein. Der Klang wirkt dumpf und müde. Also wechseln wir gleich in den „Surround“ Betrieb, aber ohne DSP, denn es passt keines richtig. Mit Lebendigkeit, Nachdruck und dichter Räumlichkeit geht es nun voran, und wir sind zutiefst begeistert.

Klassischer Trance in befriedigender (komprimierter) Qualität von Spotify folgt, wir polieren mittels des sehr guten Enhancers für stark datenreduziertes Material auf: Bessere Höhen, mehr Punch insgesamt, mehr räumliche Tiefe – sehr gut. Im Modus „Surround“ ein richtiger Hörspaß mit Druck im Bassbereich und toller Staffelung. Wir lauschen folgenden Titeln:

  • Is E.T on XTC (Mediteria)
  • Dreamer Trance (Mediteria, General Base Mix)
  • Back Again (General Base)

Hier sind wir bei allen Stücken sehr erstaunt über die hervorragende Pegelfestigkeit des YSP-5600 und vor allem auch des NS-SW300. Man denkt wirklich, eine große Surround-Anlage wäre hier am Werk. Kraftvoller, präziser Bass, viel Räumlichkeit, gute Effekt-Trennung bei verschiedenen akustischen Ebenen: Ein absolutes Highlight, was Yamaha uns hier geschickt hat. Eine Anmerkung muss aber sein: Ohne externen aktiven Subwoofer taugt der YSP-5600 nicht. Die Möglichkeit, den Sound-Beamer auch einzeln ohne externe Bassunterstützung zu verwenden, ist nicht empfehlenswert. 

HiRes funktioniert natürlich auch mit dem YSP-5600. 

Wir hören „California Dreamin“ in der Variante von Diana Kralls Album „Wallflower“ in Flac 48 kHz  und sind erstaunt: Diesmal klingt auch die Betriebsart „Stereo“ sehr angenehm, die Stimme löst sich gut vom Soundbeamer und der gesamte Klang ist lebendig und klar. Trotzdem, auch wenn wir uns Schelte vom HiFi-Fan abholen: Wählen wir die Betriebsart „Surround“, gefällt uns der Klang trotzdem noch besser. Vielschichtiger, räumlich dichter, im Hochtonbereich freier, auch bei „Desperado“ vom selben Album wiederholt sich das Schauspiel. Sogar „Nessun Dorma“ (Flac 96 kHz), gesungen von Jonas Kaufmann und aus Puccinis Oper „Turandot“, lässt sich gut anhören. Erstaunlich, wie echt die faszinierende Stimme des Tenors klingt, kaum störende Verfälschungen, und auch Volumen und Staffelung stimmen. Die Instrumente sind sauber von der Stimme Kaufmanns getrennt, und die räumliche Wirkung ist ausgezeichnet. „Diamante“ (Flac 96 kHz) von Sandra und Tony Alessi erfreut durch authentisches italienisches Flair, wenn sich Yamahas „Zauberkünstler“ einschaltet. Der oft matte, eindimensionale, in den Höhen flaue Klang vieler Soundbars findet sich hier nicht einmal im Ansatz. Klarheit, Frische und zugleich eine homogene, angenehme, nie aggressiv-schneidende Aislegung sorgen für hohe Zufriedenheit beim Zuhörer. 

Generell ist als Hürde bei Yamahas Sound-Beamern zu nennen, dass die räumlichen Verhältnisse für authentischen Klang stimmen müssen. In die Raumecke kann man TV mit dem Soundprojektor darunter beispielsweise nicht so gut stellen. Trotz guter IntelliBeam-Automatik-Einmessung klingt es dann von der Effektverteilung her nicht absolut ausgewogen. Genauso ist es etwas schwierig und suboptimal, wenn die Schallstrahlen auf einer Seite auf eine Wand und auf der anderen Seite auf eine großformatige Fensterfront treffen. Richtig gut ist es, wenn auf beiden Seiten, auf denen die Schallstrahlen eintreffen, identische Bedingungen vorherrschen, am besten einen Wand auf beiden Seiten. Auch Gegenstände, die sich im Auftreff-Bereich der Schallstrahlen befinden, wirken sich unter Umständen negativ aus. Hier sind konventionelle, nach pyschoakustischen Grundlagen arbeitende Soundbars oder aktive TV-Lautsprecher dann im Vorteil. Zwar kann man beileibe nicht so viel aus ihnen herauskitzeln wie aus Yamahas „Wundertüte“, aber dafür kann man unter räumlich ungünstigen Bedingungen weniger Probleme bekommen. So sieht man – nichts ist ohne Nachteil. 

Fazit

Yamaha YSP-5600 Front Seitlich1

Yamahas YSP-5600 ist eine wahre Lichtgestalt. Gut, die räumlichen Gegebenheiten müssen schon stimmig sein, damit der digitalen Soundprojektor seine volle Leistungsfähigkeit entfalten kann, aber ist diese Voraussetzung erfüllt, gibt es kein  Halten mehr, vorausgesetzt, man ordert denn NS-SW300 Aktivsubwoofer für 2.000 EUR Paketpreis gleich mit dazu. Enorm dichte Räumlichkeit, sehr überzeugende „Immersive Sound“ Qualitäten, viel atmosphärische Dichte, sehr gute Stimmwiedergabe – ein echter Filmton-Profi, dieser YSP-5600. Der preisgünstige, in unserem Falle drahtlos eingebundene aktive Subwoofer liefert ein solides, erstaunlich präzises Bassfundament und erweist sich, ebenso wie der YSP-5600, als sehr pegelfest. Musik kann das Yamaha-Team übrigens auch, selbst Klassik oder Jazz stellen keine Hürde da, sondern werden ausgezeichnet präsentiert. Zahlreiche DSP-Modi sind, wie für Yamaha-Devices typisch, ebenfalls integriert. Leider ist nur einer der vier HDMI-Inputs mit HCDP 2.2 ausgestattet, das ist ebenso dürftig wie die fehlende Video-Signalverarbeitung. Zumindest ein Upscaling von Full HD-Signalen auf 4K wäre in diesen Preisregionen wünschenswert. Dafür entschädigt das sehr gut ausgerüstete MusicCast Modul, das unter anderem auf komfortable Weise Zugriff auf PCs und Server, Spotify Connect und Apple AirPlay gewährleistet. Trumpf ist jedoch, dass der YSP-5600 problemlos und zügig in ein großes MusicCast System eingebunden werden kann, die Signale, die der Sound-Beamer ausgibt, können von anderen, MusicCast-kompatiblen Devices im ganzen Haus wiedergegeben werden. Insgesamt ein ganz starkes Stück Hightech, das derzeit keine Konkurrenz hat. 

Starke Leistung von Yamaha: Das Paket aus YSP-5600 und NS-SW300 begeistert beinahe ohne Einschränkung
masterpiecelogo
Soundbars/aktive TV-Lautsprecher
Test 13. Juni 2016

+ Konkurrenzloses Soundkonzept mit erstklassiger Akustik bei Filmton und Musik
+ MusicCast on Board
+ Für geringen Aufpreis sehr guter aktiver Subwoofer im Paket
+ Sehr gute DSP-Programme
+ Dolby Atmos-Decoder
+ 4 x HDMI
+ Sehr gute automatische Einmessung
+ Tadellose Fernbedienung

– DTS:X kommt erst Ende Juni
– Nur 1 x HDCP 2.2 in der HDMI-Sektion
– Keine Videosignalverarbeitung

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 13. Juni 2016




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK