XXL-TEST: Yamaha Aventage 9.2-Kanal-AV/MusicCast-Receiver RX-V3070 – Champion in der 9-Kanal-AV-Receiver-Liga?

 

Yamaha-RX-A3070-Front-Seitlich1

Yamahas Aventage AV-Receiver sind schon seit Jahren äußerst beliebte Mehrkanal-AV-Receiver, die mit aufwändiger Konstruktion, modernen und praktischen Ausstattungsmerkmalen, reichhaltiger Anschlussbestückung und mit den legendären Yamaha DSP-Programmen aufwarten können. Eine Vielzahl an Modellen ist 2017 wieder am Start, und für 2.499 EUR bekommt man das Top-Modell: Den Yamaha 9.2-Kanal Aventage/MusicCast-Receiver RX-A3070, wahlweise in schwarzer oder titanfarbener Variante. Im Gegensatz zu Marantz, Denon, Onkyo und Pioneer belässt es Yamaha bei den AV-Receiver auch 2017 bei maximal 9 Kanälen. Vielen Anwendern wird die Leistungsfähigkeit der wie gewohnt analogen Endstufen sein, daher präsentieren wir zunächst die vom Hersteller angegebenen Leistungswerte des mit dts:X und Dolby Atmos-Decoder ausgestatteten AVENTAGE Top-Receivers.

Hier der Überblick:

  • 150 W / Kanal (8 Ohm, -20 kHz, 0,06% THD, 2 Kanal angesteuert)
  • 230 W / Kanal (4 Ohm, 1kHz, 0,9% THD, 1 Kanal angesteuert)
  • 230 W / Kanal (8 Ohm, 1 kHz, 10% THD, 1 Kanal angesteuert)

Im Lieferumfang enthalten ist eine für die Preisklasse befriedigende Systemfernbedienung, zwei Bilder von der Remote folgen: 

Yamaha RX-A3070_remote

Fernbedienung

Yamaha RX-A3070_remote_detail

Navigationskreuz

Das On Screen Display von Yamaha ist hinlänglich bekannt – hier ein paar Screenshots:

Yamaha RX-A3070 Screenshot 1

Sprachauswahl beim OSD

Yamaha RX-A3070 Screenshot 6

Optionen in Menü „Ton“

Fürs aktuelle Modelljahr neu hinzugekommen ist ein XLR-Eingang. DSD wird nach wie vor mit 2,8 und 5,6 MHz wiedergegeben, laut Datenblatt gibt es keinen Support von Quad-DSD mit 11,2 MHz. Ein Nachteil, der kaum ins Gewicht fällt.  Als echten Gewinn bewerten wir Yamahas Maßnahme, einen DAB/DAB+ Tuner in den 3070 zu integrieren. Das ist bei allen 2017er Aventage AVR-Modellen der Fall, nicht nur beim 3070.

Yamaha RX-A3070_cinema_dsp_digital

Cinema DSP HD3 Chip. Damit kann man die Yamaha-typischen DSP-Modi auch bei Dolby Atmos und dts:X verwenden

Yamaha RX-A3070_ypao_mikro

YPAO-Einmessmikrofon

Natürlich ist der beste DSP-Chip, der Cinema DSP HD3 Chip, an Bord. Dieser sorgt unter anderem dafür, dass man die Yamaha-typischen DSP-Modi auch bei Dolby Atmos oder DTS:X einsetzen kann. Mit integriert ist „Rear VPS“ (Virtual Presence Speakers). YPAO kommt mit extra präziser 64-bit EQ-Berechnung, wie gehabt gibt es auch eine Winkeleinmessung.

Das YPAO-Einmesssystem misst an bis zu 8 Positionen ein und erfreut mit problemloser Arbeit. An bis zu 8 Hörpositionen kann eingemessen werden, zudem ist eine Winkeleinmessung möglich. Man muss nicht alle acht Positionen nacheinander einmessen, sondern kann auch früher aufhören, wenn man z.B. meist ohnehin nur allein und an der selten Hörposition lauscht, und daher einen so großen Hot Spot nicht benötigt. 

Zu den DSP-Programmen. Yamahas DSP-Programme basieren auf real vermessenen Räumen und Lokalitäten: Kirchen, Jazzclubs oder erstklassige Kinosäle geben eine datenbasierte, authentische Grundlage für die Erschaffung des passenden DSP-Programms. Je nach DSP-Programm gibt es mehr oder minder ausführliche Nachbearbeitungsmöglichkeiten für den Anwender. So kann dieser beispielsweise Effektintensität, Nachhallzeit oder virtuelle Raumgröße bearbeiten. Die DSP-Programme sind nicht nur mittels der mitgelieferten Fernbedienung und per OSD aufzurufen, sondern auch mittels der Yamaha App für Smartphone und Tablet. Nochmals zum schon erwähnten, im 3070 verbauten DSP-Prozessor: Der CINEMA DSP HD3-Chip kommt mit Rear VPS (Virtual Presence Speaker, und das neue CINEMA DSP Programm „Enhanced“ ist mit an Bord. Diese DSP-Modi sind an Bord:

Yamaha RX-A3070 Screenshot 13

Die DSP-Programme können noch individuell optimiert werden. Achtung: Die zu justierenden Parameter sind nicht bei jedem DSP-Modus identisch

Wiederholtes Drücken der „Movie“ Taste auf der Fernbedienung:

  • Movie Theater Standard
  • Movie Theater Spectacle
  • Movie Theater Sci-Fi
  • Movie Theater Adventure
  • Movie Theater Drama
  • Movie Theater Mono Movie
  • Movie Theater Enhanced
  • Entertainment Sports
  • Entertainment Action Game
  • Entertainment Roleplaying Game
  • Entertainment Music Video
  • Entertainment Recital/Opera

Wiederholtes Drücken der „Music“ Taste auf der Fernbedienung:

  • 2-Kanal-Stereowiedergabe
  • 9-Kanal-Stereowiedergabe
  • Classical: Hall in Munich
  • Classical: Hall in Vienna
  • Classical: Hall in Amsterdam
  • Classical: Church in Freiburg
  • Classical: Church in Royaumont
  • Classical: Chamber
  • Live/ClubClub Village Vanguard
  • Live/Club – Warehouse Loft
  • Live/Club: Cellar Club
  • Live/Club: The Roxy Theatre
  • Live/Club: The Bottom Line

„Straight“ meint, dass das, was auf dem jeweiligen Medium ist, 1:1 durchgeleitet wird, ohne DSP-Bearbeitung. Drückt man „Sur.Decode“ auf der Fernbedienung, kann man die verschiedenen Audio-Upscaler von Dolby und DTS verwenden. „Enhancer“ setzt den qualitätsverbessernden Audio Enhancer in Betrieb. „Pure Direct“ schließlich ist für den kürzestmöglichen Signalweg zuständig. 

Für beste Klangqualität durch hochpräzise digital-analoge Wandlung sorgen der ESS ES9026PRO SABRE DAC und SABRE9006AS Ultra DAC. 

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Großer Lautstärkedrehregler

Yamaha-RX-A3070-Bedienelemente-Front

Regler für die Quellwahl

Das Frontpanel aus massivem Aluminium sieht gut aus und bietet visuelle sowie akustische Vorteile. Für Quellwahl und Lautstärke-Einstellung finden sich bewährte, hochwertige Drehregler. 

Yamaha RX-A3070_5_standfuss

Fünfter Gerätestandfuß unterm AV-Receiver

Typisch schon seit Anfang an für Yamahas Aventage AV-Receiver ist die „Anti Resonance Technology“ mit A.R.T Wedge (fünfter Gerätestandfuß) unter dem Gerät. Das garantiert eine noch bessere Klangqualität dank Vibrationsdämpfung. Neu entwickelt für die 2017er Generation wurden die hochwertigen, schweren restlichen Standfüße für mehr Stabilität des Chassis. Zusätzlich sorgt der H-förmige Gehäuseaufbau für Stabilität. Das Innenleben des RX-A3070 präsentiert sich aufgeräumt und angemessen hochwertig. 

Yamaha-RX-A3070-Innenleben-Gesamt

Innenleben gesamt, gut zu sehen sind die speziellen Verstrebungen

Yamaha-RX-A3070-Innenleben2

Nun ja: Kühlkörper aus Blech gehören eigentlich nicht in diese Preisliga

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Transformator

Yamaha-RX-A3070-Innenleben1

Platinenlayout

MusicCast ist natürlich auch an Bord. Wie gewohnt gibt es per MusicCast AirPlay®, Spotify®*, Pandora®*, Tidal*, Deezer*, Qobuz*, JUKE* Musik-Streaming-Dienste (Musik Service-Verfügbarkeit variiert je nach Region). Schnell ist der RX-A3070 in ein MusicCast-System integriert, man drückt für 5 Sekunden die Straight/Connect-Taste auf der Frontblende, und innerhalb einer Minute ist alles erledigt. Man kann dem RX-A3070 einen Raum-/Zonennamen und ein passendes Foto zuweisen. 

Übrigens: Yamaha veröffentlicht Ende Dezember 2017 den Skill für die Amazon Alexa Sprachsteuerung zur Unterstützung des MusicCast Multiroom-Systems. Damit ermöglicht Yamaha die Sprachsteuerung des umfassenden Multiroom-Systems und aller kompatiblen Geräte. Die Sprachbefehle werden von Amazon Echo, Echo Plus, Echo Dot oder Echo Show registriert und dann vom MusicCast-Skill an die entsprechenden Geräte übertragen. So können beispielsweise Soundbars, AV-Receiver und Streaming-Lautsprecher ein- beziehungsweise ausgeschaltet werden, die Lautstärke lässt sich verändern und sogar das Koppeln von verschiedenen Räumen für simultane Wiedergabe ist per gesprochenem Befehl möglich.

Yamaha-RX-A3070-Rueckseite-Seitlich

 

Rückseite komplett

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HDMI-Sektion

Yamaha RX-A3070_XLR

Sogar XLR-Anschlüsse

Yamaha-RX-A3070-Anschluesse-Rueckseite2

Cinch/XLR-Bestückung, 3 optische und 3 koaxiale digitale Eingänge

Yamaha-RX-A3070-Anschluesse-Rueckseite

 

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Viele HDMI-Anschlüsse sind bei Luxus-AV-Receivern Pflichtprogramm: HDMI® (8 in / 2 out) mit voller 4K Ultra HD Unterstützung (4K / 60p [4:4:4]), HDR Video inklusive Dolby Vision und BT.2020 Farbraum Durchleitung – das reicht auch bei vielen Zuspielern aus. Wünschenswert für die Zukunft wären drei anstatt nur zwei HDMI-Ausgänge. Der RX-A3070 bringt selbstverständlich einen dedizerten Phonoeingang mit.

Ein XLR-Terminal ist, wie schon erwähnt, an Bord. Hinzu kommen drei koaxiale und drei optische Digitaleingänge. Ein 11.2 Pre-Out fehlt auch nicht. Vier Composite-Videoeingänge und zwei YUV-Eingänge finden sich ebenfalls auf der Rückseite. Vorne befinden sich Kopfhörer-Ausgang, einmal HDMI, einmal USB, dazu Analog-Audio und, wie üblich, der Anschluss fürs YPAO-Einmess-Mikrofon.

Apropos YPAO: Optimiert im Jahre 2017 wurde die YPAO-R.S.C Klangoptimierung, nun mit hochpräziser 64-bit EQ-Berechnung und, wie bisher, mit Winkeleinmessung. Zone Extra Bass und Zone Volume Equalizer (Zone 2) erhöhen die Flexibilität ebenso wie die HDMI Zonen-Umschaltung und die vielseitige Zonensteuerung (Zone 2 / 3 / 4 On / Off, Zone GUI und Party Modus).

Weitere Ausstattungsmerkmale des RX-A3070 ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Yamaha RX-A3070 Screenshot 8

Netzwerk-Menü

  • Natürlich verfügt der RX-A3070 über ein integriertes WLAN-Modul und ist Wireless Direct-kompatibel. WiFi mit WPS, Push-Button, oder aber Freigabe der WLAN-Einstellungen über iOS-Mobilgeräte (z.B. iPhone) sind weitere nennenswerte Eigenschaften. Man kann denn RX-A3070 auch kabelbasiert ins Heimnetzwerk einbinden
  • Bluetooth® für kabelloses Musik-Streaming und Compressed Music Enhancer für Bluetooth sind ebenfalls in der Ausstattungliste vertreten. 
  • Dialog Lift-Funktion, hilfreich, wenn der Center deutlich unter dem TV oder Beamer montiert ist. Mittels Dialog Lift kommt der Ton des Centers dann dorther, wo er herkommen sollte – aus der Mitte des Bildes. 
  • Der RX-A3070 kann vom Web-Browser aus gesteuert werden
  • iOS-Devices können an den Front-USB-Eingang mittels des üblichen Apple-Kabels angeschlossen werden. Die Steuerung erfolgt dann über die Fernbedienung der Vorstufe. 

Yamaha RX-A3070 Screenshot 11

SCENE-Makros mit zahlreichen Bearbeitungs-Optionen

  • Scene-Tasten mit zu Macros zusammengefassten Befehlsketten können auch individuell programmiert werden. Aufruf der Scene-Funktion auch über die App.
  • Der RX-V3070 bringt nicht nur den bereits erwähnten DAB/DAB+ Tuner mit, sondern verfügt auch über einen analogen UKW-/MW-Tuner
  • Yamaha Silent Cinema für Surround-Genuss in Verbindung mit einem normalen Stereo-Kopfhörer
  • YPAO Volume als „moderne Loudness-Schaltung“ für vollen, räumlichen Klang schon bei niedrigen Pegeln
  • Eingangszuordnung in übersichtlicher tabellarischer Form über OSD

Yamaha RX-A3070 Screenshot 10Eingangszuordnung per OSD

Der RX-A3070 ist wahlweise mit der schon erwähnten mitgelieferten Systemfernbedienung oder auch mittels der sehr guten App bedienbar. Wir haben einige Screenshots vorbereitet:

Yamaha AV_App1

Der RX-A3070 wurde gleich erkannt

Yamaha AV_App2

Auswahl an DSP-Programmen

Yamaha AV_App3

Aktuelle Quelle

Yamaha AV_App4

Advanced-Setup fürs Spectacle-DSP für den Frontbereich

Yamaha AV_App5

Advanced-Optionen für den Rear-Bereich

Yamaha AV_App6

Einstellmöglichkeiten „Basic“

Yamaha AV_App7

Scene-Betriebsarten

Yamaha AV_App8

Eingangswahl

Yamaha AV_App9

Detaillierte Einstellungen sind über die App ebenfalls möglich

Yamaha AV_App10

Zahlreiche Ton-Optionen

Yamaha AV_App11

Dialog Lift, Cinema DSP 3D-Modus, Pure Direct, Party Modus 

Yamaha AV_App12

Video-/HDMI-Optionen

Zwar „nur“ 9 Endstufen, dafür sonst Vollausstattung mit aufwändigem YPAO, DSP-Processing, DAB+ Tuner und einer exzellenten Anschlussauswahl: Der sehr hochwertig verarbeitete, optisch klassisch gehaltene RX-A3070 setzt durchaus Akzente.

Yamaha RX-A3070 Screenshot 2

5.1.4-Konfiguration

Aber wie sieht es mit den akustischen Fähigkeiten aus? Nun „rüsten“ wir unser Nubert nuLine-Ensemble und unser Teufel System 6 THX (zusätzlich aufgewertet mit Teufel Reflekt Lautsprechern für Dolby Atmos und DTS:X) um in die Klangtestreihen zu starten. 

Klang Mission Impossible (Blu-ray), Dolby Atmos (englisch)

Bei der Blu-ray von „Mission Impossible – Rogue Nation“ haben wir gleich ab Filmbeginn genau hingehört. Mit massivem Druck wird der Start des Airbus A-400 wiedergegeben, der Yamaha schafft es sofort, eine allumfassende Klangkulisse aufzubauen, die die Front Height Lautsprecher (in den ersten Testreihen verwendeten wir ein 5.1.2 Setup) sehr gut mit einbezieht, es sind keinerlei klangliche Lücken zu hören.

Dank des Cinema DSP HD3 Prozessors ist es möglich, auch bei Dolby Atmos (ebenso bei dts:X) die DSP-Programme einzusetzen. Unsere Wahl fällt auf das Spectacle-DSP: Effekte werden besonders lebendig eingearbeitet und sind sehr präzise im Raum zu orten. Der Music Score kommt, obwohl es ein „Cinema DSP“ ist, mit hoher Ausdruckskraft heraus.

Kleinere Effekte, wie das Tippen von Benjamin Dunn auf dem Touchscreen, und die daraus reslutierenden Geräusche, arbeitet der 3070 ebenfalls hervorragend ein. Er besitzt eine erstklassige Fähigkeit, schon bei einem 5.1.2 Setup eine höchst beeindruckende, dichte, Panorama-artige Räumlichkeit aufzubauen. Der Mord im Plattenladen mit dem scharfen, präzisen Schuss kommt exzellent in den Hörraum, das Unvermittelte, Heftige dieser Tat bekommt das Auditorium daher genau zu spüren.

Der RX-A3070 kann aber auch mit sehr guter Stimmwiedergabe in allen Dialogen punkten, Stimmen haben feine Konturen und viel Charisma. Tonal erscheint uns der 3070 als neutral und ausgewogen, mit sehr exakt ausbalancierter Front-Surround-Darstellung.

Im Wien-Kapitel wird die klassische musik direkt am Anfang sehr eindrucksvoll, mit Wucht und Nachdruck, dargestellt. Die Geräusche in der U-Bahn-Station, wie z.B. das Murmeln der Menschenmenge und der aus der Station herausfahrende Zug, arbeitet der Yamaha zügig und exakt ein. Wenige Minuten später startet im weltberühmten Wiener Opernhaus Puccinis Oper „Turandot“. Die Differenzierung zwischen musikalischen und anderen akustischen Elementen gelingt dem 3070 brillant.

Die Stimmen der Opernsängerinnen und Opernsänger werden ebenso mit Sorgfalt behandelt wie das Orchester. Die Auseinandersetzung zwischen Ethan und seinem Widersacher hoch oben über der Bühne wirkt direkt und authentisch. Das spätere Attentat auf den österreichischen Bundeskanzler, der der Vorführung mit seiner Ehefrau beiwohnt, wird mit enormem Nachdruck übertragen.

Klang Ultra HD Blu-ray „The Legend Of Tarzan“ (Dolby Atmos)

Wie klingt der RX-A3070 bei der Ultra HD Blu-ray von „The Legend Of Tarzan“ (Dolby Atmos)?

Wir lauschen von Anfang an und verwenden das „Adventure“ DSP-Programm. Die Stimme und die typisch afrikanische Musik arbeitet der RX-A3070 ausgezeichnet heraus. Mit Nachdruck und Präzision werden die aktiven Subwoofer angesteuert. Der Adventure-DSP-Modus präsentiert die Klangbühne mit besonderer räumlicher Weite.

Dies merkt man in allen Ebenen, auch das Geschehen in der Überkopf-Ebene kommt mit besonders intensiver Wirkung heraus. Yamahas DSP-Programme optimieren im Detail und verfälschen nicht, das merkt man an der charismatisch-klaren Stimmwiedergabe. Trocken und kraftvoll – so erfolgt die Effektwiedergabe. Kleine Effekte, so zum Beispiel, als die Soldaten ihre Gewehre anlegen – arbeitet der RX-A3070 ebenfalls sehr gekonnt ein.

Als die Truppe nun das Feuer eröffnet, so beeindruckt uns der Yamaha durch Wucht und exakte Wiedergabe. Als die Einheit kurz darauf durch Wasser läuft, wird auch dieser Prozess akustisch glaubwürdig vermittelt. Immer behält der AV-Receiver auch den Music Score unter Kontrolle, präzise werden hier Effekte dargestellt. Dann ein großer Dynamiksprung, als die fast nackten Krieger die Soldaten unvermittelt angreifen. Sofort steht die Endstufen-Leistung des RX-A3070 auf Abruf bereit und impulstreu befördert der Yamaha den Dynamiksprung in den Hörraum.

Pegelfest, nachdrücklich und mit einer im Vergleich zu früheren Generationen verbindlicheren Auslegung, trifft der RX-A3070 voll ins Schwarze und stellt die gesamten Kampfhandlungen sehr intensiv dar. Schon in 5.1.2 Konfiguration, erst recht in 5.2.4 Konfiguration, entpuppt sich der Yamaha als Hochleistungs-Schaltzentrale fürs zeitgemäße Heimkino. 

Klang Blu-ray: Lichtmond, The Journey, Tracks: „The Journey 1“, „The Journey 2“, Dolby Atmos

Der Yamaha spielt bei den beiden Lichtmond-Tracks wieder seine enorme Präzision und die nahtlose Integration der Height-Lautsprecher aus. Jeder, auch noch so kleine, Effekt wird exakt im Raum platziert. Die Räumlichkeit ist exzellent, hier offeriert nur der Denon AVR-X6400H noch etwas mehr Dichte. Dafür führt der RX-A3070 beim Thema feindynamische Präzision. Auch die Ansteuerung der verwendeten aktiven Subwoofer ist vollkommen überzeugend.

Gleichmäßig, sauber, akkurat – es lohnt sich, dem RX-A3070 ein leistungsstarkes Lautsprechersystem mit Watt-starken und exakt arbeitenden aktiven Bässen zur Verfügung zu stellen. Mit unseren Systemen von Nubert und Teufel arbeitet der talentierte Japaner auf sehr hohem Niveau zusammen. Bedingt durch die homogene Auslegung, gibt der RX-A3070 den problemlosen Universalisten und nicht die „launische Diva“. Übrigens haben wir bei den Lichtmond-Stücken komplett auf den Support eines DSP-Programms verzichtet und diesmal „Dolby Atmos pur“ gehört. 

Klang a-ha, The Final Concert, Oslo Spectrum, DTS-HD Master Audio, aufpoliert mittels DTS Neural:X, Titel: „The Sun Always Shine On TV“ und „The Blood That Moves The Body“

Sehr lebendig werden direkt zu Beginn von „The Sun Always Shines On TV“ die Height-Lautsprecher eingebunden, wenn wir mittels des Audio-Upscalers DTS Neural:X arbeiten. Die Beifallsbekundungen der Konzertbesucher übermittelt der RX-A3070 sehr direkt und authentisch. Der Aufbau des Songs gelingt mit hoher Impulstreue und einer ausgezeichneten Weitläufigkeit.

Jeder Effekt, der neu hinzukommt, wird sorgfältig eingefügt. Der Yamaha schafft aber nicht nur eine lobenswerte räumliche Weite, sondern auch eine enorme räumliche Tiefe. Das alles trägt dazu bei, dass man auch bei hochskalierten Audioinhalten beinahe den Eindruck von nativem DTS:X Material bekommt. Die Dynamik, die der RX-A3070 im weiterer Verlauf bei der Wiedergabe der beiden Songs entwickelt, ist tadellos, besonders auffällig auch diesmal: Die hohe akustische Harmonie, der RX-A3070 erzeugt ein praktisch lückenloses Klangbild. 

Klang a-ha, The Final Concert, Oslo Spectrum, DTS-HD Master Audio, gehört mit Yamaha Silent Cinema und normalem Stereo-Kopfhörer, Titel: „Stay On These Roads“

Mit verschiedenen DSP-Programmen (Music Video, Warehouse Loft, welches das Beste ist, kann man individuell bestimmen) haben wir die schon seit langer Zeit verbaute „Silent Cinema“ Funktion kurz gecheckt. Man braucht nur einen normalen Stereo-Kopfhörer, und schon kann es losgehen. Das Gefühl erstaunlich echter, weitläufiger Räumlichkeit, schwierig beim Hören mittels Kopfhörer umzusetzen, kreiert der Yamaha-Algorithmus beim a-ha-Kuschelsong überraschend gut. Die Klangkulisse fokussiert den Zuhörer hervorragend, ohne aber erdrückend und überfordernd zu erscheinen. Klar, lebendig und detailreich ist der Klang überdies, und schon mit einem guten Headphone der 100 bis 150 EUR Liga hat man durch dieses Feature einen echten Gewinn. 

Klang Hi-Res-Files in Stereo, Flac-Format

Yamaha RX-A3070 Screenshot 14

Sehr gute Klangqualität auch bei Hi-Res-Audio-Files in Stereo

Ganz natürlich und ohne DSP-Power kann uns der RX-A3070 im Stereo-Betrieb auch überzeugen. Bei Diana Kralls Adaption von „Desperado“ bietet er eine klar aufgebaute virtuelle Bühne und eine sehr charismatische Präsentation der Stimme. Das Klavier kommt akkurat heraus, und Stimme wie auch Instrumente lösen sich stimmig von den Lautsprechern. Die hohe Präzision, die uns schon im Mehrkanal-Einsatz gut gefallen hat, vernehmen wir auch bei der Wiedergabe von Stereo-Hi-Res-Audio-Inhalten. 

Da macht „Don’t Dream It’s Over“, ebenfalls in Flac 48 kHz/24-Bit, keine Ausnahme. Auch dieser Song stammt von Diana Kralls „Wallflower“ Album, und der RX-A3070 überzeugt, ebenso wie bei „Feels Like Home“ als drittem Stück aus „Wallflower“, durch die hohe  Gesamtharmonie und die Liebe zum Detail. Was die Güte der Stereowiedergabe angeht, liefert der RX-A3070 ganz klar eine Top-Leistung ab. Er verbindet Homogenität souverän mit Dynamik, Klarheit mit angenehmer Tonalität. Damit wird er auch durchaus versierte Stereo-Hörer glücklich machen, was noch lange nicht jedem AV-Receiver in der Praxis gelingt. 

In Flac 96 kHz/24-Bit hören wir nun aus Puccinis „Turandot“ die legendäre Arie „Nessun Dorma“, gesungen von Star-Tenor Jonas Kaufmann. Der Yamaha untermauert hier seine schon zuvor angesprochenen Stereo-Qualitäten, in dem er die enorme Ausdruckskraft von Kaufmanns Stimme gekonnt fokussiert. Deutlicher gesprochen: Potentielle Unschärfen in der Ausformung musikalischer Einzelheiten, die gerade erfahrene Stereo-Hörer bei AV-Receivern nicht schätzen, leistet sich der Yamaha überhaupt nicht. Auch den Chorgesang arbeitet er überragend ein, sehr genau – es ist dieses erstklassige Maß an Präzision, welches den Aventage-Receiver in allen Testreihen auszeichnet. 

Mark Knopflers „Basil“ in 192 kHz/24-Bit Flac verdeutlicht dies ebenfalls. Schon gleich am Anfang arbeitet der AV-Receiver die Instrumente sehr sorgfältig heraus. Als dann Mark seine charakteristische Stimme erhebt, glänzt der RX-A3070 mit exzellenter Impulstreue und einer hohen räumlichen Tiefe. Sauber, feinfühlig, mit genau der richtigen Dosis an Brillanz: Der RX-A3070 liefert wieder eine sehr gute Vorstellung ab. 

Klang – Bilanz

Oftmals werden wir kritisiert: Immer sei der neuere AV-Receiver besser, und immer blumiger würden die Ausführungen zur Schilderung der akustischen Fähigkeiten. Wir erläutern zum allgemeinen Verständnis kurz die Situation. Auch ein 2015er oder 2016er AV-Receiver, so zum Beispiel ein RX-A3040, ist immer noch ein hervorragender AV-Receiver. Wir reden also nicht von Quantensprüngen. Manchmal sogar ist das ältere Modell einen Hauch besser oder ebenbürtig. Und natürlich – so viel zur Ausdrucksweise – muss man sich stets überlegen, die man die Nuancen zwischen den Geräten sprachlich zum Ausdruck bringt.

Schließlich, und schon sind wir mitten im Thema, gibt es auch AV-Receiver, die besser klingen als ihre Vorgänger, und das nachvollziehbar. Zu dieser Geräte-Gattung gehört der RX-A3070, der besonders durch die gestiegene Präzision glänzt, und zwar bei der Zwei- und der Mehrkanal-Wiedergabe. Gleichzeitig klingt der RX-A3070 verbindlicher, minimal „wärmer“, und somit ist er auch für mehrstündige Hör-Sessions herausragend geeignet. An der Pegelfestigkeit hat sich nicht viel getan, was aber auch nicht weiter schlimm ist, da schon die Vorläufer hier überzeugen konnten.

Noch besser, nahtloser, fließender, ist beim RX-A3070 die Überkopf-Ebene eingearbeitet. Sowohl bei nativem Atmos- oder DTS:X-Material als auch bei konventionellen Inhalten, die hochskaliert wurden, um die Height-Lautsprecher mit einzubeziehen, bietet der RX-A3070 eine nochmals bessere Performance. Die gewohnt effektiv arbeitenden DSP-Programme bieten eine subtile, aber doch merkliche, sehr gelungene Steigerung des Hör-Genusses, gerade die „Cinema DSP“ Modi. Aber das haben wir schon immer von Yamaha gekannt – wobei der RX-A3070 auch Unterschiede zwischen einzelnen Cinema DSPs noch besser herausarbeitet, glaubwürdiger – ohne den Original-Inhalt künstlich zu „verbiegen“. 

Video

Der RX-A3070 hat einen Video-EQ mit 5 Speicherplätzen für eigene Justagen. Einstellbar sind:

  • Detailanreicherung
  • Sättigung
  • Kontrast
  • Helligkeit
  • Randschärfe

Yamaha RX-A3070 Screenshot 7

Steht im Bild-Menü der Videomodus auf „Verarbeitung“, agiert der eingebaute Video-Prozessor

Signale in 480/576i, 480/576p, 720p, 1.080i/p können bis auf 4K hochkonvertiert werden. 

Wir haben genau diese Funktion ausprobiert. Der RX-A3070 skaliert die Blu-ray „Mission Impossible -Rogue Nation“ in sehr guter Qualität auf 4K hoch. Direkt im ersten Kapitel wird der Touchscreen von Benjamin Dunns iPad sehr scharf und fast rauschfrei wiedergegeben. Die einzelnen Grashalme auf dem Feld sind gut differenziert. Als Ethan über die Tragfläche des startenden Airbus läuft, sind die Triebwerke und die Außenhaut des großen Militärflugzeugs scharf und plastisch erkennbar. Die Startbahn ist, während das Flugzeug kurz vor dem Abheben ist, sauber zu sehen. Panoramaaufnahmen mit dem A-400 in der Luft beweisen eine tadellose Tiefenstaffelung beim Upscaling durch den Yamaha.

Als Ethan ins Innere geschleudert wird, ist alles trotz hektischer Bewegung in tadelloser Bildschärfe eingearbeitet. In der Wien-Sequenz einige Kapitel später beweist der RX-A3070 erneut sein Können. Auch das Innere des Opernhauses stellt er sehr genau dar, selbst dann, wenn es dunkel ist, hält sich das Rauschen in Grenzen, wenngleich das Bild dann etwas unschärfer wirkt. Die Kamerafahrt von oben nach unten kurz vor der Aufführung im Opernsaal wird mit ordentlicher Bildschärfe umgesetzt. Die Bühne ist zu Beginn der Oper mit dem Bühnenbild ausgezeichnet detailliert, das Treppenhaus der Oper mit dem Geländer und dem Teppich auf den einzelnen Stufen verdeutlicht: Die Upscaling-Fähigkeiten des RX-A3070 darf man nicht unterschätzen. 

Konkurrenzvergleich

Denon-AVR-X6400H-Front-Seitlich1

  • Denon AVR-X6400H für 2.499 EUR: Zum identischen Preis gibt es bei Denon zwei Endstufen mehr. Und wer denkt, dafür hätte man unter Umständen an der Qualität gespart, irrt: Waren die 11 Verstärkerzüge beim Vorläufer noch gut, aber nicht überwältigend, was Pegelfestigkeit und Souveränität angeht, legt der 6400H trotz optisch nahezu identischem Aufbau eine Schippe drauf. Er lässt kaum noch Wünsche offen und der Konkurrenz wenig Luft zum Atmen. Doch der Yamaha RX-A3070 nutzt die sehr kleine Lücke, die sich ihm auftut: Er agiert besonders präzise und schlägt hier knapp den 6400H, der dafür, ganz gleich, in welcher Konfiguration, bei der Räumlichkeit brilliert. Der Yamaha punktet mit seinem DAB-Tuner, der Denon mit den sehr guten ISF-Bildprogrammen. Zurück schlägt der RX-A3070 mit seinen hervorragenden DSP-Betriebsarten – dem hat der Denon nicht viel entgegen zu setzen. Dass der RX-A3070 auch noch sechs Speicherplätze für Video-EQ-Justagen besitzt, ist schön, allerdings gibt es nicht allzu viele Parameter, die der User einstellen kann. Anschlussseitig ist beim RX-A3070 die große Flexibilität angesagt: Sogar XLR ist vorhanden. Der Yamaha kokettiert auch mit seinem weiter entwickelten YPAO-Einmesssystem mit 64-Bit Präzision. In der Praxis aber kann er sich damit nicht vom in Ruhe gereiften und mittlerweile extrem betriebssicheren Audyssey Mult EQ XT32 vom Denon AVR-X6400H absetzen. Beide AV-Receiver haben ein MusicCast- beziehungsweise HEOS-Modul eingebaut, und bei beiden AVRs funktionieren diese Applikationen hervorragend. Hier kann sich keiner vor dem anderen platzieren. Insgesamt zwei erstklassige Geräte, die auf Augenhöhe sind. Individuelle Präferenzen entscheiden hier, was man kauft. 

Pioneer SC-LX801 Front Seitlich1

  • Pioneer SC-LX801: Pioneer offeriert zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2.199 EUR ebenfalls einen 9-Kanal-AV-Receiver. Darüber rangiert mit dem SC-LX901 noch ein 11-Kanal-Modell. Wir ziehen für einen Vergleich den SC-LX801 heran. Mit seinen digitalen „Direct Energy HD“ Endstufen erweist sich der Pioneer als Meister der Grobdynamik und der Pegelfestigkeit. Aber auch feindynamisch ist er auf der Höhe, wenngleich sich der RX-A3070 hier noch etwas besser in Szene setzen kann. Das MCACC Pro-Einmesssystem von Pioneer ist dem neuesten YPAO von Yamaha nicht mehr wirklich überlegen. Versierte Anwender werden aufgrund der extrem reichhaltigen Optimierungs-Optionen trotzdem MCACC bevorzugen. Die Videosektion des Pioneer hat wenig Chancen gegen die des Yamaha. Nur ein Upscaling von Full-HD auf 4K ist möglich. Nicht besonders viel. Extrem gut, nach zahlreichen Updates, sind die multimedialen Eigenschaften des SC-LX801. Fire Connect als offener Multiroom Audio-Standard, und auch Google Cast: Der SC-LX801 lässt sich in viele Multiroom-Szenarios integrieren. 
Fazit

Yamaha-RX-A3070-Front-Seitlich2

 

Der Yamaha RX-A3070 tritt als Aventage-Topmodell mit neun Endstufen gegen die harte Konkurrenz, die teilweise 11 Endstufen an Bord hat, an. Also eine ausweglose Situation? Mitnichten, denn geschickt sucht sich der RX-A3070 seine Lücke. Er begeistert durch Präzision und feindynamisches Können, hat aber trotzdem in jeder Situation mehr als genug Kraft.

Er klingt ungemein angenehm und aufgrund seiner ausgewogenen, sauberen Abstimmung lässt er sich mit vielen Lautsprecher-Sets kombinieren. Seine Ausstattung weist praktisch keine Lücken auf, auch die Videosektion ist reichhaltig bestückt. Hochwertige Baugruppen und ein sorgfältiger Aufbau sprechen auch für den RX-A3070, der dank seiner enormen Stereo-Performance auch Zweikanal-Liebhaber anspricht.

Diese werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit weniger für die gewohnt ausgezeichneten DSP-Programme interessieren, der versierte Heimkino-Freund mit Erlebnis-Anspruch freut sich dafür über diese „Dreingaben“. Tolle Apps für die Steuerung der AVR- und MusicCast-Funktionen, eine hohe Betriebssicherheit und der DAB/DAB+ Radiotuner runden unsere Eindrücke ab. 

Sehr sorgfältig abgestimmter Neunkanal-Receiver mit Premium-Anspruch
referenz
Gesamt-Referenz Neunkanal-AV-Receiver
Test 01. Dezember 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 01. Dezember 2017




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