XXL-Test: Quadral Aurum Streaming-Vollverstärker A10S und Quadral 3-Wege-Standbox Platinum+ nine – „Dreamteam“ aus Hannover

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Eigentlich wollten wir von Quadrals hochwertiger Platinum+ Lautsprecherbaureihe gleich einen Gruppentest durchführen. Nun aber haben wir unerwartet die Chance bekommen, das Top-Modell Quadral Platinum+ nine in Kombination mit dem brandneuen Streaming-Vollverstärker Quadral Aurum A10S zu testen – zu verlockend, also haben wir umgeplant und nennen, um gleich mit dem „Unangenehmen“ anzufangen, zuerst die Preise:

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Platinum+ nine

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A10S

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RC-III

3.000 EUR kostet der A10S, zusätzlich 290 EUR werden für die neue, sehr massiv und edel verarbeitete Fernbedienung RC-III fällig. Wer gleich die Fernbedienung zusammen mit dem A10S kauft, spart 90 EUR und bezahlt demnach für das Paket 3.200 EUR. Die wahlweise in schwarz-hochglänzender oder weiß-seidenmatter Ausführung lieferbare Platinum+ nine kommt auf einen Paarpreis von 5.000 EUR. Beginnen wir nun, die Komponenten vorzustellen, zuerst den Streaming-Vollverstärker A10S.

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Optisch trägt der A10S typische Merkmale der Aurum-HiFi-Komponenten, wie den großen Drehregler

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6,25mm Kopfhörerbuchse

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Display in tiefem Blau

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Von oben

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Dicke Seitenwangen

Optisch gliedert sich der A10S perfekt in die HiFi-Komponenten von Aurum ein. Edle, dicke Seitenwangen, ein tiefblaues, vorn mittig platziertes Display, das ruhig noch feiner auflösen dürfte, sowie der ebenfalls auf der exzellent verarbeiteten Frontblende zentral untergebrachte Lautstärkedrehregler sind typische Merkmale. Auch die silberne Spange oben auf der Gerätefront sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert. Protzig oder irgendwie übertrieben zu wirken, das ist dem A10S völlig fremd. Zeitlose Eleganz ist hier das korrekte Stichwort. Das ausgezeichnet verarbeitete Anschluss-Terminal hinten zeigt auch die Sorgfalt im Detail.

Der A10S ist „handmade in Germany“. Sorgsam komponiert wurde auch das Innenleben. Verbaut ist eine sehr hochwertige Class AB Ausgangsstufe, die für ein enorm verzerrungsarmes Klangbild verantwortlich ist. Mit einer satten Leistung von 2 x 100 Watt an 8 Ohm und 2 x 180 Watt an 4 Ohm offeriert die Endstufe großzügige Daten. Wie später die Testreihen beweisen, stehen wahrhaftig genug Leistungsreserven zur Verfügung. 

Entkoppelte Sektionen für höchstmögliche klangliche Reinheit sowie selektierte Bauteile mit äußerst geringen Fertigungstoleranzen sind weitere Merkmale. Zwei getrennt arbeitende, streuarme Netzteile sowie ein überdimensionierter Transformator lassen Konstruktionsmerkmale klassisch-hochwertiger Vollverstärker aufblitzen. 

Hochwertigkeit auch im Detail wird durch die überdurchschnittlich präzise Lautstärkeregelung mit echten 1 dB Schritten deutlich gemacht. Für semiprofessionelle Anschluss-Ansprüche ist der A10S mit symmetrischen XLR-Terminals ausgerüstet. 

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Rückseite komplett

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Auch XLR-Terminals sind vorhanden

An Bord sind Ethernet-Anschluss, WiFi-Modul sowie ein USB-A-Terminal, was für flexible Verwendungsmöglichkeiten sorgt. An Formaten gibt der A10S WAV, FLAC, ALAC, LPCM, WMA, MP3 und AAC wieder, also nahezu alles Gängige an Hi- und Low-Res-Audio-Standards. In der Liste fehlt unserer Meinung nach nur Direct Stream Digital (DSD). Die Streaming/USB-Sektion des A10S ist mit einer speziellen AURUM-App für Apple iOS und Android steuerbar. Diese App ist für Apple iOS- und Android-Geräte herunterzuladen. Essentielle Verstärker-Funktionen wie zum Beispiel die Quellwahl muss man direkt am A10S oder über die RC-III Remote vornehmen, das geht nicht über die App – etwas schade, aber nicht zu ändern. Das Handling der Streaming-Funktionen über die App geht leicht von der Hand, wir haben unsere Testreihen mit Tidal durchgeführt. Außer Tidal sind noch, Airable Radio und Airable Podcasts aufrufbar. Das in mittlerweile beinahe allen Kreisen beliebte Spotify fehlt in der Liste. Wir haben einige Screenshots der App vorbereitet:

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Im Apple App-Store herunterzuladen, ebenso bei Google Play

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Der A10S wird sofort gefunden

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Übersicht

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Tidal-Menü

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Wiedergabeliste

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Wiedergabe eines Titels

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Hi-Res-Masters Wiedergabeliste

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Etwas „Klassisches“

Fazit der Ausstattungs-/Bedienungs-/Verarbeitungs-Wertung: Mit edler, zeitloser Optik und tollem Finish begeistert uns der A10S. Technisch sehr hochwertig und dafür vom Preis her noch fair, stellt sich die Ausgangslage vor den Klangtestreihen als vielversprechend dar.. Die Leistungdaten machen neugierig, wie es um die Pegelfestigkeit bestellt ist. Die App im Aurum-Style ist leicht zu handhaben, dient aber nur zur Steuerung der Streaming/USB-Funktionen. Was fehlt? Auch, wenn HiFi-Kenner die Nase rümpfen, wir vermissen Spotify und Apple AirPlay. Die noch nicht so bekannten Dienste Airable Radio und Airable Podcast sind dafür an Bord.

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Können die beiden Platinum+ nine akustisch liefern? Das prüfen wir später auch

Kommen wir zur ebenfalls recht „frischen“ Platinum+ nine, einem Dreiwege-Standlautsprecher der Oberklasse.  

Quadral möchte gerade beim Spitzenmodell der neuen Serie eine enorme Dynamik erreichen, und diese mit einem kraftvollen, zugleich präzisen Bass kombinieren.

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D’Appolito-Anordnung

Viel verspricht sich der Hersteller von der D’Appolito-Anordung der Chassis. Hierbei wird der Hochtöner von den anderen Chassis oben und unten eingeschlossen. Übrigens: Beide Standlautsprecher der neuen Baureihe arbeiten mit diesem Prinzip, also auch die kleinere Platinum+ seven. 

Weiteres Merkmal ist die tiefe Trennfrequenz mit sanften Filtern für einen optimierten Phasengang.  Die mit 2  x 210 mm großzügig bemessenen Tieftöner der Platinum + nine sorgen nicht nur auf dem Papier für enormen Nachdruck bei gleichzeitig hoher Präzision im Bassbereich. Man kann ohne Übertreibung festhalten: Hier wird eine Bass-Qualität, wenn man nach der Membranfläche geht, erreicht, die mit mittelgroßen Subwoofern identisch ist. Die Platinum+ nine Standboxen arbeiten nach dem Druckkammer-/Bassreflex-Prinzip, eine, wie wir schon wissen, erfolgversprechende Kombination aus Effizienz und Präzision.  

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Hochwertig auch im Detail

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Auf die Einzelheiten kommt es an

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Das „+“ in der Produktbezeichnung findet sich auch am Lautsprecher

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Bassreflex-Öffnung, sie sieht etwas „schmucklos“ aus

Überzeugen bei unserem Testmuster: Der gesamte Qualitätseindruck. Das Gehäuse weist, wie es aktuell im Trend liegt, keine separate Schallwand mehr auf, sondern ist im Unibody-Stil gehalten. Die Oberflächen-Qualität ist hervorragend, unsere beiden Exemplare mit schwarzem Hochglanz-Finish haben eine einwandfreie Oberflächen-Güte und erzielen den Eindruck einer enormen Tiefe beim Lack. Natürlich bleiben Nachteile wie Staubempfindlichkeit und einer gewissen Anfälligkeit Kratzern gegenüber, aber das ist nicht zu vermeiden. Die Kantenverarbeitung ist sehr gut, und die Chassis sind mit einzelnen Abdeckungen versehen.  

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Anschlussterminals

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Detailverarbeitung hinten

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Standfüße

Die Modelle Platinum+ nine und seven verfügen überdies über eine stabile und optisch schön aussehende Fuß-Konstruktion mit einstellbaren Spikes. Für die Verwendung auf kratzempfindlichen Böden gibt es überdies einen abnehmbaren Silikonschutz.

Bei der Bestückung der Platinum+ nine sticht der RiCom +Hochtöner, de bis 48 kHz hoch spielt, heraus. Er kommt bei allen Modellen der neuen Bauserie zum Einsatz. Dadurch ist eine sehr gute Eignung aller Platinum+ Lautsprecher für die Wiedergabe von Hi-Res-Audio-Dateien sichergestellt. Für den Mittel- und Tieftonbereich setzt die Platinum+ nine auf ALTIMA Membranen, eine exklusive Quadral-Technologie. Grund genug, auch diesmal wieder einige Eigenschaften der ALTIMA Membranen vorzustellen. Sie bestehen aus den drei Leichtmetallen Aluminium, Titan und Magnesium. Daher auch der Name. Diese Material-Kombination wurde gewählt, um ein perfektes Schwingverhalten der Membran sicherzustellen. 

Die Hauptursache für den unterschiedlichen Klang diverser Materialien liegt in der Tatsache, dass sich Membranen beim Schwingen unkontrolliert verbiegen und dann nicht genau den Vorgaben der Schwingspule folgen. Das Ausmaß dieser so genannten „Partialschwingungen“ setzt großenteils den Eigenklang von Membranen fest, den man eigentlich extrem gering halten möchte.

Aus diesem Grunde versuchen die Lautsprecherhersteller, materialbedingte Eigenresonanzen möglichst gut zu unterdrücken und auf verschiedene Frequenzen zu verteilen, um sie mit dieser Maßnahme bestmöglich zu kaschieren. Quadral geht mit ALTIMA® einen anderen Weg.

Zum einen lassen sich durch die spezielle Material-Komposition die Materialresonanzen aus dem jeweiligen Einsatzbereich der Lautsprecher heraus drängen oder herausschieben, und zum zweiten wird es ermöglicht, die Resonanzen gezielt zu bündeln und dann per Netzwerk effektiv zu eliminieren. Daher sind Schnelligkeit, Genauigkeit und die Abwesenheit von Eigenklängen die besonderen Kennzeichen der ALTIMA Konus-Membranen. 

Nach diesem Exkurs kommen wir erneut auf die Platinum+ nine zurück. Sie bringt es auf 200 Watt Dauer- und auf volle 300 Watt Maximal-Belastbarkeit, daher eignet sie sich auch für den Einsatz um größeren Hörraum sowie für die Verwendung als Frontbox im dedizierten Heimkino. Der Wirkungsgrad liegt bei 89 dB. Gleich zwei 210 mm Tieftöner ermöglichen einen enormen Tiefgang, bis auf 23 Hz spielt die nine hinunter. Sie ist gleichermaßen schick wie imposant: 118 cm hoch, 25 cm breit und 40,5 cm tief.

Nun wird es Zeit, zu überprüfen: Wie klingt das „Dreamteam“ aus Hannover?

Klang

Jospeh Haydn, Streicher-Quartett in D-Dur, Opus 76, Nummer 5 – Finale, 44,1 kHz/32-Bit: Ungemein lebendig, authentisch, frisch – so stellt sich das Zusammenspiel aus A10S und Platinum+ nine dar. Der Klang wird hervorragend von den Lautsprechern gelöst und verteilt sich frei auch im größeren Hörraum. Selbst wenn der Zuhörer nicht perfekt im Stereo-Dreieck sitzt, ist die Akustik noch ausgewogen und homogen. Platziert man sich dann optimal, vermittelt das „Team aus Hannover“ einen sehr vielschichtigen Klang, der mit exzellenter räumlicher Weite und enormer räumlicher Tiefe verwöhnt. Feine dynamische Nuancen arbeiten die Quadral-/Aurum-Komponenten mit hoher Sorgfalt heraus. Von der dynamischen, gleichzeitig aber homogenen Auslegung her „vertragen“ sich beide Komponenten perfekt. Die Platinum+ nine ist so gut – sorry, Quadral -, dass man in sehr vielen Fällen gar nicht zu noch deutlich teureren Aurum-Lautsprecher-Topmodellen greifen muss. Selber schuld, sagen wir, wenn die Akustik-Experten aus der niedersächsischen Landeshauptstadt bei einer finanziell absolut noch bezahlbaren Baureihe so gute Arbeit leisten. Die Streicher kommen auch bei beachtlichem Pegel noch filigran und nicht zu spitz oder aggressiv heraus, und das Feine, Kultivierte dieses Streicher-Quartetts bleibt stets in vollem Umfang erhalten.

Antonio Vivaldi, Kantate Rv 679, Che Giova II Sospirar, Povero Core, Arie:  Cupido, Tu Vedi, 44,1 kHz/32-Bit: Der Klassik-Liebhaber wird sich hier enorm angesprochen fühlen, denn die Ausprägung der vokalen Konturen ist erstklassig.  Hier wird die Stimme mit einer enormen Feinauflösung wahrgenommen, dieses Erlebnis wird nur noch von der ungemein plastischen Präsentation des Cemabalo übertroffen. Das Cembalo ist extrem komplex, und daher stets schwierig bei der Wiedergabe: Die spezielle Klangcharakteristik wird oftmals zu synthetisch und oberflächlich wiedergegeben. Unsere Quadral-/Aurum-Kombination macht es hingegen sehr deutlich besser: Mit Feingefühl wird das Instrument herausgearbeitet, sehr prägnant, aber gleichzeitig nicht überdominant. Diese wohlfeile Ausgewogenheit schätzen wir ganz besonders an der Hannoveraner Kombination.

Hoff Ensemble, „Dronning Fjellrose“, „A Quiet Winter Night“, 44,1 kHz/32-Bit: Das uns wohl bekannte, melancholische Stück liegt unsere Elektronik-/Lautsprecher-Kette ebenfalls. Wieder wird die weibliche Gesangsstimme sehr überzeugend eingebunden, gleichzeitig aber auch mit präziser Betonung der vokalen Konturen wiedergegeben. Das Klavier mit der typischen Anschlagdynamik präsentieren uns die Platinum+ nine und der A10S mit der schon gewohnt ausgezeichneten Präzision. Hier sitzt alles, das Timing überzeugt. Klar, die Kombination ist durchaus als teuer zu bezeichnen. Aber fürs investierte Geld bekommt der Käufer auch nicht nur viel „Brand Image“, sondern wirklich auch eine hohe technische Qualität.

Elton John, „I’m Still Standing“, 44,2 kHz/32-Bit: Wer kennt ihn nicht, den großen Erfolg von Elton John. Aber in so guter Qualität wie wir ihn genießen dürfen, bekommt man den Hit nicht alle Tage zu hören. Die Stimme Eltons ist ebenso charakteristisch wie gut ins tonale Gesamtgefüge eingebunden. Homogen, enorm nachdrücklich und mit tadelloser Auflösung: So macht das Hören echte Freude.

Darude, „Sandstorm“,  44,1 kHz/32-Bit: Nun geht es richtig ab, wir versetzen uns nun in die 90er Jahre  zurückund hören den Klassiker „Sandstorm“ von Darude. Und auch hier begeistern uns die Komponenten. Mit sattem Bass und überragendem Tiefgang setzen sich die Platinum+ nine in Szene. Verschiedene Bass-Strukturen geben sie mit klarer Differenzierung wieder. Der Bass löst sich hervorragend von den Boxen, und dynamische Unterschiede werden impulstreu erkannt. Dass der A10S richtig gute Leistungsreserven mitbringt, verdeutlicht er bei diesem Track absolut treffend.

Vogue. Madonna, 44,1 kHz/32-Bit: Wir verweilen in den 90er Jahren und schieben „Vogue“ von  Madonna nach. Und schon der Anfang des Tracks zeigt: Das Quadral-/Aurum-„Gespann“ schafft viel Atmosphäre und eine dichte Räumlichkeit. Können andere auch, werden unsere Leser sagen. Immer die gleichen Worte, gut sind doch viele. Stimmt. Aber diese direkte, ungefilterte Art, gekoppelt mit Frische und Souveränität ist schon beeindruckend. Man lehnt sich zurück, dreht einfach auf und erhält umgehend die „volle Tagesdosis“ Madonna. Alle akustischen Ebenen sind akkurat eingebunden, und auch im Hörraum über 25 Quadratmeter reicht diese Kombination bestens aus.

Snap, „Rhythm Is A Dancer“, 44,1 kHz/32-Bit: Geht es um Dance-Hits der 90er Jahre, darf ein Track nicht fehlen: „Rhythm Is A Dancer der damaligen Großverdiener von Snap. Der Tiefgang und die Bassgewalt der Platinum+ nine gefallen uns auch bei diesem Titel – der leider einen minimal blechernen Einschlag im Hochtonbereich hat. Daher wirkt das Ergebnis bei hohem Pegel nicht ganz so ausgewogen, was aber ein Software- und nicht in Hardware-Problem darstellt. Im Bassbereich, wir wiederholen uns, möchte man immer noch mehr, weil hier einfach Reserven ohne Ende da sind. Da bremst dann nur die eben erwähnte leicht blecherne Komponente im oberen Mittelton- und Hochton-Bereich etwas ein.

Avicii, „Hey Brother“, 44,1 kHz/32-Bit: Auch schon einige „Jahre auf dem Buckel“ hat der Hit von Avicii. Aber er hat nichts von seinem Wesen eingebüßt und mit kraftvollem Bass und räumlich weitläufiger Wiedergabe setzt die Quadral-/Aurum-Kette Akzente. Der Aufbau und der Rhythmus werden auch bei enormer Lautstärke sehr gut herausgearbeitet, der schnelle Bass kommt mit sehr gutem Fundament heraus.

Wie sieht nun unsere Klang-Bilanz aus? Immerhin werden mit Fernbedienung RC-III mehr als 8.000 EUR für die Elektronik-/Lautsprecher-Kette von Quadral/Aurum fällig. Dafür kann man einiges erwarten. Und das bekommt man auch, in Form eines mitreißenden, frischen, kultivierten Klangbildes. Der A10S ist äußerst pegelfest, aber da gibt es für ähnliche Kurse auch Vor-/Endstufen-Kombinationen, die noch mehr liefern. Gerade in großen Hörraumen ab 40 Quadratmeter sind dann Vor-/Endstufen-Kombis öfters im Vorteil. Für Wohnzimmer von rund 20 bis gut 30 Quadratmeter erweist sich der A10S als ideal, er arbeitet auch längere Zeit bei rund 80 Prozent Maximalpegel zuverlässig und verzerrungsarm. Die Erwärmung hält sich in absolut tolerablen Grenzen. Die Platinum+ nine ist extrem gut gelungen. So gut, dass sich mancher Fachhandelsverkäufer schwer tun dürfte, dem Interessenten nochmals teurere Aurum-Lautsprecher als passende Alternative zum A10S nahezulegen. Nur die exquisiten Aurum Bändchenhochtöner der Spitzenmodelle bringen noch etwas mehr Feingefühl ins akustische Bild. Aber sonst – mit herausragenden Bassqualitäten und sehr viel Klang-Kultur mischen die Platinum+ nine den Markt auf. 

Fazit

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High-Tech made in Hannover: Unsere Elektronik-/Lautsprecher-Kette begeistert uns durch akustische Lebendigkeit, enorme Räumlichkeit und ausgezeichnete Leistungsreserven. Die 8.200 EUR Systempreis inklusive Fernbedienung sind für diese Leistungsfähigkeit nicht zu viel, zumal auch das Finish aller Komponenten erstklassig ist. Im Detail gibt es kleine Kritikpunkte. Das Display des A10S könne noch besser auflösen, und es wäre schön, wenn man mit der App alles steuern könnte. Ehrlich gesagt, dann würde man auch die RC-III nicht benötigen. Die Auswahl an Streaming-Diensten könnte großzügiger ausfallen. Wenn auch bei wahren Musik-Kennern wegen der unbefriedigenden Auflösung verpönt, könnte unserer Meinung nach eine Integration von Spotify nicht schaden. Das war es aber auch – ansonsten bekommt man ein feines, auch im Detail überzeugendes System für die höchst sensible, mitreißende Musikwiedergabe. 

Klangkultur auf höchstem Niveau paart sich mit moderner Ausstattung, edler Optik und erlesener Verarbeitung
referenz
Gesamt-Referenz Streaming-System Luxusklasse
Test 06. Dezember 2017

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 06. Dezember 2017




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