XXL-TEST: Nubert nuPro AS-250 – Vollaktiver TV-/HiFi-/Multimedia-Lautsprecher auf schwäbische Art

 

 

Nubert nuPro AS-250 Front Seitlich1

 

Nubert steigt nun auch ein in das boomende Geschäft mit vollaktiven TV-/Multimedia-Lautsprechern. Das sogenannte „aktive Stereoboard“ AS-250 ist bereits in weißer Variante verfügbar, im Laufe dieses Monats soll auch die bei uns zum Test angetretene schwarze Version folgen. Der Preis für das solide verarbeitete Stück Technik liegt bei 585 EUR.

Aus konstruktiver Sicht ist der nuPro AS-250 TV-Aktivlautsprecher betont hochwertig gehalten, wie man es von anderen nuPro-Produkten her kennt. Wir haben vor knapp einem Jahr die nuPro-Serie in damaligem Umfang einem großen Test unterzogen. 

Das aktive Stereoboard trumpft mit komplett digitaler Verarbeitung aller eingehenden Signale, eine zwischenzeitliche Umwandlung in analoge Signale kommt nicht vor. Die am analogen Cincheingang ankommenden Signalanteile werden in die digitale Ebene konvertiert und dem leistungsstarken Signalprozessor zugeleitet. Dieser übernimmt die Aufgabe, die Frequenzen aufzuteilen, den Frequenzverlauf zu optimieren und das Signal, nach wie vor in digitaler Form, an die Endstufen weiter zu leiten. Die Membranen der insgesamt sechs Chassis werden dann direkt von diesen Impulsen angetrieben. So hat man den Vorteil kürzestmöglicher und enorm hochwertiger Signalverarbeitung.

Nubert nuPro AS-250 Bestueckung Seitlich

Überall lauern Chassis

Im Inneren des AS-250 Speakerboards arbeiten zwei effiziente Digitalverstärker mit jeweils 100 Watt Musikleistung und 80 Watt Nennleistung. Das Thema Leistungsmangel dürfte sich daher bei der schwäbischen Konstruktion kaum stellen. Die Aufteilung der Frequenzen für das 2,5 Wege-Lautsprechersystem (die seitlich montierten Tief-/Mitteltöner sind sozusagen der „halbe Weg“ – daher 2,5 Wege) wird von einer passiven Frequenzweiche übernommen. Das Stereoboard arbeitet nach dem Bassreflex-Prinzip. Die Bassreflexöffnungen mit hochglänzendme Rand sind sauber integriert. 

Der digitale Signalprozessor ist für eine exakte Linearisierung der einzelnen Frequenzbereich zuständig. Der Frequenzgang des 17 kg wiegenden Stereo-Boards reicht von 36 Hz bis 22 kHz, die untere Grenzfrequenz ist mittels Menü einstellbar. Mit Füßen ist das AS-250 Stereoboard 15,5 cm hoch – nicht so niedrig wie viele Konkurrenten gehalten. 70 cm Breite und 30 cm Tiefe lauten die anderen Abmessungs-Daten. Im Standby-Betrieb werden nur ca. 0,4 Watt an Strom verbraucht. 

Nubert nuPro AS-250 Mitteltoener

12 cm Tief-/Mitteltöner

Nubert nuPro AS-250 Hochtoener

 25 mm Hochtöner

Nubert setzt wie gewohnt auf hoch belastbare und aufwändig konstruierte Chassis. Den Mittel-/Tieftonbereich managen vier 12 cm Chassis mit Polypropylenmembran und inverser Staubschutzkalotte. Diese Chassis arbeiten auch in der klangstarken Aktivbox nuPro A-100. Ergänzt wird das Sortiment von zwei Hochtönern mit 25 mm Seidenkalotte. 

Die schwäbischen Sound-Experten möchten sich durch pure HiFi-Klangqualität auch bei einem derartigen aktiven TV-Lautsprecher von der Konkurrenz abheben. Virtuelle Surrounderzeugungs-Algorithmen fehlen daher völlig im Ausstattungsprogramm des nuPro AS-250 Stereoboards. Der interne digitale Signalprozessor wird daher nicht zu dem Zweck verwendet, ein virtuelles Surroundpanorama zu erzeugen. Kräftiger, klarer Stereo-Sound, das soll die Domäne des AS-250 sein.  

Nubert begründet diesen Schritt auch. Zur Simulation eines Raumklangeffektes werden gezielt Klanginformationen verändert und auch verfälscht, was dann ein detailärmeres und weniger klares Klangbild als direkt hörbare Folge mit sich bringt. Ohne die Räumlichkeit und die Intensität eines Mehrkanallautsprecher-Setups mit mehreren Lautsprechern zu erzielen, gehen Klanginformationen verloren – das ist nicht im Sinne Nuberts. 

Nubert nuPro AS-250 Fernbedienung

Fernbedienung

Schon eher eine durchdachte Bedienung. Das Stereoboard zeigt schon durch das vorn zentriert untergebrachte Display, dass man es dem Anwender möglichst leicht machen möchte. Eine leider etwas billig wirkende Fernbedienung gehört auch zum Lieferumfang. Das gute Stück wirkt nicht so solide, wie wir es von früheren Nubert-Remotes her kannten und schätzen, da hilft auch die Kunststoffoberfläche im gebürsteten Alu-Look nichts. Umfassend sind dafür die Regelmöglichkeiten. Ein Multifunktionselement sowie drei Wipptasten für Lautstärke, Bass und Mitten/Höhen kombiniert befinden sich auf der Front. 

Nubert nuPro AS-250 Display Bedienelemente

Display und Navigationselemente

Neben dem Display am Hauptgerät befindet sich ein Navigationskreuz, das umfangreiche Einstellmöglichkeiten zulässt: Regelung der Balance, die Festlegung der unteren Grenzfrequenz des Stereoboards, die Festlegung der oberen Grenzfrequenz des Subwoofer-Ausgangs, die Display-Darstellung im Betrieb und die Anzeige der Limiter-Funktion, das Festlegen sowie das Aufrufen von Voreinstellungen, die Klangregelung und der Betriebsmodus (Mono oder Stereo) können eingestellt werden.

Wie wir es von Nuberts mittlerweile schon fast legendären ATM-Modulen her kennen, berücksichtigt die im Stereoboard verbaute Klangregelung hörphysiologische Aspekte. Daher unterscheidet sich der kombinierte Klangregler für den Mitten- und Hochtonbereich von Regelmöglichkeiten der meisten Konkurrenten. Der Frequenzgang bei der Nubert-Konstruktion „verbiegt“ den Klang nicht an einem bestimmten Punkt, sondern passt den Frequenzgang kontinuierlich und linear vom Tief- bis in den Hochtonbereich an. Die Vorteile dieser Auslegung liegen auf der Hand: Der tonale Grundcharakter des Systemes und die Homogenität des Klangbildes bleiben voll erhalten. Unsere Testreihen bestätigen dies, die Regelmöglichkeiten sind effizient und präzise. Das unterstreicht der  -/+12 dB-Regelbereich. 

Es gibt noch einen Bassregler, dieser verändert allerdings nicht nur die Intensität der tieffrequenten Wiedergabe, sondern offeriert im positiven Bereich auch ein ähnliches Resultat wie eine klassische Loudness-Regelung, die man z.B. noch von HiFi-Verstärkern aus den 80er Jahren her kennt. Wie man es kennt, ist der Einsatz gerade bei niedriger Hörlautstärke sinnvoll, da auch dann ein voller, runder Sound geboten werden kann. Der Anpassungsumfang: -/+ 12 dB. 

Das Display selber stellt recht hell und übersichtlich dar, die Auflösung mit relativ wenigen Segmenten könnte allerdings verbessert werden, was einem ganzheitlichen Eindruck enormer Hochwertigkeit förderlich wäre. 

Apropos Hochwertigkeit: Die Verarbeitung mit massivem MDF-Gehäuse und sauber gerundeten Ecken überzeugt, Auch, dass die Stoffgitter magnetisch haften, gefällt uns. Allerdings erscheinen die Stoffabdeckungen etwas klobig und beeinflussen das ansonsten durchaus attraktive, weil zeit- und schnörkellose Design nicht unbedingt positiv. Wer es technisch-cool mag, nimmt daher die Gitter einfach ab. Solide Füße unter dem Stereoboard sehen wir gerne.

Nubert nuPro AS-250 Anschluesse Rueckseite2

Anschlussfeld, sogar mit Pre-Out zum Anschluss eines aktiven Subwoofers

Nubert nuPro AS-250 Anschluesse Rueckseite

 Sauber verschraubt und eingepasst

Und wie sieht es mit den Anschlussmöglichkeiten aus? Drei Digitaleingänge (USB, S/PDIF elektrisch, S/PDIF optisch) und ein analoger Cincheingang sind vorhanden. Somit ergeben sich flexible Nutzungsmöglichkeiten, von denen eine hervorzuheben ist: Das Nubert nuPro AS-250 Stereoboard kann als externe Soundkarte für die Wiedergabe z.B. von Musik oder Filmen, die auf PC oder Notebook beheimatet sind, herhalten. Leider fehlt eine HDMI-Beschaltung, nur ein optionaler HDMI-Konverter, den wir weiter unten im Text genau vorstellen, ist lieferbar.

Serienmäßig ist auch Bluetooth nicht vorhanden.  Wer diese beliebte Art der drahtlosen Verbindung realisieren möchte, muss 69 EUR zusätzlich investieren und sich den „blueLino 4G plus“ direkt bei Nubert als Zubehör hinzu ordern. Wem das zu viel ist – der blueLino 4G plus bietet im Vergleich zum normalen blueLino 4G die doppelte Reichweite – nimmt den herkömmlichen blueLino für 55 EUR. Weiteres interessantes Zubehör: Teuer, aber auch sehr gut ist der Audiofly Revel USB-Audiosender, der wireless Musik an bis zu vier HiFi-Anlagen oder bis zu acht Aktivlautsprecher verteilt. Dieser enorme Zugewinn an Flexibilität wird mit 258 EUR entlohnt. Auch diesen vielversprechenden Kandidaten, den wir auch einem Test unterziehen werden, gibt es direkt bei Nubert zu kaufen. 

Nubert nuPro AS-250 DCT-25 Front Seitlich

Klein und kompakt – HDMI-Konverter

Nubert nuPro AS-250 DCT-25 Anschluesse2

Externes 5V-Netzteil, HDMI-Input 

Nubert nuPro AS-250 DCT-25 Anschluesse1

 Cinch-Ausgänge 

Da, wie schon erwähnt, das aktive Stereoboard serienmäßig keine HDMI-Anschluss mitbringt, Nubert von der Wichtigkeit dieser Verbindungsmöglichkeit für viele Anwender jedoch weiß, wird für knapp 60 EUR optional der „Speaka Digital Audio Konverter“ als passendes Zubehör offeriert. Aufgabe des Konverters ist es, mittels HDMI-Verbindung eingehende digitale Audiosignale in analoge umzuwandeln, die dann per Stereo-Cinch ausgegeben werden. Wir haben diesen in einer kleinen weißen, unauffälligen Box steckenden Adapter gleich mit getestet.

Vorzug der Konstruktion: Dank ARC-Unterstützung kann man bei entsprechend kompatiblen TV-Geräten die aktuelle Hörlautstärke des aktiven Stereoboards mit der TV-Remote steuern. Der kleine Konverter erweist sich als recht talentiert, da er Stereosignale mit bis zu 192 kHz/24-Bit unterstützt. Sogar Marken-D/A-Wandler von Burr Brown sind im Inneren verbaut, der digitale Signalprozessor kommt von Sigma. Damit alles akkurat funktioniert, ist es nur wichtig, die digitale Audioausgabe am TV auf „PCM/Stereo) einzustellen. Der Konverter kommt mit kompaktem, externem 5 V-Netzteil. Mit Abmessungen von 55 x 22 x 80 mm findet er überall Platz, das Gewicht beträgt lediglich 49 Gramm.

Klang

Akustisch zeigt sich schnell, dass Nubert nicht zu viel versprochen hat: Bei „New Kid in Town“ von den Eagles beweist sich das Stereodeck nuPro AS-250 als pegelfester Begleiter auch für heimische „Konzertabende“. Klar und kraftvoll agiert der großen aktive Lautsprecher im Bassbereich und zeigt eine ausgewogene Balance zwischen Stimm- und Instrumentalwiedergabe. Die Klangcharakteristik ist, wie wir es von Nubert-Lautsprecher her kennen, neutral und authentisch.

Man hat den Eindruck eines ehrlichen, direkten Klangbildes, das in nachvollziehbare Ebenen unterteilt ist. Dies merken wir auch bei den weiteren Eagles-Songs „Wasted Time“ und „Peaceful Easy Feeling“. Die gebotene Räumlichkeit unterstützt Nuberts Anliegen, eine unverfälschte Klangcharakteristik sicherstellen zu wollen. Künstlich aufblasen ist nichts, und daher kann eine solche Wirkung auch nicht entstehen. Der Fairness halber aber sollte man erwähnen, dass es schon Konkurrenten mit sehr gut arbeitenden virtuellen Surrounderzeugungs-Algorithmen gibt, die kaum verfälschen, dafür einiges an relativ natürlich wirkender Räumlichkeit bereitstellen.

Beim letzten Konzert 2010 in Oslo gaben die Legenden von a-ha nochmals alles – und auch der nuPro AS-250 Stereo-Aktivlautsprecher legt sich grandios ins Zeug: Vor allem der sauber abgestimmte Bassregler bewährt sich hier, man kann den teils etwas schlappen Bass tadellos „tunen“, ohne dass sich als unangenehme Folge das gesamte Klangbild verbiegt. Die Stimme des Sängers rutscht auch bei Bassstufe +4 dB nicht aus dem Fokus, das ganze klangliche Geschehen ist aber untermauert durch mehr tieffrequente Aktivität. Synthesizer und Schlagzeug ertönen impulstreu und mit sind mit ordentlich Nachdruck versehen. Dynamische Wechsel kommen akkurat und punktgenau heraus.

„We’re Looking For The Whales“ – schwungvoll geht es beim a-ha Konzert weiter und auch Nuberts Speakerboard hat die Lust an kraftvoller Wiedergabe nicht verloren. Man erreicht Pegel, die viele andere aktive TV-Lautsprecher gar nicht oder nur mit unschönen Verzerrungen erzielen – hier zeigt sich deutlich, dass auch das nuPro AS-250 ein „echter Sound-Schwabe“ ist wie auch die anderen Nubert-Familienmitglieder: Pegelfest, souverän und nachdrücklich geht es zur Sache, und es dürfte viele Stereoanlagen der angehenden Mittelklasse in den Wohnzimmern geben, die nicht so gut klingen wie Nuberts präzise abgestimmte Konstruktion.

Gilt diese Feststellung auch für Filmton? Um dieser Frage nachzugehen, haben wir den Batman-Film „The Dark Knight“ von Beginn an angehört und bereits beim ersten tiefen Bassschlag zeigt sich schwäbische Boxenbau-Kompetenz. „Wir können alles außer Hochdeutsch“, behaupten die Schwaben selber von sich. Ob das stimmt, sei dahingestellt, aber was definitiv der Wahrheit entspricht, ist die hohe akustische Kompetenz von Nubert: Langsam, aber machtvoll baut sich der Music Score auf, das Herausplatzen der Glasscheibe wirkt authentisch, die Stimmen der Schergen des Jokers hinter ihren Masken klingen realistisch-dumpf (bedingt durch die Masken) und bedrohlich.

So baut sich ein intensiver Spannungsbogen auf, der sich dann in den nachdrücklichen Schüssen in der Schalterhalle entlädt. Schreie, Schüsse mit Schalldämpfer, der Spezialbohrer zum Öffnen des Safes – all diese Effekte bereiten dem AS-250 Stereoboard keinerlei Schwierigkeiten. Als der erboste Filialleiter die spannungsgeladene Luft mit den Schüssen aus seiner Pumpgun zusätzlich auflädt, beweist der aktive Lautsprecher wiederum seine Bassqualitäten, nicht nur was Wucht, sondern auch was den Tiefgang angeht.

Bilanzierend fallen die klanglichen Eindrücke sehr gewinnbringend für das AS-250 Stereoboard aus: Ehrlicher, kräftiger und impulstreuer Sound, keine Effekthascherei, ausgesprochen pegelfest, mit breitem horizontalem Abstrahlwinkel und sehr guter akustischer Tiefe – einfach der „HiFi-Experte“ unter den aktiven TV-Lautsprechern.

Das sieht man im firmeneigenen Forum nicht so, hier gab es durchaus Kritik zum Stereoboard – diese wollen wir kommentieren. Manch einer sagt, es würde hier nicht die sonst für Nubert typische Qualität geboten. Die Bässe würden nicht dem sonstigen hohen Standard entsprechen, und auch die Pegel, die man verzerrungsfrei erreichen kann, sind nicht allzu hoch – wir möchten all dies etwas relativieren. Ganz ehrlich – würde Nubert mit der AS-250-Systemlösung einen Flop auf den Markt gebracht haben, müsste man dies auch direkt ansprechen.

Aber dies entspricht nicht der Wahrheit. Wir haben schon viele Speakerboards, aktive TV-Lautsprecher etc. getestet, und nicht wenige klangen wirklich ordentlich. Das – zugegebenermaßen auch nicht besonders günstige – nuPro AS-250 klingt allerdings im Vergleich mit den meisten Konkurrenten sogar sehr gut, und Basskraft sowie Pegelfestigkeit sind für ein solches Gerät tadellos. Natürlich kann man von 12 cm Tief-/Mitteltönern keine Wunder erwarten. Wer kräftig Pegel einschenkt, sieht schon, wie die Langhuber kämpfen. Dass man nicht so verzerrungsarm wie mit größeren Hochleistungstieftönern arbeiten kann, sollte klar sein. Und – wer viel Bass möchte, kann auch viel Bass haben, auf der Rückseite bei der Anschlusssektion findet man noch einen Vorverstärkerausgang zum Anschluss eines externen aktiven Subwoofers. 

Man muss hier seine Ansprüche abgleichen, es handelt sich nicht um eine nuPro A-300 und auch nicht um eine nuLine 34 in Verbindung mit einem guten Verstärker. Natürlich werden bei letztgenannten Lösungen auch anspruchsvolle Audio-Liebhaber zufrieden gestellt – aber das Stereoboard nuPro AS-250 hat die Aufgabe, akustisch unbefriedigenden Flachbildschirmen und PC-Lösungen akustisch auf die Sprünge zu helfen, und das passiert in ausgezeichnetem Umfang. Wir wetten, dass viele Mini- und Midi-Stereoanlagen in deutschen Wohnzimmern überdies schlechter klingen als das AS-250 Speakerboard. 

Das AS-250 Stereoboard überzeugt des Weiteren auch mit dem integrierten USB-DAC. Einfach per Plug&Play an den PC angeschlossen, erfolgt innerhalb von 2 Minuten die Klangwiedergabe in hochwertiger Qualität über den aktiven Lautsprecher. Wir haben dies bei Diana Kralls „Gentle Rain“ ausprobiert (FLAC 96 kHz) und waren „platt“, wie akkurat temperiert das Klavier auftritt. Auch Dianas Stimme gefällt durch gute Detaillierung, einige charakteristische Merkmale arbeitet Nuberts Stereoboard gekonnt heraus. „My favourite Things“ von John Coltrane (FLAC 96 kHz) kommt ebenfalls in lebendiger Form zur Zuhörerschaft. Das Schlagwerk und auch das Saxophon wirken frisch, klar umrissen und exakt im Raum platziert.

Konkurrenzvergleich

Das nuPro AS-250 Stereoboard trifft, dies muss festgestellt werden, auf ausgesprochen unangenehme Konkurrenz.  

Sony HT-XT1 Front Seitlich5

Besonders unangenehm, weil voll ausgestattet und beinahe unverschämt preisgünstig, tritt der Sony HT-XT1 auf. Mit 349 EUR wird das Budget vertretbar belastet, umfangreiche Decoder- und HDMI-Bestückung sowie Bluetooth sind mit an Bord. Dazu sieht der TV-Lautsprecher hervorragend aus. Klanglich allerdings setzt sich Nuberts nuPro AS-250 doch deutlich ab: Mehr Pegel, mehr Klarheit, mehr Substanz und mehr Detailreichtum machen deutlich, dass die schwäbische Alternative nicht umsonst so viel teurer ist. Hinzu kommt als Nubert-Pluspunkt der USB-DAC. 

Canton DM900 Soundbar Front1

Auch nicht viel angenehmer – die Konkurrenz aus Hessen. Die steht auch dann bereit, wenn ein klassisches Subwoofer/Soundbar-System anstatt eines aktiven TV-Lautsprechers gesucht wird. Mit rund 800 EUR für das DM 900-System aus dem Hause Canton darf man allerdings preislich nicht zimperlich sein. Dafür gibt es Sound und Design satt. Decoder für DTS und Dolby Digital sowie Bluetooth sind überdies dabei, HDMI und USB-DAC fehlen. 

Klipsch SB120 Front Seitlich2

Klassisches Design, Ausstattung basic ohne Schnickschnack, bassstark und pegelfest – das ist das Klipsch TV-Sound-System SB 120 für 499 EUR. Es geht auch wirklich gut, allerdings nicht so gut wie Nuberts Stereoboard. Dieses löst überdies feiner auf und schafft mehr Substanz. 

Teufel Cinebase Front Seitlich1

Nun, zum Schluss, kommt natürlich der Vergleich, auf den vermutlich die meisten Leser gewartet haben. Und nein, wir scheuen uns nicht, das Teufel Sounddeck Cinebase (600 EUR) mit dem Nubert nuPro AS-250 Stereoboard zu vergleichen. Die Konzeption beider Devices weist durchaus Unterschiede auf. Teufel setzt auf den derzeit wohl leistungsfähigsten virtuellen Surrounderzeugungs-Algorithmus von Sonic Emotion und schafft so eine Weitläufigkeit und Räumlichkeit, die der im normalen Stereo-Betrieb laufenden Nubert-Konstruktion gerade im Filmtonbetrieb überlegen ist. dazu wirft das Teufel-Sounddeck seine elegante Anmutung und die HDMI-Beschaltung sowie Bluetooth in die Waagschale – schlägt diese schon zugunsten von Berlin aus, ist alles verloren für die Klang-Meister von der Ostalb? Mitnichten – denn eiskalt schlägt es aus der Schwäbisch-Gmünder Ecke zurück.

Gerade der oft von nuForums-Usern (zu Unrecht) kritisierte Bass ist es, der beeindruckt. Schon die Teufel-Lösung geht da wirklich gut, aber Nubert setzt nochmals eines drauf – und das ohne dedizierte Woofer unter dem Gehäuse! Im Musikbetrieb wirkt die Wiedergabe überdies ungefilterter und direkter, trotz aller Güte ist der Sonic Emotion-Algorithmus etwas indifferenter. Bluetooth versus USB-DAC – so lautet das nächste Schlachtfeld. Beides nützliche Funktionen, und jeder hat eine davon. Allerdings kann Nuberts AS-250 optional mit BT-Empfänger ausgestattet werden – einen externen USB-DAC gibt es zumindest in Teufels Zubehörliste nicht.

Trotzdem wäre es in der Theorie natürlich möglich, einen solchen zu erwerben. Die Berliner lassen dem AS-250 aber keine Ruhe und kontern knallhart beim Thema Decoder – für Dolby Digital und DTS sind diese, wie es sich eigentlich gehört, bei der Cinebase an Bord. Nubert denkt, aufgrund der klaren „HiFi-Auslegung“ werden die beim AS-250 Stereoboard nicht benötigt – praktischer wären sie aber schon. Praktisch wäre auch ein Display – nur das  hat Teufels Cinebase wiederum nicht. Auch hier klares Kalkül – Teufel meint, so einfacher, umso besser, daher auch kein Display.

Was also ist unser Fazit: Erfreulich klar ist, dass die akustisch besten aktiven TV-Lautsprecher aus Berlin und aus Schwäbisch-Gmünd kommen. Wer aber soll welche Konstruktion kaufen? Der Purist, der Musik möglichst unverfälscht hören und auch Filme direkt-authentisch genießen möchte, kauft Nuberts nuPro AS-250. Wer einen üppigen virtuellen Raum mit mitreißender Effektwiedergabe schätzt und auch bei Musik sich gern im großen Live-Konzert oder Club wähnt, ist mit Teufels Cinebase bestens bedient. Wie auch immer – die Direktvertreiber kamen zwar spät mit aktiven Multimedia-/TV-Lautsprecher-Lösungen, dann aber vehement: Sie bestimmen derzeit den Takt. 

Fazit

Nubert nuPro AS-250 Front Seitlich3

Aktives TV-Lautsprecher-Board auf schwäbische Art – Nuberts nuPro AS-250 ist erfrischend anders. HDMI und Bluetooth gibt es nur optional, Spitzen-Klang und moderner USB-DAC sind hingegen serienmäßig. Kraftvoll, präzise und kultiviert legt das nuPro AS-250 Stereoboard los und legt sich eiskalt selbst mit kleineren Stereoanlagen an. Dass manch ein treuer Nubert-Fan sich diesen Jubelarien nicht anschließen möchte, liegt einfach nur daran, dass man selbst bei einer sauber konstruierten Komponente wie dem AS-250 nicht erwarten kann, dass die Performance „ausgewachsener“ nu-Lautsprecher offeriert werden kann. Für sich und innerhalb der Spezies „aktiver TV-Lautsprecher“ betrachtet, ist Nuberts Neu-Konstruktion Garant für eine Top-Platzierung. Ehrlicher Stereo-Sound, umfangreiche Steuerungsmöglichkeiten, gewohnt hochwertige Verarbeitung. Etwas „Kritik auf hohem Niveau“ sei aber gestattet: An der etwas labilen Fernbedienung, an der etwas zu dürftigen Display-Auflösung und an den klobigen Schutzgittern für die Chassis (gerade aus seitlicher Sicht). Diese kleinen Ungereimtheiten können aber nicht verhindern, dass das nuPro AS-250 Stereoboard der „HiFi-Soundexperte“ unter allen aktiven Soundboards, Sounddecks und TV-Lautsprechern ist – Gratulation!

Aktiver TV-/Multimedia-Lautsprecher mit markanter Optik und ehrlichem, kraftvollem Stereo-Klang – abgerundet durch USB-DAC und flexible Steuerungsmöglichkeiten
preisklassenreferenz
Soundbars/Aktive TV-Lautsprecher bis 600 EUR
Test 05. November 2014

+ Pegelfest
+ Ehrlicher, authentischer Stereoklang
+ Kräftig im Bassbereich
+ Tonal sehr angenehm abgestimmt
+ USB-DAC-Funktion
+ Solide Verarbeitung

– HDMI + Bluetooth nur optional
– Lautsprecher-Schutzgitter klobig

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. November 2014




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