XXL-PREVIEW: Pioneer 9.2 Mehrkanal-Netzwerk-Receiver SC-LX801

Pioneer SC-LX801 Front Seitlich2

Neu bei uns im Testraum und gerade im Test: Der Pioneer SC-LX801. Das größte Neunkanal-Gerät bringt es auf eine gesamte Simultanleistung von 810 Watt (8 Ohm, 1 kHz, 1 Prozent Klirrfaktor) und hat selbstverständlich das schon fast legendäre MCACC Lautsprechereinmess- und Room EQ System von Pioneer in der aktuellen „Pro“ Version an Bord, Diese Variante offeriert nicht nur enorme Präzision beim automatischen Einmessen, sondern auch extrem viele Nachbearbeitungsmöglichkeiten für den versierten Anwender. 

Pioneer SC-LX801 Mikro

MCACC Mikrofon

Umfangreich fällt die HiRes-Unterstützung aus, neben den gängigen Formaten wie FLAC oder WAV wird sogar Quad-DSD bis 11,2 MHz unterstützt. Das Sound-Tuning des 801 übernahmen die renommierten Londoner Air Studios, die schon seit langem mit Pioneer kooperieren. Dolby Atmos- und dts:X Decoder fehlen natürlich nicht.

Pioneer SC-LX801 Innenleben Gesamt

Innenleben in der Gesamtübersicht

Pioneer SC-LX801 Innenleben1

Boards mit jeder Menge hochwertiger Hochleistungs-Chips

Pioneer SC-LX801 Innenleben2

Transformator

Pioneer SC-LX801 Innenleben3

Hochwertigkeit ist auch im Detail Trumpf

Ein Circus Logic Quad Core-Prozessor ist für die nötige Rechenleistung verantwortlich. Google Cast, FireConnect, TIDAL, Spotify Connect, AirPlay, Tune In sowie Deezer – es mangelt nicht an multimedialen Features, die allerdings teilweise erst per Update kommen. 2.199 EUR kostet der mit edlen ESS Sabre32 Ultra DAC (384 kHz/32-Bit DACs) ausgestattete Mehrkanal-Receiver. Er präsentiert sich als sehr edel und hochwertig verarbeitet. Große Standfüße, eine noble Alu-Front und eine akkurat verarbeitete Rückseite – man kann sehr zufrieden sein. Diese Feststellung gilt auch für das mit modernsten Baugruppen bestückte, übersichtlich aufgebaute Innenleben mit den digitalen Hochleistungsendstufen.

Pioneer SC-LX801 Bedienelemente Front2

Großer Regler für die Wahl der Quelle

Pioneer SC-LX801 Bedienelemente Front1

Lautstärkedrehregler

Nicht ganz perfekt – der Lautstärkedrehregler eiert etwas und ist nicht gerastert. Das passt nicht in die gehobene Preisklasse. Auch die recht einfache Fernbedienung passt nicht perfekt zum Anspruch des Hauptgerätes. 

Der SC-LX801 ist üppig mit Anschlüssen bestückt. Hier die dazugehörigen Bilder:

Pioneer SC-LX801 Bedienelemente Frontklappe

Anschlüsse vorne: Phones, MCACC-Mikrofon-Anschluss, USB, HDMI

Pioneer SC-LX801 Rueckseite Seitlich

Rückansicht komplett

Pioneer SC-LX801 Anschluesse Rueckseite4

HDMI-Sektion. 5 der 7 Eingänge hinten bringen HDCP 2.2 mit. Nur zwei Ausgänge, Denon bietet in der Preisklasse drei

Pioneer SC-LX801 Anschluesse Rueckseite3

Analoge YUV-Videoterminals, Pre-Outs (Audio-Analog) für Zone 2/3

Pioneer SC-LX801 Anschluesse Rueckseite2

11.2 Pre-Out 

Pioneer SC-LX801 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecherkabel-Anschlüsse

Der SC-LX803 ist edel verarbeitet und üppig ausgestattet. Der Preis liegt mit 2.199 EUR recht hoch, aber der große Neunkanal-Receiver offeriert auch wirklich viel Gegenwert fürs investierte Geld. Toller innerer Aufbau, edle Optik, viele Anschlüsse. Störend: Nur zwei HDMI-Ausgänge, eiernder Lautstärkeregler, qualitativ einfache Fernbedienung. Wenden wir uns nun OSD und der iControl AV5 App zur Steuerung zu. 

OSD

Pioneer SC-LX801_OSD_1

Grundmenü – Startbildschirm

Pioneer SC-LX801_OSD_2

Grundeinstellungen

Pioneer SC-LX801_OSD_3

MCACC Pro-Startmenü

Pioneer SC-LX801_OSD_4

Manuelles MCACC

Pioneer SC-LX801_OSD_5

EQ Einstellungen

Das Menü ist in sehr ansprechender Grafik gehalten. Der erste Bildschirm gliedert sich in „Grundeinstellungen“, „MCACC Pro“ und in „Netzwerk/Bluetooth“.  In den Grundeinstellungen finden sich Eingangs/Ausgangs-Justagen, sowie die Punkte „Lautsprecher“, „Klangeinstellungen“, „Quelle“, „Hardware“, „Multi Zone“ und „Diverses“. Bei „MCACC Pro“ gibt es zahlreiche, erstklassige Optionen für den versierten Anwender. Wer es einfach möchte, wählt „Voll Auto MCACC“. Ferner vorhanden: „Manuelles MCACC“, „MCACC Ergebnisse“ und „MCACC Datenbank“. Bei den Datenbank-Einstellungen kann man Speicher umbenennen, MCACC-Speicherkopien anfertigen sowie MCACC-Speicher löschen. Drei Speicherplätze stehen zur Verfügung. Beim Unterpunkt „Manuelles MCACC“ kann man „Guter Kanalpegel“, „Guter Lautsprecherabstand“, „Stehende Wellen“, „EQ Einstellungen“ und „EQ Professional“ anwählen. Kanal-/Lautsprecher-selektiv ist es bei „EQ Einstellungen“ möglich, ein individuelles EQ-Setup für jede Box zusammenzustellen. Bei „EQ Professional“ geht es dann richtig rund: „Nachhall-Messung“, „Nachhall-Anzeige“ sowie „Erweiterter Equalizer“ (MCACC, Time Position, EQ-Typ, Stehwelle-Multiposition) offerieren ungeahnte, konkurrenzlose Möglichkeiten für Anwender mit guten Kenntnissen der Raumakustik.  

Pioneer iControl AV5 App

Pioneer SC-LX801_App_Geraet

Der SC-LX801 wurde sofort erkannt

Pioneer SC-LX801_App_Homemenu

App-Hauptmenü

Pioneer SC-LX801_App_Control

Control-Menü

Pioneer SC-LX801_App_Control2

Tone/Balance und Video Mode einstellbar

Pioneer SC-LX801_App_Control_VideoMode

Video-Einstellungen

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Sound Explorer in „Freestyle“ Ansicht

Pioneer SC-LX801_App_SoundExplorer2

Listen-Ansicht

Pioneer SC-LX801_App_SoundExplorer_EQ

EQ an oder aus

Pioneer SC-LX801_App_SoundExplorer_Bassreglung

Bassregelung

Pioneer SC-LX801_App_Status

Status Viewer

Pioneer SC-LX801_App_AudioScaler

Audio Scaler

Pioneer SC-LX801_App_Emphasis

Emphasis Bass

Pioneer SC-LX801_App_Emphasis2

Emphasis Dialogue

Pioneer SC-LX801_App_Balance

Balance

Pioneer SC-LX801_App_FingerEQ

Finger EQ

Die iControl AV5 App ist bereits auf dem Smartphone eine Wucht – besonders dann, wenn man einen gewissen Spieltrieb an den Tag legt. Der SC-LX801 wird bei uns sofort erkannt. Man landet dann auf dem Startbildschirm. In der oberen Hälfte kann man „Control“ (Lautstärkregelung, Mute-Schaltung spwoe Reglung für Tone/Balance plus Video Mode. Bei Video Mode kann man das Upscaling Full HD auf 4K aktivieren, sowie die „Super Resolution“ zur Optimierung von Bilddetails im hochfrequenten Bereich aktivieren), „Input Select“ (Eingangswahl), „Listening Mode“ (Auswahl des Hörmodus), sowie „Cursor“ (Smartphone dient als Navigationseinheit durch die Menüs) anwählen. Unten dann geht es in die Detail-Justagen. Wählt man den „Sound Explorer“, „purzeln“ die Symbole auf den Smartphone-Screen. Wer das nicht mag, kann auch eine statische Darstellung der Buttons oder eine Darstellung in Listenform wählen. Der „Status Viewer“ zeigt an, wie gerade decodiert wird, welche Samplingfrequenz/Bittiefe vorliegt etc. Der „AV Scaler“ bestimmt das Audio-Upscaling (Verhältnis Input-Output). Bei „Emphasis“ kann man Bass und Dialog mittels schicker Grafik justieren. Das gilt auch für „Balance“. Bei „Finger EQ ist es möglich, grafische EQ-Justagen mittels Hoch- und Herunterziehen der einzelnen Regler mit den Fingern zu erstellen. Insgesamt für uns eine erstklassige App, die beim SC-LX801 auch schlichtweg perfekt funktioniert. Keine Abstürze, jeder App-Befehl wird extrem flott umgesetzt, die verschiedenen App-Screens laden schnell.

Klang „Mission Impossible – Rogue Nation“, englische Tonspur, Dolby Atmos

Gleich zu Beginn des Films bringt der SC-LX801 viel Leben in die Tonspur. Die Stimmen von William Brand und Benjamin Dunn sind sehr gut verständlich, auch die rauhe Stimme Luthers bringt der Pioneer hervorragend zur Geltung. Pioneers Mehrkanal-Receiver waren immer für ihre enorm dynamische, kraftvolle Wiedergabe bekannt. Diese offeriert der SC-LX801 in vollem Umfang. Der startende Airbus A-400 mit der gefährlichen Fracht an Bord kommt akustisch erstklassig zum Ausdruck. Die aufheulenden Triebwerke entfalten nicht nur eine präzise, sondern auch eine äußerst räumliche Wirkung. Aber auch kleine Geräusche wie das Zirpen der Grillen auf der Wiese, auf dem sich Benjamin aufhält, kommen überzeugend heraus. Feindynamisch hat sich einiges getan bei Pioneer, ohne die klassischen Tugenden aufzuheben. Der sich gleich zu Beginn steigernde Spannungsbogen – schafft es Ethan, die gefährliche Fracht rechtzeitig aus der Militärmaschine zu holen? – wird exzellent vom SC-LX801 wiedergegeben. Auch bei hohem Pegel leistet sich der starke Pioneer keine Einbrüche bei Dynamik und Differenzierung. Sehr klar, aber nicht zu scharf, kommen Effekte heraus. Der SC-LX801 hat kaum noch das stellenweise überprägnante, überschärfte Wesen älterer Pioneer Mehrkanal-Receiver. Er agiert verbindlicher, aber genauso dynamisch, und schafft dadurch viel Vertrauen beim Zuhörer. 

Wir wechseln in die Wien-Szene (Kapitel 4). Hier kommt Benji an einer U-Bahnstation nahe des berühmten Wiener Opernhauses an. Er bekommt Spezialequipment – einen als Opern-Programm getarntes High-Tech-Tool sowie eine Spezialbrille – in einem Umschlag ausgehändigt und begibt sich auf den Weg zum Opernhaus. Hier kommt gerade der österreichische Bundeskanzler in seinem Dienst-Maybach an und steht zusammen mit seiner Gattin mitten im Blitzlicht-Gewitter der Presse. Der SC-LX801 schafft viel Atmosphäre, schon in der U-Bahn-Station kommen Geräusche wie z.B. die vom aus der Station fahrenden Zug oder vom Scan der Spezialbrille sehr plastisch und detailreich heraus. Besonderheit des Pioneer ist die großartige räumliche Tiefe, die er in jeder Situation offeriert. Hier hat Pioneer offensichtlich mit Erfolg „Hand angelegt“. Der SC-LX801 ist von den renommierten Londoner Air Studios hinsichtlich seiner Klangqualität optimiert wurden. MCACC Pro agiert gekonnt. Beides hat zur Folge, dass ein klares, einheitliches räumliches Klangbild geboten wird. Nahtlose Übergänge zwischen allen Channels sind hervorzuheben, die beiden Top Firing Module unseres 5.1.2 Test-Setups sind fließend mit eingebunden. Sehr vielfältige, räumlich dichte Effekte kommen auch von den Top Firing-Modulen. Das merkt man, als die Opernbesucher vor der Aufführung reichlich Beifall spenden. 

Als dann die Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini im Wiener Opernhaus beginnt, beweist uns der SC-LX801, wie gut er auch mit anspruchsvoller klassischer Musik zurechtkommt: Lebendig, mit stets erkennbarer Struktur, werden die Instrumente des großen Orchesters ausgezeichnet abgebildet. Die Arien beweisen uns, dass der SC-LX801 auch bei der Stimmwiedergabe Fortschritte gemacht hat, die ihn in eine hervorragende Ausgangsposition auch in seiner angestammten, deutlich gehobenen Preisklasse bringen: Feine Konturen, enorm dichte, fesselnde Wirkung – da passt alles. Dass der SC-LX801 digitale Endstufen mitbringt, wirkt sich nirgendwo negativ aus, im Gegenteil: Jederzeit enorme Kraft, enorme Antrittsschnelligkeit, saubere Trennung auch von kleinen akustischen Details. 

Als sich die auf den österreichischen Kanzler angesetzten Killer für ihren Einsatz fertig machen, kommen klangliche Einzelheiten ein weiteres Mal sauber heraus, so als Ilsa Faust ihre Waffe zusammenbaut. Auch die heftige Keilerei zwischen Ethan und dem eiskalten Killer hoch oben über der Bühne bringt der SC-LX801 prima heraus – die harten Faustschläge oder auch der Aufprall auf dem Boden wirken enorm authentisch und energiegeladen. Der SC-LX801 modelliert einen faszinierend dichten, echten Raum heraus, die Auflösung ist in allen Frequenzbereichen exzellent. 

Video: Upscaling von 1.080p auf 4K

Der SXC-LX801 bringt noch einen Upscaler für die Konvertierung von Full HD-Content in 4K mit. Geringere Auflösungen können nicht auf 4K hochkonvertiert werden. Hier wird ein klarer Sparkurs gefahren – doch nicht ohne entsprechende Überlegung. Denn wer benötigt im AVR tatsächlich noch eine Up-Conversion niedriger auflösender Formate? Das dürfte nur ein extrem kleiner Kreis potentieller Käufer sein. Das Upscaling auf 4K erledigt der SC-LX801 bei der Eröffnungssequenz von „Mission Impossible – Rogue Nation“ souverän. Die Grashalme im Feld, in dem sich Benjamin verborgen hält, sind gut detailliert, farblich ist das Bild natürlich gehalten. Bewegungen laufen artefaktefrei ab.

Schon die Logos der Film-Produzenten und beteiligten Firmen ganz am Anfang sehen ausgezeichnet aus. Nur geringfügig ist Zittern im hochfrequenten Bildbereich zu erkennen. Die Bäume hinter dem Feld zeigen minimale Neigung zu Artefakten. Das Scalingrauschen fällt recht gering aus. Sehr schön werden auch in dunklen Bildbereichen (William Brand in der Zentrale, Frachtraum des Airbus-Militärflugzeugs) noch Strukturen wie z.B. feine Muster herausgearbeitet. Als das große Flugzeug startet, ist die Grünfläche links und rechts neben der Startbahn noch einwandfrei zu erkennen. Details auf Benjis iPad, als er versucht, die Tür des Airbus für Ethan zu öffnen, stellt das Upscaling des SC-LX801 scharf sowie klar dar. Hautfarben kommen, ein entsprechend leistungsstarkes Bildwiedergabegerät vorausgesetzt, mit akkurater Farbgebung und feiner Strukturierung zur Geltung.

Erstes Fazit

Pioneer SC-LX801 Front Seitlich1 

Extrem kraftvoll, wuchtig, massiv – und gleichzeitig feinsinnig, lebendig, kultiviert: Das ist die neue Pioneer-Welt, eindrucksvoll in Szene gesetzt vom SC-LX801. Die Endstufen liefern Leistung ohne Ende, daher ist ein entsprechend belastbares Lautsprecher-Ensemble Pflichtprogramm, möchte man die Fähigkeiten des SC-LX801 ausnutzen. Musik und Filmton kommen mit ungemein fesselnder Wirkung für die Zuhörer heraus. Der große 9.2 Mehrkanal-Receiver bietet echtes Erlebnis-Hören – aber verbunden mit hoher Detail-Kultur. Die einfache Bedienung überzeugt, MCACC Pro ist genial, man muss meist aber bei den einzelnen Lautsprecher-Pegeln manuell nachregeln. Der „Reflex Optimizer“, Bestandteil von MCACC in der 2016er Edition, bezieht etwaige Top-Firing-Module nahtlos und lebendig mit ins Klangbild ein. Zudem bietet der SC-LX801 ein sauberes Upscaling von Full HD-Content auf 4K. „Super Auflösung“ optimiert auf Wunsch di Detailwiedergabe des visuellen Inhaltes. Ist dieser in sehr hoher Qualität auf einer Blu-ray abgelegt, bringt Super Auflösung noch etwas mehr Plastizität und Detailschärfe. Der SC-LX801 beeindruckt ferner mit nobler Optik und exzellenter Verarbeitung. Nicht zum Anspruch des edlen Hauptgerätes passt die etwas einfache Fernbedienung.

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 21. Oktober 2016




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