XXL-PREVIEW: Onkyo 7.2-Kanal AV-Netzwerk-Receiver TX-RZ820 – Hohe Performance und Boliden-Optik

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Für 1.199 EUR neu im Handel ist der 7.2-Kanal AV-Netzwerk-Receiver TX-RZ820 mit THX Select 2 Lizenz sowie Decodern für Dolby Atmos und dts:X aus dem Hause Onkyo. Wahlweise in silberner oder, wie bei uns in der Redaktion, schwarzer Version, liefert der „kleine Bolide“ in der charakteristischen RZ-Optik satte 180 Watt pro Kanal. Kennzeichen ist, schon seit langer Zeit, das grüne Display der schwarzen Variante. RZ-Stilelemente finden sich in Form der Gerätestandfüße mit den Rillen, des ebenfalls mit Rillen versehenen Lautstärke-Drehregler und der „Klaviatur der kleinen Knöpfe“ rechts auf der Frontblende. Solide verarbeitet ist der TX-RZ820 auf jeden Fall, und zweifelsohne macht er auch einiges her – man muss das im Vergleich zu Konkurrenten komplett andere Design allerdings mögen. Die Frontblende ist akkurat eingepasst, leider entspricht die Lagerung des Lautstärkedrehreglers nicht unseren Erwartungen.

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Typische RZ-Optik: Kleine Quellwahl-Knöpfe, großer Lautstärke-Drehregler und spezielle Gerätestandfüße

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Regler für Hörmodus und Klangeinstellung

Etwas schwergängig, nicht gerastert und überdies eiert er – das geht deutlich besser. Von vorn aus gesehen links sind sehr schön gerasterte und sehr gut in der Hand liegende, kleinere Drehregler für den Hörmodus und die Klangregelung. Die gewünschte Quelle wird, möchte man sie direkt am Gerät einstellen, über die kleinen Direktwahl-Knöpfe rechts auf der Frontblende angewählt.

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Rückseite

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Fernbedienung

Die Rückseite ist tadellos verarbeitet und entspricht dem Niveau der Preisklasse. Das können wir für die beiliegende Fernbedienung nicht in vollem Umfang unterschreiben. Sie glänzt zwar durch einfache Bedienung, erscheint aber wenig edel. Gut, dass man den TX-RZ820 alternativ auch mittels der grafisch hübschen und einfach verständlichen Onkyo AVR App steuern kann. 

Das Innenleben des TX-RZ820 wirkt recht übersichtlich. Wenig Besonderheiten beim Chassis, keine Aufteilung des Geräteinneren in mehrere Kammern – etwas Grund zum „Meckern“ findet sich schon.

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Lüfter

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Platinenlayout

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Elkos – laut Onkyo besonders leistungsfähig und extra für diese Baureihe entwickelt

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Transformator – vorbei sind die Zeiten großer Ringkern-Trafos bei Onkyo. Schade eigentlich

Und wozu der TX-RZ820 einen Lüfter benötigt, der so groß ist wie ein Ventilator für ein ganzes Einzimmer-Appartement, das bleibt auch Onkyos Geheimnis. Bleibt zu hoffen, dass der riesige Lüfter wenigstens leise läuft – das ist auch der einzige Grund, der uns einfällt, warum Onkyo auf diese enorme Größe setzt. Sehr gut gefällt uns der passive Part der Kühlung. Ein schwarz lackierter Aluminium-Kühlkörper ist lobenswert, selbst in dieser Preisklasse setzt mancher Kontrahent auf Blech-Kühlkörper, die nicht so leistungsfähig in der Wärmeabfuhr sind wie die Pendants aus Aluminium. 

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Innenleben gesamt

Technisch befindet sich der TX-RZ820 auf einem hohen Standard. An Bord befindet sich AK D/A-Wandler (AK4458 mit 384 kHz/32-Bit), die eine präzise Wandlung von digitalen in analoge Audiosignale verantwortlich sind. Als Lautsprechereinmesssystem setzt Onkyo auf AccuEQ, das nach wenig begeisterndem Start mittlerweile, trotz bescheidener Einstell- und Nachbearbeitungsoptionen, recht gut geworden ist.

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Einmessmikrofon

Mittels der AccuReflex-Technologie werden Top Firing-Module besonders gelungen in die Gesamtakustik eingebunden. Wer den TX-RZ820 mit Top Firing-Modulen für die Wiedergabe der objektbasierten Audioformate dts:X und Dolby Atmos einsetzt, kann sich natürlich auch über die beiden Aufpolierer Dolby Surround und dts Neural:X freuen. 

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HDMI-Terminals hinten

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Pre-Out und Multi Zone-Ausgänge

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Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

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Cinch-Terminals

An Anschlüssen ist alles, was wesentlich ist, zu finden. Der AV-Receiver bringt einen dedizierten Phono-Eingang mit und weist 6 HDMI-Eingänge hinten (mit Unterstützung für Dolby Vision, HDR10 und HLG) auf. Ein weiterer HDMI-Eingang ist auf der Gerätefront untergebracht. Überdies sind zwei HDMI-Ausgänge vorhanden. Der TX-RZ820 skaliert im Übrigen Full HD-Videosignale auf 4K hoch. 

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Natürlich werden Flac Hi-Res-Audio-Files wiedergegeben. Leider gibt es per OSD keine Informationen zu Samplingrate und Bittiefe

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Übersicht über die PCs und HDD-Systeme im Heimnetzwerk

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Zahlreiche Musik-Streamingdienste vorhanden

Multimedial ist der TX-RZ820 voll ausgestattet. FireConnect ist für Multiroom-Audio integriert. Für die Wiedergabe von gestreamten Signalen in anderen Hörräumen kann man auf die optional erhältlichen Onkyo FireConnect-Lautsprecher NCP-302 zurückgreifen. Als weiterer Multiroom-Standard kommt überdies per Update der Firmware dts Play-Fi. Schon jetzt befindet sich Google Chromecast an Bord. Damit fährt Onkyo ebenso wie Pioneer eine umfangreiche Streaming-/Multiroom-Strategie mit der Unterstützung von FireConnect, dts Play-Fi und Google Chromecast. Kaum noch einer Erwähnung bedarf, dass natürlich auch ein WLAN-Modul (Dualband und Bluetooth) inkludiert sind. Natürlich fehlt auch Apple AirPlay nicht. 

Es sei noch erwähnt, dass man mit dem Onkyo TX-RZ720 eine preiswertere Alternative zum TX-RZ820 im Portfolio findet. Mit 999 EUR ist der TX-RZ720 200 EUR günstiger. Die Differenzen zwischen beiden Modellen haben wir hier kurz aufgelistet:

  • Anderes Design im Stil von TX-RZ1100 und TX-RZ3100
  • Frontpanel, Klappe und Lautstärkedrehregler aus Aluminium
  • VLSC-Technologie auf allen Kanälen
  • 5 Watt mehr Leistung pro Kanal
  • 7.2-Kanal-Pre-Outs
  • „Whole House“-Betriebsart für die simultane Musikwiedergabe in verschiedenen Zonen

Wie sieht es nun mit der Einrichtung des TX-RZ820 aus? Wie üblich, gibt es auch beim 7-2-Kanal-AVR einen Assistenten, der bei der ersten Inbetriebnahme unterstützt. 

Onkyo TX-RZ820 Screenshot 1

Inbetriebnahme in der Übersicht

Onkyo TX-RZ820 Screenshot 2

AccuEQ-Einsatz wird vorbereitet

Onkyo TX-RZ820 Screenshot 3

Grafiken leisten Support beim Ersteinrichtungsassistenten

Onkyo TX-RZ820 Screenshot 4

Wahl des richtigen Lautsprecher-Setups

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Aufstell-Tipps für das Mikrofon

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Wie immer: Während des Einmessvorgangs sollte im Hörraum Ruhe herrschen

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Speaker-Erkennung

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Verbindungs-Setup

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Netzwerkverbindung

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Kabelbasiert oder drahtlos

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Nun befindet sich der Onkyo im Netzwerk

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Multizonen-Funktion ja oder nein?

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HDMI-ARC

 

Im klar gegliederten Assistenten findet sich beinahe jeder zurecht. Problemlos konnte das Setup abgeschlossen und der TX-RZ820 in Betrieb genommen werden.

Klang

Ab Filmbeginn hören wir die Blu-ray von „A-Team – Der Film“ in dts TrueHD (englische Tonspur). Mittels dts Neural:X polieren wir auf 5.1.2 au. In der finsteren Lagerhalle, in deren Inneren Hannibal verhört wird, schafft der TX-RZ820 eine dichte Atmosphäre. Auch in leiseren Sequenzen sind die beiden Top Firing-Module wirkungsvoll eingebunden. Der Subwoofer wird vehement angesteuert, der Music Score kommt räumlich lebendig zum Ausdruck. Dynamische Differenzen bringt der Onkyo impulstreu zur Geltung.

Als die einzelnen Mitglieder des A-Teams vorgestellt werden, bringt der TX-RZ820 die unterschiedlichen Umgebungen mit ihrer Geräuschkulisse sehr gut zur Geltung. Heftige Keilereien haben den entsprechenden Nachdruck. Gelassen nimmt es der TX-RZ820 hin, wenn man mit deutlich gehobenem Pegel hört. Was die Performance der Endstufen angeht, muss er auch liefern, schließlich gibt es in seiner Preisklasse durchaus schon Modelle mit neun Endstufen, die dann auch in 5.1.4 Lautsprecher-Setup antreiben können. Dialogszenen zeigen, dass der TX-RZ820 Stimmen sauber betont und gut in den akustischen Gesamtzusammenhang einarbeitet. 

Nun gut, wir haben einige nette Eigenschaften beim TX-RZ820 festgestellt, so auch die massive Präsentation der Rap-Musik. Aber was zeichnet den 7.2-Kanal-AVR speziell aus? Dass man ordentliche Pegel fahren kann, mit einer soliden Räumlichkeit rechnen darf und dass die Impulstreue tadellos ist: Das kann man bei 1.200 EUR Kaufpreis voraussetzen. Onkyo hat überdies in den letzten Jahren eine kleine Odyssee hinsichtlich der akustischen Gesamtauslegung hinter sich. Von sehr homogen, harmonisch, auf Sicherheit getrimmt im Hochtonbereich über zu viel Brillanz, einen leicht metallischen Klang – vieles konnten wir akustisch beobachten. Nun hat man einen sehr gefälligen Kompromiss gefunden, wie wir schon bei den großen Modellen heraushören konnten.

Natürlich haben wir alle aktuellen Onkyo am identischen Lautsprechersetup (Nubert nuLine-Set) getestet, um direkte Vergleichsmöglichkeiten zu haben – und höre da: Auch in actiongeladenen Szenen bleibt der TX-RZ820 Herr der Lage, Schießereien, Fahrzeuggeräusche, Stimmen und Schreie, der Music Score: Akkurat wird hier differenziert, die zahlreichen räumlichen Ebenen ausgezeichnet sortiert. Das Geschehen auf dem Screen wird beim A-Team-Film immer mit Nachdruck, aber gleichzeitig hoher Präzision dargestellt. geht es ruhiger zu, wie bei den Dialogsequenzen im A-Team-typischen schwarzen Minivan, hält der TX-RZ820 nach wie vor eine überzeugende Räumlichkeit bereit. 

Ebenfalls ab Filmbeginn haben wir uns die Ultra HD Blu-ray von „San Andreas“ in Dolby Atmos angehört. Der Onkyo TX-RZ820 liefert eine hervorragende Auflösung und zeigt sich hier nochmals verbessert gegenüber älteren Modellen. Sehr gut sind auch hier, bei einer nativen objektbasierten Tonspur, die beiden Top Firing-Module ins klangliche Gesamtgeschehen eingebunden. Das merkt man auch beim ausdrucksstarken Music Score. Alles beim Onkyo wirkt so selbstverständlich, souverän – ohne dass man dies mit „langweilig“ gleichsetzen könnte. Als die junge Lady mit ihrem Subaru Forester verunglückt, kommt der heftige Erdrutsch mit Vehemenz zum Ausdruck. Wegfliegende Trümmer und Gesteinsbrocken bereiten dem TX-RZ820 keine Probleme, zudem werden auch leisere Elemente wie das laute, hektische Atmen der verunglückten jungen Frau sehr gut eingebunden.

Szenenwechsel – Ray Garnes ist mit seinem Resue-Team im Helikopter unterwegs, ein Reporter-Team begleitet ihn. Die Fluggeräusche des Hubschraubers mit den sich schnell drehenden Rotoren wird sehr räumlich übertragen. Immer wieder überzeugt die Dynamik, mit der die Wiedergabe des Music Scores erfolgt. Die Stimmen der Protagonisten bindet der TX-RZ820 auch bei diesem Test-Beispiel wieder prima ein. Das merkt man beim Dialog mit der verletzten jungen Lady. Schnelle Effektwechsel durch verschiedene Kanäle beweisen auch hier, wie impulstreu der Onkyo agiert. Die Endstufen stehen spontan bereit und entfalten mit ihrem direkten Ansprechverhalten ihre Leistung in überragender Manier. Parallel stattfindende akustische Ereignisse teilt der TX-RZ820 mit solider Balance auf. 

Was lernen wir daraus? Akustische Quantensprünge sind heute kaum noch möglich, zu hoch ist das klangliche Gesamtniveau gerade in gehobenen Preisklassen schon seit einigen Jahren. Verbesserungen finden im Detail statt, fallen aber so gering aus, dass sich Besitzer eines Gerätes aus 2015 oder 2016 nicht grämen und sofort an einen Neukauf denken müssen. Wer einen älteren AV-Receiver vor 2015 besitzt und nun auf die Wiedergabe objektbasierter Audioformate umsteigen möchte, kann im Falle des TX-RZ820 bedenkenlos zugreifen. Seine homogene und in sich schlüssige Gesamtwiedergabe, gepaart mit ausgezeichneter Dynamik und ansprechender Pegelfestigkeit, zeichnet den neuen Onkyo ohne Zweifel aus. 

Erstes Fazit

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Der Onkyo TX-RZ820 kostet 1.199 EUR und sieht dafür schon aus wie ein echter AV-Bolide. Solide Verarbeitung und eine tadellose Materialqualität gehen mit einer nahezu kompletten Ausstattung einher. Allerdings sind sieben und nicht neun Endstufen im Inneren des Gehäuses aktiv, aber neun Endstufen wird noch lange nicht jeder Heimkinofreund zwingend benötigen. Die sieben Endstufen des RZ820 liefern Leistung satt und agieren impulstreu sowie dynamisch. Das Auflösungsvermögen hat uns bislang überzeugt. Die Ausstattung ist sinnvoll und reichhaltig, die HDMI-Anschlusssektion unterstützt aktuelle Standards. Viel hat der Onkyo auch bei den Themen Multiroom-Audio und Streaming zu bieten.

Preview: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 04. Juli 2017




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