TEST: ZTE Axon 7 Mini – „Kompakt“-Variante des Flaggschiffs zum fairen Preis?

Der chinesische Smartphone-Hersteller ZTE tritt mit dem neuen Axon 7 mini enorm selbstbewusst auf. „Das beste Kompakt-Smartphone der Welt“ wollen Sie mit dem Neuzugang gebaut haben. Hierzulande spielt ZTE keine allzu bedeutende Rolle. Das liegt vorwiegend daran, dass das Trio Samsung, Apple und Huawei die Schlagzeilen dominieren. Doch in den vergangenen zwölf Monaten zeigte sich, dass die Fernöstler nicht nur über viel Know-How verfügen, sondern auch mit pfiffigen Details überzeugen können.

Das Alu-Unibody-Gehäuse sieht hochwertig aus und bietet einige schicke Details wie z.B. die Vertiefung um den Fingerabdrucksensor auf der Rückseite sowie die imposanten Stereo-Lautsprecher auf der Frontseite. Das Smartphone ist zudem recht robust und scheint auch relativ kratzfest zu sein. Darüber hinaus liegt es angenehm in der Hand und ist mit 155 Gramm nicht allzu schwer.

Das Axon 7 mini kommt mit einem 5,2 Zoll großen AMOLED-Display daher. Während der große Bruder eine Quad HD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln aufweist, muss die Kompakt-Variante mit Full HD auskommen. Insgesamt ist dies aber angesichts der Display-Größe verschmerzbar. Die Qualität kann in den Rubriken Schärfe, Farbsättigung und Kontrast vollends überzeugen. Nur bei der Helligkeit ist es mit einem Wert von 393 Candela eher dunkel.

ZTE Axon 7 mini Foto

Aufgenommen bei guten Lichtverhältnissen

Kommen wir direkt zum größten Schwachpunkt des Smartphones: die Kamera. Die Hauptkamera mit 16 Megapixeln scheint zwar zunächst ordentlich ausgestattet, doch bei schwächeren Lichtverhältnissen sind die Ergebnisse geradezu desaströs. Im Praxistest gelang uns kein einziges Foto in einem Restaurant mit gedämpftem Licht, das halbwegs für das Fotoalbum geeignet wäre. Unverständlich, dass so etwas von der Qualitätskontrolle einfach durchgewunken wird. Immerhin sind die Tageslichtaufnahmen farbstark, aber ebenfalls nicht die allerschärfsten. Videos lassen sich dafür in solider Qualität einfangen und die Front-Kamera ist mit 8 Megapixel gut für Selfies geeignet.

Punkten kann das Axon 7 Mini dafür in anderen Ausstattungsbereichen. USB Typ-C wird untersützt und bietet deutlich schnelleren Datentransfer. Neben dem Fingerabdrucksensor lässt sich das Smartphone auch via eines 3D- Gesichtsscans biometrisch entsperren, es bietet variables Dual-SIM und im punkto Datenschnittstellen wird die volle Palette geboten: Bluetooth 4.1 und NFC, LTE CAT6 und maximal 300 Megabit pro Sekunde. Einziger Haken in diesem Bereich: WLAN gibt es nur im älteren n-Standard auf dem 2,4-Gigahertz-Band (max.150 Megabit pro Sekunde).

Mit rund 22 GB ist der interne Speicherplatz zudem ordentlich gerüstet, zumal das Smartphone auch einen microSD-Kartenslot bietet.

Rückseite

Wer den neuesten Softwarestand erwartet, dürfte enttäuscht sein. Denn ab Werk ist „nur“ Android 6.0.1 sowie das User Interface MiFavor 4.0 vorhanden. Das ist zwar kein Beinbruch, doch angesichts der Ansprüche wäre Android 7.0 durchaus angebracht gewesen.

Der Fingerabdruck-Scan ist nicht perfekt gelöst, das Smartphone ließ sich einige Male nicht aus dem Tiefschlaf wecken, wenn man den Finger auf den rückseitig platzierten Sensor legt – das sollte eigentlich anders sein. Es kam sogar vor, dass die Fingerkuppe so häufig nicht erkannt wurde, dass der Sensor für einen gewissen Zeitraum deaktiviert wird.

Was ebenfalls stört: Die drei Standard-Befehlstasten sind digital im Touchscreen integriert und manchmal versteckt. Abhilfe schafft nur ein Fingerstrich nach oben, damit man Zugang zu den Android-Eingaben hat, was doch sehr umständlich ist. Unverständlich ist zudem, dass es kein Direktanruf-Widget für einen Kontakt gibt. Man kann zwar einen Kontakt auf der Startseite platzieren, doch dann man muss vor dem Aufruf immer nochmals festlegen, was man nun genau möchte.

Das Arbeitstempo ist aber insgesamt sehr flüssig und auch die Handhabung weitgehend in Ordnung.

ZTE Axon 7 mini Screenshot

Benutzeroberfläche

Kleines Smartphone, große Leistung: Unter der Metallhaube geht der Achtkern-Prozessor Snapdragon 617 von Qualcomm mit maximal 4 x 1,5 und 4 x 1,2 sowie 3 Gigabyte Arbeitsspeicher zu Werke. Mit dieser Architektur werden zwar keine Benchmark-Rekorde aufgestellt, es sorgt aber in der Regel für einen schnellen Betrieb, der nur bei sehr anspruchsvollen Aufgaben und 3D-Games etwas abgebremst wird.

Auch der fest verbaute 2.705 mAh Akkublock leistet einen zufriedenstellenden Job, denn in mehreren Tests erreicht er stets eine Rufbereitschaft von vier Tagen, was für ein Smartphone von diesem Format und Ausstattungsniveau ein solider Wert ist.

Seitenansicht

Hervorstechend sind beim ZTE Axon 7 Mini aber vor allem die Soundqualitäten, aufgrunddessen die Chinesen auch die Kooperation mit Lang Lang eingegangen sind. Der Ausnahme-Pianist hat sogar einen eigenen Klingelton für das Axon 7 Mini komponiert. Im Fokus stehen vor allem die soliden Stereo-Lautsprecher auf der Frontseite, die mit allerlei Software-Tricks für ein regelrechtes Klanggewitter sorgen. Es handelt sich unter anderem um einen dedizierten Audio-Prozessor vom Sound-Chip-Spezialisten AKM, der sonst nur in hochwertigen Audio-Systemen zu finden ist. Das Ergebnis ist in der Tat – für ein Smartphone – beeindruckend lebendig, bassstark und laut! Einziger Kritikpunkt: Ab einem gewissen Pegel wird es vor allem im Freisprech-Modus klanglich unsauber.

Telefonate machen mit dem Fernöstler ebenfalls durchaus Laune, da der Gesprächspartner sehr präsent ist und es keinerlei Nebengeräusche gibt. In diesem Bereich also eine insgesamt sehr gute Performance.

Fazit

Das Anliegen, dass weltbeste Kompakt-Smartphone zu bauen ist nur bedingt gelungen. Klar, im Bereich Sound zeigt das Axon 7 Mini vielen Vertretern der Konkurrenz die Rücklichter, doch dafür enttäuscht die Kameraqualität restlos und die Funktionalität des Fingerabdrucksensors ist ebenfalls nicht tadellos, was im Alltag genauso stört, wie die mitunter fehlenden drei Sensortasten. Wer mit diesen Schwächen leben kann, bekommt mit dem ZTE Axon 7 Mini aber ein stark ausgestattetes und sehr hochwertiges Smartphone, das bequem in jede Tasche passt – und das zu einem sehr fairen Preis.

Soundstarkes Smartphone, leider nicht ohne Schwächen
sehrgut
03.05.2017

 

Test: Ulf Schneider
Datum: 03.05.2017




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