TEST: Yamaha AV-Receiver AVENTAGE RX-A3030 – Echter Top-Performer ?

Yamaha RX-A3030 Front Seitlich2

Yamaha hat mit dem RX-A3030 aus der erstklassigen AVENTAGE-Serie nicht nur die schon beinahe legendäre Vor-/Endstufenkombination CX-5000/MX-5000 im Angebot, sondern, auch das hat Tradition, ebenso einen superben AV-Receiver. Der RX-A3030 für 1.999 EUR möchte weiter auf der Erfolgsschiene fahren. Dazu tragen neben nicht enden wollender Funktionsvielfalt auch aktuelle Updates bei – der 3030 unterstützt nun auch Spotify Connect. 

Verarbeitung außen und innen

Yamaha RX-A3030 Bedienelemente Front2

Saubere Einpassung der Frontblende, bekannte Yamaha-Optik

Yamaha RX-A3030 Bedienelemente Front1

 Input- und Lautstärke-Drehregler liegen gut in der Hand

Yamaha RX-A3030 Innenleben1

 Trafo

Yamaha RX-A3030 Innenleben Gesamt

 Innenleben in der Übersicht

Wenden wir uns weiteren Merkmalen des wie gewohnt solide verarbeiteten AV-Receivers zu. Das Auge erfreut sich an der exzellenten Einpassung der Frontblende aus seitlicher Perspektive, an den hochwertigen Standfüßen und an der sehr gut verarbeiteten Metallklappe, unter der sich auf der Front weitere Bedienelemente befinden. Als AVENTAGE AV-Receiver bringt der RX-A3030 den typischen fünften Standfuß in der Mitte des Unterbodens mit. Dieser sorgt für noch mehr mechanische Stabilität und vermeidet besonders effektiv Vibrationen. Yamaha nennt das Konzept „Anti Resonance Technology“ (A.R.T) Wedge. 

Insgesamt verfolgt Yamaha bem RX-A3030 das „Total Purity Concept“ für besonders kultivierten Klang. Das Konzept fußt auf verschiedenen Pfeilern. Wenig Vibrationen, leistungsstarke Endstufentechnik, unabhängige Stromversorgung für keinerlei Störungen der Baugruppen untereinander und kürzeste Signalwege für reinsten Klang in der Vorverstärkersektion – das alles macht dieses Konzept aus. 

Das Innere des AV-Receivers präsentiert sich ebenfalls gut verarbeitet. Der 9.2 AV-Receiver besitzt zwei Vorverstärkerausgänge zum Anschluss aktiver Subwoofer, die 9 Endstufen stemmen, wenn ein Kanal ausgesteuert wird, bei 4 Ohm und 0,9 % Klirrfaktor 230 Watt bei 1 kHz. Bei 20 Hz bis 20 kHz und 2 ausgesteuerten Kanälen sind es 150 Watt an 8 Ohm, mit 0,06 % Gesamtklirrfaktor – ohne Zweifel dürften sich Besitzer des 3030 nicht über Leistungsmangel beklagen. Der Gehäuseaufbau ist H-förmig, das sichert, so Yamaha, hohe Steifigkeit und mechanische Stabilität. Damit die Verstärkereinheiten ihre volle Leistung souverän entfalten können, ist der Aufbau symmetrisch gestaltet. Im Detail verbaut Yamaha besonders leistungsstarke Baugruppen. Dazu gehört z.B. ein besonders präzise arbeitender Digital-Analog-Konverter. ESS steuert hier den 192 kHz/32-Bit ES9016 DAC bei. Für die Presence-Kanäle kommt der ESS ES9006 DAC zum Einsatz. 

Yamaha RX-A3030 Menuebilder 15

Intelligente Endstufenzuweisung

Dank des Intelligent Amp Assigns lassen sich die Endstufen flexibel zuweisen, und man kann z.B. im Wohnzimmer oder Heimkino ein volles 9.1-Setup fahren. Hat man dann z.B. in der Bibliothek ein 2.0 Stereo-Setup und schaltet dieses ein, erkennt die Endstufenzuweisung des Yamaha dies – wenn sie zuvor entsprechend konfiguriert wurde. Automatisch werden dann 2 Endstufen „abgezwackt“ und für das Stereosetup verwendet. In der Haupthörzone kann dann noch maximal in 7.1 gehört werden. 

Anschlüsse

Yamaha RX-A3030 Rueckseite Seitlich1

Optional kann man den YBA-11 Bluetooth-Adapter und den YWA-10 WLAN-Adapter dazu kaufen. Bei einem Topmodell wie dem RX-A3030 wäre es vielleicht sinnvoller, beides beizulegen oder aber Module für Bluetooth und WLAN gleich on Board einzubauen.  Weitere Anschlüsse: Acht HDMI-Eingänge, davon einer auf der Front, zwei HDMI Ausgänge (der zweite ist zuweisbar für Zone 2/4). Der HDMI-Eingang auf der Front unterstützt MHL, ebenfalls unterstützt die HDMI-Sektion des 3030 HDMI 3D und HDMI-CEC. Neben HDMI und dem Eingang fürs YPAO Mikrofon befinden sich ein USB-Port, ein analoger Audioeingang, ein optischer Digitaleingang und ein Composite-Videoeingang auf der Vorderseite. Insgesamt gibt es demnach vier optische und drei koaxiale Digitaleingänge. Insgesamt zehn analoge Stereo-Cinch-Eingänge und ein entsprechender Ausgang werden mitgeliefert. Es finden sich vier Komponenteneingänge und ein Monitor-Komponentenausgang. Sogar vier S-Videoeingänge und einen Monitor-S-Videoausgang bietet der 3030. Insgesamt fünf Composite Videoeingänge und einen Videoausgang im Composite-Format gehören auch zur Anschlussausstattung.  Ein 8-Kanal-Multichannel-Eingang und ein 11.2 Preout sind auch vorhanden. Somit wäre es auch möglich, die MX 5000 11-Kanal-Endstufe an den RX-A3030 anzuschließen. Einen Kopfhörerausgang besitzt der 3030 natürlich auch. 

DSP-Programme

Als echter Yamaha AVR besitzt natürlich auch dieses AVENTAGE Modell einen ausgeklügelten DSP-Prozessor (CINEMA DSP HD3), der insgesamt 23 DSP-Programme für Kino, Musik und sonstiges Entertainment (TV, Gaming) bereit stellt. So werden die Standard-Decoder, u.a. für Dolby TrueHD, Dolby PLII, DTS-HD Master Audio, DTS-HD High Resolution Audio und DTS 96/24 sinnvoll erweitert. Yamahas DSP-Programme behandeln jedes Soundfeld (z.B. Front oder Surround) individuell und basieren auf real existierenden Räumen, die präzise akustisch vermessen wurden. Übrigens – anstatt auf DTS Neo:X oder Ähnliches zu setzen, hat Yamaha mit den „Front Presence“-Lautsprechern ein eigenes System, um die Effektbühne vorn nach oben auszubauen. 

Die DSP-Programme können sogar noch individuell angepasst werden, je nach DSP-Programm ist der Funktionsumfang für die Anpassungen aber unterschiedlich. Mit Dialog Level Adjustment, virtuellen Presence-Speakern (wie Front Height – und das Ganze durch DSP-Algorithmus virtuell), Silent Cinema (DSP-Raumklang bei Verwendung eines normalen Stereokopfhörers, funktioniert erstklassig) und dem Compressed Music Enhancer (poliert komprimierte Dateiformate wirkungsvoll auf und sichert präziseren Bass, mehr Kontur in den Mitten und verbesserte Hochton-Performance) sind weitere Yamaha-typische Ausstattungsmerkmale vorhanden. Der High Resolution Music Enhancer ist ebenfalls mit an Bord. Dieser hat die Aufgabe, Hi-Bit-Upsampling mit bis zu 96 kHz/24-Bit bei  niedriger auflösenden Quellen durchzuführen. 

YPAO

Yamaha RX-A3030 Mikro

Einmessmikrofon

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 Kurz vor dem Start der YPAO-Einmessungen

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 Nach der Einmessung

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 Recht passende Ergebnisse

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 Time Alignment

Yamahas Lautsprecher-Einmesssystem YPAO mit Room-EQ kommt in neuester Spezifikation im 3030 zum Einsatz. Es kann maximal an 8 Punkten eingemessen werden. So kommen auch mehrere zuhörende Personen in den Genuss eines optimiertes Klangbildes, das negative Nebeneffekte, die durch die Beschaffenheit des Hörraums entstehen, zu einem beträchtlichen Teil ausblendet. Besonderheit des Yamaha-Systems ist R.S.C. (Reflected Sound Control), hier wird auch der Lautsprecherwinkel eingemessen. In unseren Testreihen funktionierte YPAO sehr zuverlässig und brachte auch klanglich sehr gute Ergebnisse. Im Hochton- und Bassbereich nicht zu sehr beschnitten, mit ausgewogener Balance – so arbeitet ein moderes LS-Einmess- und Room EQ-System. Yamaha schließt hier beinahe zum Leader Pioneer (mit MCACC) auf, der Abstand verkleinert sich jährlich. Übrigens liefern die Japaner das spezielle Tool zur Lautsprecher-Winkelmessung gleich mit. 

Menüs, Fernbedienung

Yamaha RX-A3030 Fernbedienung

Fernbedienung

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 Struktur des Grundmenüs am linken Bildschirmrand

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 Toneinstellungen

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 HDMI-Einstellungen

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 Netzwerkeinstellungen

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 Mehrzonen-Einstellungen

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 Funktions-Menü

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 Eco-Modus, nach Aktivierung erfolgt Neustart des 3030

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 Lautsprechereinstellungen

Der RX-A3030 verfügt über die mittlerweile altbekannten Yamaha-Menüs, die inzwischen durchaus eine optische Auffrischung vertragen könnten. Wer an Yamaha AVRs gewohnt ist, wird sich sofort zurechtfinden und den AV-Receiver flott betriebsbereit haben. Selbst die App (Näheres weiter unten im Text) greift Optik und Logik der Menüs auf. Die mitgelieferte Fernbedienung ist hochwertig sowie recht schwer und groß. Nur noch wenige Hersteller leisten sich die Luxus, eine derart teure Fernbedienung beizupacken. Daher gebührt Yamaha für diese Aktion direkt ein Lob. Die Fernbedienung ist zweifarbig, im oberen, klavierlackschwarzen Teil steckt ein kleines LC-Display. Die Tastengruppen sind sinnvoll unterteilt. Weniger oft benötigte Bedienelemente befinden sich unter einer Klappe im unteren Drittel. Erfreulicherweise fehlt auch eine Beleuchtung nicht. Yamaha gibt dem RX-A3030 die bewährte SCENE-Funktion mit auf den Weg. Wahlweise per App, Remote oder direkt am Gerät können verschiedene Funktionsketten direkt per Druck auf einen Knopf in Bewegung gesetzt werden. Inzwischen heißt das System „Scene Plus“ und umfasst 12 SCENE Einstellungen, vier können auch einer 2. Hörzone zugeordnet werden. Übrigens – der 3030 unterstützt bis zu 4 Hörzonen. Und er besitzt einen speziellen Eco-Modus, mit diesem lässt sich im Sinne eines umweltfreundlich-geringen Stromverbrauches die Leistung der Endstufen begrenzen. 

Netzwerk, Wiedergabe von komprimiertem und von HiRes-Material

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MP3-Wiedergabe

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 HiRes FLAC 96 kHz-Wiedergabe

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 vTuner Internet Radio

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 Sehr guter Klang bei vTuner-Stationen

Selbstverständlich fehlen dem RX-A3030 auch umfangreiche Netzwerkfunktionen nicht. Seit kurzer Zeit gibt es ein Update der Firmware, und nun kann man praktischerweise auch Spotify Connect nutzen. Allerdings ist von Seiten Spotifys dafür ein pro Monat 10 EUR kostender Premium-Account notwendig, wenn man ein Android-Smartphone nutzt. Apple-User, die AirPlay verwenden, können über AirPlay auch Streams der kostenlosen Spotify Basis-Version an den AVR schicken. Wir haben mit unserem HTC One Max und Spotify Connect versucht, dem RX-A3030 die Wiedergabe angesagter Electro-Streams zu ermöglichen – und sofort tauchte der Yamaha AVR in der Liste der potentiellen Wiedergabegeräte in der Spotify App auf. Die Wiedergabe dann machte riesigen Spaß – mit unserem Quadral Chromium Style-Lautsprecher-Ensemble inklusive QUBE 10 und den leistungsstarken Yamaha Endstufen freuten wir uns über mächtige Bässe, tollen Effektaufbau und enorme mögliche Pegel, wenn wir das Signal mittels Dolby PLII Music hören. Hier erscheint das klangliche Ergebnis noch etwas gefestigter, im Bassbereich satter und kraftvoller als bei Verwendung von DTS Neo:6 Music.  Hervorragend arbeitet der Enhanced Music Enhancer – die Bässe sind präziser und wuchtiger, die Mitten weisen klarere Konturen auf und der Hochtonbereich ist lebendiger. 

AirPlay stellt auch kein Problem für den RX-A3030 dar. Wir haben unser iPhone 5s verwendet und auch hier aktuelle Club-/Dance-Musik zugespielt. Bei  „Damn Girl“ von K. La Cuard beeindruckt aufs Neue die straffe und nachdrückliche Basswiedergabe, das Raumgefühl ist hervorragend. Der 3030 ist weniger analytisch als seine Vorgänger ausgelegt und legt mehr Wert auf puren Spaß am Hören. Irgendetwas „Schmales“ im Bassbereich lässt sich bei diesem AV-Receiver beim besten Willen nicht mehr ausmachen. 

Natürlich spielt der RX-A3030 auch Hi-Res-Audiodateien ab. Auch das gehört zu den umfangreichen Netzwerkfunktionen.  Zu den Audioformaten, die über USB oder/und per Netzwerk abgespielt werden können. FLAC wird,ebenso wie WAV, maximal in 192 kHz/24-Bit wiedergegeben, MP3 und MPEG-AAC bis 48 kHz/320 kbps, ebenso WMA. 

Multimediale Inhalte vom Smartphone auf kabelbasiertem Wege kann der RX-A3030 dank HDMI mit MHL (HDMI-Fronteingang) wiedergeben. Da die meisten Smartphones keinen dedizierten MicroHDMI-Ausgang haben, ist zur Nutzung dieser Funktion aber ein Adapterkabel erforderlich. An der Front kann ebenfalls ein iPod, iPhone oder iPad direkt per USB angeschlossen werden. 

Yamaha AV Controller App

Wer möchte, kann den AVR auch mit der „AV Controller App“ für Apple iOS- und Android-Devices steuern. Hier einige Screenshots:

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Controller App für Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablets

Yamaha RX-A3030 App 2

Der RX-A3030 wurde sofort erkannt

Yamaha RX-A3030 App 3

 

Erklärung zur App und deren Kompatibilität

Yamaha RX-A3030 App 5

 Eingang „Server“ gewählt

Yamaha RX-A3030 App 6

 Der RX-A3030 unterstützt bis zu vier Hörzonen

Yamaha RX-A3030 App 7

 Das volle Programm: Spotify, Napster, AirPlay 

Yamaha RX-A3030 App 8

DSP-Programme

Yamaha RX-A3030 App 9

 SCENE-Auswahl innerhalb der App

Yamaha RX-A3030 App 10

 Justageparameter

Die AV Controller App ist hinlänglich bekannt.  Um sie stets aktuell zu halten, liefert Yamaha oft Updates. Das sorgt dafür, dass die App auch mit den neusten Yamaha AV-Receivern immer ohne Probleme zusammenarbeitet.  

Klang DVD, Star Wars Episode III, Dolby Digital 5.1 EX, englisch

So gut kann eine DVD Dolby Digital-Tonspur klingen? Der RX-A3030 zeigt, dass man auch heute noch mit dem Sound von DVDs glücklich werden kann. Das DSP-Programm Sci-Fi sorgt für hervorragende Weitläufigkeit und exzellente Tiefenstaffelung während der Raumschlacht. Verschiedene, parallel stattfindende Effekte modelliert der AVR ausgezeichnet heraus, ohne z.B. den leiseren Effekt zu vernachlässigen. Stimmen arbeitet er geschmeidig ein, ohne sie in den Hinter- oder Vordergrund zu rücken. Enorm präzise wird der aktive Subwoofer angesteuert. Wer große Standlautsprecher und keinen extra aktiven Subwoofer verwenden möchte, kann dies auch tun – selbst mit den riesigen Nubert nuVero 14 hatte der Yamaha keine Probleme: Mit sattem Bass und ohne dynamische Einbrüche wurden hohe Pegel gemanagt. Die sehr sauber gestaffelte Effektwiedergabe, das tolle Raumgefühl bei den Laserschwert-Duellen und die akkurate Front-Surround-Balance sind weitere große Vorzüge. 

Klang Blu-ray, Avengers, Szene „Der Krieg“, DTS-HD Master Audio

Hier dreht nicht nur der Film, sondern auch der Yamaha richtig auf. Er spielt mit hohen Pegel so souverän, als gäbe es nichts Leichteres. Damit ist er eine verheißungsvolle Alternative nicht nur zur teureren hausinternen Konkurrenz in Form von CX-5000 und MX-5000, sondern auch zu hochklassigen Konkurrenten wie einem Pioneer SC-LX87 oder dem Denon AVR-4520. Ob  Faustschläge zwischen Thor und Loki, das Auftauchen der gepanzertes Riesenechse aus dem schwarzen Loch oder einstürzende Gebäude in New York – den 3030 bringt nichts aus der Ruhe. Ohne Dynamikkompression, mit hervorragender Auflösung und klanglich hoher Neutralität, erfreut er auch den anspruchsvollen Heimkinoliebhaber. Donnernde Tiefbässe, gleichzeitig solide kontrolliert, lassen den Hörraum erbeben. Stets wird der Music Score sehr gut eingebunden, und selbst Dialoge gehen nicht unter. Gleichzeitig betont der Yamaha jederzeit, dass Dialoge aufgrund der sonst lauten Kulisse beinahe untergehen. Nie holt der AV-Receiver Dialogsequenzen unnatürlich nah in den Vordergrund. Hervorragend ist es um die gesamte Räumlichkeit bestellt – man kann die DSPs Sci-Fi oder Adventure verwenden, um noch mehr Raffinesse in die Effektwiedergabe im Detail zu bringen. 

Klang „Tequila Sunrise“, Eagles, DTS-HD Master Audio, BD „Farewell Tour – Melbourne“, Multichannel-Straight, ohne DSP

Und wieder liefert Yamahas größer AV-Receiver eine erbauliche Leistung ab. Die akustische Gitarre klingt schlichtweg überragend, die Räumlichkeit ist dicht, die Atmosphäre sehr authentisch. Kleine Details arbeitet der 3030 hervorragend ein. Noch mehr Liebe zu kleinen musikalischen  Feinheiten offerieren nur deutlich teurere Vor-/Endstufenkombinationen oder aber Luxus-AVRs wie der Arcam AVR750. Die Stimme des Sängers ist sehr glaubwürdig eingearbeitet, die in sich schlüssige Fronteffektkulisse beweist uns auch, dass der RX-A3030 nochmals zugelegt hat im Vergleich zum Vorgänger RX-A3020: Gerade feine musikalische Einzelheiten weisen mehr Kontur auf, die Tiefenstaffelung ist nochmals ausgeprägter, leicht wurde die Pegelfestigkeit gesteigert, und auch die Herausarbeitung von Stimmen gelingt noch eine Nuance besser. Trotzdem bleibt auch der RX-A3020 ein exzellenter AV-Receiver, denn wir sprechen von Details, nicht von Welten. 

Klang Blu-ray, Within Temptation, Black Symphony, Intro in PCM 96 kHz/24-Bit Multichannel

Das klanggewaltige Intro des Konzertes sollte, so wie wir ihn bisher einschätzen, dem kraftvollen Yamaha liegen. Und er enttäuscht uns auch nicht: Klarer, vielschichtiger Aufbau, der das Gewaltige, das in der Darbietung liegt, gnadenlos ausschöpft. Der Schlag des Beckens, die Streicher, der unterschwellig-massive Bass und Geräusche aus dem Publikum verdichtet der RX-A3030 zu einer ungemein dichten Atmosphäre, die Mystik und Spannung gleichermaßen bietet. Jedes neu hinzugekommene Instrument wird sauber verdeutlicht, auch der Choralgesang kommt sehr facettenreich heraus. 

Klang HiRes, Diana Krall, W.A. Mozart – Titel, FLAC 96 kHz. Stereo-Straight

Natürlich haben wir bei Diana Kralls „Garden in the Rain“ auf Dolby PLII verzichtet. Wir hörten den Track in reinem Stereo, und waren absolut begeistert: Dianas charismatische Stimme breitet sich frei im Raum aus, lebendig und facettenreich. Toll auch die Einarbeitung der Instrumente, sehr differenziert und gleichzeitig außergewöhnlich ausdrucksstark. Auch Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr.4, erstes Allegro, liegt dem RX-A3030 ungemein: Filigran, mit Feingefühl und Lebendigkeit, nimmt er die Wiedergabe in Angriff. Er erfreut uns mit einer schönen, brillanten, aber im Vergleich zu älteren Yamaha Modellen deutlich weniger harschen Einarbeitung der Streicher. Sanfter, integrativer, aber noch genauso detailliert – der 3030 setzt wieder voll auf Erfolg. Auch die Streicher-Soli wirken fundiert und authentisch. 

Videosektion

Natürlich ist der RX-A3030 auch videoseitig auf neuestem Stand. 4K-Signale können per Pass-Through durchgereicht werden, natürlich ohne Qualitätsminderung, und niedriger auflösende Signale, z.B. von einer Blu-ray, skaliert der Yamaha auf bis zu 4K hoch. Yamaha hat sich als ehemaliger Beamer-Hersteller vielfältige Kenntnisse auf dem Gebiet der Video-Signalverarbeitung angeeignet. Dies kommt dem 3030 nun zugute, denn durch das „Edge Adaptive De-Interlacing“ kommt der AVR selbst mit Material, das nur in Interlaced vorliegt (z.B. DVDs) sehr gut zurecht. Die Bildung von Treppenstufen, dies zeigen auch unsere Testreihen, ist wirklich extrem gering. Das saubere und überdies rauscharme Bild, wenn z.B. aus 576i 1.080p gemacht wird, ist ein großes Plus des Yamaha-Alleskönners. Der RX-A3030 arbeitet pixelgenau beim De-Interlacing – mittels Motion Adaptive De-Interlacing erkennt Stand- und Bewegtbilder messerscharf. Die Multi-Cadence-Erkennung inklusive 3:2 Pulldown sorgt ebenfalls dafür, dass DVDs mit SD-Material bestens aussehen, wenn der 3030 das Bildsignal auf 1.080p hochrechnet.  Der AVR verfügt über 6 Voreinstellungen in der Videosektion, und pro Voreinstellung gibt es Regler für Detailanreicherung, Sättigung, Kontrast, Randschärfe, Helligkeit.

Was leistet der RX-A3030 konkret in den Testreihen? Star Wars Episode 3 ließen wir von 576i auf 1080p hochskalieren und schauten uns den Filmbeginn an. Und der RX-A3030 lässt nichts anbrennen. Die gelbe Laufschrift kommt erstklassig heraus, schon hier kann dem Yamaha kaum ein Konkurrent folgen. Schnell sollte man das Projekt vergessen, eimem preisgünstigen BD-Player die Upconversion zu überlassen. Nur: Leider gerade die „billigen Gurken“ geben nur noch 576p und nur selten 576i aus. Ärgerlich, denn gerade das High-Grade-De-Interlacing zeigt die Klasse des RX-A3030. Satt erscheint das Gelb der Lettern, die rauscharm und mit scharfen Konturen (aber ohne Doppelkonturen/Ringing) nach hinten durchgleiten. Das Schwarz des Alls ist satt und tief, zudem holt der 3030 viele Sterne auf den Screen. Nun donnert der gigantische Sternzerstörer durchs Bild. Der RX-V3030 zeigt ein kontrastreiches und scharfes Bild, mit sehr guter Detaillierung und genauer Tiefenstaffelung. Dies merkt man z.B., als die Raumjäger von Obi-Wan und Anakin nach unten in die Raumschlacht abkippen. Tiefes Schwarz trifft auf realistische Farben. Scalingrauschen zeigt sich kaum. Bilanzierend eine erstklassige Leistung – auch die Gesichter der Protagonisten arbeitet der 3030 ausgezeichnet heraus. Hauttöne werden präzise erfasst. 

Auch das Upscaling auf 4K funktioniert hervorragend. Bei „Samsara“ zeigt er in der ersten Sequenz die prächtig gewandeten Tänzerinnen mit sehr guter Bildschärfe. ees kommt nicht zu Ringing, die Konturen sind sehr präzise gezeichnet. Bildrauschen tritt nur in sehr geringme Ausmaß auf. Die üppig geschminkten Gesichter, der Glanz in den Auten und Details an den Kleidern arbeitet der RX-V3030 sehr feinfühlig heraus. Im folgenden Kapitel sind dichte Aschewolken aufgrund eines Vulkanausbruchs zu sehen. Der RX-V3030 stellt auch diese rauscharm und glaubwürdig dar. Die gleißende Lava kommt farbecht zum Ausdruck. Im dritten Kapitel gibt es Panoramen von Tempelanlagen inmitten grüner Vegetation. Hier rauscht es minimal vorn im Bild, das ist der einzige kleine Makel. Ansonsten erweist sich das Bild als plastisch und als gleichbleibend scharf selbst in hinteren Bildebenen. Insgesamt beweist der RX-A3030 also auch in der Upscaling-Königsdisziplin seine Klasse. 

Konkurrenzvergleich

Der Yamaha offeriert eine glänzende Leistung zum fairen Kaufpreis. Ein exzellentes Einmesssystem und toller, mitreißender Klang in Stereo sowie Multichannel gehen einher mit einer überragenden Videoperformance beim Hochkonvertieren von Material auf FullHD und UHD. Wer kann hier mitgehen? Der Denon AVR-4520 ist schon etwas älter, das merkt man an Pegelfestigkeit und Feindynamik. In beidem ist der Yamaha etwas besser. Auch die Tiefenstaffelung ist nochmals facettenreicher. Der 4520 klingt aber nach wie vor sehr angenehm und räumlich gekonnt. Die Videosektion des Yamaha ist eine Nuance besser. Der teurere Pioneer SC-LX87 ist noch eine Idee pegelfester und grobdynamisch noch talentierter. Pioneer kontert die Konkurrenz ferner mit dem besten Einmesssystem und mit der besten iPad-App aus. Allerdings kostet der SC-LX87 auch deutlich mehr – und schon der RX-A3030 ist ein erstklassiges Gerät. Im Stereobetrieb ungeschlagen ist der Arcam AVR450, der allerdings nur bis 48 kHz unterstützt. HiRes ab 88,2 bis 192 kHz geht derzeit nicht. Es gibt auch keine vernünftige App. Pluspunkte – Exzellente Baugruppen innen, hervorragende Feindynamik. Ein echter Audio-Könner, sogar mit passablem Einmesssystem. Nur die Videosektion gefällt uns nicht. Teuer ist der Arcam, aber top für audiophil angehauchte Anwender. Wer schlichtweg alles in sehr guter Qualität möchte, greift dann besser zum RX-A3030. Hier allerdings bringt sich dann der Onkyo TX-NR3010 in Stellung, dessen Videosektion auch dank überragendem Video-EQ mit ISF-Modi herausragend ist. Der Onkyo klingt recht analytisch, die Pegelfestigkeit ist ebenso wie die Feindynamik hoch. Der RX-A3020 allerdings legt in beiden Disziplinen die Messlatte noch eine Idee höher. Leider hat der Onkyo kein AirPlay, dafür aber das modernere Menü. 

Fazit

Yamaha RX-A3030 Front Seitlich3

Der Yamaha RX-A3030 ist auf audiovisuell exzellentem Niveau. Top klingt er auch bei im Trend liegenden HiRes-Audiodateien. Leider wird DSD nur über HDMI, aber nicht über USB/Netzwerk unterstützt. Mit einem ausgeklügelten und wirksamen Lautsprechereinmess- und Room EQ-System trumpft der enorm pegelfeste, solide verarbeitete AV-Receiver ebenfalls auf. Typisch für Yamaha sind die zahlreichen, sehr gut programmierten DSP-Modi. Netzwerk-mäßig viel Lob: AirPlay, Spotify Connect und Napster werden supportet, vTuner ist als kostenlose Internet Radio-Plattform auch an Bord. Die sehr leistungsfähige Videosektion des RX-V3030 liegt an der Klassenspitze.

In allen Belangen durchweg erstklassiger AV-Receiver zum fairen Kaufpreis
referenz
A
V-Receiver Oberklasse
Test 18. Februar 2014

+ Exzellent gelungene klangliche Gesamtauslegung
+ Grob- und Feindynamik erstklassig
+ Tolle Räumlichkeit
+ Herausragende Videosektion
+ Spotify Connect
+ Saubere Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

– Kein DSD-Support über USB und Netzwerk

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18. Februar 2014




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