XXL-TEST: 9.2 AV-Receiver Pioneer SC-LX87

Pioneer SC-LX87 Front Seitlich1

Pioneers aktuelles AV-Receiver-Spitzenmodell kommt mit neun Endstufen, jede davon üppige 260 Watt stark (6 Ohm, 1 kHz) und hört auf den Namen SC-LX87. 2.499 EUR wechseln beim Kauf den Besitzer, der neue Eigner bekommt fürs investierte Geld eine Menge geboten: Überaus hochwertige ESS D/A-Konverter, direkte Verarbeitung von 1 Bit DSD-Signalen ohne Wandlung in PCM, Video-Processing mit Upscaling bis auf 4K hoch und eine breite Auswahl an Decodern: Dolby Digital, Dolby Digital EX, Dolby Digital Plus, Dolby Pro Logic II, Dolby Pro Logic IIx, Dolby Pro Logic IIz, Dolby True HD, DTS DTS-ES, DTS Neo X, DTS 96/24, DTS-Express, DTS-HD High Resolution Audio und DTS-HD Master Audio. Natürlich dürfen auch jede Menge HDMI-Terminals nicht fehlen: 9 HDMI-Eingänge auf der Rückseite und einer an der Front, hinzu kommen auf der Rückseite gleich drei Ausgänge. Pioneers anerkannt gutes Einmesssystem MCACC ist beim Spitzenmodell natürlich in größtmöglicher Spezifikation mit an Bord. Der Pioneer ist mittels der iControl AV App als Alternative zur hochwertigen mitgelieferten Fernbedienung steuerbar, die nicht nur für Smartphones (Apple iOS und Android), sondern auch in einer speziellen Version für Tablets erhältlich ist. Natürlich gibt der Pioneer hochauflösende HiRes-Audio-Dateien wieder, und nicht nur WAV und FLAC, sondern auch DSD (Direct Stream Digital, Format der SACD). Optisch edel und zurückhaltend und im Vergleich zu Konkurrenten recht flach, möchte Pioneers „Modellathlet“ selbst das weibliche Geschlecht mit seinen Reizen ködern. Wir haben den SC-LX87 ausgiebig getestet.

Verarbeitung

Pioneer SC-LX87 Verarbeitung

Sehr hochwertiges, edles Finish

Pioneer SC-LX87 Rueckseite Seitlich2

 

Hervorragende Verarbeitung auch hinten

Pioneer SC-LX87 Display

 Display

Pioneer SC-LX87 Bedienelemente Front1

 

Lautstärkedrehregler

Pioneer SC-LX87 Bedienelemente Front3

Quellwahlregler

Pioneer SC-LX87 Fernbedienung1

 Fernbedienung

Optisch tritt der SC-LX87 dezent und edel auf. Er ist nicht besonders hoch im Vergleich zu manchem Konkurrenten – im Inneren arbeiten Platz sparende, aber hoch effiziente digitale Endstufen im neuesten Layout. Geringe Verlustwärme ist ein riesiger Vorteil, den man nach längerer Pegelhatz merkt: Der Pioneer schafft nicht nur extrem hohe Pegel, die kaum ein Konkurrent, selbst höherer Preisklassen, erreicht, sondern bleibt auch im wahrsten Wortsinne „cool“. Unter dem SC-LX87 sind enorm hochwertige Standfüße in silbern. Das Punktmatrixdisplay hat eine angenehm große Schrift, ist aber nur einzeilig. In weiteren kleinen Segmenten übermittelt das Display dann weitere Informationen. Die Regler für Quellwahl (links) und Lautstärke (rechts) auf der Frontblende wirken optisch wie auch haptisch hochwertig. Der Quellregler ist leicht gerastert, erscheint aber im Detail minimal schwammig. Der Lautstärkeregler ist nicht gerastert, er weist ein leichtes Spiel auf, ehe er reagiert. Das Frontpanel und auch die Klappe auf der Gerätefront bestehen aus Aluminium. Unter der Frontklappe befinden sich weitere Bedienelemente: Audio Parameter, Home Menu, zwei Navi-Kreuze für Tune und Preset, ein direkter Zugang zu den Video-Parametern, eine Return-Taste, Zone 2 on/off, Zone3 on/off, HD Zone on/off (für HDMI-Mehrzonenausgang). Weitere finden sich die „Multi Zone Control“, eine „Speakers“ Taste, iPod/iPhone/iPad Direct Control, Home THX-Button, Band (für analogen Tuner) sowie Tuner Edit. All diese Bedienelemente sind nicht perfekt eingepasst im Detail, bei unserem Testsample sitzen sie etwas zu weit links. Hinten sind die Cinchbuchsen vergoldet, und sehr hochwertige Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse. Alle Anschlüsse sitzen bombenfest.

Pioneer SC-LX87 Innenleben Gesamt1

Durchdachter innerer Aufbau

Pioneer SC-LX87 Innenleben1

Platinenlayout

Pioneer SC-LX87 Innenleben2

 

Stromversorgung

Pioneer SC-LX87 Innenleben3

 Elkos

Pioneer SC-LX87 Innenleben4

 Ordentliche Verkabelung

Zum gelungenen Eindruck passt auch der sehr solide und durchdacht wirkende innere Aufbau. Aufwändige Verstrebungen versteifen das Chassis, das Platinenlayout ist absolut durchdacht, jede Platine ist solide gesockelt. Und auch die Verkabelung ist recht akkurat. Die mitgelieferte Fernbedienung sieht Pioneer als nicht besonders wichtig an – eigentlich eignet sich der SC-LX87 am besten zur Steuerung mittels Tablet. Daher ist das Kunststoffteil auch kein Heldenstück, durchschnittlich hochwertig und mit zu vielen Knöpfen bestückt.

OSD

Der AV-Receiver ist werksseitig auf englische OSD-Sprache eingestellt – und mancher Anwender wird überrascht sein: Es ist nicht möglich, die Sprache zu ändern. Dies geht erst dann, wenn man im „Betriebsmodus-Setup“ von „Basic“ auf „Expert“ umschaltet. Danach sind alle Funktionen frei zugänglich. Pioneer hat seit einigen Generationen schon das gleiche OSD-Design, recht schlicht, aber schick. Ganz auf der Höhe der Zeit ist das Bedienkonzept aber nicht mehr. Zwar kann man mittels der interaktiven Bedienungsanleitung konfigurieren, noch besser gefiele uns aber ein gleich ins Gerät integrierter Einrichtungsassistent. So kann der Anwender das Gerät zwar entweder mittels PC oder aber mittels Tablet (App ist verfügbar) erstkonfigurieren, braucht aber definitiv außer dem AVR ein zweites Device. Bei Denon oder Marantz hingegen ist direkt auf der Benutzeroberfläche des AVRs ein Einrichtungsassistent enthalten. Da Onboard-Einrichtungsassitenten viel Speicher benötigen, greifen manche Hersteller eben auf die Ersteinrichtung mittels App zurück. Wir gehen auf diese „AV Navigator App“ noch genau ein.

iControl AV 2013 App

Pioneer App1

Hörmodi

Pioneer App3

 „Eco-Manager“

Pioneer App4

 Einstellmöglichkeiten im Standby

Pioneer App5

Push Player – Erstellen einer Wiedergabeliste

Pioneer App6

Fertige Wiedergabeliste

Pioneer App7

 Sound Emphasis – Centerlautstärke

Pioneer App8

 Sound Emphasis – Bassenergie

Pioneer App9

 Balance-Regelung

Pioneer App11

 Sound Explorer

Pioneer App13

 Finger EQ

Pioneer App14

 MCACC-Funktionen – mehr Screenshots finden sich in der Beschreibung der AV Navigator App

Pioneer App15

 Einstellungen

Pioneer App16

 PC-/Serverübersicht für die Musikwiedergabe

Pioneer App17

 Auswahl an HiRes-Audio-Ordnern

Pioneer App18

 HiRes-Musikwiedergabe

Pioneer App19

 Video-EQ – voreinstellte Bildfelder

Pioneer App21

 Video-EQ

Pioneer App22

 Noch 2 weitere EQ-Parameter unten

Pioneer App20

 Bis auf 4K skaliert der Pioneer hoch

Merkwürdig – sucht man im Internet über die Google-Suche, findet man sofort den Link zum AppStore von Apple, wo man die 2013er iControl AV App herunterladen kann. Bei einer direkten Suche im AppStore von Apple hingegen findet man nur die iControl App 2012, die man für die Steuerung des SC-LX87 nicht verwenden kann. Das Gerät wird zwar erkannt, kann jedoch nicht bedient werden. Das betrifft sowohl iPhone 5s als auch iPad Mini 1. Mit beiden Devices haben wir versucht, die iControl App 2013 direkt im Apple App Store zu finden, und es hat nicht funktioniert. In beiden Fällen jedoch funktionierte es mit der Google-Suche direkt. Wir haben die App auf iPad Mini und auf dem iPhone 5s installiert. Aufgrund der besonders schönen Grafik und den vielen Möglichkeiten haben wir uns entschieden, bei Beschreibung und Screenshots die iPad-App vorzustellen.

Wie bereits erwähnt, ist sie grafisch extrem aufwändig und bietet eine große Vielzahl an Funktionen – mehr als alle anderen uns bekannten Apps. Alle Grundfunktionen gibt es natürlich auch. Unter dem Stichpunkt „Control“ sind z.B. Lautstärkeregelung, Hörmodus, Videomodus und Tone/Balance regelbar. Auch kann man direkt den gewünschten Eingang auswählen. Berührt man „Listening Mode“, öffnet sich ein zweites Fenster, und man kann oben zwischen den drei „Karteikartenreitern“ Optimum, Direct und Other wählen. Dann werden jeweils passende Sound-/DSP-Modi angezeigt. Ebenfalls im Punkt „Control“ findet man die Sub-Rubrik „Video Mode“. Berührt man das Schaltfeld, öffnet sich ein kleines Fenster mit den Videoprocessing-Möglichkeiten. Der Videokonverter kann an- oder ausgeschaltet werden, ferner kann man die Auflösung des ausgegebenen Videosignals bestimmen: Auto, Pure, 480/576p, 720p, 1080i, 1080p, 1080p/24 und 4K. Pioneers bildverbessernde „PureCinema“ Technologie für Filmmaterial kann auf Automatik, An oder Aus geschaltet werden. Bei „Advanced Video Adjust“ finden sich die Bildfelder „PDP“, „LCD“, „Front Projector“, „Professional“ und „Memory“. Wählt man „Memory“, kann man mit einer Vielzahl an Parametern das Bild selbst justieren. Zur Verfügung stehen: Farb- und Helligkeitsrauschfilter, Flächenrauschfilter, Kantenrauschfilter, Detailschärferegler, Helligkeits- und Kontrastregler, Farbton und Farbsättigung. Man kann alles direkt über die App einstellen. Für bessere Qualität bei entsprechendem Material sorgt der „Stream Smoother“.

Unter „BDP Control“ kann ein etwaig angeschlossener Blu-ray-Player bedient werden. Der „Eco Manager“ hält zahlreiche Optionen zur Senkung des Stromverbrauches bereit. So können bei der Wiedergabe und im Standby-Betrieb verschiedene Eco-Modes (Wiedergabe) bzw. Energiesparstufen (Stand-By) gewählt werden. Weiter kann man eine Abschaltautomatik für Main, Zone 2, Zone 3 und HD Zone schalten (Off, 15/30/60 Minuten). Auch anwählbar ist der „Status Viewer“, der den aktuellen Betriebsstatus grafisch verdeutlicht. Einzelne Komponenten, wie z.B. eine der vorderen Lautsprecherboxen, können auch herangezoomt werden, und der Anwender erhält z.B. Informationen zu Lautsprechergröße und dem Abstand vom Hörplatz. Weiter in der App zu finden ist der „Push Player“. Hier kann man über den Button „Hinzufügen“ Lieder aus der iTunes-Bibliothek ergänzen und daraus eine Wiedergabeliste basteln, die dann vom AVR wiedergegeben wird. Der „Sound Explorer“ ist grafisch interessant dargestellt. In fallenden Kugeln sind verschiedene Klangregelfunktionen „versteckt“, wie z.B. Dialog-Enhancer, Bass- und Höhenregelung, Standing Wave Control, EQ on/off etc. Unter dem Punkt „Emphasis“ kann man, grafisch wiederum sehr schön dargestellt, Basskraft und Dialoge, die aus dem Center kommen, mit Aufziehen oder Zusammenziehen der Finger auf dem Touchscreen regeln. Ebenfalls aufwändig gestaltet ist die Balance-Funktion. Praktisch überdies ist der grafische „Finger EQ“. Hier kann man Konfigurationen sichern und laden, und in verschiedenen Frequenzbändern können mittels der Finger Frequenzen abgesenkt oder angehoben werden – optisch nett gelöst. Ans Eingemachte geht es bei der Option „MCACC“ – nutzt man all das Gebotene, sollte man von Raumakustik schon etwas Ahnung haben. Wir diese hat, wird sich über die Einstelloptionen freuen. In dreidimensionaler Darstellung kann man Pegel und Zeit beim Nachhall regeln, wahlweise ist auch eine Darstellung in 2D möglich. Pro Lautsprecher oder Lautsprecherpaar-weise kann vorgegangen werden. Natürlich können die Veränderungen bei verschiedenen Frequenzen vorgenommen werden. Bei 63, 125, 250, 500, 1000, 2000, 4000, 8000 und bei 16000 Hz. Man kann sich auch den Vorher-/Nachher-Effekt grafisch verdeutlichen lassen. Ebenso ist es möglich, in Miniatureinstellung alle Grafen einer Box bei allen regelbaren Frequenzen zu betrachten. Neben dem Karteikartenreiter „Reverb“ gibt es auch den Karteikartenreiter „Parameter“. Hier kann man sich über einfach alle MCACC Regelparameter ein Bild verschaffen (Speaker Setting, Speaker Distance, Standing Wave Control, Acoustic Calibration EQ). Letzter Punkt sind noch die „Settings“, Betriebsmodus (Experte oder Grundlegend) oder der Demo-Modus können hier eingestellt werden.

AV Navigator

Pioneer AV Navigator1

AV Navigator als interaktive Einrichtungshilfe

Pioneer AV Navigator2

 Wahl des Standorts

Pioneer AV Navigator3

 Wahl des Gerätes

Pioneer AV Navigator4

 Sprachwahl

Pioneer AV Navigator5

 Basismenü

Pioneer AV Navigator6

 Die Daten fürs spezielle Gerät werden heruntergeladen

Pioneer AV Navigator7

 Flotter Download

Pioneer AV Navigator8

 Interaktive Anleitung, sehr übersichtlich

Pioneer AV Navigator9

 Genaue Beschreibungen zu MCACC

Pioneer AV Navigator10

 Verständlich wird jeder Schritt erläutert

Pioneer AV Navigator11

„Operation Guide“

Pioneer AV Navigator12

Erklärung von PQLS

Pioneer AV Navigator13

Genaue Beschreibung

Pioneer AV Navigator16

 Komplette Leitung durch den Installationsprozess

Pioneer AV Navigator17

 Alle Rahmenbedingungen werden berücksichtigt

Pioneer AV Navigator18

Sogar auf YouTube-Videos (in englisch) kann zugegriffen werden

Pioneer AV Navigator19

 Video-Wiedergabe innerhalb der App

Pioneer AV Navigator20

 Zahlreiche MCACC-Funktionen

Pioneer AV Navigator21

 Darstellung der Kurven aller Speaker in der Übersicht

Pioneer AV Navigator23

Darstellung bei 63 Hz

Pioneer AV Navigator24

 Übersicht

Pioneer AV Navigator25

 Neben der 3D-Präsentation gibt es auch eine 2D-Darstellung – wir wählten die 3D-Variante

Pioneer AV Navigator26

 Alle Parameter können überprüft werden

Pioneer AV Navigator27 

Für alle Memorys, sofern belegt, sind die Justageparameter einzusehen

Pioneer AV Navigator28

 Man kann nachvollziehen, welche Korrekturen der EQ vorgenommen

Diese für Tablets erhältliche App ermöglicht die komplette Einrichtung des SC-LX87. Nachdem Land, Modell und Sprache ausgewählt wurden, lädt die App dann die spezifischen Daten für das Modell herunter, und die App verbindet sich dann mit dem SC-LX87. Innerhalb der App hat man die Wahl zwischen verschiedenen Unterpunkten: „Wiring Navi“, „Interactive Manual“, „Operation Guide“, „MCACC“ und „Einstellungen“. Bei „Wiring Navi“ werden alle nötigen Verkabelungs-Aktivitäten beschrieben, inklusive Bebilderung. Das Ganze geschieht in übersichtlichen Schritten. Die interaktive Anleitung beinhaltet alle Einrichtungs- und Bedienvorgänge rund um den Pioneer AV-Receiver. So gibt es z.B. die Rubriken „Vor der Inbetriebnahme“, „Bedienelemente und Displays“, „Anschluss der Geräte“, „Grundlegende Einrichtung“ oder „Wiedergabe mit Network-Merkmalen“. Auch innerhalb dieser interaktiven Anleitung arbeitet Pioneer mit Grafiken. Man kann direkt von der Bedienungsanleitung ins Home Menü des AVRs und dort direkt aus der App heraus navigieren. Wer noch mehr Information zur grundlegenden Wiedergabe oder zu den Hauptmerkmalen wünscht, wählt den Punkt „Operation Guide“. Hier gibt es innerhalb der „Grundlegenden Wiedergabeanleitung“ Infos zum Radio hören, dem Abspielen eines iPod, dem Abspielen eines USB-Gerätes und zum Hören von Internet Radio-Sendern. Unter der „Hauptmerkman-Anleitung“ finden sich der Audio Scaler, PQLS, die Vollbereichs-Phasenkorrektur, die Auto-Phasenkorrektur Plus, der Auto Sound Retriever und die Funktion „Virtuelle Lautsprecher“. Das Besondere: In Englisch gibt es Videos zur Beschreibung der Funktion, die direkt aus YouTube in die App hineingeladen werden. Unter dem Punkt „MCACC“ wird das gleiche üppige MCACC Menü geboten, welches hier schon innerhalb der App aufgezählt haben. Wir haben hier noch einige Screenshots zur Verdeutlichung des Funktionsumfangs eingefügt. Letzter Punkt sind die „Einstellungen“.

Anschlüsse hinten:

Pioneer SC-LX87 Anschluesse Rueckseite1

Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse

Pioneer SC-LX87 Anschluesse Rueckseite2

 Pre-Out für alles, was heute geht

Pioneer SC-LX87 Anschluesse Rueckseite3

 Beispielhafte Anschlussbestückung

Pioneer SC-LX87 Anschluesse Rueckseite4

Detailverarbeitung sehr akkurat 

Der Pioneer bietet drei HDMI-Ausgänge und neun (!) HDMI-Eingänge (acht durchnummeriert plus BD-In). Des Weiteren finden sich Ethernet-Buchse, ein USB-Port (hier kann ein externes WLAN-Dongle angeschlossen werden), ein weiterer USB-Port (für die Nutzung als USB-DAC, sozusagen als extrem hochwertige externe Soundkarte bei Anschluss von PC oder Notebook), zwei optische Digitaleingänge plus ein optischer Digitaleingang, zwei koaxiale Digitaleingänge, Adapter Port, 3 Komponenten-Videoeingänge und 2 Komponenten-Video-Ausgänge (Monitor/Zone2), 4 FBAS-Eingänge und 4 FBAS-Ausgänge (BDR/Monitor/Zone2/Zone3), 6 x Stereo-Cinch-In, 3 Ausgänge (Zone2/Zone3/BDR) und ein Pre-Out (Front, Center, Surround, Surround Back, Front Height, Front Wide, 2 x Subwoofer) sowie ein 7.1 Cinch Analog-Externeingang, RS2323-Schnittstelle und die Antennenanschlüsse für den Tuner. Zwei IR-Sensor-Eingänge und ein IR-Sensor-Ausgang sind ebenfalls vorhanden, ergänzt wird das sehr reichhaltige Sortiment von 2 x 12V Trigger-Terminals.

Anschlüsse vorn:

Pioneer SC-LX87 Bedienelemente Frontklappe

Anschlüsse vorn

HDMI (mit MHL), Kopfhöreranschluss (6,25 mm, vergoldet), Setup Mic, Cinch und USB. Hinzu kommt ein FBAS-Eingang, mit diesem hat es folgende Bewandnis: Bei älteren Apple Geräte mit dem alten Connector werden über den FBAS-Eingang Videosignale zum Pioneer geleitet.

Decoder und DSPs:

Decoder für folgende Tonformate sind an Bord:  Dolby Digital, Dolby Digital EX, Dolby Digital Plus, Dolby Pro Logic II, Dolby Pro Logic IIx, Dolby Pro Logic IIz, Dolby True HD, DTS DTS-ES, DTS Neo X, DTS 96/24, DTS-Express, DTS-HD High Resolution Audio und DTS-HD Master Audio. Man kann auch z.B. die THX-Betriebsarten mit dts Neo:X oder Dolby PLIIz kombinieren, um einen ungemein raumfüllenden Klang zu erhalten. Pioneer serviert dem Kunden auch noch verschiedene DSPs wie Drama, Action, Classical oder Rock/Pop. Auch „Advanced Game“ und „Sports“ sind als DSP-Modi vorhanden. 

Einmesssystem:

Pioneer SC-LX87 Mikro

Einmessmikrofon

Pioneer SC-LX87 Menuebild1

 Vollautomatische Einmessung mittels Bildschirm-OSD

Pioneer SC-LX87 Menuebild2

 Umgebungsanalyse – Lautsprecherequipment

Pioneer SC-LX87 Menuebild3

 Analyse der Gruppenlaufzeiten

Pioneer SC-LX87 Menuebild4

 Recht präzise ermittelte Abstände

Pioneer SC-LX87 Menuebild5

Stehende Wellen 

Pioneer SC-LX87 Menuebild6

 EQ-Kalibrierung

Pioneer SC-LX87 Menuebild7

 Gruppenlaufzeiten vor der Kalibrierung

MCACC bietet einen vollautomatischen Modus, bei dem nur das Mikrofon angeschlossen wird – und der User kann an bis zu 3 Punkten einmessen. Die Ergbnisse sprechen für sich – homogener Klang, keine „Beschneidung“ der Lautsprecher. Nach wie vor ist MCACC eines der besten Lautsprechereinmesssysteme, die wir kennen. Wer möchte, kann mit extrem umfangreichen Nachbearbeitungsmöglichkeiten sinnvoll optimieren. Da es jede Menge Speicherplätze (6) gibt, kann man sich z.B. für Musik, Filmton und Sportübertragungen jeweils ein eigenes Setup konfigurieren. 

Der SC-LX87 verfügt über zahlreiche weitere Ausstattungsmerkmale – einige haben wir hier aufgeführt:
  • AirStudios Sound Tuning: Der SC-LX87 trägt stolz sein AirStudios-Logo – in den berühmten Londoner AirStudios, in einer Kirche untergebracht, sind weltweit führende Klangexperten maßgeblich an der akustischen Abstimmung des SC-LX87 verantwortlich.
  • Auto Phasenkorrektur Plus: Sorgt automatisch stets für phasenkorrekten Bass – bei jedem Quellmaterial.
  • Audio Scaler: Die Kombination aus HiBit 32 Audiosignalverarbeitung, dem digitalen Filter und der Audio Upsampling-Funktion sorgt für ein erstklassiges Aufpolieren von Audiosignalen auf bis zu 192 kHz/32-Bit.
  • Auto Sound Retriever: Mittels eines speziellen Algorithmus werden stark datenreduzierte Formate behandelt, um Nachdruck, Präzision und Räumlichkeit zu verbessern – mit sehr guter Wirkung, wie Praxistests zeigen.
  • ESS Sabre 32 Ultra DAC Wandler/HiRes-Fähigkeit/Nutzungsmöglichkeit als USB-DAC: Für erstklassige Digital-Analog-Wandlung sorgt der teure, präzise ESS-Chip (192 kHz/32-Bit). Der SC-LX87 kann DSD-Signale über Front-USB, USB-DAC und BD-Eingang verarbeiten Besonderheit – der Pioneer ermöglicht die DSD-Direktwiedergabe. Mittels der USB-DAC-Funktion können nach vorheriger Installation des auf der AV Navigator-CD enthaltenen Treibers hochauflösende LPCM- und DSD-Dateien in bestmöglicher Qualität vom PC wiedergegeben werden. Des Weiteren unterstützt er an HiRes-Dateiformaten AIFF, Apple Losless, WAV und FLAC. Sowohl über den vorderen USB-Eingang als auch über Netzwerk werden diese Formate supportet. Auch verfügt der SC-LX87 über Gapless Playback.
  • HiBit 32 Audio-Signalverarbeitung: Diese Funktion erzielt einen breiteten Dynamikumfang bei Digitalquellen wie CDs, DVDs oder BDs. 16/20/20/24-Bit PCM, ebenso komprimierte Audiosignale, werden auf 32-Bit hochgerechnet. Nach der Datenverarbeitung wird die Hochfrequenzkomponente interpoliert, um eine bessere Detaillierung zu erreichen.
  • PQLS: Precision Quartz Lock System – zur Zusammenarbeit mit einem ebenfalls mit PQLS ausgestatteten Pioneer BD-Player. Dann vermeidet PQLS dadurch, dass der Receiver als Masterclock dient, störende Zeitlauffehler im Digitalsignal und liefert größtmögliche Detail- und Impulstreue.
  • THX Ultra 2 Plus-Lizenz mit THX Programmen für Movie, Music, Game. THX Ultra 2 Plus ist die höchste der THX-Lizenzen und wird nur an besonders leistungsstarke Komponenten vergeben.
  • Vollbereich-Phasenkorrektur: Diese Funktion behandelt die Gruppenverzögerung im Lautsprechernetzwerk-Filter und kompensiert mit spezieller digitaler Signalverarbeitung, um die Phase jedes Gerätes einzustellen, ebenso wie die Gruppenverzögerung für jeden Lautsprecher.
Netzwerk

Pioneer SC-LX87 WLAN Konverter1

Mitgelieferter WLAN-Adapter

Pioneer SC-LX87 WLAN Konverter2

 

WLAN-Modul von hinten

AirPlay, vTuner und die Möglichkeit, von PCs, NAS-Systemen und Home Servern Musikdateien zu streamen, gehören natürlich zur Ausstattung des SC-LX87. Ebenso kann man vorn am HDMI-Anschluss ein entsprechend geeignetes Smartphone anschließen, um mittels MHL (Adapterkabel USB auf HDMI für Smartphone erforderlich) Mediadateien, die auf dem Smartphone gespeichert sind, über den SC-LX87 wiederzugeben. Die HiRes- und USB-DAC-Möglichkeiten haben wir schon weiter oben beschrieben. Mit dabei ist auch HTC Connect für komfortables Musik-Streaming von entsprechend kompatiblen HTC-Smartphones. Für kostenloses Internet Radio ist vTuner vorhanden, kompatibel ist der SC-LX87 auch zu Spotify Connect. Pioneer liefert einen per USB anzuschließenden WLAN-Adapter gleich mit. Optional steht auch ein Bluetooth-Adapter zur Verfügung. 

Testequipment
Klang (alle BD, Tonspuren DTS-HD Master Audio oder PCM-Multichannel)

Paul Kalkbrenner, Altes Karmuffel, Aaron, Dockyard

Mit extrem präziser Ansteuerung des aktiven Subwoofers, einer gewaltigen, dabei immer exakten Wiedergabe der elektronischen Effekte und einem enorm lebendigen Gesamtaufbau setzt der SC-LX87 hier Akzente. Pegel können gefahren werden, dass es einem Angst und Bange wird – der Pioneer zeigt sich völlig unbeeindruckt. Wer nicht gleich sein Lautsprecher-Equipment aufgrund von drohender Überlastung verlieren möchte, sollte gleich zu einem üppig dimensionierten Set wie dem von uns verwendeten System 10 von Teufel greifen. Dann macht es enorme Freude, immer weiter am Lautstärkeregler zu drehen. Ein dedizierter, am besten im Keller gelegener Heimkinoraum ist für das Ausnutzen der Fähigkeiten des SC-LX87 von großem Nutzen. Bei aller Macht und Gewalt – aucg Struktur und Aufbau der Effekte sind vom Allerfeinsten und mehr, als man in dieser Preisklasse erwarten kann.

Tiesto, Back In Your Head, He’s a Pirate:

Wie es kaum noch anders zu erwarten war, legt sich der SC-LX87 auch bei der Tiesto “Elements Of Life” Blu-ray mächtig ins Zeug. Mit einer Klanggewalt, die auch versierte Anwender überrascht, rollt der optisch so dezente AV-Receiver den Hörraum auf. Ängstliche Zeitgenossen verlassen mit aufgerissenen Augen den Hörraum, während Pegel-Fans begeistert im Heimkinoraum sitzen bleiben und sich ein Lied nach dem anderen anhören. Effekte schleudert der SC-LX87 bis weit in den Hörraum, vergisst es aber nie, mit akkurater Differenzierung und authentischen Strukturen auch Präzisionsfreunde glücklich zu machen. Der Anfang von „He’s A Pirate“ gerät zum Bass- und Effektspektakel, das der SC-LX87 in Club-Lautstärke durch den Hörraum brettern lässt. Das begeisterte Johlen der tanzenden Menge kommt überdies ausgezeichnet zum Ausdruck. Wie unnachahmlich souverän der AV-Receiver mit höchsten Pegeln umgeht, hat uns als erfahrene Tester zutiefst beeindruckt. Großer weiterer Pioneer-Vorteil: Wer es mit der Lautstärke nicht krachen lassen kann oder möchte, freut sich über den schon vollen, räumlichen und mitreißenden Sound auch bei niedrigeren Pegeln.

Within Temptation, Black Symphony, Intro plus 1. Song “Jillian”:

Das Intro ist ungemein fesselnd – mystische Atmosphäre trifft auf ungemein kraftvolle Effekte und pure Basskraft. Hier sollte auf jeden Fall enorm leistungsfähiges Equipment eingesetzt werden, um alle Reserven auszuschöpfen. Gleich zu Beginn modelliert der SC-LX87 den Choralgesang detailreich heraus. Alle Nebengeräusche aus dem Publikum werden sehr gut berücksichtigt. Dicht und spannungsgeladen baut der SC-LX87 das Intro auf, so dass sich der Zuhörer inmitten der akustischen Ereignisse wähnt. Die Streicher im Orchester sind ausgezeichnet durchhörbar. Man kann dieses Stück auch im dts Neo: CX Music plus THX-Modus in „vollem Ornat“ mit Front Height und Back Surround-Lautsprechern hören – akustisch unglaublich: Kraftvoll, allumfassend, präzise. Exakt trifft das Becken das richtige Timing, der Gesang ist vielschichtig und energiegeladen. Die Dynamikunterschiede zwischen lauten und leisen Passagen kommen erstklassig heraus. Als dann der erste Song beginnt, setzt der SC-LX87 erneut massiv Energie frei, kraftvoll ertönen die E-E-Gitarren , der Synthesizer und das Schlagzeug. Die Stimme der Sängerin wirkt glasklar, ohne zur Aggressivität zu neigen – mit die beste Auslegung eines AVRs, die wir in bald 14 Jahren Testerfahrung hören durften.

a-ha: The Sun Always Shine On TV

Der SC-LX87 schafft auch hier direkt viel Atmosphöre und baut eine unglaublich plastische Surroundkulisse auf. Das Besondere: Selbst bei extrem hohem Pegel schafft es der SC-LX87 noch, sauber zu differenzieren. Den Aufbau des Songs arbeitet der AVR hervorragend heraus, die Räumlichkeit wird als dicht und weitläufig zugleich empfunden. Ohne spezielles DSP fühlt man sich wie ein Konzertzuhörer. Die Stimme des Sängers wird ungemein charismatisch wiedergegeben. Im gegensatz zu früheren Pioneer AVR-Generationen spielt gerade der SC-LX87 viel verbindlicher auf, ohne dabei an Grobdynamik zu verlieren. Er klingt tatsächlich homogen und enorm angenehm, schafft es aber ebenfalls, die beste Feindynamik aller bisher getesteten Pioneer AV-Receiver zu bieten. Der Synthesizer klingt frisch und entfaltet eine sehr gute räumliche Wirkung, impulstreu schaltet sich das Schlagzeug dazu.

Eagles, Hotel California:

Etwas problematisch ist die manchmal leicht spitz erscheinende Stimmwiedergabe auf der BD – glücklich kann sich derjenige schätzen, der einen SC-LX87 besitzt. Der störende Effekt ist selbst bei gewaltiger Lautstärke kaum zu vernehmen. Die Stimme des Sängers klingt klar, sogar der Effekt, dass er ins Mikrofon hineinsingt, wird ausgezeichnet herausgestellt. Schon das Trompetensolo gleich zu Anfang der „Hotel California“ Version auf der Farewell-BD ertönt sehr lebendig und mit einer Detaillierung, die wir gerade einem Pioneer AVR nicht zugetraut hätten. Die Bestrebungen der Japaner, „Mehrkanal-Receiver“ mit bester Eignung für Musikmaterial zu bauen, trägt offensichtlich Früchte. Gitarre und Schlagzeug treten impulstreu in Erscheinung – die feine Durchzeichnung ist erstaunlich gut.

Filmton, BD „Skyfall“, ab Filmbeginn, DTS-HD Master Audio:

007 befindet sich zu Filmbeginn in einer Wohnung, in der sich getötete und lebensgefährlich verletzte MI6-Agenten befinden. Der bedrohliche Music Score, sein Ferngespräch mit M in London und die Umgebungsgeräusche wie die entfernt hörbaren Töne eines Muezzins kommen hervorragend heraus, ebenso Bonds Schritte auf dem Flur. Als der Agent vorsichtig die Tür aufschiebt, ist leises Knarren zu hören. Kurze Zeit später hetzt 007 dem flüchtenden Killer Patrice, der eine HDD mit extrem wichtigen Daten gestohlen und das Massaker zu verantworten hat, hinterher.

Vor dem Haus wartet seine Kollegin mit einem Land Rover Pickup, um Patrice, der im Audi A5 Sportback flüchtet, hinterher zu rasen. Als der Land Rover im Eifer des Gefechts beide Außenspiegel verliert, kommt das Geräusch exakt heraus – ebenso die Geräusche des Motors. Wenige Augenblicke später rammt der „Landy“ den Audi, woraufhin dieser crasht. Das harte Aufprallgeräusch gibt der SC-LX87 exzellent und mit Nachdruck wieder. Patrice entsteigt dem Wrack aber unverletzt und eröffnet mit seiner Automatikwaffe sofort das Feuer – mit Durchschlagskraft und Präzision donnern die Schüsse durch den Hörraum.

Patrice flüchtet nach kurzem Schusswechsel mit einer entwendeten Polizeienduro. Auch 007 greift sich ein Geländemotorrad, und die beiden Kontrahenten rasen über die Dächer des Grand Bazar. Die wegfliegenden Dachziegel und das Hochdrehen der Motorrad-Motoren werden intensiv, räumlich echt und detailreich vom Pioneer präsentiert. Wir haben als Hörmodus auf THX Cinema plus dts Neo:X für 9.1 Support zurückgegriffen – enorm weitläufig, atmosphärisch dicht und sauber gestaffelt, ein wahres Fest für den Home Theatre-Fan. Nach allen Seiten spritzen die Scherben weg, als die wilden Racer durch die Scheibe springen. Parallel möchte Bonds Kollegin mit dem Land Rover dem Schurken Patrice den Weg abscheiden. Die quietschenden Reifen des eigentlich behäbigen Geländewagens und die zahlreichen Kollisionen beweisen aufs Neue, wie kraftvoll der SC-LX87 Effekte wiedergeben kann.

Einige Kapitel weiter befindet sich 007in Shanghai. Hier soll er den Killer Patrice bei seinem nächsten Auftrag stellen. Eindrucksvoll, mit toller Raumwirkung, tritt der Music Score in Erscheinung. Deutlich ist das heftige Atmen von Bond nach dem Schwimmen zahlreicher Bahnen zu hören. Als er danach in der Bar sitzt und eine SMS mit den Flugdaten von Patrice empfängt, gibt der SC-LX87 die Umgebungsgeräusche in der Bar detailreich wieder. Vom Flugplatz aus verfolgt der britische Doppelnullagent den Killer mit einer Mercedes S-Klasse. Die Fahrgeräusche vermischen sich mit dem Music Score – die akustische Mischung bekommt der AV-Receiver wieder ausgezeichnet hin.

In einem Skyscraper, dessen obere Stockwerke noch nicht voll ausgebaut sind, dringt Patrice ein. Von dort oben aus möchte er sein nächstes Opfer töten. Die kleinen Geräusche, während der gerissene Killer seine Präzisionswaffe zusammenbaut, erscheinen wie greifbar. Auch die Geräusche der Maschine, die ein Loch ins Panzerglas der Scheibe des Skyscrapers schneidet, kommen ausgezeichnet heraus. Man denkt, man würde sich in nächster Nähe zum Killer befinden. 007 schleicht sich heran,mit Begleitung exakt dargestellter Pianomusik, und es kommt zum kurzen Kampf zwischen Bond und Patrice, der mit dem Tod des Gangsters endet. Die Kampfgeräusche und der tosende Wind in großer Höhe werden erneut sehr präzise vom Pioneer AV-Receiver erfasst. Er ist direkt am Geschehen, ungefiltert, direkt und mit enormer Energie wird dem Zuhörer das Geschehen verdeutlicht.

Nach diesem Mehrkanal-Feuerwerk stellt sich die Frage, wie sich der SC-LX87 mit hochauflösendem Stereomaterial verträgt. Um dies zu prüfen, haben wir uns Diana Kralls „Garden In The Rain“ (FLAC 96 kHz) angehört. Tolle Stimmpräsenz, sehr lebendige Detaillierung, ein gleichermaßen transparenter wie angenehmer Hochtonbereich und ein klangliches Feingefühl, das einen nie glauben lässt, dass im Inneren digitale Class D Endstufen arbeiten – der SC-LX87 macht auch hier nahezu alles richtig und erfreut mit charismatischer Stimmwiedergabe. Dianas Stimme löst sich überdies enorm gut vom Lautsprecher und verteilt sich natürlich im Hörraum. „Give Life Back To Musci“ fordert Daft Punk in 48 kHz (FLAC), Der Pioneer unterstützt diese Forderung nach Kräften und steuert viel Energie, Räumlichkeit und Klarheit bei. Kein Vergleich zu älteren Pioneer-Modellen – so „handzahm“ und verträglich gaben sich frühere Exemplare keineswegs. Der SC-LX87 ist sogar noch kräftiger geworden, aber er lässt diese Kraft viel verbindlicher auf die Lautsprecher los. Diese sehr gelungene Auslegung sorgt dafür, dass man sehr gern HiRes-Dateien in deutlich gehobener Lautstärke in Stereo hört. Und auch mit Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nr. 4 (96 kHz Flac) kommt der Japaner exzellent zurecht – das erste, schwungvolle Allegro beweist uns dies. Sehr gut durchhörbar sind die Streicher, gleichzeitig aber angenehm – eine seltene Kombination. Fein und filigran waren Attribute, die man manchem Pioneer AVR gewiss nicht anhängen konnte. Nun aber kehrt man im wahrsten Wortsinn zur Musik zurück – und beschert dem SC-LX87 Fähigkeiten, die ihn auch für den Liebhaber anspruchsvoller klassischer Musik höchst interessant werden lassen.

Video-Performance

Upscaling von DVD-Filmmaterial (Star Wars Episode III, ab Filmbeginn) von 576i auf 1080p:

Hier liefert der SC-LX87 eine reife Leistung ab. Die StAR Wars-typische gelbe Laufschrift gleich zu Filmbeginn erscheint farbecht und bewegungsstabil. Keiner der Lettern flimmert oder flackert, zudem läuft die Schrift praktisch ohne Wellenbewegungen und mit enormer Bildruhe bis nach hinten durch. Als der große Sternzerstörer durchs Bild fliegt, rastet der De-Interlacer nach kurzer Zeit bereits ein und zeigt das gigantische Raumschiff in sehr guter Bildschärfe. Der im Schatten liegende Flügel wird tadellos herausgearbeitet. Die Plastizität im gesamten Bild ist ausgezeichnet. Als Obi-Wan und Anakin mit ihren Raumjägern mit geringem Abstand zur Oberfläche des Sternzerstörers über das große Raumschiff fliegen, kommt es kaum zu Bewegungsunschärfen oder Nachzieheffekten. Als dann die kleinen Jäger nach unten in die Schlacht abkippen, zeigt uns der SC-LX87 ein bis in die untersten Ebenen fein gestaffeltes Panorama in ordentlicher Bildschärfe Farbecht und kontrastreich, ist es eine Freude, der Raumschlacht zuzusehen. Ecken und diagonale Linien stellt der SC-LX87 sehr sauber dar. Auch die Gesichter der Protagonisten in ihren Raumjägern überzeugen – durch feine Darstellung der Hautfarben und erneut enorm gute, gleichzeitig natürliche Schärfe. Hautporen oder Bartstoppeln präsentiert der Pioneer exakt – und dabei ist kaum Scalingrauschen sichtbar. Die Außenhaut der Raumjäger beweist auch die Klasse des AVRs – erneut kein Rauschen, auch nicht innerhalb größerer einfarbiger Flächen, und eine exakte Detaillierung.

Upscaling von DVD-Videomaterial (AVEC Professional Test DVD) von 576i auf 1080p:

Wichtig ist hier, dass man den „Pure Cinema“ Bildmodus für Filmmaterial auf jeden Fall auf „off“ stellt.

Weiße und schwarze Schriften, die in verschiedenen Geschwindigkeiten vor dreifarbigem Hintergrund (weiß, rot, blau) laufen: Exzellent – ruhig, sicher, mit Top-Lesbarkeit der einzelnen Lettern. Ausgezeichnete Farbtrennung, reine Farbwiedergabe.

Großer magentafarbener Siemensstern in der Bildschirmmitte, vier kleine in den Rändern, grüner Hintergrund, gleichmäßige Drehbewegung: Saubere Zeichnung der Segmente insbesondere am großen Stern. Ruhige Drehbewegung bei allen Sternen. Kaum Artefakte. Sehr akkurate Abbildung der Segment-Spitzen.

Pendel mit schwarzer Umrandung und rot-blauem Innenleben, das in unterschiedlichen Geschwindigkeiten über eine stehende schwarze Linie schwingt: Leichte Nachzieher und Artefakte sind besonders im unteren Drittel des Pendels erkennbar. Auch kleinere Unsauberkeiten an der Pendelspitze sind zu sehen. Das bislang schwächste Testbild. Das Pendelinnere bleibt aber tadellos zu erkennbar, auch bei schnellerem Pendeln.

Realtestbild, bewegt, der schwäbischen Stadt Esslingen, gezeigt werden Hausdächer, eine befahrene Hauptstraße, Grünanlagen und Teile der alten Standtmauer: Scharf und lebendig, mit lediglich geringer Neigung zu Artefakten und nur geringem Scalingrauschen wird hier erneut eine tadellose Performance geboten. Nahezu ruckelfreie Kamerafahrten, nur wenig Flimmern in den Ziegeln der Hausdächer. Natürliche Farben, auch das Grün kommt sehr gut heraus.

In welcher Güte skaliert der Pioneer SC-LX87 auf 4K hoch? Antwort – der Eindruck passt perfekt zum Gesamtbild. Bei der „Samsara“ BD werden die drei asiatischen Mädchen, prächtig gekleidet und üppig geschminkt, scharf und detailreich abgebildet. Die vom Puder durchwirkte Hautoberfläche kommt erstklassig heraus. Auch der Vulkanausbruch im nächsten Kapitel wird sehr sauber wiedergegeben. Einzelne Gesteinsbrocken, die wegfliegen, erkennt der SC-LX87 sauber. Die glühenden Lavaströme sind farblich genau getroffen. Die Neigung zum Scalingrauschen ist extrem gering. Die grüne Landschaft, weitläufig und gekrönt von zahlreichen Tempeln, gibt der SC-LX87 ungemein ruhig und stabil wieder. Die goldene Kuppel des einen Tempels glänzt lebendig im Sonnenlicht. Die langsame Kamerafahrt wird mit solidem Bildstand übertragen. 

Konkurrenzvergleich

Onkyo TX-NR5010: Jede Zeit hat ihre Helden – 2012 war unser „Hero of the Year“ besagter Onkyo AV-Receiver. Auch heute noch ist er eine Versuchung Wert. Sein Video-EQ ist nach wie vor der beste, den wir kennen. Grob- und feindynamisch ist er immer noch eine Wucht. Die Anschlussbestückung ist umfangreich. Was also kann der SC-LX87 besser? Er ist nochmals pegelfester, klingt gerade bei hohem Pegel angenehmer und gerade HiRes-Audiodateien bieten noch etwas mehr Feinauflösung. Das Videoprocessing sorgt für noch etwas stabileres Bild und noch weniger Artefakte. Überdies ist der Pioneer sehr fair kalkuliert. 

Arcam AVR450: Akustisch ist der sauber verarbeitete Arcam über jeden Zweifel erhaben. Im Stereobetrieb ist es besonders deutlich zu spüren – keiner klingt hier besser in der Liga bis 3.000 EUR. Und auch im Mehrkanalbetrieb spürt man, dass hier ein wahrer Könner am Werk ist. Defizite scheinen bei der Multimediaausstattung durch. So kann er nur HiRes 48 kHz-Audiodateien wiedergeben, das ist schade, da der Arcam akustisch so gut gelungen ist. Die Videosektion ist ebenfalls nicht ganz so gelungen, wenngleich die Videoperformance im Vergleich zu früheren Arcam-Modellen deutlich besser geworden ist. 

Denon AVR4520: Homogen und räumlich klingend, ist der AVR-4520 nach wie vor ein sehr guter AV-Receiver. Auch seine Videosektion ist tadellos. Im Detail aber ist die Zeit nicht ganz spurlos am 4520 vorbei gegangen. Der Pioneer detailliert noch etwas feiner, schafft noch etwas höhere Pegel und bietet noch mehr Performance beim Video-Upscaling. 

Fazit

Pioneer SC-LX87 Front Seitlich3

Es ist unglaublich, was Pioneer für knapp 2.500 EUR an Gegenwert bietet. Optisch edel, von den Abmessungen her bescheiden und insgesamt unauffällig, dreht der SC-LX87 bei der technischen Qualität nachdrücklich auf. Es beginnt schon bei der Ausstattung – die Feature-Liste möchte einfach nicht enden. Um den gigantischen Funktionsumfang zu beherrschen, raten wir zur Installation von AV Navigator und iControlAV 2013 App auf dem Tablet – dann gehen Erstinstallation und laufender Betrieb tatsächlich entspannt über die Bühne. Toll animiert und mit nützlichen Komfortfunktionen, begeistern AV Navigator und iControl App im Test. Die Anschlussbestückung ist mustergültig, in Anbetracht der Preisklasse gilt dies auch für den Aufbau und die verwendeten Baugruppen. Hoch effiziente, extrem leistungsstarke Class D Endstufen modernster Ausprägung treffen auf Highend-ESS-Sabre DACs, die auch vor nativer DSD-Verarbeitung nicht Halt machen. Pioneers Über-Maschine kann man darüber hinaus auch als edlen USB-DAC verwenden – muffiger PC-Sound ade. MCACC ist, was Funktionsumfang und Präzision beim Einmessen angeht, nach wie vor Marktführer – und gleich 6 (!) Speicherplätze für User-Presets verdienen Lob. Die qualitativ eher durchschnittliche mitgelieferte, wenigstens beleuchtete Fernbedienung ist kein Ruhmesblatt, aber nur ein geringer Teil der Anwender wird den SC-LX87 mittels mitgelieferter Remote steuern. Meist werden Smartphone oder Tablet verwendet. Die OSDs sind grafisch noch in Ordnung, setzen aber keine Maßstäbe mehr. Man merkt, dass Pioneer die Zeichen der Moderne sehr ernst nimmt und den SC-LX87 erstrangig auf App-Betrieb auslegt. Klanglich ist der AV-Receiver nicht nur das bislang beste Pioneer Multichannel-Gerät, das wir je im Test hatten, sondern verweist am Ende des Jahres auch die Konkurrenz auf die Plätze. Die Mischung aus exorbitant hoher Pegelfestigkeit, exzellenter Grobdynamik, überragender Feindynamik, dichter Räumlichkeit und höchst angenehmer Auslegung ist zu diesem Preis derzeit konkurrenzlos. Schön, dass der SC-LX87 auch im Stereobetrieb richtig gut klingt und damit ein herausragender Partner für die Wiedergabe hochwertiger HiRes-Audiodateien ist. Die Videosektion mag nicht zurückstehen und rundet das Ergebnis des Tests eindrucksvoll ab. Bildstabilität, Schärfe, Farbtreue, Kontrast – alles auf einem Level, der unterstreicht, dass der SC-LX87 derzeit der Mehrkanal-Receiver ist, an dem sich die Konkurrenz messen muss. 

„Heute ein König“ – der Pioneer SC-LX87 ist der beste AV-Receiver des Jahres 2013
masterpiece
AV-Receiver Luxusklasse
Test 25. November 2013

+ Brillante Pegelfestigkeit
+ Grob- und Feindynamik begeisternd
+ Hohe atmosphärische Dichte
+ Klangliche Meisterleistung im THX+dts Neo:X Modus
+ Auch im Stereobetrieb hervorragend
+ Exzellent mittels AV Navigator und iControlAV App 2013 steuerbar und konfigurierbar
+ Anschlussauswahl
+ Maßstäbe setzende Videosektion mit überragendem 4K Upscaling
+ Gediegene Optik und First Class-Finish
+ Preisgünstig für die Leistung

– Bedienung ohne Apps etwas umständlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 25. November 2013




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