XXL-TEST: Yamaha 9.2 Aventage-Receiver RX-A3020 - Stereo- und Mehrkanal-Dynamiker

18.09.2012 (sw/cr)

Brandneu: Yamaha 92. AV-Receiver RX-A3020 für 2.099 EUR

Lieferbar in Titan und Schwarz, wird eine immense Anschlussvielfalt geboten

Vom Vorgänger RX-A3010 her bekannte, hochwertige Systemfernbedienung

Neues Mikrofon fürs YPAO-Einmesssystem

Einführung

Yamaha führte auf der IFA die zweite Generation der 2011 erstmals auf der IFA gezeigten AVENTAGE-Serie ein - das 2.099 EUR kostende Topmodell RX-A3020 ist nun bei uns im Test. Für ein besonders intensives Surrounderlebnis ist der RX-A3020 mit Yamahas CINEMA DSP HD3 Technik ausgestattet. Zwei Yamaha-Klangprozessoren sorgen hier für ein weitläufiges, tiefes und präzises Surround-Klangerlebnis. Wie schon der Vorgänger ist der RX-A3020 als 9.2 AV-Receiver ausgeführt. Des Weiteren neu gegenüber 2011er Generation: Verändert wurde die Stromführung, im Speziellen die Masse. Daraus resultierend ist die verbesserte Kanaltrennung. Des Weiteren ist bei den drei großen Modellen das D/A-Board komplett überarbeitet worden. Die eigentlichen Wandler (192 kHz/24-Bit) sind gleich geblieben, nur das Layout ist neu. Akustisch führt dies zu einem verbesserten Bühnenaufbau mit realistischerer Weite sowie Tiefe und zu einer verbesserten Surroundabbildung. Alle neuen Aventage AV-Receiver sind 4k-tauglich und können 4k Signale nicht nur durchschleifen, sondern auch 2k Material in 4k konvertieren. Das Hochrechnen auf die im Vergleich zu FullHD vierfache Auflösung erfolgt nicht über eine zugekaufte Chiplösung wie sonst üblich, sondern über eine von Yamaha selbst entwickelte Lösung. Der Prozessor sorgt für ungemein scharfe und rauscharme Bilder, die Bewegungswiedergabe ist flüssig und gleichzeitig ohne störende Nachzieher. Für Apple iOS und Android Devices ist zudem eine neue Version der Yamaha AV Controller App verfügbar. Sie spricht nun 18 Sprachen und in Bezug auf die HDMI-Steuerung des RX-A3020 (HDMI Multiroom) kann man diese Funktion über die App steuern. Neu präsentiert sich das mitgelieferten YPAO-Meßmikrophon. Es ist flacher, dreieckig und hat eine abgerundete Form. Das sorgt dafür, dass deutlich weniger unerwünschte Schallreflexionen sich am Mikrophon bilden, dadurch wird das Messergebnis deutlich präziser.

Key Features in der Übersicht
  • Kraftvoller 9-Kanal Surround Sound 230 W/Kanal (4 Ohm, 1 kHz, 0,9% THD, 1ch driven)
    CINEMA DSP HD3 erweitert das Klangfeld in der Vertikalen für ein aufregendes Klangerlebnis
    Das Frontpanel aus Aluminum bietet visuelle und akustische Vorteile
    Anti Resonance Technology (A.R.T) Wedge garantiert eine überragende Klangqualität dank Vibrationsdämpfung
    H-Rahmenkonstruktion und "Double Bottom Construction"
    High Resolution Music Enhancer für eine höhere Musikqualität des Original Inhalts
    Hochwertiges HQV Chipset "VHD1900" für HD/SD Video
    Netzwerkfunktionen, wie AirPlay und AV Controller-App
    4K Pass-Through und Hochskalierung für Super High Resolution Bilder der nächsten Generation
    HDMI: 8 Eingänge (1 an der Front) und 2 Ausgänge (der Zone zuweisbar) mit 3D und Audio Return Channel
    Zone HDMI
    YPAO R.S.C. (Reflected Sound Control) für eine automatische Lautsprecherkonfiguration mit Raumresonanzkontrolle
    Digitaler USB-Port am Frontpanel zum Anschluss Ihres iPods, iPhones und iPads
    Makro, lernfähige und vorprogrammierte Fernbedienung
    Dialogue Lift und Dialogue Level Adjustment für den klanglichen Ausgleich zwischen Dialog und Gesang
    ECO mode reduziert den Stromverbrauch um mindestens 20%

Alle Specs: http://de.yamaha.com/de/products/audio-visual/av-receivers-amps/rx-a3020_g/?mode=model

Video

 

Verarbeitung

Eingangswahlregler

Optisch gleicht der RX-A3020 dem Vorgänger, was alles andere als ein Nachteil ist. Eingangswahlregler und Lautstärkeregler liegen sehr gut in der Hand. Die Frontblende ist sauber eingepasst und besteht aus hochwertigem Material. Das Punktmatrixdisplay löst fein auf und ist sehr gut ablesbar. Unter dem Gerät sorgt ein zusätzlicher fünfter Standfuss für verbesserte Stabilität. Die mitgelieferte Fernbedienung ist sehr hochwertig und recht übersichtlich. Allerdings ist sie ziemlich groß und recht schwer. Die Rückseite mit besonders aufwändigen Lautsprecherkabel-Schraubterminals überzeugt ebenfalls. Das Innenleben des 3020 ist recht aufgeräumt, die Verkabelung ordentlich und die Baugruppen preisklassengemäß dimensioniert. 

Lautstärkedrehregler

Kantenverarbeitung und Passung der Frontblende

Solide Standfüsse

Display

Fernbedienung

Platinenlayout

Trafo

Elkos

Akkurates Detail-Finish im Inneren

Gesamtübersicht mit Chassisverstrebungen

Anschlüsse

Hochwertige Schraubanschlüsse für alle Lautsprecher

Zwei HDMI-Ausgänge, einer auch für die Verwendung in einer weiteren Hörzone. Hinten sieben HDMI-Inputs

USB, Netzwerkschnittstelle, Phonoeingang, AV1/AV2 mit koaxialem Digitaleingang, AV3/AV4 mit optischem Digitaleingang, immer mit S-Video und FBAS sowie Stereo-Cinch. AV Out mit optischem Digitalausgang, Monitor Out in FBAS/S-Video. Audioeingang 1 mit optischem Digitaleingang und Stereo-Cinch, Audioeingang 2 mit optischem Digitaleingang und Stereo-Cinch. Audio 3 und 3 als analoge Eingänge

7.2 Externeigang, Pre-Outs für Zone 2/3, Pre-Out in 7.2 Konfiguration. Satte vier Komponenteneingänge und ein Komponentenausgang. Triggeranschlüsse

Gesamtübersicht

Anschlüsse vorn: USB, Mikrofonanschluss, Kopfhörerausgang, Video AUX plus Stereo-Cinch und digital optisch, weiterer HDMI-Eingang

Features und Setup

Menu-Screenshots

Sprachwahl

Eco-Modus, der Strom spart. Dieser Modus ist für die Beschallung bei Zimmerlautstärke gedacht, ein Teil der Endstufenleistung wird gekappt

Neustart nach Aktivieren des Eco-Modus

Menü "Funktion"

Multizone

Netzwerkmenü

HDMI-Einstellungen

Menü "Ton"

Wahl: Manuelles oder automatisches Lautsprechersetup 

Endstufen-Konfiguration


Endstufenkonfiguration

Der RX-A3020 erlaubt flexible Einsatzmöglichkeiten. Der Neunkanalreceiver kann zwei seiner Endstufen auch zusätzlich für Front-Bi-Amping bei sehr leistungsstarken Standlautsprechern „abzwacken“. Nutzt man alle 9 Endstufen in einer Hörzone, kann man Yamahas Front Present Lautsprecher – so aufzustellen wie Front Heigh-Lautsprecher bei Dolby Pro Logic IIz, also oberhalb der Frontlautsprecher mit mindestens 1,5 Meter Abstand – mit Endstufen des 3020 antreiben. Der Yamaha unterstützt bis zu vier Hörzonen (Multiroom), mittels des Partymodus kann man in allen Hörzonen das selbe hören.
Lautsprecher-Einstellungen

Automatische Einmessung mittels YPAO

Mehrpunkteinmessung

Lautsprecher-Winkelmessung

Nun kann YPAO starten

10 Sekunden Zeit vor Start der Messung am 1. Messpunkt

Nun folgt der 6. Punkt

An 8 Positionen kann maximal eingemessen werden

Am Ende folgt die Winkelmessung

Die Winkelmessung beginnt

Ergebnisse

Wichtig - am Ende speichern!

Gleich nach dem Einstecken des Mikrophons auf der Gerätefront wird YPAO gestartet. Gleich im Vorfeld müssen im links sichtbaren Menü zwei Punkte geklärt werden: Soll eine Mehrpositionen-Messung durchgeführt werden? Und: Der RX-A3020 verfügt über die Möglichkeit der Lautsprecher-Winkelmessung. Ein entsprechendes Tool, welches auf ein Stativ montiert werden sollte, liefert Yamaha gleich mit. Ob man dies wünscht, klärt man auch durch den entsprechenden Punkt im Menü. Die Winkelmessung betreffend, kann man auch nach der eigentlichen Einmessung nochmals bestimmen, ob sie durchgeführt werden soll. 
Bevor die erste Messung beginnt, gibt der Yamaha RX-V3020 dem Anwender 10 Sekunden Vorlaufzeit, um den Hörraum zu verlassen oder um absolute Stille herbeizuführen. Dann startet die erste Messung. Insgesamt kann man an bis zu acht Hörpositionen einmessen, nach der Einmessung jeder einzelnen Hörposition kann die Messung wahlweise auch beendet werden. Nachdem YPAO seine Arbeit getan hat, werden die Messergebnisse, sofern korrekt, vom Anwender gespeichert.  Bei der YPAO-Einmessung werden verschiedene Kurven ermittelt: Linear, Front und Natürlich. 

Manuelle Einstellparameter inklusive PEQ

Manuelles Setup

Time Alignment

Wahl des EQ-Feldes

Manueller PEQ

Yamaha gibt dem Kunden einen manuellen parametrischen EQ an die Hand, mit dessen Hilfe kann gezielt optimiert werden. Band, Frequenz und Q-Faktor werden vom akustisch versierten Anwender eingestellt, und zwar lautsprecherselektiv. Ein Graph hilft bei der Veranschaulichung. Bei den manuellen Lautsprechereinstellungen erfolgt das Time Alignment in 0,05 Meter-Schritten. Der Pegelangleich findet in 0,5 dB-Schritten statt. 

DSP-Programme

Parameter Programm Sci-Fi

Parameter Programm Adventure

Parameter Programm The Bottom Line

Typisch für Yamaha, bringt auch der RX-A3020 wieder eine Vielzahl an leistungsfähigen DSP-Programmen mit. Besonderheit ist, dass die Yamaha-DSPs nicht am PC entwickelt wurden – vielmehr haben Yamaha-Ingenieure real existierende Räume akribisch genau vermessen. Auf diesen Messresultaten basieren dann die DSPs, die in der neuesten Ausbaustufe natürlich für die größtmöglichen Lautsprecher-Konfigurationen und die aktuellen HD-Tonformate geeignet sind. Yamahas DSPs greifen nicht in Form massiver Veränderung in den Signalweg ein, sondern optimieren subtil Räumlichkeit, Effektwahrnehmung und bei HiFi-DSP-Programmen den Charakter der instrumentalen sowie vokalen Darbietung. Man sollte daher auch stets aufpassen, dass das gewählte DSP-Programm auch zum Quellmaterial passt. Geht man bei Anwahl des gewünschten DSP-Programms mit dem Cursor nach oben, finden sich Einstellmöglichkeiten für eine gezielte Anpassung des DSP-Programms auf Hörraum und/oder Wünsche des Hörers. Je nach DSP variiert die Anzahl der Einstellparameter. Hübsch gemacht - im On Screen Menü hat jedes DSP ein eigenes grafisches Symbol, ebenso in der zugehörigen Android oder Apple iOS-App. 
An DSP-Programmen finden sich: 

  • Musik-DSPs: The Bottom Line, The Roxy Theatre, Cellar Club, Warehouse Loft, Village Vanguard, Classical Chamber, Church in Royaumont, Church in Freiburg, Hall in Amsterdam, Hall in Vienna, Hall in Munich

  •  Movie-DSPs: Entertainment Sports, Entertainment Action Game, Entertainment Roleplaying Game, Entertainment Music Video, Entertainment Recital/Opera, Movie Theater Standard, Movie Theater Spectacle, Movie Theater Sci-Fi, Movie Theater Adventure, Movie Theater Drama, Movie Theater Mono Movie.

Das On Screen Menü wurde nicht neu gestaltet, was in Anbetracht der tadellosen Qualität auch nicht notwendig erschien. Nach kurzer Eingewöhnung kann man es problemlos mit der hochwertigen, allerdings etwas großen Fernbedienung handhaben. Das Gerätedisplay löst ansprechend auf, ist gut ablesbar und zeigt alle relevanten Informationen übersichtlich an. In weiten Zügen ist auch eine Bedienung direkt am RX-A3020 möglich. 

Multimedia

Server- und PC-Übersicht

Test-Files

Wiedergabe

Hier mit Coveranzeige

Rasch ist der RX-A3020 kabelbasiert ins Netzwerk eingebunden. Gestreamt werden ausschließlich Musikdateien. Mit MP3, mp4a sowie mit FLAC 96 kHz/24-Bit hatte der Aventage AV-Receiver keine Probleme. Zu den akustischen Eindrücken folgt später in der Klangwertung mehr. 

vTuner-basierte Internet Radio Plattform

Genre "Dance"

Auswahl

Wiedergabe

Die vTuner-basierte, kostenlose Internet Radio Plattform funktioniert ohne Störungen. Das Menü und die Handhabung ist man mittlerweile gewohnt, so dass man sich rasch zum gewünschten Sender „vortasten“ kann. Natürlich ist es auch möglich, Favoritenlisten zu erstellen. Der Stream der angewählten Station wird schnell gepuffert und anschließend ohne Störungen wiedergegeben.

Problemloser AirPlay-Betrieb

Sehr gut funktioniert auch die AirPlay-Einbindung. Der RX-A3020 wird schnell vom iPhone 4S erkannt und schon kann die Wiedergabe, wie auch beim Streaming mit Coveranzeige, losgehen. Ohne Unterbrechungen gibt der RX-A3020 dann die ausgesuchten Inhalte wieder. Leichte Kritik gibt es für den Front USB-Eingang, 192 kHz/24-Bit FLAC-Dateien werden nicht wiedergegeben. Mit 96 kHz/24-Bit FLAC-Files hingegen funktioniert die Wiedergabe ohne Schwierigkeiten. Über Streaming ist bei unserem RX-A3020 auch bei 96 kHz/24-Bit Schluss.

Zuverlässig im AirPlay-Einsatz

Gleich wurde der 3020 erkannt

Hübsche Grafik

Symbole für die DSP-Programme - hübsch gemacht

Hinter Yamahas Scene-Funktion, die auch über die App steuerbar ist, verbergen sich Macros, die auch selber programmierbar sind

Tonparameter

Erweiterte Klangeinstellmöglichkeiten

Eingangswahl

Yamaha hat schon vor dem Verkaufsstart des RX-A3020 die Apps für Apple iOS und Android entsprechend modifiziert. So wird auch über die App das Feature „Multiroom/HDMI“ unterstützt, erfreulicherweise haben beide Apps den RX-A3020 sofort erkannt. Die Steuerung des AVRs über die App macht richtig Freude, die attraktive Grafik und das einfach durchschaubare Bedienkonzept kann man nur loben. 

Testequipment
Klang

Bei der exzellenten Blu-ray Audio „2L – the Nordic Sound“ hörten wir uns das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert in D-Dur, KV 218, an. Der RX-A3020 beeindruckt mit seiner immensen Spielfreude und dem ausgezeichneten Detailreichtum. Er spielt eher frisch und transparent als voluminös, vermeidet es aber geschickt, zu schlank und analytisch zu klingen. In unseren Augen – oder besser Ohren - liefert der außerordentlich pegelfeste Yamaha eine moderne Interpretation des HiFi-Ideals: Nah am Original, und zwar noch viel näher als früher, aber gleichzeitig, und das ist neu, deutlich emotionaler, gelöster und entspannter. Der RX-A3020 beschreibt einen tollen Weg, den Yamaha geht, losgelöst von Samtigkeit, Seidigkeit und dichter Fülle, die mancher Konkurrent bietet. Hervorragend stellt der 3020 die Streicher dar, holt einen Großteil der virtuosen Finesse aus der 5.1 LPCM-Tonspur heraus. Auch Mozarts Sonate für 2 Klaviere, in D-Dur weckt beim Allegro con Spirito Freude: Die Anschlagdynamik des Klaviers wird eindrucksvoll zur Schau gestellt, so merkt man förmlich, wie sich der Spaß am Spiel, den die Pianisten offensichtlich empfinden, glasklar zum Hörer kommt. Der Yamaha ist eher wie eine typische hochwertige Stereokomponente als wie ein Surroundreceiver ausgelegt, wenn man ihn im „Straight“ Modus ohne DSP-Beeinflussung belässt: Sehr frisch, sehr authentisch und ohne Aufdicken einzelner Elemente macht er sich ans Werk.

Bei der BD „Vivere – Live in Tuscany“ (PCM 5.1) von Andrea Bocelli haben wir uns das 2. Stück „Romanza“ angehört. Schon, als Andrea kurz ins Mikrophon spricht, gefällt die Stimmwiedergabe durch die Natürlichkeit. Als dann das Lied startet, ist die Trennung der vokalen von den instrumentalen Elementen sehr gut gelungen. Was uns aber besonders auffällt: Der RX-A3020 detailliert nicht nur die vorderen akustischen Ebenen sorgfältig durch, er agiert auch bei Kleinigkeiten die sich weiter hinten ereignen, sehr aufmerksam und arbeitet kleine instrumentale Einzelheiten prima ein. Die akustische Bühne ist in Weite und Tiefe klar definiert, die Aktivitäten auf den Surroundkanälen präsentieren sich gekonnt ausbalanciert. Als Andrea die Stimme erhebt, bleibt der Yamaha auch bei hoher Lautstärke gelassen und stellt das stimmtypische Charisma nach wie vor beinahe komplett dar.

Der dritte Track auf der 2. BD „Back In Your Head“ war unser Testmaterial von der Tiesto-Doppel-Blu-ray „Elements Of Life – Copenhagen“ (DTS HD Master Audio 5.1). Hier musste der RX-A3020 beweisen, dass er auch nachdrücklich “Gas” geben kann. Das Ergebnis – herausragend. Der aktive Subwoofer wird enorm präzise angesteuert und liefert Bass satt – der Bass ist aber immer kontrolliert, klar und präzise. Dass Macht und Tiefgang trotzdem exzellent sind, spricht für die Güte des RX-A3020. Er treibt die voluminösen Lautsprecher des Teufel System 10 zu Höchstleistungen an und beeindruckt durch die stets gegebene Souveränität. So erzeugt er echte Live-Atmosphäre, mit peitschenden Beats, tief in den Raum schießenden Effekten und toller Gesamträumlichkeit. 

Bei der BD „Mission Impossible – The Phantom Protocol“ wählten wir das „Spectacle“ DSP-Programm für besonders nachdrückliche und räumliche Effektwiedergabe. Schon die bedrohliche Musik gleich zu Beginn, als die erste Sequenz in Budapest beginnt, kommt sehr gut heraus: Dann der Schusswechsel auf dem Dach , das Aufblasen der Rettungsinsel nach dem Sprung von oben: All dies wirkt ungemein realistisch, klar umrissen und räumlich. Als der Inhaftierte in der nächsten Szene den Ball gelangweilt gegen die Wand der Zelle prallen lässt, ist auch dieses Geräusch in der Lage, aufhorchen zu lassen: Mit hoher Detaillierung und Durchzeichnung lässt der Yamaha nicht nur seinen Vorgänger, sondern auch viele Konkurrenten hinter sich. Als dann die vom Spezialkommando beabsichtigte Meuterei im Gefängnis beginnt, werden auch leise Effekte wie das Tippen auf der Tastatur des Notebooks gut herausgearbeitet. Durchdringend dröhnen die Alarmsirenen durch den Hörraum, die aufgeregten Stimmen der Gefängniswärter arbeitet der 3020 tadellos heraus. Den nun folgenden Massenaufruhr macht der RX-A3020 zu einem heimcineastischen Sounderlebnis mit feiner Auflösung, aber gleichzeitig krachender Grobdynamik. Das vierte Kapitel beginnt mit typisch russischer Musik und dem Kreml im Bild. Den Music Score arbeitet der Yamaha mit viel Liebe zum Detail heraus, einzelne Instrumente sind gut herauszuhören. Die Dialoge zwischen Hunt und seinem Missionspartner wirken natürlich durch die überdurchschnittlich gute Betonung vokaler Konturen. Gigantisch sind Ansicht der Wüste und Music Score im 9. Kapitel, als Hunts Team auf dem Weg zum Luxushotel in Dubai ist. Im Burj Khalifa, dem derzeit höchsten Wolkenkratzer der Welt (830 Meter bis zur Spitze), plant Hunts Team einen großen Coup, um den Ganoven, die nuklear die Welt bedrohen möchten, das Handwerk zu legen. Highlight ist klar Hunts Kletterei an der Außenfassade des faszinierenden Gebäudes. Hunt muss zum Server im 130. Stock, die Fassadenkletterei mit Spezialhandschuh wird akustisch detailliert wiedergegeben, auch die Geräusche des Laser-Schneiders kommen mit sauberer Struktur heraus. Der heftige Wind, als Cruise in luftiger Höhe im Freien steht, erfüllt aus räumlicher Sicht den gesamten Hörraum. Der RX-A3020 schafft es, den gesamten Soundtrack sehr direkt, ohne Umwege wiederzugeben, schon kleine Impulse werden mit enormer Treue erkannt. Der im Hintergrund herannahende Sandsturm wird mit kräftigem Bass untermalt.
Im darauf folgenden Kapitel naht sich der Sandsturm mit Donnern und unnachgiebiger Härte, die Welle erfasst den ganzen Hörraum mit Wucht und Nachdruck. Im 13. Kapitel verfolgt Hunt den flüchtenden Terroristen, das ganze wird vom Donnern des herannahenden Sandsturms und vom Music Score untermalt. Als der Sturm sich seine Bahn durch das Zentrum bahnt, arbeitet der 3020 die durch die Luft wirbelnden Sandkörner sehr plastisch heraus. 

Auch bei herkömmlichen Dolby Digital 5.1 EX Tonspuren hat der RX-A3020 immens Kraft. Schon der THX-Trailer bei der Star Wars Episode III DVD donnert mit Wucht durch den Hörraum. Dann ertönt die typische Eröffnungsmelodie. Hier produziert der RX-A3020 ein frisches, lebendiges Klangbild, das sich gleichmäßig mit natürlicher Räumlichkeit verteilt. Die erzielbaren Pegel sind ausgesprochen beachtlich. Einzelne Instrumente sind sehr gut heraus zu hören. Dann fliegt der Sternzerstörer durch den Hörraum. Die harten Bassschläge und das Donnern der Triebwerke bringt der RX-A3020 gekonnt zum Ausdruck. Im Bassbereich spielt er trocken, lässt es aber an Vehemenz nicht fehlen. Das Volumen dürfte bei manchem Kontrahenten größer sein, dafür arbeitet der 3020 sehr präzise und strukturiert. Nun nähern sich die beiden Raumjäger von Obi-Wan und Anakin von hinten und fliegen knapp über der Oberfläche des Sternzerstörers, um anschließend nach unten in die Raumschlacht abzukippen. Der Anflug der Raumjäger ist akustisch spektakulär, der Yamaha zeigt hier eine erstklassige Leistung – die Schärfe im Fluggeräusch arbeitet er ausgezeichnet heraus. Als sehr empfehlenswert für dieses Quellmaterial ist das hochwertige „Sci-Fi“-DSP, welches die Weitläufigkeit des Raumes und die Effektplatzierung innerhalb des Raumes vorteilhaft beeinflusst. Die Raumschlacht begeistert durch enorme Grobdynamik und frischen, lebendigen Klang. Die großen Explosionen haben Struktur und Fundament, die Stimmen von Anakin und Obi-Wan in ihren Raumschiffen wirken authentisch. 

Zum Stereobetrieb. Beim 96 kHz/24-Bit FLAC-File „Stop This World“ von Diana Krall überzeugt der RX-A3020 mit fundierter Wiedergabe, die stets eine solide, glaubwürdige Bühne bereit stellt. Sehr gut löst sich die Stimme Dianas von den Lautsprechern und verteilt sich mit hoher atmosphärischer Dichte im Hörraum. Gegenüber dem Vorgänger konnte die Stereowiedergabe nochmals an Qualität zulegen. Detailreicher, spritziger, dabei stets angenehm, ist es eine Freude, dem 3020 zuzuhören. Er übernimmt im Konkurrenzfeld die Rolle des präzise spielenden, transparenten, aber nicht übertrieben spitz aufspielenden Gerätes. Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert Nummer 4 in D-Dur brilliert der RX-A3020 beim ersten Allegro durch den Schwung und die überzeugende Feindynamik. Auch dieses Stück liegt in 96 kHz/24-Bit vor und beeindruckt erneut durch die glaubwürdige Räumlichkeit. Die Violine wird im Solo enorm filigran und transparent herausgearbeitet – eine Klasseleistung des Yamaha, die Musikalität ist überragend. Der Bühnenaufbau ist auch bei diesem Stück wiederum souverän, das akustische Bild steht stabil und zeigt genau die Position einzelner Musiker.

Videosektion

Video-Presets auch über die App ansteuerbar

Video-Presets und Video-EQ: Wie schon der Vorgänger besitzt auch der RX-A3020 einen Video-EQ mit 6 Speicherplätzen, die auch über die entsprechende iPhone oder Android App abrufbar sind. Im Setup unter Bild, dann Verarbeitung (muss aktiviert sein, sonst wird das Signal ohne Bearbeitung einfach durchgeschliffen) findet man den Video-EQ. Nachdem man ein Preset aufgerufen hat, ist folgendes einstellbar: Kontrastverbesserung (Auto, Aus), Auflösungsanhebung (Auto, Manuell, Aus, wenn man Manuell wählt, können Detailanreicherung und Randschärfe separat voneinander individuell justiert werden. Im Modus „Auto“ werden diese beiden Parameter automatisch vom RX-A3020 geregelt), Rauschreduktion (Auto, Manuell, Aus. Wählt man Manuell, kann man Blockrauschen, Moskitorauschen und temporäres Rauschen gezielt einzeln bekämpfen, während im automatischen Modus der Yamaha die Parameter aufeinander abstimmt), Helligkeit, Kontrast und Sättigung. Insgesamt ein richtig guter Video-EQ, sehr zu loben sind auch die sechs Speicherplätze, so kann man für jeden Einsatzzweck ein individuelles Setting erschaffen. 

Damit man Signalverarbeitung und Video-EQ nutzen kann, muss im Bild-Submenü der Videomodus auf "Verarbeitung" stehen

Unter "Einstellungen" findet man den Video-EQ

Mögliche Ausgabeauflösungen

Sechs Presets

Schaltbare automatische Kontrastverbesserung, die tatsächlich etwas bringt

Upconversion von 576i Filmmaterial auf 1080p, Star Wars Episode III, ab Filmbeginn: Die Schrift zu Beginn läuft sehr ruhig nach hinten durch. Zittern oder Flimmern ist nur bei genauem Hinsehen auf der 2,40 Meter-Leinwand zu erkennen. Ganz leichte Unruhe findet sich ab und zu am Rand der Lettern. Im weiteren Verlauf, in den hinteren Ebenen, sieht das geschulte Auge leichte Wellenbildung. Der RX-A3020 holt viele Sterne des Star Wars Universums auf die Leinwand. In der nächsten Sequenz fliegt nun der große Sternzerstörer durch den Hörraum. Die Ergebnisse sind tadellos. Der De-Interlacer rastet nach minimaler Bedenkzeit sofort ein. Das Bild erscheint natürlich scharf und sehr kontrastreich, da auch der im Schatten liegende Flügel prima durchzeichnet wird. Es treten nur in geringem Umfang Treppenstufen an diagonalen Linien auf. Als nun die beiden Raumjäger von Obi-Wan und Anakin von hinten anfliegen und knapp über der Oberfläche des gigantischen Raumschiffs fliegen, stellt der RX-A3020 beide parallel stattfindenden Bewegungsabläufe scharf und ohne Ruckeln dar. Als die beiden Raumjäger steil nach unten in Richtung Raumschlacht fliegen, eröffnet sich dem Betrachter ein grandioses Panorama, sauber gestaffelt und scharf bis beinahe ganz nach unten. Die nun folgende große Schlacht wird mit neutraler, korrekt gesättigter Farbwiedergabe, tiefem Schwarz und feinen Farbübergängen zu einem Erlebnis. Das Scalingrauschen ist bei genauem Hinsehen zwar erkennbar, hält sich aber in engen Grenzen. Im Vergleich zum Vorgänger entdecken wir einen noch stabileren Bildstand, eine präzisere Detaillierung im hochfrequenten Bildbereich und weniger ausgeprägte Treppenstufen. Die Gesichter von Obi-Wan und Anakin in ihren Raumjägern werden ebenfalls mit sehr guter Herausarbeitung von kleinen Einzelheiten wie Bartwuchs oder Hautporen wiedergegeben. 

Upconversion von 576i Videomaterial auf 1080, AVEC Professional Test DVD: Hier beginnen wir mit den weißen und schwarzen Schriften, die vor verschieden farbigem Hintergrund (blau, rot, weiß) in unterschiedlichen Geschwindigkeiten durchlaufen. Der RX-A3020 schafft eine ordentliche Leistung, aber nicht auf dem Level, das wir von der Upconversion von Filmmaterial kennen. Beim Lauf der beiden schnellsten Schriften sind leichte Unschärfen und Nachzieher zu erkennen. Sehr gut ist die Farbtrennung. Lesbar sind alle Schriften, einzelne Buchstaben flimmern aber sichtbar.  Als nächstes kommen die magentafarbenen Siemenssterne. In der Bildmitte dreht sich ein großer Siemensstern, in den vier Bildschirmecken jeweils ein kleiner. Die Hintergrundfarbe ist grün. Der Yamaha leistet sich hier keinen Schnitzer und gibt die Drehbewegung ruhig und sicher wieder. Auch die Segmente der kleinen Sterne sind gut zu unterscheiden. Die Farbwiedergabe ist ohne Fehl und Tadel. Im nächsten Testbild schwingt ein Pendel mit pfeilartiger Spitze und rot-blauem Innenleben über einer schwarzen Linie, das Ganze geschieht in unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Der Lauf des Pendels wird in jeder Geschwindigkeit gekonnt vom RX-A3020 erfasst. Allerdings sind Nachzieher an der Spitze und im unteren Drittel des Pendels zu sehen. Die Linie flimmert linksseitig beim Darüber schwingen des Pendels leicht. Das Innenleben ist auch bei größter Pendelgeschwindigkeit noch zu erkennen, verschwimmt aber etwas. Das bewegte Realtestbild von Esslingen sieht gut aus. Zwar flimmern die Ziegel der Hausdächer ein wenig, ansonsten aber überzeugen Bildschärfe, Kontrast und Farbwiedergabe. Die Rasenflächen haben eine gut erkennbare Struktur. Bei der Kamerafahrt sind leichte Unschärfen erkennbar, die Plastizität des Bildes ist ordentlich. 

Konkurrenzvergleich
  • Yamaha RX-A3010: Der neue RX-A3020 klingt lebendiger und detailreicher, die Videosektion holt bei der Up-Conversion von Filmmaterial noch mehr Einzelheiten heraus. YPAO agiert noch eine Spur exakter, die vollständige 4K Verarbeitung plus AirPlay sind weitere Gründe, den RX-A3020 als noch besseres und moderneres Gerät anzusehen. 

  • Denon AVR-3313: Preislich deutlich unter der hier aufgeführten Konkurrenz, präsentiert sich der Denon als die elegante Alternative mit enorm noblem Design. Dank Denon Link HD wird bei Zusammenarbeit mit einem entsprechend mit Denon Link HD ausgestatteten Zuspieler eine beispielhafte Güte bei der Übertragung digitaler Audiosignale erreicht. Im Vergleich mit dem RX-A3020 fällt die für seine Preisklasse hervorragende Pegelfestigkeit des 3313 in größeren Hörräumen etwas ab, der Yamaha gewährt zudem im Hochtonbereich eine nochmals bessere Durchhörbarkeit. Das Yamaha-Einmesssystem ist besser, zudem gibt es einen manuellen PEQ. Bei der Videosektion zeigt sich der Denon in starker Verfassung und kann bei der Up-Conversion von Videomaterial sogar am Yamaha vorbeiziehen, bei Filmmaterial offeriert der RX-A3020 allerdings noch mehr Detailtreue und Stabilität. Der Denon hat nur 7 Endstufen, was in Anbetracht des Preises verständlich erscheint. 

  • Onkyo TX-NR1010: Der Onkyo hat lediglich sieben Endstufen, liegt aber preislich beinahe gleichauf. Beide AVRs haben eine vollständige Verarbeitung inklusive Up-Conversion von 4K Signalen. Während der Onkyo akustisch etwas samtiger und fülliger klingt, zeigt sich der RX-A3020 noch eine Idee frischer und holt noch mehr Details aus den Tonspuren heraus. Zudem hat der Yamaha das bessere Einmesssystem, das exakter arbeitet und weniger beschneidend eingreift. Pluspunkte Onkyo: Bessere Up-Conversion von Videomaterial, deutlich mehr Netzwerkfeatures inklusive Spotify und AUPEO! sowie erweiterte Streamingfähigkeiten von Musikdateiformaten. 

Fazit

Der RX-A3020 stellt eine konsequente Weiterentwicklung einer bereits ausgezeichneten Basis dar. Detailoptimierungen bei Audio- und Videoperformance führen zu einer nochmals gestiegenen Leistungsfähigkeit. Akustisch nehmen Feindynamik und Lebendigkeit der Gesamtdarstellung weiter zu, aus visueller Sicht wird 576i Filmmaterial noch sorgfältiger auf FullHD hochkonvertiert. Hinzu kommt, dass der RX-A3020 nun die Möglichkeit offeriert, 2K Material auf 4K hochzurechnen. Die Ausstattung mit hochwertigen DSP-Programmen, sehr gutem Einmesssystem, Vier-Zonen-Multiroom und vielen Anschlüssen ist überragend, nur das Angebot an internetbasierten Musikdiensten ist gerade im Vergleich zur Konkurrenz von Denon und Onkyo derzeit noch nicht restlos überzeugend. Die noble Optik und die sehr gute Verarbeitung sprechen für den RX-A3020 ebenso wie die neun eingebauten, enorm kraftvollen Endstufen und der faire Kaufpreis.

Gekonnter Feinschliff: Der RX-A3020 präsentiert sich als luxuriös ausgestatteter AV-Receiver, der audiovisuelle Oberklasse-Performance zum günstigen Kaufpreis ermöglicht

AV-Receiver Oberklasse
Test 18. September 2012

+ Enorm pegelfest
+ Fein-  wie auch grobdynamisch exzellent
+ Natürliche Räumlichkeit
+ Tolle Stereo-Performance
+ Video-EQ mit 6 Speichern
+ Sehr gutes Einmesssystem mit Winkeleinmessung
+ Ausgezeichnete Upconversion von Filmmaterial
+ Solide Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis
+ Umfangreiche Anschlussbestückung
+ 4K Upconversion
+ AirPlay funktioniert sehr zuverlässig

- Upconversion von Videomaterial durchschnittlich
- geringes Angebot an Netzwerkfeatures

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 18.09.2012

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