TEST: Urban-Style Kopfhörer Magnat LZR 580 und die neuen HP-Stands in der Vorstellung

Magnat LZR 580 Oehlbach HP-Stand Front Seitlich

Nach der Weltpremiere auf der IFA ist er endlich in der Redaktion eingetroffen. Es handelt sich um einen der drei neuen LZR-Kopfhörermodelle auf der IFA, der LZR 580. Die mit 99 EUR UVP günstigste Variante in die LZR-Welt einzusteigen spricht eien urban-stylishe Formensprache und soll besonders das jüngere Klientel ansprechen. Gleichzeitig aber leistungsfähige Technologie und dynamischen, kraftvollen Sound bieten. Das Modell ist in vier Farbkombinationen erhältlich, bei denen die Kampfen im Versus-Mode quasi gegeneinander antreten. Darunter „White vs. Orange“, „Blue vs. Black“, „Green vs. Purple“ und „Red vs. Black“. Die Performance des LZR 580 bzw. ob das Modell „echt Laser“ ist, haben wir im Testbericht überprüft.

Magnat LZR 580 Oehlbach XXL HP Stand Detail Ohrmuschel1

Linke Ohrmuschel

Magnat LZR 580 Ohrmuschel

Ohrpolster in Schwarz

Magnat LZR 580 Detail Buegel

Kopfbügel mit Magnat-Schriftzug

Magnat LZR 580 Anschluss

Klinkenanschluss an der linken Ohrmuschel

Magnat LZR 580 Oehlbach XXL HP Stand Kopfpolster

Polster am Kopfbügel

Magnat LZR 580 Oehlbach XXL HP Stand Groessenverstellung

Selbstverständlich größenverstellbar

 Magnat LZR 580 Klappmechanismus

In zusammengeklappter Form

In unserem Fall „Red vs. Black“ konnte die Farbe Rot definitiv seinen Gegner bezwingen und stellt den Großteil der Oberfläche. Schwarz kommt bei den Ohrpolstern, dem Kopfpolster und beim Übergang der Ohrmuschel hin zum Ohrpolster zum Einsatz. Daher wirkt der Kontrast bei den anderen Modellen auch besser, da hier der Kunststoffring zwischen Ohrmuschel und Ohrpolster eben andersfarbig ist als das Schwarz des Polsters. Das Rot ist leicht dezent und macht einen ganz schicken Eindruck, allerdings erkennt man, wenn genau hinsieht, dass der Rot-Ton der seitlichen und des Kopfbügels sich leicht unterscheiden. Die äußere Oberfläche ist zum großen Teil aus Kunststoff, die beim Anblick keinen allzu hochwertigen Eindruck, aber haptisch eine solide Figur macht. Der Magnat-Schriftzug an der Oberseite und die LZR 580-Schriftzüge an den seitlichen Ohrmuscheln sind eingraviert und nur beim genauen Hinsehen sichtbar: Understatement ist Trumpf. An der Innenseite sieht man, dass auch beim günstigen Modell wichtige Teile wie das Klappscharnier und die Größenverstellung durch Metall unterstützt werden. Dank dem Klappscharnier kann der Kopfhörer in ein kompaktes Format gebracht werden, dann findet er auch in der beiliegenden Transporttasche Platz.

Die Ohrmuscheln selbst sind mit geringfügigem Spiel an den Bügeln befestigt, damit sie sich der Kopfform des Trägers ein wenig anpassen können. Die Ohrpolster liegen mit nicht allzu viel Druck auf und dem Polsterbereich des Kopfbügels scheint eine Art „Memory“-Schaum zugrunde zu liegen, so dass die Ausgangsbasis für hohen Tragekomfort absolut geschaffen ist. In der Praxis können wir den Tragekomfort durchaus bestätigen, auch nach einer längeren Hör-Session ist uns der LZR 580 an keiner Stelle unangenehm. Der Sitzt ist recht gut, aber nicht perfekt. An der linken Ohrmuschel ist ein konventioneller Klinkenanschluss für 3,5mm eingesetzt, so dass bei einem eventuell notwendigen Kabeltausch einfach ein neues, konventionelles Kabel verwendet werden kann.

Magnat LZR 580 Aufbewahrungsetui2

 

Beiliegende Transporttasche

Magnat LZR 580 Kabel1

Kabel mit Fernbedienung

Magnat LZR 580 Kabel1 Fernbedienung

One-Button-Remote

Magnat LZR 580 Kabel2

Konventionelles Kabel mit 6,35mm Adapter

Dem LZR 580 liegt eine Transporttasche bei, in dem der zusammengeklappte Kopfhörer und auch das sonstige Zubehör problemlos Platz findet. Dazu gehört ein konventionelles Klinkenkabel, ein Kabel mit einer Fernbedienung und ein Adapter von 3,5mm auf 6,35mm Klinke. Die Tasche bietet zwar ein kleines, separates Fach, dieses ist aber nicht mit einem Gummizug o.ä. versehen, so dass bei aktiver Freizeitgestaltung die Einzelteile in der Tasche nur lose untergebracht sind. Die Fernbedienung für die iOS-/Android- und Blackberry-Bedienung verfügt über einen einzelnen Knopf, durch kurz hintereinanderfolgende Klicks kann man aber den mobilen Endgeräten unterschiedliche Aktionen entlocken. Ein Klick bedeutet Anruf entgegennehmen/auflegen bzw. Play & Pause, zwei Klicks entsprechen Track vor und drei Klicks entsprechen Track zurück. Hält man zwei Sekunden lang gedrückt, wartet das Smartphone auf einen Sprachbefehl. Bei beiden beiliegenden Kabeln handelt es sich um Flachkabel, die ausreichend lang sind, sowohl die Stecker als auch der Adapter wirken solide.

Magnat LZR 580 Oehlbach HP-Stand Front Seitlich2

Oehlbach HP Stand

Magnat LZR 580 Oehlbach XXL HP Stand Front Seitlich1

Modell Extravaganza – XXL HP Stand

Im Zuge des LZR 580 Test wollen wir gleich die beiden neuen Kopfhörerständer von Oehlbach kurz vorstellen. Zum einen ist dies das eher schlichte Modell mit dem passend schlichten Namen „HP Stand“. Der HP Stand ist sehr minimalistisch gehalten und kommt in einer umgekehrten U-Form daher. Er ist aus Kunststoff gefertigt und nur in einer Farbvariation erhältlich. Die Innenseite inklusive der Front- und Rückleisten ist hochglanzschwarz, die Oberfläche an der Außenseite mattschwarz. Im Bereich, in dem die Ohrpolster aufliegen, ist der Kopfhörerständer gelöchert, darunter ist ein Oehlbach-Schriftzug in dezentem Grau eingraviert. Die Kunststoff-Oberfläche fühlt sich angenehm an, die Kanten sind zwar nicht gerundet aber sauber geschliffen, so dass keinerlei Schnittgefahr besteht. Bei unserem Modell sind die Seitenstreben leicht nach innen gebogen, so dass sich kein absolut sauberes umgedrehtes U ergibt. In Kombination mit einem schicken Kopfhörer kann man den HP Stand durchaus als Designobjekt sehen, dass sich im modernen Wohnzimmer sehr gut macht. Durch die ausgeklügelte Konstruktion soll der ursprüngliche Tragekomfort perfekt erhalten bleiben.

Wer von dezenter Zurückhaltung nichts hält, ist mit dem XXL HP Stand besser bedient. Diese Nachbildung des bekannten Oehlbach-Kopfes aus der Werbung ist komplett aus Kunstharz gefertigt und sowohl in Schwarz als auch in Weiß erhältlich. Die Oberfläche fühlt sich elegant und hochwertig an, der Guß ist sehr gut gelungen, die Haare gestalten sich natürlich sehr schwierig, sind aber ebenfalls recht sauber gelungen. Auch die Falten und zusammengekniffenen Augen des Kopfes sind genau nachvollziehbar. Die Unterseite ist für recht sicheren Stand mit einem Stoffbezug ausgestattet. Der Oehlbach Kopf wird polarisieren, soviel ist klar. Manchem gefällt er, mancher wird die Nase rümpfen. Definitiv strahlt er Extravaganz aus. Nicht nur Design-Aspekte zeichnen den Kopf aus, denn die Konstruktion sorgt, wie beim HP Stand, für den Erhalt des ursprünglichen Tragekomforts des Kopfhörers. Der HP Stand ist zum Preis von 49,99 EUR, der XXL HP Stand zum Preis von 79,99 EUR erhältlich.

Magnat LZR 580 Anschluss

Zurück zum LZR 580

Nun aber zurück zum eigentlichen Hauptdarsteller dieses Testberichts, dem Magnat LZR 580. Der Kopfhörer ist eine geschlossene Konstruktion, Außengeräusche werden recht gut ausgefiltert. Prinzipiell ist der Magnat LZR 580 ein Overear-Kopfhörer. Bei etwas größeren Ohren können die Polster aber schon mal aufliegen. Passend zur Weihnachtszeit beginnen wir unsere Klangtestreihen mit „Let it Snow“, allerdings einer Jazz-Version von Denis Solee. Der Magnat-Kopfhörer beginnt mit einer guten Ausarbeitung des Pianos und des Basses und arbeitet im folgenden die Instrumente sehr gut in die Bühne ein. Der LZR 580 versprüht bei dem Track eine angenehme Wärme, wenn wir auch die Differenzierung der einzelnen Instrumente auf der Bühne etwas besser kennen. Die Dynamik gefällt gut und sorgt für ein lebendiges Klangerlebnis, bei dem man gerne mit-swingt. Auch bei „Jingle Bells“ von Beegie Adair sorgt der LZR 580 für eine angenehm stimmige Bühne, wenn uns auch ein wenig das Fundament, eine dichtere Atmosphäre fehlt. Gut gefällt uns die schnelle Reaktion der Treiber, alles wirkt sehr präzise und auf den Punkt gebracht. Nun verabschieden wir uns aber von den Adventsklängen und wenden uns anderen Genres und Interpreten zu, die wir noch deutlich besser kennen.

Dazu gehört Joe Bonamassa, der unlängst im Wiener Opernhaus zu einem akustischen Abend lud und, für alle Nicht-Anwesenden, erfreulicherweise diesen Abend auch aufzeichnen lassen hat. Der Beginn von „Jockey Full of Bourbon“ gelingt dem LZR 580 mit einer sehr klar definierten Piano-Passage, die nur geringfügig vom charakteristischen Timbre des Tasteninstrumentes einbüßt. Das einsetzende Schlagwerk wird sauber erfasst und ein kraftvoller, voluminöser Tieftonbereich wird erzielt. Man kann nicht sagen, dass der LZR-Kopfhörer untenrum dick aufträgt, aber er hat einen runden und ausgeprägten Bassbereich. Präzise und sauber bleibt er auch in diesen Frequenzen. Ausgezeichnet gelingt auch das Gitarrensolo, bei dem die Saitencharakteristik klar zur Geltung kommt. Bei komplexerer Bühnengestaltung gelingt die Differenzierung nicht hundertprozentig perfekt, aber niemals vermischen sich die einzelnen Klänge zu einem Einheitsbrei. Die Stimmwiedergabe wird audiophile Nutzer, die Kopfhörer aus Preisbereichen kennen, die um ein Vielfaches die des LZR 580 übersteigen, nicht ganz überzeugen. Hier fehlt es an Feinheiten und Details der charakteristischen Stimme eines Joe Bonamassas. Dennoch muss man sagen, dass hier für knapp 100 EUR ein hohes Niveau geboten wird. Der Kopfhörer akzentuiert im Mitten- und Hochtonbereich und sorgt dabei für klare Struktur und Brillianz, bleibt dafür aber nicht komplett authentisch. Pegelfest ist er definitiv und leistet sich keine Schwächen in puncto Souveränität. Trotz hoher Lautstärke wird er nie aggressiv sondern bietet über längeren Zeitraum eine sehr harmonische und angenehme Darbietung.

Auch bei den Eagles gelingt dem LZR 580 eine solide Präsentation, allerdings ist auch hier die etwas eigene Tonalität des Magnat-Kopfhörers zu hören. Wer die Stahlsaitenklänge der amerikanischen Rock-Band aus Los Angeles genau kennt, wird dies schnell erkennen. Man muss allerdings dazu sagen, dass diese Ausprägung auch ihre Vorteile hat. Denn wer den Kopfhörer an einer nicht allzu leistungfähigen Quelle anschließt oder komprimierte Musik zuspielt, – was im Preisbereich, in dem sich der Magnat-Kopfhörer befindet, sicherlich auch der Fall sein wird – der erreicht auch damit ein sehr lebendiges und klar definiertes Klangerlebnis mit hoher Präzision und Spektakel. Insgesamt wirken die Frequenzbereiche auch zueinander stimmig, was eine besonders angenehme Klangkulisse zur Folge hat. Besonders das Schlagzeug gelingt dem LZR 580 hier ausgezeichnet, ob in den unteren Regionen oder die Elemente höherer Frequenzbereiche, alles kommt flink und exakt auf den Punkt.

Wir wechseln auf elektronische Musik und – wir haben es geahnt, hier fühlt sich der LZR 580 zuhause. Raptor von Digital X wird sofort impulstreu und mit kraftvollem Kickbass an unsere Trommelfelle getragen. Die akzentuierte Struktur kommt den vielen, einzelnen und schnell aufeinanderfolgenden Synthi-Elementen perfekt zugute. Zudem erzielt der Magnat-Kopfhörer auch eine stark ausgeprägte Räumlichkeit und schließt den Zuhörer in die Klangkulisse mit ein. Der Tiefbass kommt hart, relativ trocken und präzise, ein zu lange geartetes Nachschwingen entfällt hier völlig. Dank der angenehmen Auslegung kann man hier problemlos auch mal sehr laut hören, ohne dass der Magnat-Kopfhörer zu anstrengend wird. Auch bei „F The Bullshit“ von Ferry Corsten, ein Track, der noch etwas komplexer aufgebaut ist, leistet sich de rLZR 580 keine Blöße und differenziert die einzelnen Elemente exzellent. Auch die lokale Platzierung der Effekte ist ausgezeichnet. Schnelle, pulsierende Klänge stellen aufgrund der flinken Reaktion des Kopfhörers kein Problem dar. Hier ist einfach Spektakel geboten, was zu hervorragender Hörfreude führt. Wie bereits erwähnt, werden Fanatiker nach Authentizität hier nicht unbedingt zuschlagen. Wer aber diesbezüglich nicht gerade audiophile Ansprüche an den Tag legt, darf sich an den Vorteilen eines sehr lebendigen und mitreißenden Klangerlebnisses erfreuen.

Wie sieht es im Konkurrenzumfeld aus? Ähnlich viel Kunststoffeinsatz beim Material zeigt der Teufel Airy, der allerdings in konventionellerer Farbauswahl als Onear-Hörer daherkommt. Der Airy bietet ähnlich Spektakel wie der LZR 580, klingt aber insgesamt etwas ausgewogener. Der Berliner hat Bluetooth 4.0 und aptX an Bord. Wer sich für den Airy interessiert, muss aber nochmal die Hälfte des LZR 580 drauflegen, der Teufel Kopfhörer kostet 149,99 EUR. Ein extrem starker Konkurrent ist der Y40 von AKG, der unsere Preisklassen-Referenz abgeräumt hat. Hier hat AKG allerdings auch alles reingepackt: Solide Verarbeitung, überdurchschnittliche Materialqualität und ebenfalls ausgezeichnete akustische Performance. Für den LZR 580 sprechen noch etwas mehr Spektakel bei flotter Musik und eine insgesamt andere Design-Auslegung, die beim AKG doch etwas speziell ausgefallen ist und gefallen muss.

Fazit

Magnat LZR 580 Oehlbach XXL HP Stand Front Seitlich1

Urban Style – der LZR 580 verkörpert dies nicht nur in Form und Funktion, sondern auch bei der akustischen Performance. Er ist nicht immer 100% authentisch, sondern legt Wert auf Spielfreude, Lebendigkeit und ein mitreißendes Klangerlebnis. Audiophile schreckt das womöglich ab, diese sind mit einer UVP von 99 EUR aber auch nicht unbedingt Zielgruppe dieses LZR-Modells. Fans von elektronischer Musik oder Hip Hop, die gerne laut und unbeschwert hören möchten, kommen voll auf ihre Kosten. Beim Material kommt weitgehend Kunststoff zum Einsatz, Metall unterstützt bei den wichtigen Stellen. Die Verarbeitung ist weitgehend in Ordnung und durch die Möglichkeit des Zusammenklappens ist der LZR 580 auch super transportabel. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist der Tragekomfort, besonders der Memoryschaum am Kopfbügel sorgt für keinerlei Druckstellen am Kopf. Der Lieferumfang ist mit verschiedenen Kabeln, einem 6,35mm Adapter und der Transporttasche zudem recht umfangreich.

Der LZR 580 bietet modernes Design, ein lebendiges Klangerlebnis und opulenten Lieferumfang
ausgezeichnet
Kopfhörer
16.12.2014

+ Lebendig und mitreißend
+ Sehr präzise
+ Kraftvoll im Tieftonbereich
+ Dynamik
+ Kann in kompaktes Format gefaltet werden
+ Transporttasche und zwei Kabel im Lieferumfang
+ Viele Farbvariationen
+ Tragekomfort

– nicht 100% authentisches Sounding
– uns etwas zuviel Kunststoff beim Materialeinsatz

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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