TEST: Ultrasone Naos - extrem kompakter 24-Bit/192 kHz Hi-Res-DAC für flexible Aufgaben

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Für 169 EUR gibt es ein "akustisches Aufputschmittel", völlig legal und rezeptfrei, aus Oberbayern. Der ultrakompakte Ultrasone Naos 24-Bit/192 kHz-DAC hat das Format eines USB-Sticks und beeindruckt durch vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Nur 46 Millimeter lang, 18 Millimeter breit und 6 Millimeter tief - den Naos kann man überall hin mitnehmen. Das Gewicht von 6 Gramm steht der Mobilität auch nicht im Wege. 

Ultrasone Naos USB Anschluss

Micro USB-Anschluss

Ultrasone Naos Kopfhoereranschluss

Kopfhörer-Slot als 3,5mm Miniklinke 

Die Verarbeitung des kleinen DACs ist sehr gut, an den Anschlussseiten, an denen der 3,5 mm Analog-Miniklinkenanschluss und der Micro USB-Slot untergebracht sind, gibt es ums Gehäuse noch einen feinen Chromring.

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Top-Technik arbeitet im Inneren

Wie schon erwähnt, wird Quellmaterial bis zu 192 kHz/24-Bit Auflösung gewandelt, damit eignet sich Naos ideal auch für eine qualitativ überzeugende Wiedergabe von High-Resolution-Audio-Dateien. Was passiert im Inneren des kleinen Gerätes? Nach dem Wandler (AKM AK4432) durchläuft das jetzt auf die analoge Ebene transformierte Signal einen leistungsfähigen Verstärker, der für den Betrieb zusammen mit unterschiedlichen Kopfhörern ausgelegt ist. Ganz gleich, ob Over-Ear, On-Ear oder In-Ear-Kopfhörer, stets ist Naos für ein hochwertiges, reines Signal verantwortlich. 

Ultrasone Naos back

Rückseite

Nicht nur mobil ist Naos zu verwenden: Selbstverständlich kann man den Mini-DAC auch mit aktiven Lautsprechern oder vor einer Endstufe genutzt werden, um das hochwertig gewandelte Signal als Quelle für eine Lautsprecher-Wiedergabe zu nutzen. Hier ist nur auf entsprechende Adapterkabel zu achten, 3,5 mm Miniklinke auf 2 x Cinch wäre hier von Nöten. 

Und da sind wir beim nächsten Thema. Neben der Klangqualität seiner Komponenten überzeugt das Ultrasone-Produkt auch mit seiner umfassenden Konnektivität. Ob mobil oder stationär, Naos arbeitet mit Smartphones, Tablets, Notebooks oder Desktop-Rechnern zusammen. Dazu bringt er Verbindungskabel für Micro-USB, USB-C, Lightning und USB-A mit. Die Verbindung nutzt NAOS nicht nur für die Datenübertragung, auch seine Versorgungsspannung bezieht der Kompakt-DAC über das eine Kabel, sodass eine zusätzliche Stromversorgung nicht notwendig ist. NAOS arbeitet mit iOS, Mac OS, Android (USB-OTG-Funktionalität) und Windows (Treiberinstallation).

Im Lieferumfang des Mini-DACs ist auch eine Transporttasche enthalten, in der sowohl der Naos als auch das Zubehör verstaut werden kann.

Klang

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Der Ultrasone Edition 8 EX dient als Referenz-Kopfhörer

Wir haben den Naos an einem 2017er MacBook mit 12 Zoll Retina Display und dem Audirvana Plus Software-Player getestet. Als Kopfhörer kommt der Ultrasone Edition 8 EX zum Einsatz. 

Ultrasone Naos Audirvana

Der Naos wurde unter Audirvana gleich erkannt

Wir starten unsere Hörtestreihen mit dem ersten Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert Nummer 4 in D-Dur, Köchelverzeichnis 218. Marianne Thorsen als Violinistin und die Trondheim Solistene zeigen ihr ganzes Können, und der Naos überträgt alles ungefiltert: Gerade die komplexen Violinensoli der Flac 96 kHz/24-Bit-Datei erstrahlen in einem besonderen Glanz. Wie klar und feinfühlig der Naos hier die Signale aufbereitet, ist ohne Zweifel hervorragend. Natürlich möchten wir nicht verschweigen, dass der edle und mit 1.799 EUR auch sehr teure Edition 8 EX ebenfalls einen gewichtigen Anteil am faszinierenden akustischen Erlebnis hat. Die Durchhörbarkeit ist grandios, und dynamische Sprünge werden unmittelbar und ohne erkennbare Zeitverluste umgesetzt.

Der ganze Spannungsbogen des Allegros kommt in überragender Räumlichkeit, die stets glaubwürdig wirkt, zum Zuhörer. Verschiedene musikalische Ebenen differenziert der Naos sauber auseinander und offeriert auch bei kleinen, kurzen Impulsen eine glasklare Transparenz - Kompliment, denn preislich, so komisch das für ein so winziges Gerät klingen mag, ist der Naos keinesfalls hoffnungslos überteuert. Klassische Musik offenbart äußerst schnell und zielstrebig die Schwächendes Equipments. Doch hier bleiben wir stumm und lauschen lieber der Musik. Vor allem diese Mischung aus filigraner Brillanz und untadeliger akustischer Gesamtharmonie ist es, die uns beeindruckt. 

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S-Logic EX als "oberbayerische Zauberformel" für authentische Räumlichkeit

Machen wir einen kurzen Exkurs und rufen uns die Daten zum Kopfhörer nochmal ins Gedächtnis zurück. Der Edition 8 EX verfügt mit S-Logic EX über die höchste Ausbaustufe von Ultrarotes Technologie für die Erzeugung von natürlichem Raumklang ohne DSP. S-Logic EX basiert auf einem dezentral angesetzten, trichterförmig nach vorne angeordneten Schallwandler. Durch Signalreflexionen und der besonderen Struktur der Ohrmuschel wird eine dreidimensionale Schallwahrnehmung und sehr breite Bühne erzeugt. Für akustische Höhenflüge in großem Maße verantwortlich soll der 40mm große Mylar-Schallwandler sein, mit dem der Edition 8 EX einen Frequenzgang von 5 bis 46.000 Hz realisiert - ideal für die Wiedergabe des erweiterten Dynamikumfangs von Hi-Res-Audio-Dateien. Übrigens - schließen wir den Edition 8 EX direkt an die 3,5 mm Kopfhörerbuchse unseres MacBook

Höchste Zeit für "River Towns" von Mark Knopfler, ein weiterer Hi-Res-Audio-Track im Flac-Format, der in 192 kHz/24-Bit vorliegt. Die hervorragende Balance, das authentische Volumen und die sehr feine und passende räumliche Verteilung von Marks Stimme fallen direkt auf. Wir sind uns sicher, dass der Naos bewusst so abgestimmt wurde, dass die klanglichen Vorzüge von Ultrasone-Kopfhörern auch richtig gut herausgestellt werden. Was bei diesem Stück an echt erscheinender Räumlichkeit freigesetzt wird, ist enorm. Der straffe, kraftvolle Bassbereich mit sehr ausgeprägtem Tiefgang hat uns ebenfalls überzeugt. 

Wenden wir uns nun "Desperado" in der Cover-Variante von Diana Krall zu. Dass das Piano sehr feingliedrig wiedergegeben wird, haben wir uns aufgrund des bisherigen Auftretens der Ultrasone-Komponenten bereits gedacht. Die Anschlagdynamik kommt sehr gut heraus, Dianas Stimme wird äußerst charismatisch erfasst. Präzise, weitläufig, feinfühlig-emotional: Die Kombination aus Edition 8 EX und dem Naos-DAC macht erneut große Freude. Daher hören wir gleich noch "Don't Dream It's Over" ebenfalls von Dianas "Wallflower"-Album und sind begeistert vom komplex zu handhabenden Beginn mit der Harfe. So sensibel und genau ausbalanciert haben wir das Instrument nur selten gehört. Auch anschließend punktet unser oberbayerischer DAC: Mit dem exakten Aufbau des gesamten Stückes, hier wird kaum eine Einzelheit ausgelassen. 

Wie sieht es mit italienischem Flair und oberbayerischer Wandlertechnik aus? Antwort: Bestens, wie uns "Diamante" von Alessi beweist. Die weibliche und die männliche Gesangsstimme werden fein herausgearbeitet und plastisch in den virtuellen Raum gestellt. Dieses Freie, Dynamisch-Lebendige und doch zugleich Angenehme - das macht die Präsentation des Stückes über unsere Ultrasone-Kette aus. Hier möchte man nicht mehr aufhören, der Musik zu lauschen, und jedesmal entdeckt man ein neues Detail. 

Lohnt sich der Einsatz des Naos auch bei 44,1 kHz/16-Bit-Dateien? Wir machen "etwas Krawall" und laden das Westbam-Mayday-Mix des Klassikers "Feeling So Real" von Moby. Das Quellmaterial hat eine befriedigende Qualität. Der Naos DAC hinterlässt aber auch bei niedriger auflösenden Quellen einen nachhaltigen Eindruck. Er treibt den Edition 8 EX zu Höchstleistungen an, die sich in einem gleichermaßen kräftigen wie präzisen Bassbereich und in einer enorm dynamischen Gesamtdarbietung niederschlagen. Der Hochtonbereich spielt frei auf und besitzt eine gute Strahlkraft. Der zweite 90er Jahre-Techno-Evergreen "Redemption" von RMB bestätigt unsere Impressionen: Kraftvoll, mit solidem Tiefgang und einer enormen Dynamik, erfreut diese Art der Darstellung den Rave-Freund und holt die vergangene Ära mit Nachdruck zurück. 

Und wir lassen es weiter krachen. Ja, unserer Meinung nach muss eine so teure DAC/Kopfhörer-Kombination nicht nur bei Jazz und Klassik einen hörbaren Vorteil bringen, sondern auch bei Stücken, bei denen selbsterkannte "Musikkenner" gern die Nase rümpfen. Aber auch finanzkräftige Raver und "Clubmaster" (nicht zu verwechseln mit den gleich heißenden Zigarillos) können mit Freude in die Hände klatschen, denn bei "Drop&Jump" von Norman Metro und DJ Klubbingman ist das Hörerlebnis exzellent. Schließen wir den Ultrasone 8 EX direkt an die Kopfhörerbuchse unseres MacBooks an und vergleiche: Ganz ehrlich, schlecht ist das Ergebnis auch dann nicht. Aber der Bass hat mehr Kontur, unnötige Aggressivität weicht einer feineren Auflösung, daher ist das Fazit klar. Auch bei solchen Tracks macht sich Naos positiv bemerkbar. 

Natürlich auch bei "seriöserer" Musik wie "La Vie En Rose" (Duett Andrea Bocelli und Edith Piaf). Hier, kaum verwunderlich, ist das Ansteigen der feindynamischen Qualitäten bei Verwendung des Naos-DACs noch deutlicher als bei schlichter aufgebauten Stücken zuvor. Sehr gut verteilt sich Andreas Stimme mitten im virtuellen Raum, und auch Edith klingt sehr detailreich sowie ausgewogen. Emotional tiergehend, aber gleichzeitig homogen - hier wird wahrhaftig feiner Hörgenuss geboten, der auch sehr anspruchsvolle Hörer schon beim Anhören von 44,1 kHz/16-Bit-Dateien glücklich macht. 

Fazit

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Der Ultrasone Naos DAC ist ein ultrakompakter, flexibel einzusetzender D/A-Konverter, der mit seinem homogenen und freien Klangbild auftrumpfen kann. Alle für den Betrieb erforderlichen Adapterkabel liefert Ultrasone mit, ebenso ein kleines Transport-Case. 

Sehr leistungsfähiger, ultrakompakter DAC mit vielfältigen Einsatzmöglichkeiten
ueberragend
D/A-Wandler bis 200 EUR
Test 08. Januar 2017

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 08. Januar 2018

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