TEST: Ultrasone Highend-Kopfhörer Edition M Plus – perfekter Begleiter für den mobilen Einsatz?

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Der Ultrasone Edition M Plus ist als größere Variante des erfolgsverwöhnten Edition M „Black Pearl“ (699 EUR) ebenfalls im „Black Pearl“ Design für 899 ERUR erhältlich. Aufgrund vieler dem Hersteller vorgetragenen Kundenwünsche präsentiert sich der Edition M Plus nun als uhrumschließender Kopfhörer (Over-Ear), während der Edition M ein On-Ear-Kopfhörer ist. 

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Ultrasone-Spezialitäten: Federstahlbügel und S-Logic Plus
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Präzise lässt sich der Edition M Plus auf die Kopfform des Trägers justieren

Brillant ist die Verarbeitung, Ohr- und Bügelpolster bestehen aus feinstem Schafleder. Der hochwertige Federstahlbügel lässt ein präzises Verstellen zu, so dass der Edition M optimal an die Kopfform des Trägers angepasst werden kann. Die hochglänzenden Ohrkapseln sind extrem hochwertig beschichtet, das Material hinterlässt einen robusten und ziemlich kratzfesten Eindruck – trotz der außergewöhnlich eleganten Optik. 

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1,2 Meter langes Kabel

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Filztasche für den stilvollen Transport 

Hinsichtlich der Technik bietet auch der Edition M Plus das S-Logic Plus System, das auf natürliche Art und Weise Raumklang erzeugt. Auch die bewährte MU-Metallabschirmung ist Bestandteil der Ausstattung des Edition M Plus. Dank 30 Ohm Impedanz eignet sich der Edition M Plus perfekt als mobiler Begleiter für Smartphone und/oder Tablet. Dank 40 mm Treiber, titanbeschichtet, ist der Klang dynamisch und souverän.

Frequenzen von 7 Hz bis 39 kHz können übertragen werden, nicht ganz einig ist manisch wohl beim Kennschalldruck. Im Rahmen der High End wurden 99 dB gegenüber 96 dB beim „normalen“ Edition M genannt, auf der Website spricht Ultrasone hingegen auch beim Edition M Plus von 96 dB. 228 Gramm wiegt der Highend-Kopfhörer ohne Kabel. 

Im Lieferumfang enthalten ist ein 1,2 Meter langes OFC-Kabel mit Fernbedienung und Mikrofon. Das Kabel verfügt über einen abgewinkelten und mit Gold beschichteten 3,5 mm 4-Pol-Stecker. Verstaut wird der Edition M Plus in einer hochwertigen Tasche aus echtem Filz – „Oberbayern live“ sozusagen, der Kopfhörer von heute tritt in Tracht auf. 

Klang

Wir sind vom oberbayerischen Kopfhörer-Hersteller Ultrasone stets Produkte gewohnt, die mit einer überdurchschnittlich guten akustischen Performance aufwarten können. Ganz gleich, ob für zu Hause oder für den mobilen Einsatz, klanglich bleibt praktisch nie ein Wunsch offen. Maßgeblich beteiligt an der enormen Leistungsstärke sind die enorm hochwertigen, belastbaren, titanbeschichteten Treiber und selbstverständlich die S-Logic-Plus-Technologie. Auf natürliche Art und Weise wird hier authentischer Raumklang generiert. Kurz gesagt, nutzen die dezentral untergebrachten Schallwandler den menschlichen Gehörgang, um Surround-Sound zu produzieren. In allen Tests, die wir bislang mit Ultrasone-Kopfhörern mit S-Logic-Technologie durchführten, waren wir sehr angetan von der Wirkungsweise von S-Logic. 

Der Edition M Plus, der im Vergleich zum weiterhin für 699 EUR offerierten Edition M mit größeren Treibern antritt, vermittelt uns beim ersten Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert Nummer 4, Köchelverzeichnis 218, einen umfassenden Eindruck seines Könnens. Besonders das Auflösungsvermögen sorgt für Begeisterung. Das Musikstück liegt in Flac 96 kHz/24-Bit Stereo vor, und was der Edition M Plus aus dem Hochtonbereich holt, ist bemerkenswert. Praktisch alle feinen Strukturen der Violinen-Soli werden sensibel dargestellt, und man bemerkt in den Soli, aber auch während der orchestralen Gesamteinsätze direkt die Vorzüge von S-Logic Plus: Eine atmosphärisch dichte, in sich schlüssige Gesamtakustik, feine Staffelung in Weite sowie tiefe und daraus resultierend eine glaubwürdige Räumlichkeit. Man kann praktisch jeden Musiker innerhalb des Orchesters präzise lokalisieren. Die einzelnen Instrumente werden akkurat voneinander differenziert und ertönen mit charismatischer Wiedergabe. Die Tonalität des Edition M Plus ist äußerst angenehm, natürlich und gleichzeitig harmonisch. Im Allegro finden verschieden ausgeprägte Dynamiksprünge statt, die allesamt mit hoher Impulstreue vom Edition M Plus erfasst werden.

Diana Kralls Adaption des Eagles-Evergreens „Desperado“ liegt ebenfalls in Flac, aber in 48 kHz/24-Bit vor. Hier zeigt der Edition M Plus seine Klasse, als der das Piano gleich von Beginn an enorm plastisch, unter Miteinbeziehung der Anschlagdynamik, herausmodelliert. Grandios ist die Stimmwiedergabe: Man denkt, dass Diana auf einer hinsichtlich Weite sowie Tiefe absolut klar definierten Bühne direkt vor dem Zuhörer auftritt. Diesen enorm authentischen Bühnen-Charakter bietet kaum ein anderer uns bekannter Kopfhörer in dieser Ausprägung. Wie wir es schon vom ersten Klangbeispiel her kennen, bereitet der Ultrasone-Kopfhörer alle akustischen Elemente fein und differenziert auf. Der Edition M Plus schafft auf der einen Seite einen homogenen, in sich geschlossenen Klangeindruck, auf der anderen Seite beeindruckt er durch einen sehr lebendigen Gesamteindruck. Die spezielle Atmosphäre des Titels stellt der Edition M Plus außerordentlich glaubwürdig dar. 

„Diamante“ von Alessi versprüht typisch italienisches Flair. Wir verwenden den Titel in Flac 96 kHz/24-Bit Stereo gern für Testläufe, weil die Präsentation der Stimmen von Sandra und Tony Alessi nicht jedem Kopfhörer mit der erforderlichen Souveränität und dem erforderlichen Feingefühl gelingt. Oftmals mischt sich auch gern ein leicht spitzer Unterton in die Gesamtwiedergabe, was dann zu einer Beeinträchtigung der akustischen Gesamtharmonie führt. Der Edition M Plus schlägt sich, wie eigentlich schon erwartet, erstklassig. Keine Spur von vokaler Disharmonie, vielmehr staffelt der Kopfhörer die Stimmen überragend und formt alle Konturen fein aus. Das enorme Auflösungsvermögen über das ganze Frequenzspektrum zeichnet den Edition M Plus des Weiteren aus. Der Bassbereich hat eine feste Substanz, die sich in präziser Art und Weise allzeit bemerkbar macht. S-Logic bereitet auch hier wieder große Freude: Ein ehrliche, umfassende und sehr sauber gegliederte Räumlichkeit ist wahrzunehmen.

Mark Knopflers Song „River Towns“ (Album „Tracker) läuft in Flac 192 kHz/24-Bit Stereo. Der Ultrasone-Kopfhörer geht mit der hohen Auflösung ungemein sorgfältig um, was man an der Darstellung der akustischen Gitarre und der Stimme Marks merkt. Alles wirkt bis ins letzte Detail stimmig, so dass der Musikgenuss eine tiefe, kultivierte Wirkung auf den Hörer hat. Der Bassbereich kommt straff und aufgeräumt zur Geltung, der Tiefgang ist hervorragend. Wie schon von den anderen Beispielen her gewohnt, tritt S-Logic Plus als Garant für echte, geschliffene und vielschichtige Räumlichkeit in Erscheinung. 

Wir konnten anhand der HiRes-Audio-Stücke einige Differenzen zwischen dem Ultrasone Edition M Plus (899 EUR) und dem Ultrasone Edition M (699 EUR, zum Testzeitpunkt noch 899 EUR) ausmachen. Die technischen Voraussetzungen sind auch unterschiedlich, so vertraut der Edition M Plus auf titanbeschichtete 40 mm Wandler, die titanbeschichteten Wandler des Edition M sind mit 30 mm 10 mm kleiner. Der Frequenzgang des Edition M Plus reicht von 7 Hz bis 39 kHz, der Frequenzgang des Edition M von 10 Hz bis 38 kHz. Die Impedanz des Edition M Plus beträgt 30 Ohm, die des Edition M 40 Ohm. Beide Headphones sind geschlossene, dynamische Kopfhörer, der Edition M ist ein On-Ear-Kopfhörer, der Edition M Plus ein Over-Ear-Kopfhörer. Klanglich haben wir folgendes herausgehört:

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Damals, zum Testzeitpunkt, sah der Edition M farblich noch etwas anders aus

  • Der Edition M Plus offeriert im Bassbereich noch etwas mehr Tiefgang, ebenfalls, schon bei moderatem Pegel, noch etwas mehr Volumen und Punch.
  • Das bei beiden Modellen als dicht und authentisch empfundene Gefühl an Räumlichkeit entfaltet beim Edition M Plus eine noch etwas weitläufigere Wirkung, ohne an Präzision einzubüßen.
  • Die Übergänge zwischen den einzelnen Frequenzbereichen merkt man beim Edition M Plus gar nicht mehr, so homogen und in sich geschlossen tritt das Klangbild auf.
  • Stimmen verteilen sich beim Edition M Plus noch eine Idee präziser im virtuellen Raum.
  • die Pegelfestigkeit ist beim Edition M Plus noch eine Idee ausgeprägter.

Natürlich hören wir uns auch Material in normaler CD-Qualität an. Beim Trance-Klassiker „Someday“ (DJs@Work) besticht der Edition M Plus durch die hohe Souveränität bei nahezu jedem Pegel, der Bass hat enormen Nachdruck, punktet aber gleichzeitig durch die exzellente Präzision. Elektronische Effekte werden mit realistischer Räumlichkeit wiedergegeben.

Bei „Summer“ von Calvin Harris wird, wie wir es von den HiRes-Stücken her schon kennen, die Stimme sehr gut herausgearbeitet, sie löst sich tadellos vom Rest des akustischen Geschehens und ist in sich sehr fein ausgeprägt. Der enorm schnelle Bass mit absolut passender Dosierung und der frische Hochtonbereich sind zu loben, im Kickbassbereich offeriert der Edition M Plus genau das richtige Maß an Härte.

„Addicted To You“ von Avicii begeistert uns wegen der räumlich exzellenten Aufbereitung der weiblichen Gesangstimme, die überdies sehr charismatisch erklingt. Der gesamte Aufbau des Tracks wird vom Ultrasone-Kopfhörer in nahezu allen Details berücksichtigt. Man merkt kaum, dass es sich lediglich um normale CD-Auflösung handelt, so fein und filigran wird der Hochtonbereich herausgearbeitet. 

Fazit

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Einmal mehr beweist Ultrasone, wie leistungsfähig ein moderner Kopfhörer für den mobilen Einsatz sein kann. Sicherlich, der Edition M Plus ist mit 899 EUR alles andere als ein Schnäppchen, und zudem hat er weder Bluetooth noch eine aktive Geräuschunterdrückung. Nein, er tritt im „klassischen Gewand“ als edelst verarbeiteter, schicker, extrem bequemer Kopfhörer mit dem genialen S-Logic Plus-System auf. Feine Detaillierung, tolles Auflösungsvermögen, harmonischer Klang, nachdrücklicher, aber nie übertriebener Bassbereich: Der Edition M Plus, auf den Ultrasone im Übrigen 5 Jahre Garantie gibt, sorgt bei praktisch jedem Musikstil für ein Hörvergnügen der Extraklasse. Im vergleich zum älteren, kleineren Edition M ist der 200 EUR teurere Edition M Plus die noch bessere Wahl, weil er den typischen Ultrasone-Sound bezüglich wichtiger Parameter weiter perfektioniert. 

Makellose Bilanz: Der Ultrasone Edition M zeigt, wie akustisch leistungsfähig Kopfhörer für den mobilen Einsatz sein können
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Kopfhörer für den mobilen Einsatz/Luxusklasse
Test 07. Dezember 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 07. Dezember 2017




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