TEST: Q Acoustics 5.1 Subwoofer-/Satellitensystem 7000i

Q Acoustics 7000i Gruppenbild4

Kompakt, schick und klangstark – das sind Attribute, mit denen sich Mehrkanal-Lautsprechersets stets gut verkaufen lassen. Das weiß man auch beim englischen Lautsprecherhersteller Q Acoustics, und das 5.1-Subwoofer-/Satellitensystem 7000i ist ein Paradebeispiel, wie man ein derartiges System baut: Mit 1.299 EUR noch nicht einmal extrem kostspielig, dafür hochwertig verarbeitet, 2-Wege-Satelliten, ein kräftiger Subwoofer – und das Ganze mit kompakten Abmessungen garniert, so dass man das 7000i-Package auch bei beengten Platzverhältnissen aufstellen kann. Das Set besteht aus zwei Paar 7000 LRi-Satelliten, einem 7000Ci Centerlautsprecher und dem 7070Si Aktivsubwoofer. Als Alternative zur weißen Außenfarbe unseres Test-Systems ist auch eine schwarze Variante im Angebot, zum gleichen Kaufpreis. 

Q Acoustics 7000i Sub Rueckseite Seitlich1

Der Subwoofer hält sich auch an die Formensprache der Satelliten

Q Acoustics 7000i Speaker Front Seitlich1

Satelliten aus seitlicher Sicht

Q Acoustics 7000i Speaker Front Seitlich2

Zweiwege-System in d’Appolito-Anordnung

Q Acoustics 7000i Speaker Rueckseite Seitlich1

 Rückseite im „cleanen“ Design 

Q Acoustics führt ins Feld, dass die Zweiwege-Satelliten, die sich im abgerundeten Design präsentieren, sogar highfidele Klanggenüsse möglich machen. Die nach dem geschlossenen Bauprinzip arbeitenden Satelliten – auch der Center hat ein geschlossenes Gehäuse – sind aus Aluminium gefertigt, was die optische und die haptische Wertigkeit deutlich steigert und im Vergleich zu einem Kunststoffgehäuse auch einer gediegenen Klangqualität förderlich ist. Die angeschlossenen Verstärker sollten sich in einem recht breiten Leistungsspektrum von 15 bis 100 Watt bewegen. Die Untergrenze allerdings sollte man hier nicht als Maßstab nehmen. Q Acoustics gibt zwar einen vertretbaren Wirkungsgrad von 85 dB (2,83 V/1 m) an, doch in der Praxis sollte es schon mindestens ein AV-Receiver der Preisklasse um 500 bis 600 EUR sein, wenn kein Leistungsmangel auftauchen soll. 

Q Acoustics 7000i Sub Unterseite

Unterseite des Subwoofers 

Q Acoustics 7000i Sub Front Seitlich2

Schickes Design aus allen Perspektiven 

Q Acoustics 7000i Sub Bassreflexrohr

Detailverarbeitung 

Q Acoustics 7000i Speaker Standfuss2

Die Satelliten können nach Wunsch positioniert werden

Q Acoustics 7000i Speaker Standfuss1

Solide Standfußkonstruktion

Q Acoustics 7000i Speaker Standfuss Unterseite

Anschlüsse fürs Lautsprecherkabel unter den Satelliten

Q Acoustics 7000i Speaker Anschluesse

 Anschlüsse im Detail 

Q Acoustics 7000i Speaker Hochtoener

Hochtöner 

Q Acoustics 7000i Centerspeaker Front Seitlich1

 

Querformatiger Center mit Schutzgitter

Q Acoustics 7000i Centerspeaker Front Seitlich2

 Ohne Schutzgitter

Die Satelliten wiegen 1,6 kg pro Stück und weisen eine Impedanz von 6 Ohm auf. Sie sind 240 mm hoch, 100 mm tief und 160 mm breit. Frequenzen zwischen 95 Hz und 20 kHz können wiedergegeben werden. Ideale Trennfrequenz sind 100 bis 120 Hz. Bestückt sind sie mit 2 x 3 (7,6 cm) Zoll Langhub-Mitteltieftönern und einem 1 Zoll (2,5 cm) Ringradiator-Hochtöner. Unter den Satelliten und dem Center sitzen solide Standfüße, die auch optisch gut aussehen.  Für die Satelliten sind optional auch passende 7000i Lautsprecherständier erhältlich. Der Center ist im Übrigen trotz anderer Produktbezeichnung (7000Ci) baugleich mit den Satelliten, er weist nur einen anderen Standfuß auf, weil er im Querformat verwendet wird. Das „Q Acoustics“ Logo ist zudem anders untergebracht. 

Q Acoustics 7000i Sub Anschluesse Bedienelemente Rueckseite

Anschlüsse: Cinch, einmal Mono, auch Stereo-Cinch möglich. Phasenschalter, Automatikschaltung, Netzschalter 

Q Acoustics 7000i Sub Bedienelemente Rueckseite

 Drehregler für Pegel und Übernahmefrequenz

Der aktive Subwoofer 7070Si kommt mit MDF-Gehäuse, 8 Zoll (20,3 cm) Basschassis und 150 Watt Class D-Digitalverstärker. Pegel und Übernahmefrequenz sind hinten mittels großer Drehregler einstellbar. Automatikschalter und Phasenumkehrschalter 0/180 Grad gehören auch zum Ausstattungsumfang. Leider lässt sich die Phase nicht stufenlos einstellen. Von 35 bis 200 Hz reicht der darstellbare Frequenzbereich. Der 707Si wiegt 13,8 kg und ist 320 mm hoch, 460 mm tief und 198 mm breit. 

Was das Set bei der Filmtonwiedergabe kann, hat es uns ab Filmbeginne bei der BD von „A-Team – der Film“ präsentiert. Der Subwoofer tritt vehement an, der Music Score spannt den atmosphärischen Bogen gekonnt und auch kleinere Effekte kommen gut heraus. Hannibal ist in einer finsteren Halle von mexikanischen korruptenn Soldaten gefangen, das Bellen der Hunde, die Stimmen der Gangster und der basskräftige Music Score verdichten sich zu einem intensiven Hörerlebnis, das die 7000LRi Satelliten nachdrücklich wiedergeben. Dadurch, dass fünf identische Lautsprecher verwendet werden, sprechen wir über eine sehr homogene und in sich schlüssige Effektwiedergabe. Als Hannibal die für ihn typische Zigarre anbrennt, kommt auch das Geräusch, als er am Rauchmittel zieht, sehr facettenreich heraus. 

Nun werden die Mitglieder des A-Teams nacheinander vorgestellt. Die ehemaligen Soldanten B.A. Baracus, H.M. Murdock, Templeton „Face“ Peck sowie John „Hannibal“ Smith sind die Team-Members. Die wilden Fahr-Aktionen von B.A. Baracus werden ebenso dynamisch wiedergegeben wie der nach wie vor bassintensive Music-Score. Der harte Faustschlag des Generals Tuco ins Gesicht von Faceman kommt mit authentischer Wucht heraus. Die HipHop-Musik, die während der wilden Fahrt von Baracus ertönt, wird kraftvoll mit hartem sowie präzisem Bass wiedergegeben. Als Hannibal und B.A im typischen schwarzen A-Team-Van losfahren, um nach Faceman zu suchen, geht dieser Sequenz eine Szene voraus, in der Hannibal einen Schuss auf B.A. abgibt. Dieser Schuss kommt unvermittelt, plötzlich – und entwickelt eine Präzision und eine Durchschlagskraft, die atypisch für ein System wie das 7000i ist.

Das zeichnet das Q-Acoustics Sound-Paket ohnehin aus: Der Klang ist komplett, vielschichtig und so lebendig, dass man, gerade im Wohnzimmer, nichts aus akustischer Sicht vermisst. Action-Spektakel sind problemlos möglich, nur werde dann zu weit aufdreht, z.B. in einer Sequenz, in der Faceman befreit wird, erntet eine abnehmende Differenzierbarkeit der Effekte. Schüsse fliegen durch die Luft, Flammen züngeln, und wildes Geschrei ist zu vernehmen, Erst bei heimkinotauglichem Pegel verliert das 7000i den Überblick – doch genau solche Lautstärken wird in der täglichen Praxis kaum jemand mit diesem 5.1 Set fahren. Es werden schließlich auch nicht AV-Receiver zu einem solchen System als „Schaltzentrale“ gekauft, die so extreme Leistungswerte haben, dass sie dadurch das 7000i-Set überfordern. Es sei an dieser Stelle aber davor gewarnt, zu wenig Leistung zuzuführen: Wunder des Wirkungsgrades sind die Satelliten nicht. Sie können mit Klarheit, Präzision, grob- wie auch feindynamisch ausgezeichneter Darstellung punkten, aber nicht mit exzellentem Wirkungsgrad, was auch atypisch wäre.

Zurück zum Film. Der verrückte Pilot Murdock wird nun aus der psychiatrischen Anstalt befreit, damit die Crew mit einem Helikopter eine wahnwitzige Flucht antreten kann.Diese eignet sich wiederum sehr gut, um die Präzision und die Lebendigkeit bei der Effektwiedergabe zu verfolgen, die das Q Acoustics-Set bietet. Die Schüsse aus den MGs, die den Hubschrauber aufhalten sollen, das schnelle Drehen der Rotoren – all dies wird sehr gut zu einem akustischen Gesamtgebilde , das sich kaum hinter einen deutlich teureren, ausgewachsenen Lautsprechersystem verstecken muss. Es sei denn, der Raum ist deutlich über 25 Quadratmeter groß, und/oder die Pegel werden extrem hoch. 

Musikalisch schägt sich das 7000i ebenfalls vielversprechend. Dies macht gleich das erste Beispiel, „I’m Alive“ von Celine Dion deutlich (BD „A New Day“, Dolby TrueHD), als das Q Acoustics-System Celines Stimme akkurat im Raum platziert und auch die Trennung der Stimme von den Instrumenten sehr gut ist. Einzig und allein das Herausarbeiten kleinerer dynamischer Differenzen verdeutlicht dem erfahrenen Hörer, dass hier kein teures Lautsprecherset am Werk ist, denn da fehlt es etwas an ausgeprägten Konturen. Der Bass gefällt auch diesmal wieder aus verschiedenen Gründen: Zum einen integriert er sich stimmig und ohne „Nachhinken“ in die Front-Klangkulisse, zum anderen ist der Bass für sich betrachtet fundiert und kräftig. Der Tiefgang ist für einen so kleinen aktiven Subwoofer beachtlich. 

Das letzte Konzert einer großartigen Karriere: Die norwegischen Pop-Ikonen von a-ha treten 2010 endgültig ab und lassen sich noch zu einer letzten Veranstaltung in Oslo hinreißen. Von exakt dieser existiert eine Blu-ray, auf der sich auch eine DTS-HD Master Audio-Tonspur befindet. Genau in dieser Qualität haben wir uns den Klassiker „The Sun Always Shine On TV“ angehört. Zu Beginn wird der Track langsam aufgebaut, die heftigen Beifallsbekundungen des Publikums sind sehr gut zu vernehmen. Die ausgewogene Front-Surround-Balance ist hier sehr zu loben. Es kommt Effekt um Effekt hinzu, bis der Song letztendlich startet und mittlerweile bekannte Fähigkeiten des britischen Lautsprecher-Ensembles wieder hörbar werden: Klarheit, ein frischer, nicht unpassend „verbogener“ Sound, gleichzeitig aber eine höchst angenehme Tonalität. Man hört gern zu, auch gern über längere Zeit. Die Stimme des Sängers, die Sticks des Schlagzeugs – all dies wird charismatisch eingearbeitet. Als sich dann alles steigert, bis es sozusagen „richtig abgeht“, sammeln die Q-Akustiker viele Details ein, um den dann folgenden Dynamiksprung gekonnt auszukleiden. 

Bei „Romanza“ von Andrea Bocelli (BD „Live in Tuscany“, PCM 5.1) beweist das 7000i, dass die vorangehenden Resultate alles andere als ein Zufall waren. Denn auch dieses sensible, emotionale Stück ist nicht in der Lage, den englischen Kompaktlautsprechern die Grenzen aufzuzeigen, im Gegenteil: Harmonisch, mit Tiefgang und sehr gut ausbalancierter Raumwirkung agieren die Satelliten. Ein Satellit dient in Querlage als Center – keine Fehlbesetzung, denn es ist beinahe keine klangliche „Lücke“ zwischen Center und den beiden vertikal aufgebauten Satelliten für die Front L/R Beschallung herauszuhören. Der aktive Subwoofer integriert sich auch diesmal sauber, so dass man eine bewegte, durchaus kraftvoll-fundiert wirkende Gesamtakustik genießen darf. Defizite scheinen für den ambitionierten Hörer bei der Feindynamik durch, in der günstigen Preisklasse, in der sich das 7000i-System aber befindet, kann man diese bei so anspruchsvollem Quellmaterial aber auf jeden Fall nachsehen. 

Konkurrenzvergleich: 
  • Q Acoustics Q 2000i 5.1-Ensemble: Ab 975 EUR bis 1.195 EUR (je nach Farb- und Gehäuse-Oberflächenausführung) gibt es Konkurrenz aus dem eigenen Hause. Die Zweiwege-Kompakt-Satelliten des 2000i Sets sind auch sehr klangstark, ebenso der Subwoofer, der im Paket enthalten ist. Die 7000i Satelliten sehen durch die runde Bauform extravaganter aus, in beiden Fällen ist das Finish fürs investierte Geld sehr gut. Akustisch schlagen beide Systeme nahezu in die selbe Kerbe: Homogen, mit sehr guter Front-Surround-Balance, und tadelloser Lebendigkeit. Der Sub des 7000i Systems agierte noch eine Idee präziser. Insgesamt also stehen hier die optischen Prioritäten im Vordergrund, beide Systeme klingen ausgesprochen überzeugend. 
  • Heco Music Colors Cinema 5.1:  Hervorragend verarbeitet und ebenfalls kompakt, möchte das Heco-Set mit ähnlichen Argumenten auf Kundenfang gehen. Klanglich liefert es durch die Bank solide Leistungen ab. Der aktive Subwoofer des 7000i 5.1-Pakets entwickelt etwas mehr „Feuer“ und Tiefgang. Räumlich agieren beide Systeme sehr gut, auch die Pegelfestigkeit überzeugt in beiden Fällen.
  • Mit 999 EUR ist das Teufel Cubycon-Set mit hochwertigen Alu-Boxen preislich sehr fair kalkuliert. Der äußerst kraftvolle Subwoofer mit der „Kraft der drei Membranen“ schiebt nachdrücklich voran. Dynamik pur – das ist auch das Motto der Satelliten. So harmonisch und in sich geschlossen wie die Q-Akustiker gehen die Teufel-Satelliten nicht ans Werk. Sie liefern tolle Leistungen ab, sind aber fordernder. 
 Fazit
 Q Acoustics 7000i Gruppenbild3

Das britische Mehrkanal-Set sieht gut aus, ist sauber verarbeitet, bezüglich der Materialqualität ausgezeichnet und beeindruckt durch dynamische, kultivierte und kraftvolle akustische Darbietung. Für alle diejenigen, die etwas mehr von einem Subwoofer-/Satellitensystem erwarten als Durchschnitts-Finish und Me Too-Sound, sind hier bestens bedient. Aufgrund des nur durchschnittlichen Wirkungsgrades sollte der angeschlossene AV-Receiver aber schon ein gewisses Maß an Leistung bereitstellen.

Optisch elegantes, dynamisch sowie kultiviert aufspielendes, kompaktes 5.1-System
ueberragend
5.1 Sub-/Sat-Sets bis 1.500 EUR
Test 02. Oktober 2014

+ Kultivierter Klang
+ Lebendige, dynamische Gesamtwiedergabe
+ Kraftvoll und präzise aufspielender aktiver Subwoofer
+ Tadellose Materialqualität und ausgezeichnete Verarbeitung
+ Fairer Kaufpreis

– Durchschnittlicher Wirkungsgrad

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 02. Oktober 2014

 




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