TEST: Quadral Aluma 2200 – Kompaktes Alu-Set für hohen akustischen Anspruch

Quadral Aluma 2200 Gruppenbild1

Ein akustisch leistungsfähiges Gesamtpaket für Anwender mit begrenztem Platz? Genau in diese Nische möchte Quadral mit dem neuen Aluma 2200 stoßen und präsentiert ein Subwoofer-Satellitensystem in kompaktem Format, aber ausgestattet mit hochwertigen Bauteilen und Materialien. Sofort fällt das Aluminium-Gehäuse ins Auge, dass im Gegensatz zu Kunststoffexemplaren eine deutlich bessere Schalldämmung und Resonanzeigenschaften bietet. Vier geschlossene Satelliten mit identischen Abmessungen bilden Front- und Rear-Lautsprecher, vorne mittig kommt ein quer liegender Center zum Einsatz. Der Subwoofer ist aktiv und bringt 70 Watt RMS mit. Das Set, wahlweise in schwarz-eloxierter oder weiß-lackierter Ausführung, ist zur UVP von 599 EUR zu haben.

Quadral Aluma 2200 Centerspeaker Front Seitlich2

Zentrales Element, der Center-Lautsprecher

Quadral Aluma 2200 Speaker Front Seitlich1

Einer der vier Satelliten-Lautsprecher

Quadral Aluma 2200 Speaker Detail Oberseite

Oberseite mit Quadral-Schriftzug und Spax-Verschraubung

Quadral Aluma 2200 Centerspeaker Rueckseite Seitlich

Rückseite des Centers

Quadral Aluma 2200 Speaker Rueckseite Seitlich1

Rückseite eines Front-Rear-Lautsprechers

Quadral Aluma 2200 Speaker Anschluesse Rueckseite

Lautsprecher-Schraubanschlüsse

Quadral Aluma 2200 Speaker Wandhalter

Wandhalter und technische Daten

Die Satelliten und der Center-Lautsprecher bieten exzellente Haptik. Die Aluminiumoberfläche wirkt massiv und wie aus einem Guss, auch die Rückseite wird komplett vom Aluminiumgehäuse eingenommen. Das schwarze Metallgitter ist absolut akkurat und sauber integriert. Durch das Metallgitter hindurch kann man problemlos erkennen, dass auch die Schallwand zum Gesamtgehäuse der Satelliten gehört und damit natürlich auch aus Aluminium gefertigt ist. Kein Vergleich zu günstigeren Kunststoff-Systemen – der Unterschied ist wortwörtlich spürbar. Die Ober- und Unterseite der Satelliten bzw. die rechte und linke Seite (am Center) besteht aus Kunststoff, fühlt sich aber ebenfalls gut an, vier Spax-Schrauben sind sichtbar. Unten an den Satelliten sind kleine, nach außen gewölbte Gumminoppen integriert, die ein Wegrutschen effektiv verhindern.

Bei den Lautsprecher-Terminals handelt es sich nicht um günstige Klemmanschlüsse sondern solide Metall-Schraubterminals, die auch für etwas größere Kabelquerschnitte noch gut geeignet sind. Wer die Komponenten an die Wand hängen möchte, findet vorinstallierte Kunststoffhalter an der Rückseite der Lautsprecher.

Quadral Aluma 2200 Qube 7 Front Seitlich1

Aktiver Subwoofer des Aluma 2200

Quadral Aluma 2200 Qube 7 Front Seitlich2

22cm Frontfire-Woofer

Quadral Aluma 2200 Qube 7 Verarbeitung

LS-Gitter Stiftaufnahme

Quadral Aluma 2200 Qube 7 Rueckseite Seitlich1

Rückseite

Quadral Aluma 2200 Qube 7 Anschluesse Bedienelemente

Drehregler, Schalter & Anschlüsse

Quadral Aluma 2200 Qube 7 Innenleben Gesamt

Sauberer Aufbau der Elektronik

Der Subwoofer des Aluma 2200 ist nicht aus Aluminium sondern aus MDF gefertigt und mattschwarz foliert. Die Folierung ist trotz gerader Kanten an Vorder- und Rückseite sauber aufgetragen und macht einen sehr guten Eindruck. Der 22cm Tieftöner ist exakt in das Gehäuse integriert, ebenso die Rückseite, auf der sich Drehregler und Schalter für Lautstärke, Übergangsfrequenz und Phase befinden. Auch bei der Einpassung der Bassreflexöffnungen erkennt man den hohen Anspruch der Lautsprecherschmiede aus Hannover. Das Gitter vorne wirkt ebenfalls sehr stabil und schmiegt sich nahtlos an die Schallwand. Die Füße, die für ausreichend Bodenentkopplung sorgen sind großzügig dimensioniert und aus Kunststoff gefertigt. Die Größenrelation von den Satelliten und dem Subwoofer ist gut gelungen. Mit Abmessungen von 32,6 x 29,6 x 31,5 cm (HxBxT) bietet er solides Volumen und ist gleichzeitig noch gut unterzubringen. Der Subwoofer soll bis auf 33 Hz hinunter spielen.

Klang

 Wir beginnen unsere Klangtestreihen mit der 2L – The Nordic Sound Blu-ray und dem Violinkonzert no. 4 in D-Dur (KV 218). Die Protagonisten sind in diesem Fall die Instrumente und Musiker der Trondheim Solistene und Marianne Thorsen. Gleich zu Beginn fällt uns die angenehme Gesamtharmonie des Quadral-Ensembles auf. Sehr räumlich und mit geschlossenem Auftritt präsentiert uns das Aluma 2200 eine dreidimensionale Bühne mit sehr guter Staffelung der Instrumente. Die Front-Komponenten lassen keinerlei Lücke im Bühnenbild zu und arbeiten ganz fabelhaft miteinander. Auch der Subwoofer integriert sich ausgezeichnet: Zurückhaltend, bei sehr dezent gesetzten Akzenten, aber kraftvoll, wenn er gefordert ist. Nicht ganz so präzise wie ein Qube 8, aber trotzdem impulstreu und zur Stelle, wenn gefordert. Bezüglich der Tonalität lässt sich hier durchaus ein familiärer Quadral-Klang feststellen. So sind die Streicher eher warm und angenehm, anstatt aufmerksamkeitsuchend und anstrengend. Aluminium-Gehäusen wird ja häufig ein spitzer Eigenklang nachgesagt, trotz der exzellenten Dammüngseigenschaften. Hier wurde aber gekonnt gegengearbeitet und ein sehr angenehmer, gefällig warmer Sound entsteht – auch bei höherem Pegel. Auch hier ist das Aluma 2200 übrigens stark, denn Kompression und Verzerrung gibt es erst, wenn die angenehme Lautstärke bei weitem überschritten ist. Das Quadral-System kann durchaus mit sehr guten AV-Receivern ab der Mittelklasse, die auch schon über ordentlich Kraft verfügen, kombiniert werden.

Auch bei der folgenden Klaviersonate von Mozart sind wir begeistert. Das sehr schwer zu reproduzierende Instrument wird von den kompakten Quadral-Lautsprechern mit charakteristischer Wärme und Anschlagdynamik vorgetragen. Natürlich holen hier ausgewachsene Systeme mehr Detail und feinere Charakteristika heraus, für ein Paket für keine 600 EUR wird hier aber ein exzellentes Resultat erzielt. Die Instrumentaldifferenzierung ist ebenfalls zu loben.

Wir wechseln das Genre und widmen uns der Farewell Tour der Eagles mit einer Live-Aufnahme aus Melbourne. Bei „Heartache Tonight“ hinterlässt das Gitarrenintro bereits einen exzellenten Eindruck, mit Beginn der Stimmwiedergabe, die ausgezeichnet ausfällt, hat uns das Aluma 2200 überzeugt. Was die Quadral-Komponenten in dieser Kompaktheit und Preisklasse erreichen, sucht seinesgleichen. Besonders die geschlossene Bühne, die mit den hervorragend harmonierenden Satelliten erreicht wird, garantiert ein Erlebnis, das den Zuschauer direkt ins Konzertgeschehen versetzt. Aber auch die Räumlichkeit und die Loslösung des Geschehens von den Quadral-Lautsprechern ist überragend. Als zu den Gitarren noch die Saxophone kommen, glänzt das Aluma 2200 wieder mit hervorragender Instrumentaldifferenzierung und Bühnenstaffelung. Der Subwoofer ergänzt mit kraftvoller Darstellung der tiefen Schlagzeug-Frequenzen für ein ausgezeichnetes Fundament und agiert sehr flink. Hier ist die Abstimmung etwas runder, als wir sie von Quadral gewohnt sind, aber immer noch präzise. Unser Paradebeispiel „Hotel California“ heimst kaum weniger Lorbeeren ein. Natürlich haben wir dieses Stück schon auf Komponenten gehört, die um ein zehnfaches teurer sind als das kleine Quadral-Set. Verstecken braucht sich das Aluma aber nicht. Ganz im Gegenteil, wenn es auf die Konkurrenz in seiner Preisklasse trifft, ist eine von Stolz geschwellte Brust die richtige Haltung. Denn sowohl das Trompetenintro als auch die Gitarrensolos gelingen mitreißend und lebendig und es macht einfach Spaß, den kleinen Komponenten bei der Arbeit zu lauschen. Bei sehr komplexem Klanggeschehen wird nicht mehr hundertprozentig differenziert, aber immer noch ein exzellentes und harmonisches Gesamtergebnis präsentiert.

Von der exzellent harmonischen Darbietung und der dichten Atmosphäre profitiert natürlich auch die Filmtonwiedergabe. Batmans The Dark Knight startet mit kraftvollen Paukenschlägen und auch als einer der Clowns mit dem Enterhaken-ähnlichen Geschoß das Fenster des Wolkenkratzers aufschießt beweist der Subwoofer Stärke. Hier wird nicht nur Kraft sondern auch Struktur geboten. Dass das System die Dynamik-Benefits der hochauflösenden Tonformate sehr gut nutzen kann, ist ohne große Probleme beim Umschalten zwischen der Dolby Digital- und Dolby TrueHD-Tonspur zu erkennen. Die Clowns, die sich im Wagen unterhalten, verfügen über eine ausgezeichnete Stimmwiedergabe und sind trotz der Masken gut verständlich. Das dem ganzen Soundtrack der ersten Szene zugrunde liegende pulsierende Grollen wird vom Quadral-Subwoofer ohne Probleme bewältigt und kraftvoll ausgeformt. Wenn wir etwas kritisieren möchten, so ist es vielleicht die etwas zu schwach ausgeprägte Brillianz in den oberen Frequenzbereichen. Die akustische Darbietung ist wieder sehr räumlich und umschließt den Zuschauer mit dichter Atmosphäre. Ohne die Komponenten sehen zu können, so sind wir uns sicher, würde man deutlich größere Lautsprecher vermuten.

Auch in der ersten und zweiten Szene des relativ aktuellen Marvel-Spektakels „The Avengers“ begeistert das Aluma 2200 mit einer mitreißenden und räumlichen Darbietung der Action-Sequenzen. Trotz der Komplexität des akustischen Geschehens bleiben Stimmen stets verständlich und einzelne Klangelemente gut differenzierbar. Der Subwoofer zeigt Kraft und Volumen, hier kann man ihn aber mit hohem Pegel durchaus überstrapazieren. Besonders die Auswirkungen des kollabierenden Tesseracts sind eine Herausforderung für den relativ kompakten Subwoofer mit 22cm Bass-Chassis. Wirklich übel nehmen wir das aber nicht, denn er meistert die Sequenz bei immer noch hohem Pegel mit Souveränität. Das Aluma 2200 Set beweist, wieviel man aus kompakten Komponenten herausholen kann. Eine derart dichte Atmosphäre und geschlossene Präsenz ist in dieser Preisklasse und der kompakten Form außerordentlich selten.

Fazit

Quadral Aluma 2200 Gruppenbild2

Fällt das Wort „kompakt“ und „5.1 Surround-System“ zusammen innerhalb eines Satzes, rümpfen audiophile Klangenthusiasten die Nase. Beim Aluma 2200 von Quadral täte man jedoch gütlich daran, sämtliche Vorurteile abzulegen. Das Komplett-System besticht nicht nur durch eine sehr solide Material- und Verarbeitungsqualität sondern begeistert auch anspruchsvolle Hörer mit ausgezeichneter Räumlichkeit, atmosphärischer Dichte und Gesamtharmonie. Ob Filmton oder Musik, das Quadral-Set überzeugt. Selbst die Pegelfestigkeit ist exzellent, eine Überforderung der Komponenten lediglich bei ausladenden Räumlichkeiten und extremen Pegeln möglich. Selbstverständlich ist stets Potential nach oben, zum sehr fairen Preis von 599 EUR liefert das Set in kompaktem Format überdurchschnittliche Performance.

Kompaktes 5.1 Surround-Set mit exzellenter Verarbeitungs- und Materialqualität und überdurchschnittlich guten akustischen Eigenschaften
preisklassenreferenz
5.1 Lautsprechersysteme
10.12.2014

+ Exzellente akustische Performance
+ Ausgezeichnete Räumlichkeit
+ Für die Größe sehr gute atmosphärische Dichte
+ Aluminium-Komponenten wie „aus einem Guß“
+ Sehr solide Verarbeitung
+ Kraftvoller, kompakter Subwoofer

– Detailverarbeitung Subwoofer nicht auf Höhe der übrigen Komponenten

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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