TEST: Teufel Massive – Komfortabler Kopfhörer zum fairen Preis

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Mit dem Massive bringt Teufel ein weiteres Paar Kopfhörer auf den Markt, welche trotz ihres erschwinglichen Kaufpreises von rund 100 EUR ein „massives“ Klangerlebnis bieten und in allen Situationen, mobil oder zuhause, beim Gaming- oder Filmgenuss, einsetzbar sein sollen. Teufel will mit dem Massive auf das Fan-Feedback vom älteren Aureol Massive reagieren und eine rundum hochwertigere und komfortablere Erfahrung für den Benutzer kreieren. Ob diese Versprechen trotz des niedrigen Kaufpreises eingehalten werden, untersuchen wir jetzt im folgenden Test.

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Äußere Verarbeitung der Ohrmuscheln

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Klinkenanschluss links

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Hochwertige Alu-Gelenke zum Einklappen

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Der Metall-Bügel des Massive

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Oben mit einer besonderen Art Kunststoffleder – Protein-Leder gepolstert

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Die Ohrmuscheln innen

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Der Massive in eingeklappter Form

Ein Statement setzt gleich nach dem Auspacken die Optik. Der Massive macht einen hochwertigen Eindruck bzgl. des Materials und des Aussehens. Zwar sind die Außenseiten der Ohrmuscheln nur mit mattgrauem Kunststoff versehen, allerdings wirkt die silbern glänzende „Teufel  Massive“-Aufschrift sehr elegant und sticht ins Auge. Außen an den Ohrmuscheln befestigt ist ein Gelenk, mit dem sich die Ohrmuscheln sehr platzsparend einklappen lassen, damit der Ohrhörer problemlos in die mitgelieferte Tasche passt und außerdem auch als DJ-Kopfhörer auf einem Ohr benutzt werden kann, vor allem durch seine geschlossene Architektur. Hier bemerkt man auch die hochwertige Verarbeitung des Massive, das Gelenk und der daran befestigte Bügel sind komplett aus Metall und mit mehreren (sichtbaren) Schrauben miteinander befestigt. Dadurch entsteht eine sehr gute Stabilität und das Ganze sieht nebenbei noch cool aus. Am Bügel lässt sich wie immer die Höhe  verstellen und trotz der Stabilität geht dies auch dann problemlos von der Hand, wenn er gerade auf den Ohren sitzt. Ohnehin müssen wir festhalten, dass der Massive mit seinen 310g Gewicht sehr bequem ist, der Bügel ist mit Protein-Leder überzogen und drückt auch nach längerer Benutzung nicht am Kopf. Noch besser aber gefällt uns der zum einen optisch ansprechende und gleichzeitig komfortable Protein-Lederüberzug bei den Ohrmuscheln. Diese umschließen die Ohren komplett und die weiche Schaumstoffschicht innen ist dick genug, damit die 50 mm Treiber nicht an die Ohren anstoßen. Der Teufel Massive hat außerdem eine Impedanz von 32 Ohm, eine Maximalleistung von 1000W und einen Frequenzbereich von 10 bis 22000 Hz.

Wie bereits erwähnt ist der Massive ein geschlossener Kopfhörer, soll also den Zuhörer von Außengeräuschen abschotten. Dies funktionert eher mäßig. Klar, alle Klänge sind deutlich gedämpft, aber ein richtiges „Abschotten“ gelingt dem Massive (zumindest, wenn man nicht selbst die Lautstärke etwas höher dreht) weniger, das kennen wir besser. Wirklich störend wird es unserer Meinung nach allerdings auch erst, wenn die Außenquelle selbst eine höhere Lautstärke hat. Dabei kommt es aber darauf an, wieviel Wert man auf die tatsächliche Abschottung legt, oder ob einem die Dämpfung schon ausreicht.

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Mitgelieferte Tasche zum Transport

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Zwei Kabel mit 3,5mm Anschluss und ein 6,35mm Adapter im Lieferumfang

Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Kopfhörer zwei Klinkenkabel sowie ein 3,5mm auf 6,35mm Adapter. Diese Kabel sind nicht wie noch beim Aureol Massive Spiralkabel, da die gewöhnlichen geraden Kabel (hier übrigens stoffbezogen) einfacher zu handhaben sind und Teufel hier schlichtweg den Nutzerkomfort erhöhen wollte. Außerdem sehen wir noch eine großzügig bemessene Tasche, die mit zwei Schnüren verschließbar ist und mit der sich der Massive sehr komfortabel transportieren lässt.

Klang

Ohne weitere Vorüberlegungen machen wir uns also gleich ans Eingemachte: den Klangtest. Erst einmal wollen wir dem Massive etwas Elektronisches zuspielen, also greifen wir zu „Arguru“ von Deadmau5. Und wie wir es von Teufel gewohnt sind, ist beim Massive der Name Programm. Der Kopfhörer trumpft von Anfang an mit kräftigem Bass auf. Der Kickbass zu Beginn wird kraftvoll mit Nachdruck dargestellt und weist einen Tiefgang, der für diese Preisklasse wirklich erstaunlich ist. Teufel weiß eben, wie man einen starken Bass inszeniert. Auch in der Mitte des Liedes, wenn die rhythmischen Klatschgeräusche dazukommen, bleibt der Bass kraftvoll erhalten und der Synthesizer kann sich ins Geschehen gut einfügen. Auch beim Solis & Sean Truby Remix zu Protocultures „Timeless“ stellen wir eine voluminöse Wiedergabe aufgrund des Tiefgangs fest, die den Benutzer atmosphärisch einhüllt. Nach knapp zwei Minuten kommt dann der Gesang dazu und hier zahlt dann der Massive ein wenig den Preis seiner Basskraft: Insgesamt wird das Klangbild ein wenig zu dumpf, sodass der Gesang nicht ganz so harmonisch zur Geltung kommt und weniger lebendig klingt. Man kann aber in dieser Preisklasse nun mal keine hohe Präzision in allen Bereichen erwarten. Der Synthesizer im Hauptteil des Liedes klingt ebenfalls ein wenig dumpf. Das trübt zwar die Laune während des Hörens nicht, da die Sounds nicht wirklich verschwinden oder z.B. vom Kickbass übertönt werden, allerdings fehlt unserer Meinung nach ein wenig die Harmonie bei zarteren Tönen, zumindest in dieser Musikrichtung. Wer allerdings einen kräftigen Klang mag, der wird hier definitiv fündig.

Machen wir weiter mit Joe Bonamassas Interpretation von „Jockey Full Of Bourbon“ und uns gefällt schon die E-Gitarre am Anfang, die prägnant gezeichnet wird. Joes Stimme stellt sich ebenfalls gut dar, vor allem nicht zu bestimmend für den Rest des Ensembles, sondern wird gekonnt eingefügt. Drumherum entsteht eine gute Band-Performance, die sogar einiges an Räumlichkeit vermuten lässt, vor allem dann beim Solo mit Gitarre, Klavier, Bass und Schlagzeug. Die Bass-Gitarre ist hier wieder kräftig anwesend, an ein paar Stellen vielleicht ein wenig zu kräftig, weil es insgesamt schon leicht dröhnend klingt. Gut gefällt uns an der Stelle aber das Handling von hohen Lautstärken. Als gegen Ende das Klavier spielt, fallen uns keinerlei spitze oder unangenehme Klänge auf, und auch die anderen Instrumente wie die E-Gitarre zeigen keine Schwäche bei ihrer Performance, sondern erklingen genauso effektiv wie vorher. Beim Klassiker „Unchain My Heart“ von Joe Cocker gefällt uns wieder sehr gut die Gesangsdarstellung und wie gut sich diese ins Klanggeschehen einfügt. Bei „Unchain My Heart“ kommt dies durch die Background-Sängerinnen besonders gut zur Geltung. Und siehe da: Hier ist auch der Bass nicht mehr zu kräftig und der Massive zeigt, dass er durchaus eine gute Harmonie im Instrumentalbereich erzeugen kann, wobei der „dumpfe“ Klang ein wenig verschwindet und anscheinend bei basslastigen Nummern deutlich stärker auftritt. Klar, man kann keine genaue Darstellung aller Frequenzen erwarten und wir kennen auch Klangbilder, die klarer präsentiert werden, trotzdem kontrolliert der Massive hier gut die verschiedenen Instrumente.

Hören wir uns noch kurz etwas Orchestrales an mit „Flight To The Ford“ aus dem Herr der Ringe-Soundtrack. Die Streicher werden gleich zu Beginn hier angenehm zur Geltung gebracht, wenn ihnen auch etwas an Lebendigkeit fehlt durch die leicht tiefere Veranlagung des Massive. Trotzdem aber gefallen uns auch später die Fanfaren, die in Kombination mit den Pauken eine tolle Atmosphäre erzeugen, wobei dann von den Streichern auch nur wenig im Hintergrund verschwindet, zumal der Kopfhörer die Pauken kraftvoll, aber verhältnismäßig kontrolliert wiedergibt. Bei „Now We Are Free“ aus dem Gladiator-Soundtrack fällt uns wieder gute Darstellung des Gesangs auf. Der Massive weiß, wie man Stimmen in das Klanggeschehen einbettet und zugleich kommen die Instrumente sehr gut und vor allem auch atmosphärisch zur Geltung. Es bestätigt sich außerdem wieder der Verdacht, dass die Basskraft hauptsächlich dann ein Nachteil für die anderen Klangelemente ist, wenn wirklich viele Tiefen abverlangt werden. Dabei ist der Bass dann schlicht zu stark, hier aber spielt der Kopfhörer angemessen auf und so leiden dann die Streicher nicht darunter, sondern erklingen angenehm im Raum, wenn auch die Dynamik im Höhenbereich nicht ganz so stark ist, wie bei anderen Kopfhörern. Man kann aber, wie bereits erwähnt, in dieser Preisklasse keine lebendig-detaillierte Wiedergabe auf allen Klangebenen erwarten.

Was leistet die Konkurrenz? Nun, ebenfalls aus dem Hause Teufel gibt es den Bluetooth-Kopfhörer Airy. Dieser liefert mit seiner Bluetooth-Funktionalität noch einige weitere Features wie Bedienelemente direkt am Kopfhörer und kann außerdem auch kabelllos verwendet werden. Der Bass ist beim Airy zwar stark, wird aber vom Massive an der Stelle übertrumpft, dafür liefert der Airy ein insgesamt etwas angenehmeres Klangbild. Der Massive bietet allerdings trotz seines günstigeren Kaufpreises (der Massive kostet ca. 100 EUR, der Airy 149 EUR) eine hochwertigere Verarbeitung.

Eine weitere Option zum Preis von 99 EUR ist der Magnat LZR 580. Dieser hat bei unserem Test ebenfalls durch kräftigen Bass überzeugt und außerdem ein mitreißendes Klangbild geliefert, das aber, in dieser Preisklasse nicht überraschend, kein enormes Detail auf allen Klangebenen aufweisen konnte. Der Massive kann hier mit seiner guten Vokaldarstellung punkten und hat außerdem eine hochwertigere Verarbeitung als der LZR 580, gleichzeitig hat der Magnat aber ebenfalls einen hohen Tragekomfort und ist optisch ein wenig aufregender.

Die Oberhand gewinnt gegen den Massive wohl der AKG Y50. Schließlich bekam er unser Prädikat „Preisklassen-Referenz“, weil er auf allen Frequenzen ein klasse Detail aufweisen konnte und außerdem kraftvoll ist. Der Massive ist noch ein Stück besser verarbeitet und hat außerdem ein wenig mehr Bass, der Y50 kann dies aber zu seinem Vorteil für ein rundum dynamischeres und angenehmeres Klangbild nutzen.

Teufel Massive 3

Teufel liefert mit dem neuen Massive einen gelungenen Nachfolger des Aureol Massive. Eine hochwertigere Verarbeitung am Kopfhörer selbst und an den Kabeln, eine gute Stimmzeichnung bei der Musikwiedergabe und außerdem eine wahnsinnige Basskraft, die zugegebenermaßen manchmal  sogar etwas zu brachial ist, wenn gleichzeitig im Höhen- und Mittenbereich performt werden soll. Gerade bei z.B. elektronischer Musik tut das der Stimmung aber absolut keinen Abbruch. Glänzen kann der Massive wiederum beim Tragekomfort, die Polster innen und am Bügel sorgen für einen sehr bequemen Sitz. Außerdem lässt sich der Massive mit der mitgelieferten Tasche sehr einfach transportieren, zumal er durch seine „Einklapptechnik“ äußerst kompakt und platzsparend ist.

Teufel Massive – Enorme Basskraft trifft auf hochwertige Verarbeitung
ueberragend
Over-Ear-Kopfhörer Mittelklasse
20.02.2015

+ Klasse Tiefgang
+ Pegelfestigkeit
+ Gute Vokal- und Instrumentaltrennung
+ Erschwinglicher Kaufpreis
+ Für die Preisklasse herausragende Materialverarbeitung
+ Tragekomfort
+ Einklappbar und einfach zu transportieren
+ Kabel mit sicherem Bajonett-Verschluß am Kopfhörer befestigt
+ Zwei Kabel und Tasche im Lieferumfang

– Abschottung von Außengeräuschen nicht optimal
– Könnte bei komplexem Klanggeschehen etwas brillianter sein

 

Test: Michael Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 20.02.2015




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