TEST: Teufel Boomster XL portables Stereo-BT-Radio – „Höllenmaschine“ für Höchstpegel und enorme Dynamik ?

Teufel Boomster XL Front Seitlich2

Sind Sie ein „Early Bird“? Dann zum Teufel mit Ihnen! Aber keine Panik, wir meinen die Berliner Sound-Teufel, denn dort gibt es aktuell 50 EUR Vorbesteller-Rabatt für den neuen Boomster XL, der normalerweise 599,99 EUR kostet. Boomster – da schaltet und waltet es im Gehirn, richtig, den gibt es doch schon – für rund die Hälfte. Aber der ist viel zu lieb und den Teufel-Klangtechnikern nicht diabolisch genug. Also aufrüsten wie im Kalten Krieg, schärfere Waffen treffen auf mehr Volumen – wir stellen Teufels Beitrag zur 24 Stunden-Ruhestörung nun vor.  „La Bomba“ wiegt satte 9,95 kg und ist 20 cm tief, 51 cm breit und 26 cm hoch. Ein Tragegurt wird mitgeliefert, zusammen mit regelmäßigem Training in der „Muckibude“ sind nun ideale Voraussetzungen gegeben, die mobile Pegelmaschine auch wirklich portabel zu machen.

Teufel Boomster XL LED Front

Die LEDs vorn zeigen den Pegel an

Teufel Boomster XL Bedienelemente Oberseite2

Bedienelemente, beleuchtet

Der Lithium-Ionen-Akku braucht 3 Stunden, bis er voll aufgeladen ist, und er hat einiges zu tun: Er versorgt die beiden Satellitenkanäle des Class D Verstärkers mit jeweils 25 Watt Maximalleistung, und den Subwooferkanal mit 30 Watt maximaler Leistung. Der Boomster XL verfügt über ein echtes 3-Wege-Layout mit Hochtöner, Mitteltöner und 160 mm Basstreiber, der nach unten wütet. Die untere Grenzfrequenz von 44 Hz soll beweisen, dass der Boomster XL durchaus auch als transportabler Experte zum Thema Tiefgang angesehen werden kann. Moderne Zeiten bei der Bluetooth-Verbindung, 4.0 plus aptX sowie NFC sind hier Standard, ebenso 10 Meter Verbindungsreichweite.

Teufel Boomster XL Detail Seite2

Hochwertige Details prägen die Optik des Boomster XL

Teufel Boomster XL Tragegriff Seitlich

Massive Verarbeitung

Teufel Boomster XL Seitenansicht2

Gerundete Ecken

Teufel Boomster XL Rueckseite Seitlich2

Rückansicht

Weniger modern geht es beim integrierten Radiotuner mit automatischem Suchlauf und drei Stationstasten zu. Anstatt zusätzlich ein DAB+ Modul oder gar Netzwerk plus Internet Radio einzubauen, gibt es ganz klassisch lediglich einen analogen FM-Tuner. Die für den Betrieb nötige Wurfantenne hat ihr eigenes Fach auf der Rückseite, sehr praktisch. Es gibt auch eine USB-Buchse zum Aufladen externer Geräte. Eine 3,5 mm Klinkenbuchse sorgt für die Kontaktaufnahme älterer Quellgeräte. Sogar eine Freisprechfunktion ist dank integriertem Mikrofon Bestandteil der Ausstattung. Regler für Bass und Klang sind vorhanden. Was fehlt, ist eine Fernbedienung, Teufels trendige Puck-Remote kann für rund 40 EUR aber optional hinzu gekauft werden. Wer jetzt schnell ist und den Boomster XL bestellt, kann die gesparten 50 EUR Frühbesteller-Rabatt gleich in die Remote stecken. 

Teufel Boomster XL Tragegurt

Tragegurt

Teufel Boomster XL Antenne

Wurfantenne im eigenen Fach

Teufel Boomster XL Abdeckung Anschluesse

Anschlüsse hinter Gummiabdeckungen

Teufel Boomster XL Anschluesse Rueckseite

Anschlussselektion

Das Gehäuse ist massiv verarbeitet und spritzwassergeschützt. Es finden sich über den Anschlussbuchsen Gummiabdeckungen, ferner gibt es große Gummi-Standfüße und groß dimensionierte Tragegriffe. 

Klang

Hier bewegt sich was – und wie! Dass Teufel derzeit eine führende Rolle beim Schaffen hochpegeliger Tiefdruckgebiete übernimmt, hat uns schon der 999 EUR kostende Party-Kracher Teufel Rockster in ausgezeichneter Manier bewiesen. Hier folgt nun der mit 599 EUR deutlich günstigere nächste Streich: Dank des verbauten Dreiwege-Lautsprechersystems ist nicht nur enorme Pegelfreude, sondern auch hohe akustische Klarheit garantiert. Zwei 25 mm Hochtöner mit Gewebekalotte sorgen in allen Testreihen für räumlich sehr gute, saubere Höhen, zwei 70 mm Mitteltöner mit Membran aus beschichteter Zellulose bringen den Präsenztonbereich akkurat zur Geltung, und für mächtig Druck „unten herum“ sorgt der große 160 mm Tieftöner mit Polypropylen-Membran. Das Bassreflexgehäuse sichert hohe Effizienz. Erfreulicherweise konnten wir auch bei hohem Pegel praktisch keine Strömungsgeräusche feststellen. Das extrem solide Gehäuse mit Aluminium- und Kunststoff-Elementen verhält sich insgesamt auch bei hoher Lautstärke vorbildlich ruhig. Der eingebaute Class D Digitalverstärker stemmt pro Satellitenkanal 25 Watt maximal und 22 Watt Sinus. Für den Subwooferkanal kommt der Boomster XL auf 30 respektive 26 Watt. Gute Werte, aber besonderen Respekt verdient sich das ausladende Gerät damit nicht. Noch nicht – denn als die Klangtestreihen mit Hardtrance-Titeln – „The Gathering“ (Gary D. & DJ Mellow-D pres. 2D) sowie „Adventure“ (NoMosk & Ansia Orchestra) starten, da legt der Boomster XL gnadenlos ab und erklimmt Pegel, von denen hochwertige Micro-HiFi-Systeme nur träumen können. Auch andere Bluetooth-Lautsprecher der Konkurrenz sind hier weitestgehend machtlos, die Lautstärken, die der große Hauptstädter packt, liefert kaum jemand sonst, schon gar nicht zu dem Preis. Aber auch die Klarheit der Wiedergabe ist bestechend, die Basskraft extrem gut. Der Bass an sich ist kraftvoll und trocken, kein störendes Wabern oder Nachschwingen ist hier festzustellen. Schnell und zuverlässig werden auch kleine, kurze Bassimpulse umgesetzt. Die elektronischen Effekte und Synthesizer-Klänge arbeitet der Boomster XL authentisch heraus.

Das bringt selbst das große 160 mm Basschassis an den Rand der Übersteuerung und des Durchschlagens: Bei großem Pegel die Maxi-Version des Celvin Rotane-Klassikers „I Believe“ zu hören. Allerdings geschieht dies bei Lautstärken, die manches stationäre Stereosystem nicht erreicht. Die weitläufige Effektwiedergabe und die hohe Dynamik kennzeichnen die Wiedergabe des Boomster XL ansonsten. Der Rave-Klassiker „Hardcore Vibes“ von Dune liegt dem Berliner „Krachmacher mit Stil“ ebenfalls – der bullige Bass direkt am Anfang lässt alles vibrieren, was in unmittelbarer Nähe des Boomster XL steht. Daher sollte man das Gerät am besten so aufstellen, dass nichts mitschwingt, sonst nerven die Vibrationen. Das Gehäuse des Boomster bleibt bis zu wirklichen hohen Pegeln ruhig, nur wenn der Tragegurt befestigt ist, kann es an den Befestigungselementen zu etwas Bewegung kommen. Der Bass schiebt, die Effekte fliegen, die Stimme ist sauber eingearbeitet – Kritik gibt es hier keine, nur Lob und Begeisterung. Der Boomster XL macht wirklich Freude – rund um die Uhr und an jedem Ort. 

Mit „Wastelands“ von Linkin Park geht es weiter, auch dies müsste Musik sein, die dem ausgewachsenen Ruhestörer liegt. Und siehe da: Mit Verve kommt die E-Gitarre heraus, mit aller nötigen Kraft und Aggressivität. Die Pegel, die der Crossover-Fan hören kann, sind immens hoch und geben auch spontanen Party-Gangs, die es schnell mal auf der Straße „krachen lassen“ möchten, keinen Anlass zur Klage. Durch Lithium-Ionen-Akku und die Möglichkeit, zusätzlich auch Batterien zu verwenden, wird der Boomster XL voll mobil, sofern man gewillt ist, die 9,95 kg „Lebendgewicht“ am praktischen Tragegurt herumbaumeln zu haben, wenn man gerade in Tour ist und den Pegelmeister nicht irgendwo abgestellt hat, um spontan ins mobile Partygeschehen überzugehen. „Until It’s Gone“ ist der zweite Linkin Park-Titel, den wir nun hören, und auch hier begeistert der große Boomster. Mit sehr guter Herausstellung dynamischer Differenzen und einer enormen Kraft im Bassbereich wird hier richtig „Action“ geboten. Die Detaillierung gerät trotz dieser enormen Grobdynamik nicht ins Hintertreffen, sondern ist überraschend gut. Alle Konturen sind immer nachvollziehbar. Und wir bleiben bei sehr dynamischer und kraftvoller Musik: Der 80er Jahre Hit „Living On A Prayer“ von Bon Jovi steht auf dem Programm. Das Quellmaterial ist eher durchschnittlich, dem Boomster ist das offensichtlich weniger wichtig: Auch hier geht es lebhaft zur Sache, mit solidem Bassfundament, einer Grobdynamik auf hohem Level und einer dichten Räumlichkeit. Der Rhythmus kommt jederzeit präzise heraus, nie werden akustische Elemente „verwaschen“ dargestellt. 

Wie kommt das große portable Radio mit Adeles „Skyfall“ zurecht? Der akustisch eher ruhige Start des Songs wird mit sauberer Präsentation des Pianos und einer präzisen vokalen Darstellung auch Anwender zufrieden stellen, die ein gewisses klangliches Qualitätsniveau gewohnt sind. Der gesamte Aufbau, mit kräftigem Druck von „unten“, gefällt uns sehr gut. Wie nachdrücklich der Boomster XL zupacken kann, erstaunt immer wieder, somit ist es auch kein Problem, größere Dynamikunterschiede einwandfrei zu verarbeiten. Und auch mit a-has „Living Daylights“, ebenfalls 007-Titelsong, werden Bond-Fans oder Liebhaber der Musik der norwegischen Pop-Asse, ihre Freude haben: Klar, dynamisch, mit passendem Nachdruck und enormer Weitläufigkeit macht sich der Boomster XL ans Werk. Dass es sich nur um durchschnittliches Quellmaterial handelt, wird nur durch einen sehr leichten blechernen Einfluss im Bereich der Stimmwiedergabe etwas deutlich. Der Boomster kaschiert durch seine gelungenes Auslegung ansonsten geschickt die negativen Einflüsse des Quellmaterials. 

Und mit Verve geht es nach „The Living Daylights“ weiter in den 80er Jahren – wir wechseln zu „Don’t Be So Shy“ von Moti Special. Die Kraft, die Dynamik und die Räumlichkeit sind intensiv zu erleben. Die Stimme, auch bedingt durchs Quellmaterial, ist wenig detailreich, aber dem Boomster gelingt es wenigstens, sie sehr gut einzuarbeiten und nicht zu weit in den Hintergrund zu schieben. Die Kraft der digitalen Endstufeneinheit ist so groß, dass, wenn man den Boomster XL „indoor“ einsetzt, auch ein 25 Quadratmeter-Raum gut beschallt werden kann. Die räumliche Ausbreitung ist auch mit gewissem Abstand zum Device noch gut wahrzunehmen. Die Extended Version des Pet Shop Boys Klassikers „West End Girls“ ist genau das Richtige für den Boomster XL. Das Management der harten, kurzen Bässe zu Beginn liegt zwar im Grenzbereich, wird aber vom großen 160 mm Tieftöner noch ohne negative Folgen durchgezogen, und das bei Lautstärken, bei denen sich der Großteil der Konkurrenten schon lange verabschiedet hat. Bei Teufel bleibt die weiße Fahne im Schrank, der Boomster XL ist nicht gewillt, aufzugeben. Lieber brilliert er mit erstklassigem Tiefgang und einer überragenden Stimmwiedergabe. Die Detailarbeit, die der große BT-Speaker mit Radio „on Board“ leistet, verdient sich ebenfalls Respekt.

Teufel Concept E450 Digital Puck Control Fernbedienung2

Wer den Boliden übrigens auch aus der Ferne steuern möchte, kann sich für 39,99 EUR bei Teufel die coole „Puck Control“ Fernbedienung, die ausgezeichnet verarbeitet ist, mit dazubestellen. 

Taugt der FM-Tuner etwas, der den Ausstattungsumfang bereichert? Die zum störungsfreien Betrieb nötige Antenne liegt in einem kleinen Fach hinten, sehr praktisch. Der Klang des FM-Tuners mit Speichermöglichkeit für 3 Stationen ist exzellent. Kaum Rauschen, eine ordentliche, wenn auch nicht sensationelle Empfangssensitivität und eine enorme Klarheit im Hochtonbereich sind hier die Vorzüge. Bei Nachrichtensendungen überzeugt die klare Verständlichkeit der Stimmen der Sprecherin/des Sprechers. Musik ertönt dynamisch und mit realistischer Räumlichkeit. 

Konkurrenzvergleich
  • Ist der Boomster XL aufgrund seines Gewichts und der Abmessungen vielleicht eher etwas für „schwere Jungs“, kann der normale Boomster hingegen durchaus auch von „leichten Mädchen“ verwendet werden, schließlich ist er deutlich kleiner und wiegt weniger. Und wenn es im Business mal nicht so läuft, spricht auch der Preis von lediglich 299,99 EUR für den „Ur-Boomster“. Was Pegel, Räumlichkeit und Dynamik angeht, schlägt sich auch der kleinere Boomster ausgezeichnet, muss sich aber, wie zu erwarten, dem Boomster XL deutlich geschlagen geben. Der Boomster XL ist ein absolut vollwertiges Musiksystem, das man auch als Haupt- oder Erst-System ohne Probleme verwenden kann. 
  • Auch hier wird es laut: Der JBL Bluetooth-Lautsprecher „Xtreme“ bietet viel Hörspass und dank 10.000 mAH Akku-Kapazität auch einen „langen Atem“. Er klingt homogen und sehr kraftvoll, ist zudem spritzwassergeschützt und man kann sein Smartphone am Xtreme aufladen. Es finden sich sogar gleich 2 USB-Buchsen. Mit etwas mehr als 2 kg ist der Xtreme angemessen leicht, mit 2 x 20 Watt geht es vehement voran. Bis zu 3 Smartphones können per BT parallel gekoppelt werden. Wozu dann noch den Boomster XL? Ganz einfach: Mehr Pegel. Mehr Dynamik, Mehr Wucht. Mehr Kraft. Mehr Räumlichkeit. Und ein Materialeinsatz, der seinesgleichen sucht. Kurzum: Andere Liga, daher zurecht doppelt so teuer. Die Qualitäten des Xtreme schmälert diese Betrachtung keineswegs, hier ist schlichtweg die Zielgruppe eine andere. 
  • Richtig kultiviert und edel wird es für rund 430 EUR – denn dafür gibt es den Sony Wireless Audio/Bluetooth-Lautsprecher SRS-X88 mit USB-DAC, der mit seiner exzellenten Verarbeitung und dem enorm brillanten, detailreichen Sound sich auch für HiRes-Audio-Dateien eignet. Was Pegelfestigkeit und Dynamik angeht, muss er sich dem Teufel Boomster XL beugen, was den gebotenen Detailreichtum angeht, liegt der Sony vorn. Gegen den Sony spricht, dass man ihn nicht mittels Akku mobil nutzen kann. Dafür ist der  bequem per App steuerbar. 
Fazit

Teufel Boomster XL Front Seitlich1

Die Berliner Sound-Innovatoren aus der Budapester Straße bereichern den portablen Audio-Markt mit dem Boomster XL um eine weitere leistungsstarke Facette. Exzellent verarbeitet, mit sehr guter Materialqualität, und mit einem nachdrücklichen, gleichzeitig aber auch durchaus kultivierten Sound leistet sich der Boomster XL keine Schwäche. Dank des mitgelieferten Tragegurts und des Lithium-Ionen-Akkus ist der knapp 10 kg wiegende Lautstärkemeister sogar wirklich mobil und nicht nur in der grauen Theorie. Die Bluetooth-Verbindung erweist sich als sehr stabil, der FM Radio-Tuner ist qualitativ sehr gut. 

Laut, stark und doch kultiviert: Teufels Boomster XL ist ein versierter, edel verarbeiteter Alleskönner
preisklassenreferenz
Bluetooth-Aktivlautsprecher Oberklasse
Test Dienstag, 17. November 2015

+ Exzellente Materialqualität
+ Hohe Lautstärken werden souverän wiedergegeben
+ Kräftiger Bass sowie erstaunlicher Tiefgang
+ Erstaunlich präzise sowie detailreiche Wiedergabe
+ Ladefunktion für Smartphones per USB
+ Sehr stabile BT-Verbindung
+ Lithium-Ionen-Akku
+ Echtes Dreiwege-Lautsprechersystem

– Kein DAB+, nur analoger FM-Tuner
– Nur in schwarzer Variante derzeit erhältlich

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 17. November 2015




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