TEST: Teufel 5.1.4-Säulen-Lautsprecher-Set LT5 Licensed by Dolby Atmos – Klang-Magier mit High-Tech an Bord

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Dolby Atmos nach Art des Hauses Teufel – wir haben diesmal über das erstklassige System 5 einen kleinen „Aufsatz“ geschrieben. Passend zu den fest und sauber integrierten Dolby Atmos-„Aufsätzen“ auf allen vier Säulen, haben wir unsere Begeisterung fürs Berliner Alu-Ensemble diesmal auf spezielle textliche Art zum Ausdruck gebracht.

Das LT5-Set konnte in allen akustischen Testreihen mit Bestnoten glänzen. Wenn man bedenkt, dass es das gesamte Hightech-Ensemble derzeit für 3.299 EUR gibt, kann man nur den Hut vor den Berlinern ziehen. Im Inneren der LT5 Säulen (14 cm tief, 16 cm breit und 132 cm hoch, Gewicht pro Säule: 11,02 kg, mit Netzteil plus Bodenplatte 12,68 kg) ist purer High-Tech anzutreffen. Das liegt daran, dass es prinzipiell nicht einfach ist, so schmale, schicke Aluminium-Säulen mit Atmos-lizensierten Lautsprecher-Modulen zu bestücken, die im genau definierten Winkel zur Decke strahlen. Daher griffen die Teufel-Entwickler tief in die Trickkiste.

 

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Top Firing-Modul perfekt integriert

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Metall-Abdeckgitter und Aluminium-Hairline-Finish

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Darauf kann Teufel stolz sein

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Massiver Standfuß – da kippt nichts

Nun werden die vier nahtlos integrierten Atmos-Module mittels eines digitalen Signalprozessors inklusive Verstärker angesteuert. Aus diesem Grunde benötigt jede Säule auch ihre eigene Steckdose – der vielleicht einzige Nachteil in der Praxis. Aber: Durch diese Maßnahme schafft es Teufel, dass die von Dolby vorgegebenen Parameter wie z.B. der passende Frequenzgang und der passende Pegel, präzise erreicht werden. Man merkt es zum Beispiel bei „San Andreas“, bei „Mad Max: Fury Road“ oder bei „Mission Impossible – Rogue Nation“ – native Atmos-Soundtracks klingen ungemein dicht und fesselnd. Bei „Mad Max“ begeistern zum Beispiel die kurze Verfolgungsjagd gleich am Anfang, als Max von den War Boys gestellt wird. Als sich sein Auto mehrfach überschlägt, kommt diese Action-Sequenz hart und kraftvoll zum Zuhörer. Auch, als Immortan Joe einige Zeit später der fast verdurstenden Menge die Wasserzufuhr öffnet, liefert das LT5 Kino-Atmosphäre pur und ungefiltert. Breite, tiefe Räumlichkeit mit feiner Unterscheidungsmöglichkeit für einzelne akustische Ebenen. 

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Komplette Anschlusssektion

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Ansteuerung der aktiven Atmos-Module auch per Cinch möglich, Pegelregler ist auch vorhanden

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Hochpegeleingänge fürs Atmos-Modul sowie Anschlussterminal für die Säule

Man denkt es daher kaum, dass so schmale Säulen „aktiv“ sind. Zum Beispiel, als in der ersten Szene von „Rogue Nation“ die Militärmaschine startet – ein einheitlicher, klar gestaffelter Klangeindruck, der die enorm hohe Auflösung, die die Säulen bieten, auch in die Überkopf-Ebene bringen. Erstaunlich ist, gerade wenn man diese von uns oft verwendete Sequenz laut hört, wie wenig schrill oder spitz die Alu-Lautsprecher werden. Pro Säule montiert Teufel zwei 130 mm Tieftöner, einen 80 mm Mittelton-Konus sowie eine 25 mm messende Gewebe-Kalotte. Der Hochtöner verfügt über einen speziell angepasstem Waveguide. Dadurch wird in horizontaler Ebene ein sehr breites Abstrahlverhalten erzielt. Selbst dann, wenn man mit einigen Personen hört, ist an jedem Hörplatz eine ausgewogene, gleichmäßige Wiedergabe möglich. Wir haben mit drei Personen gehört, und hier konnte sich zumindest niemand beschweren. Fast hätten wir es bei der Treiber-Aufzählung vergessen: In den Atmos-Modulen ist ein 80 mm Breitband-Chassis verbaut. Frequenzen von 90 Hz bis 22 kHz werden wiedergegeben von den Säulen. Passende Subwoofer-Übernahme-Frequenz: Am besten1 100 Hz, wie bei THX Select vorgesehen.

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Kraftvoller „Bass-Aktivist“: Der US 8112/1 SW

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Großes 300 mm Chassis, das aber auch kleine Bass-Impulse trocken und sauber darstellt

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Gerundete Ecken

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Spärliche Anschlusssektion – der US 8112/1 SW ist eben nicht als separater Subwoofer, sondern als Teil des LT5 vorgesehen

Und da sind wir beim Thema – nämlich „Basswiedergabe“, und einen „Kandidaten“ dürfen wir natürlich nicht vergessen – es handelt sich hierbei um den bärenstarken US 8112/1 SW Aktiv-Subwoofer, der mit einem darstellbaren Frequenzbereich von 28 Hz bis 200 Hz aufwarten kann. Der große 300 mm Tieftöner mit Membran aus beschichteter Zellulose lässt es im wahrsten Wortsinne krachen. Die Endstufe stemmt 250 Watt Sinus-Leistung, da wird der Startvorgang des Airbus A-400 zu Beginn von Rogue Nation zu einem Erlebnis, das man sogar in der Magengrube spürt. Wichtig bei einem solchen Bass-Boliden ist eine akkurate, sorgsame Einpegelung. Ist diese gegeben, offeriert der US 8112/1 SW einen unglaublich tiefen, satten, reinen Bass. Parallel stattfindende tieffrequente Ereignisse differenziert er sauber auseinander. Dies merken wir auch bei „Mad Max: Fury Road“. Wie gut alle Lautsprecher zusammen wirken, zeigt sich z.B. bei „San Andreas“ – Music Score und die sich schnell drehenden Rotoren des Hubschraubers gehen eine harmonische Verbindung ein. Der Zuhörer fühlt sich mitten im Geschehen.

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Center mit solidem Standfuß

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Hochwertig und attraktiv

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Wandhalterung

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Lautsprecherkabel-Anschlussterminals

Noch ein anderer sticht aber, wie man schön in der Wien-Sequenz (4. Kapitel) von Rogue Nation heraushören kann, hervor: Der eigentlich recht kompakte (14 cm tief, 46 cm breit, 16 cm hoch) Center-Lautsprecher LT5 Mk2 C. Er sieht gut aus auf seinem mitgelieferten Standfuß, und er kann auch was.

Die Opern-Teile aus Puccinis „Turandot“, inklusive des legendären „Nessun Dorma“ gibt er glänzend wieder. Die Stimmen der Opernsänger und Opernsängerinnen haben immer eine klar nachvollziehbare Gestalt, die sich homogen im Hörraum ausbreitet. Zudem funktioniert die Zusammenarbeit mit den vier Säulen sehr gut. Allzu verwunderlich ist dies nicht, da der Center mit den identischen Treibern bestückt ist. Wie bei den Säulen liegt die maximale Dauerbelastbarkeit auch beim Center bei 140 Watt. Nur der aktiv arbeitende Atmos-Aufsatz fehlt beim Center natürlich.

Bei allen unseren Test-Beispielen ist die Pegelfestigkeit sehr gut. Man kann mit dem System auch sehr leistungsstarke AV-Receiver zusammen arbeiten lassen. Prima dürften zum Beispiel der Denon AVR-X4300H oder der Pioneer SC-L801 zum Berliner Ensemble passen.
Übrigens – der Wirkungsgrad ist erstaunlich gut, den die Säulen an den Tag legen. Schmale Säulen, geschlossene Konstruktion – eigentlich keine guten Voraussetzungen. 88 dB (2,83 V/1m) gibt der Hersteller als Wirkungsgrad an. Wir haben in der Praxis auf jeden Fall gute Erfahrungen gemacht. Die Mindestverstärkerleistung soll laut Teufel 40 Watt betragen – klingt wenig, aber man muss bedenken: Selbst ein 1.000 EUR AV-Receiver bringt an tatsächlicher Leistung im 5.1.2-Betrieb (neun Endstufen finden sich in der 1.000 EUR Liga nicht, daher könnte man nur 2 der 4 Atmos-Module des LT5 nutzen) nicht mehr als 40 Watt Dauerleistung pro Kanal. Große „Schiffe“ der Liga ab 1.500 EUR lohnen sich daher nicht nur wegen der neun Endstufen, sondern auch wegen deutlich größerer Trafos und Elkos, selbst wenn man bedenkt, dass Trafo und Elkos wegen neun statt sieben Endstufen ohnehin schon größer ausfallen müssen. Die Hersteller geben aber meist noch einen „Bonus“ obendrauf und legen auch unter Berücksichtigung des Neunkanal-Betriebes die entsprechenden Bauteile deutlich leistungsfähiger aus.

Erstaunlich ist, wie gut sich das Teufel LT5 Atmos-Set selbst dann schlägt, wenn wir etwas tun, was man eigentlich spontan nicht tun sollte: Wir polieren per Bluetooth oder Spotify eingespeiste Musik auf 5.1.4 hoch, mittels „Dolby Surround“ Upscaling. Selbst hier liefern die Säulen eine dichte, gleichzeitig aber klare Klangkulisse auch in der dritten akustischen Ebene über den Köpfen der Zuhörerschaft. Es lohnt sich also, Dolby Surround oder dts Neural:X als Upmixer zu nutzen – welcher von beiden Upmixern besser mit dem LT5 zusammen arbeitet, das ist je nach Quellmaterial unterschiedlich. Es lohnt stets, zu vergleichen. Immer überrascht uns, ganz gleich, ob Musik oder Filmton, wie komplett und geschlossen das LT5 Ensemble aufspielt. Der Grundtonbereich ist tadellos, wie man dann gut merkt, wenn man das Set mal im 2.1 Betrieb verwendet. Selbst Hires-Audiodateien klingen in Stereo wirklich gut.

Wieder „Turandot – Nessun Dorma“, aber diesmal nicht aus Rogue Nation, sondern in 96 kHz/24-Bit Flac und gesungen von Jonas Kaufmann: Das LT5 pariert auch hier und stellt nicht nur Kaufmanns faszinierende Stimme, sondern auch den Chorgesang mit toller Auflösung dar.
Wir rufen allen in die Erinnerung zurück: 3.299 EUR fürs gesamte, edel verarbeitete 5.1.4 Set – das kann man ohne Übertreibung als Luxus-Schnäppchen bezeichnen. Die makellose Oberfläche im Hairline-Aluminium-Finish passt zum fürs Geld praktisch makellosen Sound: Alles am LT5 wirkt passend, stimmig, wie füreinander gemacht.

Mozarts „Figaros Hochzeit“ in dts-HD High Resolution Audio, aufpoliert mittels dts Neural:X, erste Arie Figaro – Susanna: Feine Passagen, langsamer Aufbau, plötzliche Dynamiksprünge, und wieder beweist uns das LT5, dass akustische Geschlossenheit und Klarheit zu den großen Vorzügen gehören. Und immer wieder tritt der aktive Subwoofer Gewinn bringend in Erscheinung. Immer passt sein dargebotenes Fundament, immer vereint er Kraft, Präzision, Volumen und immense Pegelfreude. Der Hörraum kann gern knapp 40 Quadratmeter messen – der große Subwoofer ist auch in größeren Lokalitäten voll ins seinem Element. Der mit Teufels DPU-Reflextechnik arbeitende Bass-Experte ist aber mit einem Netto-Innenvolumen von 55 Litern nicht unbedingt das, was man kompakt nennt: 40 cm tief, 4o cm breit, 62 cm hoch – und satte 30,3 kg schwer. Der dicke Magnet, die belastbare Schwingspule, der solide Chassiskorb, das stabile MDF-Gehäuse, das praktisch keine Vibrationen kennt – all dies sorgt fürs hohe Gewicht.

Fazit

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Uns ist derzeit für vergleichbare Summen kein anderes System bekannt, das eine so umfassende Performance bietet. Die sehr genaue, aufwändige Anpassung aller Komponenten aufeinander macht vielen Kontrahenten, die auftrumpfen wollen, einen „Strich nach Berliner Art“ durch die Rechnung. Sicher, manch einer dürfte von den vier benötigten Steckdosen für die Atmos-Module etwas genervt sein. Aber wir versichern – der Aufwand lohnt sich. Raumfüllend, gleichzeitig fein, mit dem machtvollen aktiven Subwoofer als solides, präzises Fundament, bahnt sich das LT5 Atmos-Set seinen Weg an die Spitze. Von nichts aufzuhalten, denn auch Optik und Verarbeitung zeigen sich luxuriös. Edel bis ins Detail, nobel bis zum massiven Standfuß des Centerlautsprechers: Es fehlt an nichts.

Berliner Atmos-Offensive: Extrem schick, extrem klangstark – und preislich so schlank wie die edlen Säulen
referenz
Gesamt-Referenz Mehrkanal-Lautsprechersysteme bis 5.000 EUR
Test 09. November 2016

Test und Fotos: Carsten Rampacher
Datum: 09. November 2016




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