TEST: Sony Xperia XA1 Ultra – 6″-Variante mit exzellenten Kameras

Mittelklasse in XXL: Die Ultra-Version wartet mit ein paar beeindruckenden Features auf, um eine vorwiegend jüngere Zielgruppe zu ködern. Das Sony Xperia XA1 Ultra ist ein größerer Ableger des Sony Xperia XA1 und wurde gegenüber dem Schwestermodell an einigen Stellen verbessert. Bei einem Aufpreis von rund 100 Euro gegenüber dem XA1 stellt sich nur die Frage, ob das preislich überhaupt noch Mittelklasse ist (ca. 379 Euro).

Die Ultra-Edition beeindruckt durch ihre imposante Erscheinung, denn die Diagonale des Displays misst stolze 6 Zoll. Auch die Optik beeindruckt, denn der Touchscreen streckt sich bis zum äußersten Seitenrand. Ober- und unterhalb des Displays gehen die Macher hingegen sehr verschwenderisch mit dem Platz um, sodass das Smartphone in einer normalen Hosentasche kaum Platz findet. Das Gehäuse ist kantig gehalten und wird von einem Aluminiumrahmen sicher umschlossen, während die Frontseite von robustem Gorilla-Glas geschützt wird – auch vor Druckstellen. Allerding liegt keine IP-Zertifizierung vor und das Gehäuse ist aus Kunststoff.

Rückseite

Das Display ist nicht nur groß, sondern auch qualitativ überzeugend. Der Full HD Touchscreen kann sehr hell eingestellt werden und liefert eine gute bis sehr gute Brillanz und eine satte Farbwiedergabe – obwohl „nur“ die IPS-Technologie verwendet wird. In dieser Preisklasse ist das Display ein klares Highlight und Kaufargument.

Ebenfalls positiv ist die lupenreine Verarbeitungsqualität und dass beide Kameralinsen plan mit dem Gehäuse abschließen. Im direkten Vergleich zu preislich ähnlichen Modell sammelt das Sony Xperia XA1 Ultra somit klare Pluspunkte.

Sony stellte das XA1 Ultra vor allem als Selfie-Smartphone vor. Ein Blick in das Datenblatt macht auch schnell klar warum, denn die Frontkamera löst mit knapp 16 Megapixel auf, bietet ein LED-Blitz und wurde mit einem Weitwinkel-Objektiv ausgestattet. Die Resultate sind dementsprechend beeindruckend. Selbst bei Schwachlicht lassen sich mehrere Personen bei Kurzdistanzen gut bis sehr gut einfangen. Da können viele Referenzgeräte nicht mithalten.

Sony Xperia XA1 Ultra Foto

Aufgenommen mit dem XA1 Ultra

Die Hauptkamera bietet sogar 23 Megapixel und liegt qualitativ ebenfalls auf einem hohen Niveau. Allerdings ist der Autofokus nicht immer der schnellste und arbeitet teilweise etwas unpräzise. Weiterer kleiner Kritikpunkt: Die Farbdarstellung wirkt ein wenig zurückhaltend. Unter dem Strich aber dennoch eine starke Vorstellung für ein Smartphone für diese Preisklasse.

Der Speicherplatz ist ebenfalls angemessen groß, wobei aber von den internen 32 GB nur rund 10 GB zur freien Verfügung stehen. Schön, dass der microSD-Kartenslot bis zu 256 GB auslesen kann. Die Datenschnittstellen werden zwar alle angeboten, wobei aber der flotte WLAN ac-Standard fehlt.

Das aktuelle Android 7.0 Nougat hält auch bei Sony Einzug. Gut so. Weniger gut sind die regelrechen Eskapaden von Sonys eigenem User Interface. Auf einmal gibt es bei einem Anruf eine kunterbunte Vorschaltung, die den Anruf sehr plakativ mit LED-Beleuchtung präsentiert. Um diese zu beenden muss man den grünen Hörer-Button drücken. Erst danach erscheint das normale Eingangsbild, bei dem man nochmals das grüne Sensorfeld nach rechts schieben muss (was nicht immer sauber funktioniert), um endlich den Anrufer anzunehmen. Das ist schrecklich umständlich!

Seite

Doch damit nicht genug: Nach dem Telefonat werden dem Nutzer auf dem gesamten Display noch alle relevanten Eckdaten gezeigt, inklusive einem großen Werbebanner. Sorry Sony, aber das geht gar nicht.  Offensichtlich erfinden die Macher krampfhaft Neuheiten bei der Handhabung, die aber im Alltag nur störend sind. Bitte Sony, macht das schnell wieder rückgängig!

Ansonsten gibt es aber viel Positives im Bereich Handhabung, denn das Arbeitstempo ist flott, der An/Aus-Schalter gut erreichbar, das große Display komfortabel und die Android-Verästelungen sind sinnvoll. Schade nur, dass das Budget nicht für einen praktischen Fingerprintscanner gereicht hat.

Das XA1 Ultra bietet übrigens auch einen Einhandmodus, was angesichts der 6 Zoll durchaus sinnvoll erscheint. Allerdings ist die Schrumpfdarstellung nicht gerade sehr ansehnlich, durchaus gewöhnungsbedürftig und funktioniert leider nicht im Quermodus.

Android 7.0

Der Prozessor des kleineren Geschwistermodells XA1 wird auch hier verbaut. Der Achtkern-Prozessor Helio X20 mit 4 x 2,3 und 4 x 1,6 Gigahertz wird durch üppige 4 GB RAM unterstützt. Beim Alltagstest gab es zwar keinerlei Auffälligkeiten, was das Arbeitstempo angeht, doch im direkten Vergleich zu aktuellen Top-Smartphones sind schon Unterschiede merkbar, vor allem beim Surfen.

Der 2.700 mAh Akku schlägt sich recht wacker, denn in mehreren Testzyklen lag die Rufbereitschaft bei rund vier Tagen. Das ist angesichts des XXL-Displays eine gute Leistung. Ebenfalls gut: Dank USB-Typ-C-Anschluss lädt sich der festverbaute Akkublock schnell wieder auf.

Dass Sony weiß, wie man stabile Verbindungen herstellt, dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Auch das Xperia XA1 Ultra sorgt für eine lupenreine Verständigung, denn Stimmen werden in beide Senderichtung plastisch und ohne störende Nebengeräusche übertragen – eine klar überdurchschnittliche Vorstellung.

Schade: Das Smartphone bietet keine Front-Stereolautsprecher. Ansonsten liefert der Mono-Speaker unterhalb des Displays aber eine souveräne Vorstellung ab: Lautstark, gut gestaffelt, für ein Smartphone ein solides Bassfundament und angenehm luftig.

Fazit

Die Ultra-Edition des Sony XA1 ist ein Smartphone mit vielen Besonderheiten. Insbesondere das komfortable XXL-Display und die sehr gute Kamera-Ausstattung sind hervorzuheben. Im Zusammenspiel mit der guten Performance und der runden Ausstattung hat das XA1 Ultra somit viele Trümpfe in der Hand. Umso ärgerlicher, dass man ein derartiges Prozedere erledigen muss, nur um einen Anruf anzunehmen und dass man mit Werbung bombardiert wird. Wir hoffen auf ein Software-Update, dass die angesprochenen Mängel beseitigt.

XXL-Star der Mittelklasse
sehrgut
19.07.2017

+ Luxus-Kameras
+ Großes, hochwertiges Display
+ 4 Gigabyte Arbeitsspeicher

– Handhabungsschwächen
– Recht unhandlich
– Nicht wasserdicht

Test: Ulf Schneider
Datum: 19.07.2017




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