TEST: Sony Soundbar-/Wireless-Subwoofer-System HT-CT770 – Flach, schick und akustisch talentiert?

Sony HT-CT770 Gruppenbild1

Eleganter Entertainer_ HT-CT770 als 2.1 System für 449 EUR

Trotz der immer beliebter werdenden TV-Stands – Lautsprecher, auf die man den Flatscreen einfach draufstellt – werden Soundbar-/Wireless-Subwoofer-Systeme nach wie vor gern gekauft. Besonders groß ist das Interesse, wenn die Soundbar so unverschämt schick ist wie beim HT-CT770 Komplettset von Sony.

Sony HT-CT770 Soundbar Oberseite2

Nur 5 cm hoch

Sony HT-CT770 Soundbar Rueckseite2

Rückseite

Sony HT-CT770 Soundbar Anschluesse Rueckseite

3 x HDMI-Eingang, 1 x HDMI-Ausgang, optischer Digitaleingang, 3,5 mm Miniklinken Analog-Audioeingang

Sony HT-CT770 Soundbar Bedienelemente

 Tasten direkt am Gerät. NFC ist auch an Bord

Sony HT-CT770 Soundbar Verarbeitung3

Gute Materialqualität, ordentliche Verarbeitung, schicke Formgebung der Seitenteile in Chrom

Sony HT-CT770 Soundbar Display

Display

 Für 440 EUR gibt es 330 Watt Gesamtleistung (105 Watt pro Frontkanal plus 120 Watt für den Wireless-Subwoofer), Bluetooth, NFC, verschiedene Soundprogramme (ClearAudio für automatisch beste Soundqualität, Music, Standard, Movie, Portable Audio, Game und Sport), S-Force Front-Surround, Kompatibilität zur SongPal App, Decoder für Dolby Digital, Dolby TrueHD, DTS 5.1, DTS-HD und DTS 96/24 sowie 3 HDMI-Eingänge und 1 HDMI-Ausgang (mit ARC). Natürlich sind die HDMI-Terminals 3D- und 4K-fähig. 

Sony HT-CT770 Fernbedienung

Übersichtliche Fernbedienung ohne Behelfs-Charakter

Sony HT-CT770 Subwoofer Rueckseite Seitlich1

Subwoofer von hinten

Sony HT-CT770 Subwoofer Front Seitlich1

Subwoofer mit Standfüßen

Sony HT-CT770 Subwoofer Unterseite

Downfire-Bassreflex-Konstruktion

Sony HT-CT770 Subwoofer Bedienelemente Rueckseite

Sub: Link und Standby

Die sehr gut verarbeitete Soundbar mit zwei Zweiwege-Lautsprechersystemen (2 cm Hochtöner, 6 cm Tiefmitteltöner) ist 1.030 mm breit, nur 50 mm hoch und 113 mm tief. Durch die geringe Bauhöhe verdeckt die Soundbar nicht den Blick auf den TV, unter Umständen bleibt sogar der Fernbedienungssensor des Flatscreens frei. 2,6 kg wiegt die Soundbar und 8,8 kg der Wireless-Subwoofer, der sich sofort mit der Soundbar verbindet. Der Bassexperte ist 271 mm breit, 404 mm hoch und 271 mm tief. Er sieht recht schick aus, die im Sony Quarz-Finish gehaltene Subwoofer-Oberseite gibt aber auf Druck leicht nach und knarzt etwas. 

Der gerade gewählte Eingang, die Lautstärke sowie das aktuell verwendete DSP-Programm werden praktischerweise mittels eines gut auflösenden Displays angezeigt. Im Standby-Betrieb braucht die Soundbar nur 0,3 Watt und der Subwoofer benötigt lediglich 0,5 Watt. 

Wir haben eingangs kurz die „SongPal“ App erwähnt, die für Apple iOS-Devices und für Android-Smartphones/Tablets erhältlich ist – hier folgen noch einige Screenshots:

Sony HT-CT770_App_Sound_menu #

Sound-Menü mit allen Einstelloptionen, die auch die Fernbedienung bietet

Sony HT-CT770_App_Sound_Adjustment

Sound Adjustment

Sony HT-CT770_App_Musikquelle

Musikquelle, übersichtlich auswählbar

Sony HT-CT770_App_Hinzufuegen

Hinzufügen von Apps

Sony HT-CT770_App_Geraeteauswahl

Geräteauswahl

Sony HT-CT770_App__logo

Song Pal-App-Logo

Klang

Schnell ist die Sony-Soundbar per Bluetooth mit jedem Smartphone gekoppelt, ganz gleich, ob mit oder ohne NFC. Die Verbindung ist absolut stabil über eine Länge von bis zu 10 Metern. Wir lassen das HT-CT770 gleich voll durchstarten mit „Keep Rocking“ von Sgeva Walls (von der aktuellen Welcome To The Club 31) und drehen unter Verwendung des Musik-DSPs die Lautstärke ordentlich hoch. Man kann die Steuerung übrigens auch mittels der SongPal App vornehmen. 

Der Klang ist souverän, transparent, lebendig – und man kann Pegel fahren, von denen viele andere Soundbars nur träumen können. Hart und überraschend präzise lässt der Wireless-Subwoofer dem Bass einen tadellosen Entfaltungsspielraum. Elektronische Effekte aller Art werden sauber herausgearbeitet – und mit beeindruckend weitläufiger Räumlichkeit in den Hörraum transportiert. Bei Armin van Buurens Club-Kracher „Ping Pong“ dasselbe Bild: Kräftiger, aber präziser und nicht zu „dicker“ Bass, hervorragende Räumlichkeit, frischer Hochtonbereich – das macht richtig Freude. Man hat hier eher eine kleine HiFi-Anlage als eine klassische Soundbar mit zwar harmonischer, aber auch etwas langweiliger Akustik vor sich. Einziges kleines Manko – man darf nicht allzu weit vom Subwoofer entfernt sitzen, möchte man tatsächlich vom Bass eingenommen werden, und der Arbeitswinkel, in dem die Bassperformance optimal ausgeprägt ist, ist auch nicht enorm groß. Sitzt man im perfekten „Sweet Spot“, ist es aber überraschend, wie der kleine Sub dann drückt. 

Wenden wir uns nun einem anderen Mediium (Blu-ray, PCM 5.1) und einer anderen Art von Musik zu (Andrea Bocelli, Vivere, Live in Tuscany, Track „Canto Della Terra“, Duett mit Sarah Brightman). Wieder nutzen wir das Music-DSP. Die Beifallsbekundungen des Publikums werden recht dynamisch, aber nicht allzu detailreich vorgetragen. Dann aber „fängt“ sich Sonys Soundbar-Systems, Sarahs Stimme wird mit gutem Feingefühl und einer sauber ausbalancierten räumlichen Wirkung wiedergegeben. Die Stimme steht klar im Fokus, das Piano erscheint etwas unterrepräsentiert. Dann greift Andrea ins Geschehen ein, und erneut wird die Stimme mit Substanz und prima Detaillierung wiedergegeben. Der Wireless-Subwoofer fügt sich im Bassbereich ausgezeichnet ein und bringt ein natürliches, gefälliges Volumen zustande. Die Streicher klingen harmonisch, wie weiter oben schon erwähnt, mangelt es etwas an Prägnanz. 

2010 fand das letzte Konzert der norwegischen Pop-Gruppe a-ha, passenderweise in Oslo, statt. Von diesem Konzert gibt es eine Aufnahme, die in DTS-HD Master Audio auf einer Blu-ray abgelegt ist. Wir haben uns den Klassiker „The Sun Always Shine On TV“ angehört und haben genau mitverfolgen können, wie gut Sonys Soundbar-/Subwoofer-System gleich zu Beginn die Live-Atmosphäre aufbaut. Bei dieser BD kommen die Beifallsbekundungen des Publikums deutlich besser heraus, und als Morten Harket die Stimme erhebt, wird diese sogar mit einem Schuss Charismatik erfasst. Sony ist auf dem Audio-Sektor so gut in Form wie lange nicht – das bweist uns auch die HT-CT770. Und Sony verknüpft diese ausgezeichneten Leistungen mit einem erfreulich guten Preis-/Leistungsverhältnis, da sollte der Erfolg vorprogrammiert sein. 

Kann die HT-CT770 auch bei der Filmtonwiedergabe Akzente in positiver Hinsicht setzen? Wir haben uns, in Dolby TrueHD, das zweite und dritte Kapitel von „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ angehört. Diesmal kam aufgrund des Quellmaterials das „Movie“ DSP zum Einsatz. Schon das Öffnen der großen Hangartür arbeitet das HT-CT770-System gut heraus. Der kompakte Wirless-Subwoofer ist natürlich kein Meister des Tiefgangs, aber er liefert einen ordentlichen Nachdruck und ein prima Volumen. Der Hall in der Stimmwiedergabe, bedingt durch den weitläufigen Hangar, arbeitet Sonys Soundbar-/Subwoofer-Set realistisch heraus. Selbst Kleinigkeiten wie das Schießpulver, das durch die Luft wirbelt, um das magnetische Artefakt zu finden, arbeitet das HT-CT770 System tadellos heraus. Auch der Music Score wird korrekt erfasst, dieser unterstützt den Aufbau eines Spannungsbogens. Das Durchladen der Waffen ertönt realistisch. Die kurz darauf folgenden Fausthiebe haben durchaus Kraft, könnten aus tonaler Sicht aber etwas tiefer erklingen. Als Indy dann aus dem Hangar und auch aus seiner Gefangenschaft flieht, ist die Flucht gespickt von Faustschlägen, Autounfällen und Schüssen. Dieser ganze Effekt-Cocktail bereitet der Soundbar und dem Subwoofer wenig Mühe, die zersplitternde Scheibe eines Armee-LKWs, die durch den Hangar gellenden Schüsse, der Music Score und der vehemente Einschlag eines Armee-LKWs im Kistenstapel sorgen für hohen Unterhaltungswert für den Action-Junkie, und Sonys HT-CT770-System bereitet diese Sequenz akustisch durchaus mit Nachdruck, aber auch mit Klarheit und Substanz auf. 

Konkurrenzvergleich
  • Samsung HW-H550: Die 2014er Mittelklasse-Soundbar von Samsung verwöhnt ebenfalls mit schicker Optik und dem Feature, dass sich entsprechend kompatibler Samsung-TV und Soundbar per Bluetooth miteinander verbinden lassen (Sound Connect). Im Hochtonbereich spielt die HW-H550 etwas bedeckter auf als Sonys System, die Pegelfestigkeit ist prima. Auch Samsungs Beitrag hat verschiedene DSP-Programme; überdies agiert das Soundbar-/Wireless-Subwoofer-System recht pegelfest. Bei hoher Lautstärke wirkt das HT-CT770 System von Sony aber noch etwas souveräner. Nachteil Samsung – nur 1 x HDMI-In und weniger Decoder. 
  • Teufel Cinebar 11: Mit knapp 400 EUR ist Teufels Beitrag in der Soundbar-Liga bis 500 EUR etwas günstiger als die beiden hier aufgeführten Konkurrenten, für die laut Listenpreis ca. 450 EUR fällig werden.  Was die Anzahl der Decoder angeht, gerät die Cinebar 11 ins Hintertreffen, ebenso fehlt NFC, was aber kein Riesen-Nachteil ist. Mit hoher Klangstärke und sehr guter Pegelfestigkeit bringt die Cinebar 11 aber typische Teufel-Tugenden an den Start. 
  • Denon DHT-S514: Unser 499 EUR kostender Soundbar-Champion in der 400 bis 500 EUR-Klasse trumpft mit schickem Design, aber vor allem mit vollem, detailreichen, klaren und räumlichen Klang auf. Die mitgelieferte Fernbedienung ist hochwertig, und der Wireless-Subwoofer präsentiert sich ausgezeichnet verarbeitet. Zukünftig muss er sich den Thron mit der Sony HT-CT770 Lösung teilen, die dank mehr Decodern und mehr HDMI-Terminals bei fast gleichwertiger Klangstärke noch flexibler ist. 
Fazit

Sony HT-CT770 Gruppenbild2

Wieder eine Preisklassen-Referenz für Sony, was für ein Audio-Jahr für die Japaner! Man hat nicht nur zu alter Stärke zurückgefunden, sondern kombiniert diese geschickt mit äußers cleverer Preiskalkulation. Vollausstattung für knapp 450 EUR, keinerlei Mängel, tolle Akustik und schicke Optik – besser kann man sein Geld kaum investieren. 

2014 ist das Audio-Jahr von Sony – auch das HT-CT770 Soundbar-/Subwoofer-System begeistert durch Top-Performance zum fairen Kaufpreis
preisklassenreferenz
Soundbar-/Subwoofer-Systeme bis 500 EUR
Test 15. August 2014

 

+ Sehr elegant
+ satter, präziser Klang
+ Tadellose Leistungsreserven
+ 3 x HDMI-In, 4K/3D-fähig
+ Vollwertige Fernbedienung
+ Gute DSPs
+ Per SongPal-App steuerbar

– Nur in schwarz lieferbar

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 15. August 2014 




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