TEST: Samsung Soundbar HW-N950 mit Wireless Rears und Harman Kardon-Technologie

Die Samsung HW-N950 kommt auf knapp 1.400 EUR. Dafür gibt es eine Soundbar mit drahtlosem aktivem Subwoofer und Wireless-Rears, laut Samsung ein 7.1.4 System. 5.1.4 können wir nachvollziehen, da auch die beiden Rear-Lautsprecher Upfiring-Speaker verbaut haben. An der Soundbar sind links und rechts seitlich noch Treiber, auch das ist gut zu sehen. Wie Back Surround-Kanäle bedient werden sollen, erschließt sich uns allerdings nicht logisch.  Samsung meint, das zeigen auch die Grafiken zum System, die beiden linken und rechten Treiber an der Soundbar.

Stolz prangt der Harman/Kardon-Schriftzug auf der Soundbar. Gut zu erkennen: Die Upfiring-Module

Das 7.1.4-Kanal-System verfügt über insgesamt 17 integrierte Lautsprecher und bringt 512 Watt Ausgangsleistung nach RMS-Norm mit. Dolby Atmos und DTS:X werden unterstützt. 32-Bit-Upscaling erhöht die Bittiefe von niedriger auflösendem Quellmaterial. Die "Acoustic Beam" Technologie sorgt für beeindruckende Räumlichkeit.

Schlichtes, aber schickes Design

Rückseite komplett

Wer über ein Amazon Alexa-Device wie z.B. einen Echo Dot verfügt, kann darüber die HW-N950 steuern. Das Samsung-System verfügt über ein WiFi-Modul und über Bluetooth, zudem ist die Steuerung über die Samsung Smart Things App möglich. In ein Netzwerk aus Samsung Devices, das mittels Smart Things steuerbar ist, können entsprechend kompatible TV-Geräte, Kühlschränke oder auch Saugroboter eingebunden werden.

Wireless Rears

Die Wireless Rears haben keinen Akku, sondern benötigen jeweils einen Stromanschluss. Der Stecker wird am Boden der Wireless Rears platziert und das Kabel durch einen Kanal geführt, so dass der Anschluss kaum auffällt.

Metallgitter, sehr gute Detailverarbeitung und kleines Display

Wenden wir uns nun dem Finish des Systems zu und beginnen mit der Soundbar. Diese hat Kunststoffgehäuse, aber immerhin ein solides, sauber verarbeitetes Metallgitter vorne, oben und seitlich, was relativ hochwertig wirkt. Interessant: Der Schriftzug links oben lautet „Samsung Harman/Kardon“ - hier möchte Samsung definitiv von der Audio-Kompetenz, die sich Harman Kardon über Jahrzehnte erarbeitet hat, profitieren.

Service USB-Buchse

HDMI-Sektion

Zu loben sind die sauberen Materialübergänge. Zwei  der Töner strahlen nach oben hin ab, und zwei auch seitlich. Vier Bedientasten mit gutem Druckpunkt finden sich obenauf: Power, Quellenwahl, Lautstärke + / -Die Soundbar überzeugt mit einem  schlichten, aber schicken und zeitlosen Design. Es findet sich ein kleines Display an der Geräte-Front rechts; ganz gut ablesbar, allerdings nur wenig Platz für Informationen. Was steht an Anschlüssen zur Verfügung?  2x HDMI-Eingang, 1x HDMI-Ausgang, Optisch digital - für rund 1.400 EUR Set-Preis nicht überragend. 

Metallgitter, aber relativ einfaches Kunststoffgehäuse bei den Rear-Speakern

Gummi-Füßchen unter den Rear-Lautsprechern

Detail

Als nächstes schauen wir uns die Wireless Rears an. Sie treten recht kompakt auf und haben ein Kunststoffgehäuse mit Metallgittern vorn und auch oben: Die Wireless Rears strahlen auch nach oben ab. Der Schriftzug  „Samsung Harman/Kardon“ ist auch an den Wireless Rear. Unten sorgen kleine Gummifüßchen an den Wireless Rears für solide Standfestigkeit. 

Subwoofer von vorn

Rückseite

Bassreflex-Öffnung

Kommen wir als nächstes zum Wireless Subwoofer, der deutlich schlichter als die anderen Komponenten auftritt und für ein 1.400 EUR-System keine Glanzleistung hinsichtlich der qualitativen Anmutung darstellt. Der Subwoofer hat ein Holzgehäuse, welches schwarz furniert ist. Nur linke vordere Ecke aus optischen Gründen gerundet, sie weist die gleiche Rundung auf wie die Soundbar und die Wireless Rears am Übergang von Front zur Gehäuse-Oberseite. Hinten ist der Wireless-Bassist sehr einfach verarbeitet. Der Subwoofer strahlt seitlich ab und hat die Bassreflexöffnung hinten. Er benötigt natürlich auch einen Stromanschluss. Das Kabel ist austauschbar.

Fernbedienung

Die mitgelieferte Fernbedienung wirkt edel und hochwertig. Sie ähnelt sehr den TV-Fernbedienungen, allerdings ist die Fernbedienung des Soundbar-Systems in schwarz gehalten. In der Praxis überzeugen die Tasten mit ausgezeichnetem Druckpunkt, die Remote liegt gut in der Hand und alle Tasten sind bedingt durch die kompakten Abmessungen problemlos auch mit einer Hand erreichbar. 

Insgesamt erzielt die HW-N950 ein gutes Ergebnis, aber der aktive Subwoofer ist sehr einfach verarbeitet. Zudem haben die Wireless Rears ein Gehäuse mit einfacher Materialqualität. 

Installation

Die Installation ist denkbar einfach und verdient daher viel Lob. Die Soundbar muss lediglich per HDMI-Kabel mit Zuspieler und Bildwiedergabegerät verbunden werden. Sowohl Wireless Rears als auch der kabellose Subwoofer haben sich nach dem ersten Einschalten automatisch mit der Soundbar verbunden, und daher waren keine zusätzlichen Schritte notwendig. Für die Bluetooth-Verbindung klickt man 1x auf den „Bluetooth Pair“-Button auf der Fernbedienung, dann erscheint die Soundbar unter Geräten im Smartphone und kann mit einem Klick verbunden werden

Klang

Zunächst ein paar allgemeine Fakten rund um die HW-N950:

  • Taste „Woofer“ auf der Fernbedienung stellt den Pegel für den Subwoofer direkt ein
  • In den Einstellungen kann man für Treble, Bass, Center, Front, Side den Lautstärkepegel einzeln einstellen von -6 bis +6
  • Es gibt drei Sound-Modi: Standard, Virtual Surround und „Smart“; bei „Smart“ stellt die Samsung Soundbar abhängig des Materials automatisch den Soundmodus ein; z.B. wird bei Musik der virtuelle Surround-Modus deaktiviert, bei der Wiedergabe von Filmen hingegen aktiviert – funktionierte während des Testbetriebes sehr gut
Rock-Klassiker, Styx – Boat on the River, zugespielt via Bluetooth

Wir empfehlen hier den Standard-Modus bzw. „Smart“; Virtual Surround ähnelt hier ein wenig dem für AV-Receiver typischen Modus „All Channel Stereo“, allerdings mit sehr geringer Lautstärke auf den hinteren Lautsprechern. Im Standard-Modus wird eine solide Bühne mit guter Staffelung realisiert, und die einzelnen Instrumente sind gut differenziert, auch auf lokaler Ebene. 

Das Klangbild könnte sich insgesamt etwas besser von der Soundbar lösen, die Stimme steht aber zentral vor dem Hörer und überzeugt auch insgesamt mit charakteristischen Eigenschaften. Erfreulich ist die sehr gute Darstellung der Gitarrensaiten. Das gesamte akustische Erlebnis wird als angenehm und insgesamt ausgewogen wahrgenommen. Die Klangkulisse wirkt geschlossen und natürlich stimmig. Auch im Standard-Modus ist zudem eine ausgeprägte Räumliche Wirkung vorhanden. 

Der Subwoofer bindet sich sehr gut in das Gesamtgeschehen ein und trägt in der Standardeinstellung nicht zu dick auf, das merkt man daran, dass die einzelnen Percussion-Elemente parallel klar herauskommen. Die HW-N950 spielt laut und pegelfest auf, auch größere Wohnzimmer können mit überraschender Souveränität beschallt werden. Immer auffällig sind die transparenten und erstaunlich detaillierten Höhen, die soliden Mitten und der recht präzise Tieftonbereich. So bleibt als Fazit: Das gesamte Geschehen kommt mit überraschend hoher atmosphärischer Dichte daher.

Harry Potter and the Deathly Hallows Part 2, DTS:X

Der Tonmodus “Smart” wählt hier automatisch den virtuellen Surround-Modus aus; wir empfehlen bei der Filmwiedergabe, abgesehen von Musikfilmen oder Konzert-Blu-rays, auch den Virtual Surround-Modus zu verwenden. So gerüstet, entsteht ein enorm räumlicher Eindruck, und auch die Überkopf-Ebene wird ausgezeichnet mit einbezogen. Die Effektübergänge in die Überkopf-Ebene erfolgen fließend und homogen. 

Die Stimmverständlichkeit ist auch während des Action-Spektakels noch sehr gut. Das Aufbäumen des Drachens und das folgende Durchbrechen der Goblin-Bank könnte etwas druckvoller sein und mit mehr Tiefgang versehen werden; hier haben ausgewachsene Subwoofer bzw. Heimkino-Systeme noch klare Vorteile gegenüber dem großen Soundbar-Bundle. Man merkt hier, dass der aktive Wireless-Subwoofer etwas zu wenig Kraft hat, um eine immense Substanz zu erzeugen. Die atmosphärische Dichte ist hoch und man fühlt sich gut in das Geschehen des Filmes hineinversetzt.

Battleship, zweites Beispiel DTS:X

Die einzelnen Vorgänge auf dem Schiff: das Zielen mit der großen Kanone, das Einlegen der großkalibrigen Munition und der Abschuss kann klar und direktional nachvollzogen werden. Der Abschuss der Kanone könnte etwas nachdrücklicher erscheinen. Das Samsung-System bietet ein solides Volumen, hier geht aber noch etwas mehr, um noch mehr Atmosphäre zu realisieren. Doch für ein Soundbar-/Subwoofer-System dieser Liga ist das Resultat tadellos. 

Das Klangbild ist sehr dreidimensional und die Überkopf-Ebene wirkt gut strukturiert, aber es fehlt ein wenig an Kraft und Nachdrücklichkeit im Tieftonbereich. Das hatten wir vorangehend schon kritisiert - Samsung sollte darüber nachdenken, gerade bei einem Ensemble, auf dem der legendäre Name "Harman/Kardon" auftaucht, auch einen höheren Ansprüchen genügenden aktiven Subwoofer zu spendieren. 

Fate of the Furious, drittes Beispiel DTS:X

Die Stimmenwiedergabe gelingt hier sehr gut, Charlize Therons Stimme erscheint sehr natürlich. Auch die Wiedergabe der amerikanischen Motoren mit viel Hubraum gelingt ausgezeichnet. Als der elektromagnetische Puls von Vin Diesel gesendet wird, spielt der Samsung Subwoofer mit überraschend viel Tiefgang auf und liefert satten Punch, in dieser Sequenz kann er durchaus überzeugen, wenngleich noch etwas mehr Präzision möglich wäre. 

Das großkalibrige Maschinengewehr des Helikopters wirkt ebenfalls sehr kraftvoll und überzeugend. Die komplexe Kulisse wird von der HW-N950 gut abgebildet, ein ausgewachsenes System differenziert einzelne akustische Elemente noch etwas genauer aus und verteilt diese noch präziser im Raum. Insgesamt aber eine sehr gute räumliche Abbildung, der Benefit von DTS:X ist nachvollziehbar.

Mad Max: Fury Road, Dolby Atmos, Kapitel 3

Nachdem wir uns ausgiebig mit DTS:X-Beispielen beschäftigt haben, stellt sich nun die Frage, wie sich das Samsung-System bei Dolby Atmos-Tonspuren schlägt. Auch bei Dolby Atmos überzeugt die HW-N950 mit einer sehr räumlichen Vorstellung mit noch etwas höherer atmosphärischer Dichte. Die Soundbar agiert schnell und direkt, eine sehr gute Sprachverständlichkeit selbst bei der von Explosionen geprägten Verfolgungsjagd ist zu notieren. 

Authentisch heraus kommende Motorengeräusche, Motorräder, kompakte Autos und der schwere Transporter können gut unterschieden werden. Die HW-N950 spielt sehr laut auf und ist auch bis in die höchsten Bereiche pegelfest; abgesehen davon, dass es obenherum etwas spitzer wird, ändert sich an der Tonalität nichts.

Beim Subwoofer gibt es auch hier noch ein wenig Potential, auch hier könnten Einschläge und Explosionen noch etwas kräftiger und mit mehr Nachdruck daher kommen; das Niveau ist aber schon recht hoch und geht insgesamt auf jeden Fall in Ordnung. Beim Musik-Score agiert die Soundbar flink und mit hoher Geschwindigkeit, auch der Subwoofer zeigt gutes Reaktionsverhalten und hinkt nicht nach Die Komponenten harmonieren sehr gut miteinander und es sind keine „Lücken“ in der geschlossenen Klangkulisse feststellbar

Deadpool, DTS-HD Master Audio, Kapitel 3

Wie klingt die HW-N950 bei "klassischem" DTS-HD Master Audio-Material? Die Samsung Soundbar legt Teile des Tonsignals auch bei konventionellen Surround-Spuren auf die nach oben hin abstrahlenden Treiber, was die empfundene Räumlichkeit steigert. Der treibende Film-Soundtrack in Kombination wird sehr gut realisiert und begleitet die authentisch wirkende Schlägerei zwischen Deadpool und seinen Kontrahenten. 

Auch hier werden die Motorengeräusche sowie auch quietschende Reifen sehr gut und realistisch dargestellt. Der Sub agiert recht kräftig und kann vor allem mit schneller Reaktion und gutem Ansprechverhalten überzeugen. Die Klangkulisse hüllt auch hier den Zuschauer ein, allerdings können die Effekte nicht so präzise nachvollzogen werden wie bei echtem objektbasiertem Sound.

Konkurrenzvergleich

Das Yamaha YSP-5600 System kommt mit dem passenden aktiven Subwoofer auf 2.000 EUR und offeriert einen absolut fesselnden, kraftvollen Sound auch bei Dolby Atmos und DTS:X. Yamaha braucht bei diesem System keine separaten Wireless Rear-Lautsprecher, da dank der Yamaha-eigenen "Beam" Technik der Soundprojektor mittels speziell arrangierter Lautsprecher-Arrays nach sorgfältiger Raumeinmessung präzise Reflexionen an die Hörraum-Wände projiziert. Man hat tatsächlich beinahe den Eindruck eines echten Mehrkanal-Systems. Der Yamaha Subwoofer agiert druckvoller und präziser als das Samsung-Pedant. 

Teufels Cinebar Pro liegt bei 1.020 EUR aktuell (mit dem großen Subwoofer, als Cinebar Pro Easy mit kleinem Subwoofer für 920 EUR) und tritt sehr materialistisch auf: Groß und ausladendend, mit hochwertiger Gehäuseverarbeitung. Keine Frage, was Solidität angeht, hat die Cinebar Pro die Nase vorn. Auch bei der Wiedergabe von Stereo-Musik. Dank Dynamore wird die Stereo-Bühne effektiv geweitet. 3D Sound findet sich bei der Cinebar Pro nicht - echtes Ausstattungsmanko. 

In eine komplett andere Richtung geht das Stereo-Board Nubert nuPro AS-450 für 1.335 EUR. Hier handelt es sich, salopp gesprochen, um eine quer liegende Standbox, die äußerst massiv wirkt, aber auch ein ebensolches Klangbild erzeugt. Hervorragend ist auch die Verarbeitung, hier hat das Samsung-System keine Chance, obwohl es, das geben wir gern zu, eleganter wirkt. Echter, authentischer Stereo-Sound aus einem Stereo-Board, das ist die Nubert-Mission, DSPs für virtuellen Raumklang gibt es nicht. Mit diesem klaren Profil hat die nuPro AS-450 Lösung schon viele Liebhaber gefunden. 

Fazit

Vorteile: Komplettes System mit Wireless Rears, 4 x Upfiring-Speakern, Wireless-Subwoofer und extrem einfacher Installation. Akustisch besticht das Samsung HW-N950-Paket mit toller Räumlichkeit und einer erstaunlichen Klarheit. Nachteile: Der aktive Subwoofer hält weder akustisch noch hinsichtlich der Verarbeitung den hohen Standard. Er ist wahrhaftig nicht schlecht, wirkt aber stellenweise unterdimensioniert und wenig hochwertig. Hier hat die Konkurrenz Besseres zu bieten. 

Komplettes Soundbar-/Subwoofersystem mit 3D-Audio und vorbildlich einfacher Installation

Soundbar-/Subwoofer-System Oberklasse
Test 06. Dezember 2018

 

Test: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 06. Dezember 2018

Tags:




Alle aktuellen Tests auf AREA DVD
  ZURÜCK