TEST: Nubert nuPro AS-450 aktives Stereoboard – Gigantischer TV-Lautsprecher mit 100 kg Tragkraft

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„Was ist das denn“, werden viele Anwender sich erschrocken fragen, wenn sie den „Sounddeck-Terminator“ Nubert nuPro AS-450 für 1.335 EUR zum ersten Mal „live“ in Augenschein nehmen. 110 cm breit, 19,5 cm hoch und 40 cm tief, dazu 32 kg schwer – das, was sich hier vor einem aufbaut, hat wenig mit den sonst bekannten aktiven TV-Lautsprechern zu tun.

Integriert in das Stereoboard sind zwei leistungsfähige Digitalverstärker, die es auf jeweils 100 Watt Musikleistung bringen. Es arbeitet ein Modul für den linken und ein Modul für den rechten Kanal – demnach ist der Begriff „Stereoboard“ absolut gerechtfertigt. Der eingebaute Tieftöner mit 27 cm Durchmesser wird von einem weiteren digitalen Verstärkermodul mit bis zu 300 Watt Leistung angetrieben.

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3,5 Wege-System

Die Aufteilung der Frequenzen für das 3,5 Wege-Lautsprechersystem (wobei zwei der insgesamt vier Mitteltöner passiv arbeiten und somit den „halben Weg“ darstellen) übernimmt eine passive Frequenzweiche, während der eingebaute digitale Signalprozessor eine exakte Linearisierung der Frequenzbereiche sicherstellt.

Zu den besonderen technischen Eigenschaften der Soundbar nuPro AS-450 gehört die vollständig digitale Verarbeitung aller eingehenden Signale ohne zwischenzeitliche analoge Umwandlung. Auch die am analogen Cinch-Eingang ankommenden Impulse werden auf die digitale Ebene gewandelt und im Anschluss dem Signalprozessor zugeführt. Dieser teilt die Frequenzen auf, optimiert den Verlauf und schickt das Signal anschließend immer noch in digitaler Form an die Endstufen, von wo es direkt die Membranen der sechs Chassis in Schwingungen versetzt. Das ermöglicht bei allen Zuspielern aus dem Video-, Audio- und Multimediabereich die bestmögliche Signalverarbeitung.

Ob man das nuPro AS-450 Stereoboard als optisch gelungen empfindet, hängt vom persönlichen Empfinden ab. Solide verarbeitet ist das AS-450 auf jeden Fall, und auch im Detail kann das Finish überzeugen, so z.B. rückseitig die Anschlusssektion betreffend. Das Gehäuse besteht aus massivem MDF-Material, dadurch gibt es auch bei hohem Pegel – die, was wir nach ersten kurzen Checks versichern können, souverän erreicht werden – kaum störende Resonanzen. Das Klangbild ist auch durchs stabile, dicke Gehäuse besonders akkurat.

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Rückseite komplett

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Bassreflex-Öffnungen

Auf das riesige aktive Stereoboard kann man TV-Geräte mit bis zu 100 kg stellen. Da fällt uns nur ein: „wow“. Durch die abgerundeten seitlichen Kanten werden akustisch störende Kantendispersionen verhindert. Die Bassreflex-Öffnungen befinden sich auf der Rückseite. Die Oberfläche des Gehäuses ist hochwertig in schwarzem oder weißem Schleiflack gehalten. Wer nicht immer auf die sauber eingepassten Lautsprecherchassis blicken möchte, kann wahlweise ein mitgeliefertes magnetisches Gitter anbringen. 

Eine „Virtual Surround Funktion“ gibt es, getreu der Nubert-Klangphilosophie, nicht. Der eingebaute digitale Signalprozessor beschränkt sich daher darauf, die Qualitäten bei der klassischen Zweikanal-Wiedergabe zu optimieren. Nuberts Ansicht nach kann man auch bei reiner, unverfälschter Zweikanal-Wiedergabe ein plastisches und authentisches Klang-Panorama mit ansprechender Weitläufigkeit generieren. 

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Hochtöner

Das aktive Stereoboard nuPro AS-450 setzt auf zwei der Hochtöner, die auch in den Modellen nuPro A-200 und nuPro A-300 bewährt haben. Es handelt sich um eine Eigenentwicklung der Nubert-Ingenieure, ausgestattet mit einer leichten Seidenkalotte und einem großzügig bemessenen Schwingspulen-Durchmesser von 25 Millimetern. Die speziell bedämpfte Rückkammer und der Einsatz von dünnflüssigem Ferrofluid stellen eine enorme Belastbarkeit wieder. Die Frontplatte ist auf möglichst gleichmäßiges Rundstrahlverhalten optimiert.

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Mittel-/Tieftöner

Die Wiedergabe des Tief-/Mitteltonbereichs übernehmen vier Chassis mit einem Durchmesser von jeweils 12 cm. Hier kommen Polypropylenmembranen zum Einsatz, die auch in der nuPro A-100 zum Einsatz kommen. Der strömungsoptimierte Aluminiumkorb wird im Druckgussverfahren gefertigt und weist eine großzügig hinterlüftete Zentrierspinne auf, um Verzerrungen und Hitzestau zu vermeiden – das aktive Stereoboard ist aufgrund seiner hohen Belastbarkeit auch für größere Hörräume von 25 bis 30 Quadratmetern geeignet, wie wir herausgefunden haben.

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Basstreiber

Da fehlt doch noch was: Richtig, der Bassbereich. Auch das 270-Millimeter-Tieftonchassis hat sich bereits an anderen Stellen im Nubert Programm bewährt. Es zeichnet sich durch seine besonders schnelle Impulsumsetzung und weite Auslenkung aus – ideal, um auf vergleichsweise engem Raum hohe Bassdrücke zu erzeugen. Und, nicht zu vergessen, der sehr gute Tiefgang: Bei +/- 3 dB schafft das nuPro AS-450 hervorragende 30 Hz untere Grenzfrequenz. 

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Fernbedienung

Das nuPro AS-450 wird inklusive einer kompakten, gut verarbeiteten Infrarotfernbedienung ausgeliefert, über die sich wichtige Bedienvorgänge direkt und komfortabel vornehmen lassen.

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Display und Bedienelemente

Ein Display auf der Frontseite des Stereoboards gibt Auskunft über die Optionen und den Betriebszustand. Auf Wunsch lässt sie sich auch abschalten, wenn der Filmliebhaber sich von einem leuchtenden Display gestört und abgelenkt fühlt. Neben dem Display gibt es eine Navigationseinheit, mit deren Hilfe im Menü unter anderem folgende Einstellungen getroffen werden können (auch bekannt aus anderen nuPro-Modellen):

  • Eingangswahl, Lautstärke- und Klangregelung
  • Regelung der Balance
  • Festlegung der unteren Grenzfrequenz der Box
  • Festlegung der oberen Grenzfrequenz des Subwoofer-Ausgangs
  • Display-Darstellung im Betrieb und Anzeige der Limiter-Funktion
  • Festlegen und Aufrufen von Voreinstellungen
  • Zurücksetzen auf Werkseinstellungen
  • Klangregelung
  • Betriebsmodus Mono/Stereo

Wie bei den ATM-Modulen von Nubert berücksichtigt die Klangregelung des aktiven Stereo-Boards hörphysiologische Aspekte. Im Gegensatz zu sonst gebräuchlichen Hochtonreglern, welche die Klangkurve punktuell „verbiegen“, passt der Mitten/Höhenregler des nuPro AS-450 den Frequenzgang kontinuierlich und linear vom Tief- bis in den Hochtonbereich an. Damit bleiben der tonale Grundcharakter des Systems sowie die ursprüngliche Harmonie des Klangbildes erhalten und es stellen sich keine unpassenden Verfärbungen ein. Der weite Regelbereich erstreckt sich auf bis zu +/- 12 Dezibel. Das erweist sich in der Praxis als sehr nützlich. 

Der Bassregler verändert nicht nur die Tieftonintensität, sondern agiert im positiven Bereich auch wie eine Art „Loudness-Funktion“. Dies ist vor allem bei geringer Lautstärke sinnvoll, da das menschliche Gehör, wie wir wissen, leise Bässe wesentlich schwächer wahrnimmt als ebenso leise Töne im Mittel/Hochtonbereich. Auch hier ist eine Anpassung von +/- 12 Dezibel möglich. Daher kann man mit dem nuPro AS-450 Stereoboard schon bei niedrigen Lautstärken einen vollen Bass realisieren. 

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Anschlüsse

Die Soundbar nuPro AS-450 verfügt über drei Digitaleingänge (USB, S/PDIF optisch, S/PDIF elektrisch) sowie einen analogen Cinch-Eingang. Damit können bis zu drei Quellen mit digitaler und ein Gerät mit analoger Tonausgabe gleichzeitig angeschlossen werden. Der USB-DAC, wenn man das Sounddeck zum Beispiel an einen PC anschließt, verarbeitet bis zu 16-Bit/48 kHz. Über den optischen oder den koaxialen Digitaleingang sind bis zu 24-Bit/96 kHz möglich.  Eine Ausgangsbuchse für den Anschluss eines vollaktiven Subwoofers wie des nuPro AW-350, ein USB-Versorgungsausgang sowie eine Verknüpfungsbuchse (link out) stehen ebenfalls zur Verfügung. Über letztere kann beispielsweise ein Paar nuPro A-300 als Stereosatelliten betrieben werden, während das AS-450 die Rolle eines Mono-Centerspeakers übernimmt. 

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HDMI-Adapter

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Cinch-Anschlüsse

Wer HDMI-ARC verwenden möchte: Nubert legt einen Ligawo HDMI/ARC Cinch-Adapter und ein nuCable Audio 5 für die Verbindung vom Stereoboard zum Adapter dem AS-450 bei. Die Kabellänge beträgt 1 Meter. Ein sehr hochwertiges Inakustik Premium-HDMI-Kabel, ebenfalls 1 Meter lang, übernimmt die Verbindung vom Adapter zum TV. Wozu braucht man diese Erweiterung? Man kann nun die Lautstärke mit der TV-Fernbedienung regeln, und benötigt nicht mehr die eigene Fernbedienung des nuPro AS-450 Stereoboards. 

Da Bluetooth nicht intern vorhanden ist, sollten Liebhaber des kabellosen Streamings auf den verfügbaren LinTech blueLino 4G plus Bluetooth-Musikempfänger und ein Eagle-Cable deluxe Opto 1,5 Meter zurückgreifen. Diese Erweiterung sorgt für eine einfache Bluetooth-Realisierung. 

Wichtig für passionierte Stromsparer:  Das nuPro AS-450 Soundboard ist mit einer komfortablen Energiesparautomatik ausgestattet, die das System eigenständig einschaltet oder sie bei Nichtbenutzung in den stromsparenden Standby-Modus versetzt. In diesem Standby-Modus verbraucht der Lautsprecher nur 0,4 Watt. Durch einen Wippschalter lässt sich das AS-450 auf Wunsch auch vollständig vom Netz trennen. Das Weitbereichsnetzteil erlaubt den Einsatz dieser Aktivbox an Netzspannungen von 110/120 bis 230/240 Volt.

Wir sind schon gespannt auf die nun folgenden Klangtestreihen – das aktive Stereoboard aus Schwaben ist etwas Besonderes, allein schon der Größe wegen. Die technischen Daten lesen sich bestens, die Verarbeitung ist solide und hochwertig.

Klang

Los geht es mit „Das Omen“ – Teil 1 von Mysterious Art. Das One Hit Wonder vom Ende der 80er Jahre ist auf dem CD-Album „Omen – The Story“ enthalten und in durchschnittlicher akustischer Qualität werden normalerweise keine sprichwörtlichen Bäume ausgerissen. Doch nun mischt sich das Nubert Stereoboard massiv ins Geschehen ein – und wie. Der Bass hat Fundament und Kraft, und es geht erbarmungslos voran. Das nuPro AS-450 Deck schiebt an, dass jede Mini HiFi-Anlage vor Schreck hinters Rack fällt. Was das Stereoboard aus dem höchstens ausreichenden Quellmaterial holt, ist überragend. Recht präzise erfolgt die Stimmwiedergabe, die Trennung von den Instrumenten gelingt ausgezeichnet. Nur den  leicht blechernen, metallischen Unterton, den hört man nach wie vor. Kein Wunder, denn schließlich soll das nuPro-Soundmonster auch alles so wiedergeben, wie auf dem Tonträger enthalten. 

Bass macht Spaß mit dem nuPro AS-450 – auch wenn das bestimmt wieder zu einem schönen „Aufreger“ im  nuForum wird, aber sei es drum: Wir machen munter weiter mit „Sunday Afternoon“ von Mario Lopez. Hier bleibt bis „60“ auf der Pegelanzeige im Display alles gelassen. Danach kommt etwas Aufregung in die Basschassis, aber wir reden hier von Pegeln, die manche Stereoanlage mit kleineren Standboxen nicht schafft. Wucht, Dynamik, Kraft – das Vermögen des nuPro AS-450, gerade Trance- und Club-Musik sowie auch Pop sehr mitreißend darzustellen, ist erneut spürbar. Impulstreu werden dynamische Differenzen verarbeitet, die Kickbass-Präsentation ist hart und unerbittlich. 

Musikwechsel: Herbert Grönemeyers „Was Soll Das“ steht nun an. Die Stimmwiedergabe ist überragend, Herbert scheint sich mitten im Hörraum zu befinden. Besonders der große horizontale Abstrahlwinkel sorgt dafür, dass sich das große Steeoboard auch im Hörraum mit knapp 30 Quadratmetern noch gut durchsetzt. Hier müssen die meisten aktiven TV-Lautsprecher und Soundbars die Segel streichen – die Leistung der eingebauten Verstärker sowie die Membranfläche reichen schlichtweg nicht aus. Der Bass wird auch hier genau richtig getroffen, der Rhythmus kommt sehr gut heraus. Das Nubert-System baut eine absolut glaubwürdige Stereobühne auf und stellt somit auch Musikhörer, die eine gute All-In-One-Lösung suchen, vollauf zufrieden.

Jetzt muss das Ostalb-Soundboard alle Reserven mobilisieren: „The Howling“ von Within Temptation steht an. Der harmlose Anfang täuscht zunächst gekonnt, dieser wird mit erstaunlicher Sensibilität vom nuPro AS-450 dargestellt. Dann aber geht es richtig zur Sache und jetzt läuft das nuPro AS-450 zu ganz großer Form auf. Was hier an gewollter Aggressivität aus der Stimme geholt wird, ist für ein solches Gerät sensationell. Wir vergessen mal schnell alles, was wir bislang über aktive TV-Lautsprecher und Soundbars wissen, vergessen auch die altbacken anmutenden Adapter-Lösungen für Bluetooth  und HDMI: Akustisch, salopp gesagt, macht das nuPro AS-450 alles platt. Keiner hat hier auch nur den Hauch einer Chance, die Gewalt, die Nachdrücklichkeit und auch die Präzision sind konkurrenzlos. Ohne jede Anstrengung befeuern die digitalen Endstufen die Chassis – das muss man gehört haben. Wahnsinn made in Schwäbisch-Gmünd. 

Nach unserer CD-Testreihe komme nun Blu-rays dran, und wir hören uns die Stereo-Tonspur der a-ha-BD „The Final Concert“ an. „The Sun Always Shine On TV“- wir sind gespannt, ob die Sonne nach der Vorstellung in Schwäbisch-Gmünd scheint. Braucht man wirklich keinen virtuellen Surround-Aufpolierer, auf den Nubert bewusst verzichtet hat? Schon schneller als erwartet gibt es eine Antwort: Nein, braucht man nicht. Was nutzt der beste Algorithmus, wenn die Technik dahinter nicht so leistungsfähig ist wie eigentlich nötig? Und die Technik des nuPro-Soundboards sorgt für immense Pegelfestigkeit, tolle Räumlichkeit und erstklassigen Nachdruck. Trotzdem eine, vielleicht etwas böse, Anmerkung in Richtung Schwäbisch-Gmünd: Aktuelle Hightech-Algorithmen wie dts Virtual:X beeinflussen die Klanggüte praktisch nicht mehr negativ, dafür liefern sie einen spürbaren Zugewinn an als echt empfundener Räumlichkeit. Wir würden das Stereoboard sehr gern mit dts Virtual:X Decoder erleben dürfen – das wäre ein „Welterfolg“ nach schwäbischer Art! Schon jetzt hält sich das nuPro AS-450 aber die Konkurrenz vom Hals. Mit überragender Stimmwiedergabe und einer schnellen Umsetzung des Rhythmus werden wirkungsvoll Akzente gesetzt. Hier kommt wirklich die Sonne heraus über der Nubert-Firmenzentrale, und cineastisch kann man“Besser Geht’s Nicht“ mit Jack Nicholson und Helen Hunt zelebrieren. 

Kommen wir zu nüchternen Worten zurück. Sehr exakt baut das nuPro AS-450 bei allen Beispielen ein realistisches Stereo-Klangbild auf. Jeder Effekt sitzt am richtigen Ort. Stimmen und auch andere musikalische Anteile lösen sich trefflich vom großen Gehäuse. Übergänge zwischen einzelnen Frequenzbereichen sind nicht zu hören. Ein einheitliches, nahtloses Klangbild ist eine Haupt-Vorzug des nuPro AS-450. Der Hochtonbereich ist stimmig ausgelegt, frisch genug, um eine gute Durchhörbarkeit zu gewährleisten, aber doch so harmonisch, dass das Stereoboard auch bei hohem Pegel nie unangenehm spitz wird. Der Bassbereich spricht für sich, und unserer Meinung nach ist es fraglich, ob man in Anbetracht des großen Gehäusevolumens und der niedrig  liegenden unteren Grenzfrequenz überhaupt jemals einen zusätzlichen aktiven Subwoofer braucht. 

Es folgt mit „Lichtmond – Days Of Eternity“ und den Tracks „Nightflight To Chronos Part 1“ und „Nightflight To Chronos Part 2“ das nächste Klang-Beispiel. Die extreme Leistungsstärke im Bassbereich wird bei diesen beiden Stücken deutlicher als bei praktisch allen anderen Test-Songs und Filmbeispielen. Aber auch, wie weitläufig das Stereoboard agiert, ist phänomenal. Hier taucht man tief ins Geschehen ein – wohl bemerkt bei reiner Stereowiedergabe! Alle Effekte werden mit Sorgfalt sortiert, was zu einem gleichermaßen exakten wie räumlich tiefen Klangerlebnis führt. Tonal erweist sich das nuPro AS-450, ganz in der Nubert-Tradition, als ausgewogen und fühlt sich der Neutralität verpflichtet, wenngleich wir einen minimal ins „Angenehme“, das  heißt Warme, tendierenden Einschlag mit Wohlgefallen wahrnehmen. 

Leider müssen wir kurz nochmal einen anderen Musiker bemühen: „Das ist Wahnsinn“, würde Wolfgang Petry, der sich ja jetzt Pete Wolf nennt, kommentieren. Wir lauschen weiter – und stimmen dem Bändchen-Barden zu: Wahnsinn, wirklich. Hier haben sich bei Nubert bestimmt einige Verantwortliche einen halben Lebenstraum erfüllt und einen aktiven TV-Lautsprecher geschaffen, der im übertragenen Sinne die linke Spur frei fegt. Sorry, Nubert-Forum – verzeiht den Sprachstil hier, aber bei einem solchen Kraftpaket wie dem nuPro AS-450 Soundboard kann man schwer anders. 

Jetzt gehen wir zur Wiedergabe von Filmton über und hören uns den Beginn von „Skyfall“ an. Sehr gelungen baut das Nubert Stereoboard in der ersten Sequenz in Istanbul Atnmosphäre auf. 007 kommt in eine Wohnung, in der zahlreiche MI6-Agenten verletzt und ermordet wurden – der Killer Patrice ist mit einer HDD mit wertvollen, geheimen Informationen im schwarzen Audi A5 Sportback auf und davon. 007 macht kurz medizinische Erstversorgung, und verfolgt zusammen mit seiner Kollegin den Killer mit einem Land Rover Defender.

Ganz gleich, ob Bond in der Wohnung M unterrichtet oder ob der Audi verfolgt wird: Das nuPro AS-450 kommt mit jedem Effekt zurecht. Ob am Defender der Außenspiegel abgefahren wird oder sich der Audio auf die Seite legt: Stets ist man mitten im Geschehen. Hilfreich ist es für den Zuhörenden allerdings, möglichst zentriert vor dem Stereoboard zu sitzen. Dann kann man die MP-Salven aus Patrices Waffe sehr präzise verfolgen, ebenso die Jagd auf den Enduro-Maschinen, die über die Dächer des Grand Bazar führt und auch beinhaltet, dass die Gelände-Motorräder durch ein Fenster in die Basarhallen springen. Das Hochdrehen der Motoren, dazu der Music Score, all dies verdichtet das nuPro AS-450 zu einem eindrucksvollen Gesamterlebnis. Einige Kapitel später befindet sich 007 in Shanghai, um Patrice auszuschalten.

Die Musik, die zur Skyline der Megacity in der Nacht gespielt wird, zeigt einmal mehr die dynamische Qualität und die nachdrückliche Basswiedergabe des Nubert Stereoboards. Kleine Effekte, z.B. als Bond die SMS auf sein Sony Xperia Smartphone bekommt, arbeitet das nuPro AS-450 nahtlos und mit der richtigen Gewichtung ein. 

Kapitel 5 von „Stirb Langsam 4.0“ liegt dem Soundboard ebenfalls. Kraftvoll fliegen die MP-Salven durch den Hörraum. Das Zerlegen der Wohnung von Matthew Farrell durch die Schergen Gabriels wird akustisch wirkungsvoll verdeutlicht. Als einer der Killer durchs geshclossene Fenster in Folge der Explosion eines Feuerlöschers fliegt, erfüllt die Wucht des Effektes den ganzen Hörraum. Der große Membranhub des Basstreibers verhindert ein Anschlagen der Membran auch bei enormer Lautstärke (58 im Display).

Stimmen werden ein weiteres Mal ausgezeichnet eingearbeitet, ebenso der Music Score. Das Stereoboard erweist sich im Filmtonbetrieb als vollwertiger Entertainer, der kaum einen Wunsch offen lässt. Auch komplexer akustischer Aufbau ist kein Problem, kurz aufeinander folgende Effekt-Kombinationen werden präzise erfasst. 

Konkurrenzvergleich

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  • Nubert nuPro AS-250 für 585 EUR: Auch schon beachtlich gut ist das kleinere Nubert-Stereoboard. man sollte aber nicht den Fehler machen und zuvor das AS-450 hören – dann ist man „verdorben“ und sucht überall diese immense Bassgewalt und diese enorme räumliche Weite. Nicht falsch verstehen, auch das kleinere Stereoboard ist richtig gut und schafft viel Kraft im Bassbereich – aber das nuPro AS-450 zieht schlichtweg alle denkbaren Register und ist den enormen Mehrpreis Wert. 

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  • Canton DM 90.3: HDMI-Beschaltung, Dolby Digital/dts-Decoder, virtueller Surround-Algorithmus, tolle Fernbedienung und auch Bluetooth: Das laut Liste 1.199 EUR kostende Canton Sounddeck ist ein unangenehmer Konkurrent. Was die Pegelfestigkeit und die Basskraft angeht, hat das DM90.3 seinen Meister in der schwäbischen Konkurrenz gefunden. Was das Thema „Modernität“ angeht, liegt aber das DM 90.3 vorne. 

Raumfeld Sounddeck Front Seitlich1

  • Raumfeld by Teufel Sounddeck: Der äußerst elegante „Streaming-Chief“ kommt aus Berlin und heißt  jetzt offiziell „Teufel Sounddeck Streaming“. Auch der Schönheitspreis geht an das Sounddeck, das für 1.000 EUR angeboten wird. Sehr harmonisch klingend und mit erstklassigem virtuellen Surround-Algorithmus ausgerüstet, spielt der „Streamliner“ die Rolle des talentierten Schönlings überzeugend. Bass- und Pegefreunde werden trotzdem zum nuPro AS-450 greifen, während Design-Liebhaber die Berliner Alternative befürworten. 
Fazit

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Eine gewaltige Gewitterfront naht aus Schwäbisch-Gmünd: Das aktive Stereoboard nuPro AS-450 setzt klar die Maßstäbe bei Pegelfestigkeit, Basskraft und Präzision des Bühnenaufbaus gerade bei Musik. Exzellent verarbeitet und äußerst robust, erfüllt es auch in anderen Disziplinen hohe Ansprüche. Ein externer HDMI-ARC-Adapter liegt dem aktiven Stereoboard nuPro AS-450 serienmäßig bei. Direkt im Gehäuse verbaut ist ein USB-DAC. Bewusst ist das nuPro AS-450 auf die reine Stereowiedergabe ausgelegt, und das beherrscht der riesige aktive TV-Lautsprecher perfekt – ganz ohne virtuellen Surround-Sound. 

Der schwäbische Gigant: Riesengroß, hervorragend verarbeitet und mit einer Klangqualität, die in dieser Produktgruppe Maßstäbe setzt
referenz
Gesamt-Referenz aktive TV-Lautsprecher aller Preisklassen
Test 17. November 2017

Test: Carsten Rampacher
Bilder: Sven Wunderlich
Datum: 17. November 2017

 




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