TEST: Klipsch Reference MK II 5.1 Set (RF-7 II, RC-64 II, RB-81 II, SW-311) - Dynamik-Meister aus den USA?

27. April 2011 (phk/cr/sw)

Einführung

Das Topmodell der Reference MK II Serie, die RF-7 II konnten wir in einem Stereo-Test bereits sehr positiv bewerten, nun gesellen sich zu den 40kg schweren, pegelfesten "Boxen für Männer" der Center RC-64 II, die Bookshelf-Lautsprecher RB-81 II und der aktive Subwoofer SW-311 und addieren sich in unserer Redaktion zu einem 5.1 System. Der große Center-Lautsprecher mit 91cm Breite gliedert sich optimal an die 123cm hohen Floorstands an und soll mit vier 16,5cm Cerametallic Woofern und dem typischen Klipsch Tractrix-Hornhochtöner für ein solides Fundament und brilliante Hochtonwiedergabe sorgen. Die etwas kleiner bemessenen Bookshelf RB-81 II kommen als Rear-Komponenten zum Einsatz. Für die tiefsten Frequenzen steht der neue Subwoofer SW-311 zur Verfügung, der für 1900 EUR UVP zwar nicht wie ein Schnäppchen erscheint, dafür aber neben enormer Kraft und Tiefgang auch individuell einstellbare Presets und ein eigenes Einmess-System für die Anpassung an den Hörraum mitbringt. Zudem soll der mit 33cm Breite, Höhe und 35,6cm nicht allzu riesig bemessene Basswürfel selbst für größere Räume genug Kraft und Volumen bereitstellen. Die Reference-Komponenten sind in Schwarz oder Kirsch-Finish zu haben, der LFE lediglich in Schwarz. Wie sich die neue Serie im Praxisbetrieb schlägt, haben wir für Sie überprüft.

Die UVP im Einzelnen:

  • Frontlautsprecher RF-7 II: 1900 EUR/Stück
  • Centerlautsprecher Klipsch RC-64 II: 1200 EUR/Stück
  • Bookshelf RB-81 II: 400 EUR/Stück
  • Aktiver Subwoofer: 1900 EUR/Stück
  • Gesamtpreis: 7700 EUR für das 5.1 Set
Verarbeitung

Video-Overview der 5.1 Komponenten

 

Front RF-7 II

Klipsch Reference RF-7 II

Das Klipsch-typische Horn

Kantenverarbeitung

Weitere Bilder der RF-7 MKII finden Sie im separaten Stereo-Test.

Center RC-64 II

Center-Lautsprecher RC-64 II

4 identische Woofer und mittig platzierter Hornhochtöner

Finish und Kantenverarbeitung

Gumminoppen als Standfüße und die Stellschraube im Hintergrund

Aufnahme des Lautsprechergitters

Woofer ausgebaut

Innenleben

RC-64 II ohne LS-Gitter

RB-81 II

Bookshelf-Lautsprecher RB-81 II

Saubere Passung der LS-Gitter

Kantenverarbeitung Front

8" Cerametallic Woofer

Bassreflex vorne

Rückseite

Anschlüsse

Frequenzweiche

Horn-Hochtöner ausgebaut

Schicker, schlichter optischer Auftritt

Subwoofer SW-311

Subwoofer SW-311

Front des SW-311 offen

Front-Woofer im Detail

Passung an einem der passiven Woofer

Gerundete Kanten

Display und Bedienelemente

Subwoofer Fuß

Rückseite SW-311

Video SW-311

 

Die Verarbeitungsqualität des großzügig bemessenen Center-Lautsprechers RC-64 II schließt sich ebenso nahtlos wie die massive Optik an das Floorstand-Flaggschiff RF-7 II an. Massiv und kantig zeigt die amerikanische Lautsprecherschmiede, dass der "Woman Acceptance Factor" hier gegenüber Faktoren wie Gehäusevolumen und Zweckdienlichkeit hintenan stehen muss. Tadellose Raffinesse darf auch hier nicht erwartet werden, Chassis sowie Anschlüsse sitzen aber gut, auch die Oberflächenqualität des Holzes wirkt hochwertig. Gumminoppen auf der Unterseite geben dem Center soliden Halt, zudem ist eine Stellschraube integriert, um den Center bei Bedarf nach oben hin anwinkeln zu können. Der RC-64 II Center ist ein geschlossener Gehäusetyp, weist also keine Bassreflex-Öffnung auf. Die Bookshelf-Lautsprecher RB-81 II, die in unserem Setup als Rear-Lautsprecher zum Einsatz kommen, verfügen über eine Bassreflex-Öffnung nach vorne und ebenfalls über Bi-Amping-Anschlüsse, die in Wertigkeit den Front-Komponenten kaum nachstehen. Das Stoffbespannte Lautsprecher-Gitter aus Kunststoff ist im Gegensatz zu Front und Center nicht aufgesteckt sondern wird magnetisch befestigt, Nachteile entstehen dadurch keine. Die Oberflächenqualität ist ähnlich gut und auch das Woofer-Chassis sowie das Tractrix-Hochtonhorn ist sauber in die Schallwand integriert. 

Die Einpassungen der zwei passiven sowie der aktiven Membran am Subwoofer SW-311 ist ebenfalls nicht zu beanstanden, bei allen handelt es sich um widerstandsfähige 10" (25.4cm) Treibern aus gewobenem Fiberglas. Auf der Oberseite des LFE in Schwarzem Satin-Finish findet sich ein kleines Display, individuelle Einstellungen (u.a. die Raumakustik-Korrektur) können hier vorgenommen werden. Das EQ-Setting "Depth" eignet sich besonders für den Filmgenuss mit enormem Tiefgang und nachdrücklichem Sound, "Punch" ist besonders bei schneller, techno-lastiger Musik einzusetzen. Die "Flat" und "Night"-Einstellungen kommen eher ruhigeren Gemütern oder feingeistigeren Musikstücken zugute. Der Punkt "Room Correction" im Display startet die automatische Akustikkorrektur bei eventuell vorhandenen Raummoden, hierzu muss das separate Einmessmikrofon angeschlossen werden. Im Gegensatz zu den übrigen Komponenten sind die Kanten am Subwoofer leicht gerundet und nicht so spitz, gut dimensionierte Gummifüße sorgen für einen standfesten Halt und Entkopplung vom Untergrund. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.

Technische Daten

RC-64 II (Center)

  • Frequenzgang 59Hz-24KHz ± 3dB
  • Belastbarkeit 200W RMS / 800W Peak
  • Empfindlichkeit 99dB @ 2.83V / 1m
  • Nennimpedanz 8 ohms compatible
  • Übergangsfrequenz 1400Hz
  • Hochtöner 1.75" (3.2cm)
  • Tieftöner Quad 6.5" (16.5cm) Cerametallic™ cone woofers
  • Gehäusetyp Geschlossen
  • Anschlüsse Dual binding posts / bi-wire / bi-amp
  • Höhe 20.3cm
  • Breite 91cm
  • Tiefe 33cm with grille MOUNTING Uptilt and Downtilt feet
  • Gewicht 23.5kg
  • Gehäusefarbe Black Ash , Medium Cherry furniture grade wood venee

RF-7 II Front

  • Frequenzgang 30Hz-24KHz ± 3dB
  • Belastbarkeit 250W RMS / 1000W Peak
  • Empfindlichkeit 101dB @ 2.83V / 1m
  • Nennimpedanz 8 ohm
  • Übergangsfrequenz 1200Hz
  • Hochtöner 1.75" 4.45cm Titanium diaphragm compression driver HIGH FREQUENCY HORN 8" square 90° x 60° Tractrix® Horn
  • Tieftöner 2x 10" (25.4cm) Cerametallic™ cone woofers
  • Gehäusetyp Bass-reflex
  • Anschlüsse Dual binding posts / bi-wire / bi-amp
  • Höhe 123.3cm mit Füßen
  • Breite 29.5cm
  • Tiefe 41.5cm
  • Gewicht 39.5kg
  • Gehäusefarbe Black Ash , Medium Cherry furniture grade wood veneer

RB-81 II (Rear)

  • Frequenzgang 44Hz-24KHz ± 3dB
  • Belastbarkeit 150W RMS / 600W Peak
  • Empfindlichkeit 97dB @ 2.83V / 1m
  • Nennimpedanz 8 ohms compatible
  • Übergangsfrequenz 1400Hz
  • Hochtöner 1" (2.54cm)
  • Tieftöner 8" (20.3cm) Cerametallic™ cone woofer
  • Gehäusetyp Bass-reflex nach vorne
  • Anschlüsse Dual binding posts / bi-wire / bi-amp
  • Höhe 48.4cm
  • Breite 23.5cm
  • Tiefe 31.2cm
  • Gewicht 12.5kg
  • Gehäusefarbe Black Ash & Cherry woodgrain vinyl

SW-311 (Subwoofer)

  • Frequenzgang 22Hz-120Hz ± 3dB
  • Empfindlichkeit 106dB @ 40Hz
  • Maximale Musikleistung 118dB @ 30Hz
  • Endstufenleistung FTC Rated Power: 500 Watt continuous @ <2% THD / Dynamic Power: 1200 watts 
  • Treiber 10" (25.4cm) Aktiv / Dual 10" Passiv aperiodisch gewebte Fiberglass
  • Gehäusetyp Bass-reflex via dual side-firing passive radiators
  • Eingänge L/R Line-level RCA jacks, USB, 12V Trigger, MIC, WA port
  • Ausgänge Line-level RCA jack
  • Höhe 33cm
  • Breite 33cm
  • Tiefe 35.6cm
  • Gewicht 16.8kg
  • Features DCS control and feature set w/ 5 system presets and Adaptive Room Correction II with 12 active filters
  • Gehäusefarbe Black satin
  • Spannung 220-240V~50/60Hz 5A / 1 Watt Standby
Testequipment
Klang

HD-Tonformate auf Blu-Ray 

Tiesto - Elements of Life, Live in Copenhagen, Back in Your Head & Adagio for Strings, DTS-HD Master 5.1

Nach der exzellenten Leistungen bei elektronischer Musik der Reference RF-7 II im Stereo-Betrieb können wir uns das Live-Konzert in Kopenhagen des niederländischen DJ und Produzenten natürlich nicht entgehen lassen. Schon in den ersten Sekunden von Back in Your Head zeigt sich die enorme Grobdynamik und Kraft des Reference 5.1 Sets. Homogen verteilen sich die Effekte und Frequenzübergänge in den Raum, eine beeindruckend raumfüllende, dichte Atmosphäre entsteht, die den Zuschauer inmitten der Zuschauermenge platziert. Der Klang löst sich hervorragend von den Komponenten und liefert einen breiten und tiefen Bühneneindruck. Wie nicht anders erwartet präsentiert sich das Ensemble enorm pegelfest, selbst im größeren Hörraum ist Club-Lautstärke ohne Kompromisse möglich. Auffallend an der neuen Reference-Serie ist die sehr gute Integration und Einbindung feindynamischer Effekte und Charakteristika, die früher typische "Badewanne" ist deutlich geringfügiger ausgeprägt. An Spaßfaktor verlieren die Klipsch-Komponenten aber nicht, mit brachialer Bassgewalt und Grobdynamik feuern die Reference-Speaker um sich. Die Stimme Teagan & Saras gerät dabei nicht zu sehr in den Hintergrund sondern wird treu in die Großhallen-Atmosphäre eingegliedert. Sehr schnell agieren die großen Chassis der Lautsprecher-Komponenten, präzise und direkt wirkt der Kickbass. Der aktive Subwoofer unterstützt die Fronts noch einmal bezüglich des Tiefgangs und arbeitet die verschieden tiefen Frequenzschichten sauber heraus. Der im Vergleich zu den übrigen Komponenten beinahe "klein" wirkende LFE muss sich keinesfalls verstecken. Trotz der deutlich gesteigerten Rafinesse der Kulissse sind im Mittenbereich der hinteren akustischen Ebenen noch kleine Schwächen zu entdecken, in puncto Feindynamik macht die neue Reference Serie aber einen klaren Step nach vorne und bietet sehr gute Detaillierung und Auflösung.

Celiné Dion - Live in Las Vegas, Dolby TrueHD 5.1

Sehr räumlich gelingen die ersten Sekunden des Vegas-Konzertes der kanadischen Diva, die Spiegelsplitter zerbersten klirrend und verteilen sich im Raum. Die Klatschgeräusche der Menge wirken gut differenziert und vermengen sich nicht zu einem Einheitsbrei. Als Celiné die Stimme erhebt, kommt das leichte Hauchen in der Stimme fein heraus. Die Vokalstimme löst sich wie die übrigen Bühneninstrumente sehr gut von den Lautsprechern und steht zentral auf breiter Bühne vor dem Hörplatz. Der groß dimensionierte Center glänzt mit filigraner Ausstaffierung der vokalen Charakteristika, Körper und Fülle der Stimme Celinés werden gekonnt wiedergegeben. Der große Abstrahlwinkel ist ein weiterer Pluspunkt, wollen einmal mehrere Zuschauer das Konzert in hoher Qualität genießen. Die hinteren akustischen Ebenen wirken nicht im identischen Maße ausdetailliert, zeigen aber bereits gute Transparenz und Integration feiner akustischer Elemente. Der Mittenbereich wirkt klarer als bei früheren Reference-Komponenten, so wird differenziertere Struktur und höheres Auflösungsvermögen geboten. Der Subwoofer gliedert sich gekonnt ins Bühnenbild ein und greift nur bei absoluter Notwendigkeit, wie den Donnerschlägen im dritten Track, gezielt und präzise ein. Dank der guten Durchhörbarkeit der Klangkulisse wirkt auch die Instrumentaldifferenzierung ausgeprägt und akustische Elemente lassen sich problemlos orten.

The Dark Knight, Kapitel 1, Dolby TrueHD 5.1

Die einleitenden Paukenschläge gelingen dem Klipsch Set nachdrücklich, präzise und mit ausgezeichnetem Tiefgang. Das hintergründige Bassfundament, das die ersten Minuten des Banküberfalls begleitet, kommt sehr gut heraus. Das Aufschießen des Fensters des Skyscrapers mit dem Enterhaken gelingt ebenfalls sehr strukturiert, hier macht sich die Finesse und Feindynamik im Tieftonbereich des SW-311 bezahlt. Die Grobdynamik ist ebensowenig zu beanstanden, das Reference Set bietet eine lebendig fidele Soundkulisse und spielt auch bei hohem Pegel seine positiven Seiten voll aus. Die Räumlichkeit ist dank der ausgezeichneten Loslösung der Kulisse von den Komponenten sehr ausgeprägt. Die Stimmwiedergabe gelingt charakteristisch, feine Differenzen der leicht gedämpften Stimmen hinter den Clownmasken können noch herausgehört werden. Im Hochtonbereich darf man keine Gnade erwarten, die Tractrix-Hörner schleudern die Höhen aggressiv und klar nach vorne. Die Pegelfestigkeit ist ausnahmslos zu loben, selbst extremen Schüben von leistungsfähigen Receivern bereiten der neuen Reference Serie keine Probleme.

Avatar, Kapitel 7, DTS-HD Master 5.1

Dem Klipsch Reference Set gelingt ein authentischer und sehr räumlicher Beginn des siebten Kapitels des Ausnahme-Spektakels von James Cameron. Die Rotorgeräusche des Militär-Helikopters und die Flügelschläge der Tiere sind ausgezeichnet in die Kulisse eingebunden. Nach der Landung in der Dschungellandschaft finden sich in der verlustfreien Avatar-Tonspur eine Vielzahl feiner akustischer Elemente, die räumlich in der Kulisse verteilt sind. Tatsächlich gelingt den früher eher grobschlächtigen Reference-Speakern eine sehr fein auflösende Kulisse. Das Rascheln des Grases unter den Füßen der Avatare, Umgebungsgeräusche der Fauna, oder gar die selten hörbaren Klickgeräusche am Ohrschmuck von Dr. Augustine sind heraushörbar. Trotz der Transparenz verliert die Kulisse nichts an dichter Atmosphäre, sondern umschließt den Zuschauer in der fidel effektvollen Akustik. Als die Crew auf die Saurier-ähnlichen Geschöpfe trifft, beweist der "kleine" Subwoofer was in ihm steckt. Die Stampede des einzelnen Tieres und im folgenden der Herde gelingt enorm tief und bassgewaltig. Auch als das große Raubtier sich von hinten an Jake Sully anschleicht, kommt das untergründige Grummeln enorm tief und kraftvoll beim Hörer an. Der SW-311 lässt sich exzellent zur Unterstützung der tiefsten Frequenzen einsetzen und übernimmt die letzten 25-30 Hz, die von Center und Fronts nicht mehr geschafft werden.

Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend. 

Konkurrenzvergleich

Canton Chrono SL: Deutlich preiswerter, präsentiert sich das Canton 5.1 Set als die harmonische und kultivierte Living Room-Alternative. Bestens verarbeitet und mit vertretbaren Abmessungen, wird auch die „Chefin des Hauses“ den Einzug des hessischen Ensembles ohne Veto billigen. Pegelfester, noch dynamischer und räumlicher aufspielend, sind die Reference MkII Lautsprecher die Alternative für den „ganzen Mann“, der sein großes, maskulin eingerichtetes Loft unter massiven Dauerdruck setzen möchte. Hervor sticht der brillante, DSP-gesteuerte aktive Subwoofer, der immense Leistung mit tadelloser Präzision und sehr gutem Tiefgang koppelt.

Klipsch Reference 7.2 Set (Mk I Standard): Die ältere Reference-Serie gehört beileibe nicht zum „alten Eisen“, nach wie vor ist dieses Set sehr pegelfest und durch die Konfiguration mit zwei kleinen, starken aktiven Subwoofern auch prima m Heimkinoraum zu stellen. Die kompakten Bässe geben mächtig Gas und fügen sich hervorragend in die Frontkulisse ein. Die neuen Mk II Komponenten klingen ausgewogener, haben prägnantere Mitten und weisen eine prima Feindynamik auf. Die Grobdynamik und die Pegelfestigkeit sind keinesfalls schlechter, sondern konnten sogar nochmals verbessert werden.

Audiophil angehauchte Hörer könnten das ASW Cantius 5.2 Set als verheißungsvolle Alternative ansehen. Sehr fein detailliert und mit sensibler Räumlichkeit gesegnet, beeindruckt die tonale Homogenität zutiefst: Gerade bei anspruchsvollem, sehr differenzierten Musikmaterial denkt der erfahrene Hörer, es mit einem deutlich teureren Ensemble zu tun zu haben. Was den Bassdruck begrifft, versuchen sich die ASW-Boxen erst gar nicht an den Klipsch-Schallwandlern – es werden schlicht andere Schwerpunkte gesetzt, das gilt auch für Pegelfestigkeit und Grobdynamik.

Fazit

Das Klipsch Reference Mk II 5.1 Set besticht durch viele Tugenden: Kraftvoll aufspielend, grobdynamisch überragend und mit nahezu perfekter Pegelfestigkeit gesegnet, kommt hier der Liebhaber von effektlastigen Filmen und von nachdrücklicher, energiegeladener Musik voll auf seine Kosten. Neu ist aber, dass die Reference-Lautsprecher in der aktuellen Edition auch ganz andere Tugenden mitbringen: Durch die hörbar gestiegene Sensibilität werden auch klassische Musikstücke sehr gut wiedergegeben. Der weitaus besser ausgeprägte Mitteltonbereich gliedert sich in diese positive Bewertung nahtlos ein. Stimmen sind verständlicher, haben mehr Körper und Struktur – der große Center insbesondere hat einen deutlichen Schritt nach vorn gemacht und kann nun mit den besten Centern dieser Preisklassen bestens konkurrieren. Gestiegen ist auch die Räumlichkeit des gesamten Systems, dies sich überdies feiner und intensiver verteilt. Somit ist das Reference Mk II 5.1 System nach wie vor ein Lautsprecherset für „ganze Männer“, aber es vergisst auch nicht, feinere, filigranere akustische Seiten herauszukehren. Alle Komponenten passen hervorragend zusammen, der Anwender braucht allerdings Platz, um die Klipsch-Boxen aufzustellen. Die Verarbeitung ist robust und langlebig – modische Einflüsse haben im schlichten „Form follows Function“ Design der US-Lautsprecher aber keinen Platz.

Die pegelfesten Dynamik-Asse aus den USA zeigen sich kultivierter - "Boxen für Männer" jetzt auch mit akustischer Finesse

Lautsprechersysteme Oberklasse
Test: 27.04.2011

+ Grobdynamik
+ Kraft und Pegelfestigkeit
+ Gesteigerte Feindynamik
+ Schnell und effektfreudig
+ Hervorragender Center
+ Enorm kraftvoller und modern ausgestatteter, aber kompakter Subwoofer

- "Rustikales" Auftreten

Text: Philipp Kind, Carsten Rampacher
Fotos/Videos: Sven Wunderlich, Philipp Kind
27. April 2011

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