TEST: Panasonic Speaker-Board SC-HTE80

Panasonic SC-HTE80 Speaker-Board mit HDMI für 299 EUR

Das Produkt

Die IFA 2013 hat gezeigt: Es gibt einen neuen Trend. Ob das Produkt nun „aktiver TV-Lautsprecher“, „TV-Rack-Lautsprecher“ oder „Speaker-Board“ heißt, Sinn und Zweck sind immer gleich: Auf einem kompakten Lautsprechersystem kann direkt der Flachbildschirm mit seinem Fuß Aufstellung beziehen. Während sich herkömmliche Soundbars besonders in Verbindung mit der Wandmontage des Screens eignen, widmen sich die neuen Systeme denjenigen, zahlreichen Anwendern, die ihren TV auf einem Rack oder Board unterbringen.

Ganz vorn beim Trend mit dabei ist Panasonic mit dem Speaker-Board SC-HTE80. Für 299 EUR, wahlweise in silberner oder schwarzer Version, bekommt der Käufer viel geboten: So 120 Watt (RMS) Ausgangsleistung, zwei integrierte Subwoofer auf der Unterseite für gelungene Basswiedergabe, Decoder für Dolby Digital, Dolby Pro Logic II, Dolby Virtual Speaker sowie DTS, den Support von Bluetooth nebst NFC für schnelle, drahtlose Verbindung zum Smartphone sowie vielseitige Anschlussmöglichkeiten: HDMI-Eingang, HDMI-Ausgang mit ARC, ein optischer Digitaleingang und ein AUX-Eingang. Maximal trägt das Speaker-Board Flachbildschirme bis zu 30 kg. Das 3,2 kg wiegende Speaker Board misst 460 mm in der Breite, 60 mm in der Höhe und 280 mm in der Tiefe. Bestückt ist es mit zwei Fullrange-Lautsprechern im Maß 3,9 x 9 cm und zwei Subwoofern im 8 cm Format.

Dank einfachem Setup und VIERA Link sind Handling und Einrichtung schnell erledigt und auch für weniger versierte Anwender problemlos geeignet.

Das Speaker-Board hinterlässt gleich nach dem Auspacken einen guten Eindruck. Zwar besteht das Gehäuse aus Kunststoff, dieser ist aber gut verarbeitet und von ordentlicher Qualität. Die Gehäuseecken sind gerundet, und vor den Lautsprecherchassis spannt sich ein Metallband. Es finden sich sogar ordentliche Standfüße unter dem Speaker-Board, ebenfalls unter dem Hauptgerät befinden sich die nach unten abstrahlenden Bass-Chassis.

Sogar ein Display ist vorhanden

Bedienelemente am Gerät

Basstreiber auf der Unterseite

Bassreflexöffnung auf der Rückseite – der „Aero Stream Port“ erzeugt kaum Strömungsgeräusche

Oberflächenfinish

Einfach gemachte, aber praktische Fernbedienung

Panasonic empfiehlt das Speaker-Board besonders in Verbindung mit den LED-LCD-TVs der DTW60-Baureihe. Im Lieferumfang des SC-HTE80 ist auch eine kompakte Fernbedienung enthalten. Erfreulicherweise verzichtete Panasonic auf billige Folientasten – der Anwender wird es danken.

Verschiedene Sound-Modi gehören ebenfalls zum Ausstattungsumfang. Standard, Stadium, Music, Cinema, News und Stereo stehen zur Auswahl. Für bessere Stimmverständlichkeit sorgen der „Clear Mode Dialog“ und die „Dialog Level Control“.

Im Setup findet sich zudem ein Display-Dimmer. Möglich ist es auch, eine Lautstärkebegrenzung zu aktivieren.

Klang

Wir haben uns den aktuellen 007-Film „Skyfall“ ab Beginn angehört. Direkt zu Beginn ist leiser Muezzin Gesang im Hintergrund zu hören, dann ein plötzlicher Dynamiksprung, und Bond-typische Klänge sind zu vernehmen. Im DSP-Programm „Movie“ meistert das SC-HTE80 die akustischen Hürden sehr gut und schafft auch eine ordentliche Räumlichkeit. Bei Pegeln, die sich sogar über Zimmerlautstärke befinden, wirkt das Speaker-Board recht gelassen. Erst, wenn man es übertreibt, erscheint der obere Mitteltonbereich zu präsent und etwas blechern, dann werden „echte“ Hochton-Anteile zudem etwas in den Hintergrund gedrängt. Für Pegel-Festspiele ist das SC-HTE80 aber auch nicht gedacht.

Zwei Dinge gelingen dem Panasonic-System überraschend gut. Zum einen, verschiedene akustische Anteile auseinander zu differenzieren. So z.B. bei der Fahrt von 007 und der MI6 Mitarbeiterin im Land Rover die Dialoge und die Effekte, die von außen kommen wie der abfallende Außenspiegel des Geländewagens. Dem Crahs von Killer Patrice im schwarzen Audi A5 Sportback fehlt es verständlicherweise unten herum ein wenig an Substanz. In Ansätzen aber kommt durchaus die Wucht des Aufpralls heraus. Die relativ kleinen Subwoofer unter dem SC-HTE80 Speakerboard machen ihre Sache demnach prima.

Der Schusswechsel direkt nach dem Unfall von Patrice gibt das Speaker-Board prima wieder, sogar die aggressive Schärfe gerade der MP-Salven des Killers kommen überraschend gut heraus. Die kurze Zeit später stattfindende Verfolgungsjagd auf den Geländeenduros wirkt lebendig. Die wilde Fahrt über den Dächern des Grand Bazar zeigt auch wieder eine gute Räumlichkeit. Tonal erscheint das Speaker-Board recht ausgewogen und neigt nicht zu monotoner oder zu oberflächlicher Wiedergabe.

Die tosenden Wellen vor Beginn des Titelsongs von Adele haben erneut eine Räumlichkeit, die für ein solches System wirklich überzeugend ausfällt. Der Song, der dann folgt, beweist uns, dass man das System auch für die Wiedergabe von Musik einsetzen kann. Klar dürfte sein, dass hier der „Alltagshörer“ mit normalem Anspruch fokussiert wird. Musikalische Gourmets sollten sich ein derartiges System nicht kaufen, aber dies sollte eigentlich klar sein.

Für die Jobs, die musikalisch und cineastisch im Wohnzimmer des normalen Verbrauchers anfallen,, eignet sich das SC-HTE80 auffällig gut. Leicht zu bedienen, mit gar nicht mal schlechten DSPs (wer es genau nimmt, kann während des Titelsongs auf das „Music“ DSP umschalten und erhält eine bessere Abstimmung von Stimme und Instrumenten aufeinander. Das Bedienkonzept: Die Taste „Sound“ drücken, und in den einzelnen Punkten, die bei mehrmaligem Drücken der „Sound“ Taste durchlaufen, kann man mit den Pfeiltasten navigieren. Einfach und effektiv.

Als im Londoner Starkregen die MI6 Zentrale gezeigt wird, fallen die Regentropfen dicht und mit guter Dynamik zu Boden. Kurze Zeit darauf ertönt Glockengeläut und Verkehrslärm, hier rücken die Verkehrsgeräusche etwas zu stark in den Hintergrund. Stimmen gibt das Speaker-Board vernünftig wieder. Die Stimme von „M“ und ihrem neuen Chef werden sogar mit guter Struktur übertragen.

Die imposante Filmmusik vor den Skyline der chinesischen Mega-Metropole Shanghai wird ebenfalls so gut wiedergegeben, dass sich der Hörer mit normalem Anspruch nicht beschweren wird. Panasonic sieht in der SC-HTE80 die ideale akustische, gleichzeitig von den Abmessungen her kompakte Ergänzung zum TV – dieser Einschätzung können wir zustimmen. Verglichen mit dem Klang, der aus den TV-Lautsprechersystemen kommt (das gilt praktisch für alle Hersteller, bis auf einige rar gesäte Modelle), erscheint der Sound des SC-HTE80 Speakerboard wie eine Offenbarung. Bei der Fahrt durch Shanghai, als 007 in der Mercedes S-Klasse Patrice im Taxt verfolgt, schafft es das Panasonic-System sogar, eine glaubwürdige Atmosphäre zu kreieren.

Als sich Bond in letzter Sekunde noch an den Aufzug hängt, in dem Killer Patrice zu seinem nächsten Auftrag unterwegs ist, wird dieses Manöver mit guter Dynamik herausgearbeitet, und auch der Music Score kommt nicht zu kurz. Am besten positioniert man sich zentral vor dem SC-HTE80, dann wirkt die Effektverteilung realistisch und die virtuelle Räumlichkeit ist überraschend. Man sollte nicht zu nah vor dem Speaker-Board sitzen, 2,5 Meter und mehr Distanz machen die Klanggüte besser als schlechter, weil Effektverteilung und Räumlichkeit dann einfach besser wirken .

Beim derzeit aktuellsten Mission Impossible-Teil, dem „Phantom-Protokoll“, präsentiert uns das Speaker-Board wiederum eine gute Leistung. Die Filmmusik wird lebendig wiedergegeben, der Aufbau der Spannung gelingt akustisch gut – und dann kommt der Dynamiksprung, und man ist mitten im Geschehen. Über den Dächern von Budapest ist eine Schießerei im Gange, doch der MI6 Agent kann fliehen. Das Aufblasgeräusch des Sprungkissens kommt genauso gut heraus wie die Schüsse. Der vorbeiratternde Zug wirkt ebenso realistisch wie die Schüsse der Killerin auf den MI6-Agenten. Wir springen ein Kapitel weiter und befinden uns in unterirdischen Gängen in Moskau. Die leicht hallige Charakteristik bei der Stimmwiedergabe wird recht überzeugend herausgearbeitet.

Das Chaos im Gefängnis, untermalt durch fröhliche BigBand-Musik, bereitet dem SC-HTE80 ebenfalls wenig Probleme aus klanglicher Sicht. Dass das Speaker-Board Stimmen mit beachtlicher Lokalisierungsmöglichkeit für den Zuhörer darstellen kann, wirkt sich auch dieser Sequenz Gewinn bringend aus. Ethan Hunts harte Faustschläge haben sogar gewissen Nachdruck. Die Rolle als problemloser Sound-Begleiter für den Filmabend spielt das SC-HTE80 auch hier in gefälliger Manier.

Wir springen einige Kapitel nach vorn. Hunt verfolgt inmitten des wütenden Sandsturms seinen Kontrahenten. Die nach allen Richtungen wirbelnden Sandkörner gibt das Speaker-Board prima wieder, wenngleich es natürlich im Detail an Feinzeichnung fehlt. Die Strömungsbewegung aber wird recht präzise erfasst, auch deren dynamische Differenzen. Das Geschrei im Hintergrund und umherwirbelnde Gegenstände werden ebenfalls akustisch brauchbar erfasst – sogar das Piepsen des Peilsenders auf Hunts Smartphone kommt glaubwürdig heraus. Als der Agent auf der Windschutzscheibe des BMW X3 landet, fehlt es diesem Effekt etwas an Nachdruck und Volumen – dafür aber ist insgesamt das Niveau an Verzerrungen erfreulich gering.

Über die „Pairing“-Taste auf der Fernbedienung kann man das SC-HTE80 mit dem Mobiltelefon koppeln – das ist der Weg ohne NFC, der ebenfalls nicht allzu schwierig ist. Die Bleutooth-Signalübertragung ist stabil. Den Subwoofer-Level kann man per Fernbedienung von 1 bis 4 einstellen, wir raten zu den Werten 2 oder 3. „H.Bass“ als zusätzliche Funktion sorgt für etwas vollere Bässe, die Wirkung ist aber nicht als groß zu bezeichnen. Die vom Smartphone zugespielte Musik kommt gut heraus, die beiden Subwoofer machen einen überzeugenden Job. Sicher, man darf auch hier im Bassbereich keine hohen Ansprüche mitbringen, aber für alltägliche und somit für viele praxisrelevante Anwendungen ist eine ordentliche Klangqualität garantiert.

Für 299 EUR sind somit beachtliche Leistungen garantiert. Wie sieht es mit Konkurrenten aus? Zunächst behandeln wir einen Kontrahenten aus eigenem Hause. Sehr schick und flach kommt die Panasonic SC-HTB170 als All-In-One-Lösung mit eingebautem Subwoofer daher, ihre UVP beträgt 249 EUR. Gut verarbeitet und mit HDMI sowie Bluetooth ausgestattet, waren wir im Test durchaus überzeugt von diesem Produkt. Zumal die Leistungen auch aus akustischer Perspektive absolut in Ordnung gingen – doch hier liegt das Speaker-Board im Vergleich vorn und offeriert mehr Bass und Räumlichkeit.

Interessanter Konkurrent ist auch die Toshiba Mini 3D Soundbar SBM1W mit Bluetooth. Für schlanke 199 EUR ist sogar ein Subwoofer im Lieferumfang enthalten. Man sieht aber an Verarbeitungs- und Materialqualität, dass schon der Rotstift angesetzt werden musste, um diesen Kaufpreis zu ermöglichen. Akustisch sind die Leistungen, auch dank des Absolute 3D Algorithmus von Sonic Emotion, rundherum überzeugend. Räumliche Weite und Staffelung, gerade im größeren Hörraum, sind beim Panasonic Speaker-Board ausgeprägter.

Fazit

Gut gemacht, Panasonic! Schick, gut verarbeitet, praxisgerecht ausgestattet, prima klingend und überdies recht preiswert – das Speaker-Board SC-HTE80 dürfte nicht nur Besitzer eines Panasonic Flachbildschirms aufgrund der tadellosen Leistungen ansprechen. Echte Kritik anzubringen, fällt schwer, denn selbst die Pegelfestigkeit ist ordentlich. Zu loben sind auch die stabile Bluetooth-Übertragung und das vorhandene Display.

Das preiswerte Panasonic Speaker-Board SC-HTE80 überzeugt durch hohe Ausgewogenheit
Soundbar-/TV-Speaker-Systeme untere Mittelklasse
Test 27. September 2013

+ Günstiger Kaufpreis
+ HDMI, Bluetooth, NFC
+ Erstaunlich guter Klang
+ Viele wichtige Decoder an Bord
+ Saubere Verarbeitung

– Klang wird bei hohen Lautstärken etwas blechern

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. September 2013




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