TEST: Oehlbach XXL DAC Ultra – Kopfhörerverstärker mit integriertem D/A-Wandler

Oehlbach XXL DAC-Ultra Frontblende

Im kompakten Gehäuse des mattschwarzen Kopfhörerverstärkers XXL DAC Ultra von Oehlbach arbeiten hochwertigste Burr Brown Wandler für hohe Signalreinheit bei der aufwändigen Digital-/Analog-Wandlung. Zwei Kopfhörer mit 6,3mm Klinke können gleichzeitig angeschlossen werden. Ob InEar oder Bügelkopfhörer, der XXL DAC Ultra soll mit allen angeschlossenen Komponenten perfekt harmonieren. Die vielfältige Anschluss-Sektion verspricht Flexibilität – besonders interessant erscheint die Möglichkeit, den Oehlbach DAC direkt via USB mit dem PC zu verbinden und so die zumeist schwache D/A-Wandlung des PCs bzw. Notebooks zu umgehen. Die UVP des XXL DAC Ultra liegt bei 299 EUR.

Oehlbach XXL DAC-Ultra Front Seitlich2

Solide Materialqualität

Oehlbach XXL DAC-Ultra Verarbeitung

Aluminiumfront

Oehlbach XXL DAC-Ultra Innenleben2

Geöffnet – klare Strukturen

Oehlbach XXL DAC-Ultra Anschluesse Rueckseite3

Anschlüsse Rückseite

Die schwarze Aluminiumfront mit einem großem Lautstärke- und einem kleineren Quellenwahlregler sorgt beim XXL DAC Ultra für eine klassische und edle Anmutung. An Kopfhöreranschlüssen für 6,3mm Klinke gibt es derer sogar zwei, die beide links der Regler in die geschliffene Alu-Front integriert sind. Unterhalb des Power-Buttons ist eine mitternachtsblaue Status-LED untergenbracht, die bei Betrieb leuchtet. Der Quellenwahlregler für Coaxial, Optical, USB und Analog ist gerastert und fasst sich haptisch solide an. Auch der Lautstärkedrehregler verfügt über einen sauberen Lauf.

Insgesamt ist die Verarbeitungsqualität des Kopfhörerverstärkers nicht zu kritisieren. Auch das übrige Gehäuse besteht aus Metall, ist solide verschraubt und bringt so auch etwas Gewicht mit sich. Das Innenleben wirkt klar strukturiert und weist eine klare Trennung verschiedener Arbeitsbereiche auf. An der Unterseite sorgen vier recht großzügige Gumminoppen für Halt. An der Rückseite sehen wir nicht nur mit Analogen Cinch Ein-/Ausgängen sowie digital optisch, koaxial und USB ein umfangreiches Anschlussangebot sondern auch hochwertige und stabile Slots, die einen guten Eindruck bzgl. der Langzeithaltbarkeit erwecken.

Klang

Um dem XXL DAC Ultra die Entfaltung seines vollen Potentials zu ermöglichen, spielen wir dem Kopfhörerverstärker digitale Signale zu, die hochwertigen 32Bit/384kHz D/A-Konverter von Burr Brown übernehmen also die essentielle Wandlung vom digitalen zum analogen Signal. Die Zuspielung ist dann via koaxialem oder optischem Kabel sowie USB möglich, wir wählen letztere Variante. Die Signalausgabe erfolgt mit unserem Masterpiece-Kopfhörer von Ultrasone – dem Edition 12.

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Installation des Windows-Treibers

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Die Installation erfolgt problemlos

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Der Oehlbach „Headphone Amp“ als Standardgerät

Bevor wir allerdings den Kopfhörerverstärker als „externe Soundkarte“ verwenden können, müssen wir das Gerät mit dem beiliegenden Treiber installieren. Dies ist nur bei einem Windows-Rechner notwendig. Verfügt man über einen Mac, erfolgt die Installation voll automatisch.

Die Installation selbst ist aber völlig unproblematisch. Treiber-CD einlegen bzw. den aktuellen Treiber von www.oehlbach.com herunterladen, den Schritten des Installationsassisten folgen und schließlich die Installation abschließen. Nach einem Neustart des Computers kann der Kopfhörerverstärker dann in den Sound-Wiedergabegeräten (Rechts-Klick auf den Lautsprecher in der Task-Leiste) als Standardgerät festgelegt werden.

Als wir dann „Foobar2000“ starten und einen Track wiedergeben, erschallt dieser anstandslos aus unserem am Oehlbach XXL Ultra DAC angeschlossenen Ultrasone Kopfhörer. Wir starten unsere Wiedergabe mit FLAC in CD-Qualität – Simon Viklunds „The Mark“ darf unsere Ohren verwöhnen. Der Oehlbach Kopfhörerverstärker startet mit ausgeprägter Räumlichkeit und einem weitläufigen Eindruck der Bühne. Als nach etwa einer Minute die Bass-Schläge einsetzen, sind sie absolut trocken und sehr präzise, genau wie von diesem Track erwartet. Trotz des trockenen Basses liefert der Oehlbach XXL DAC Ultra Kraft und Nachdruck. Man fühlt sich ins Klanggeschehen eingebettet und umschlossen. Auch pegelfest ist er und liefert eine absolut souveräne Klangkulisse auch dann, wenn man den Pegel etwas weiter nach oben treibt. Der limitierende Faktor ist hier klar das menschliche Gehör. Wir wollten es uns nicht zumuten, den Pegel noch zu erhöhen – und dass obwohl Kopfhörerverstärker und Kopfhörer wohl noch lange nicht am Ende waren. Lebendig, dynamisch und mitreißend wird es dann gegen Ende des Liedes, als die Gitarrenklänge einsetzen. Überragend gelingen die angedeuteten Links-Rechts-Wechsel und offerieren eine breite und dichte Bühne. Sauber und klar sind die einzelnen Elemente differenziert, ein Überlagern oder gar Auslöschen feiner Details ist hier nicht zu finden. Durchhörbarkeit und Transparenz machen deutlich den klaren Unterschied zwischen einer mittelmäßigen und überragenden akustischen Performance aus. Natürlich in Kombination mit einem sehr guten Kopfhörer, entfaltet der Oehlbach XXL DAC Ultra hier hohes Potential und begeistert mit Struktur, Räumlichkeit und klarer Differenzierung einzelner Klangelemente.

Dies darf er sogleich bei Diana Kralls „Stop this World“ beweisen. Etwas ruhiger, aber nicht weniger anspruchsvoll sind die Jazz-Klänge im hochauflösenden FLAC-Format. Weich, angenehm und fein charakterisiert fällt sofort die exzellente Stimmwiedergabe des Kopfhörerverstärkers auf. Auch bei komplexer akustischer Kulisse mit Piano und Schlagwerk steht die Stimme zentral im Vordergrund und wird in allen Facetten erfasst. Gleichzeitig werden die Instrumente mit ähnlicher Liebe zum Detail erfasst. Gerade das häufig schwerer fassbare Klavier scheint perfekt im Raum platziert und wirkt sehr authentisch. Die einzelnen Percussion-Elemente des Schlagzeugs gelingen ebenfalls sauber, exakt und präzise. Das Bass-Fundament vollendet die Bühne zu einem geschlossenem und natürlich stimmigem Gesamtergebnis.

Zuletzt spielen wir mit MP3 320 kbps mit etwas schwächerem, aber immer noch solidem Material zu. Einfacher wird es dadurch aber, besonders da wir uns Joe Bonamassas Wien-Tour mit „Jockey Full of Bourbon“ herausgesucht haben, aber nicht. Das Klavier erklingt hier zu Beginn des Liedes etwas schärfer, dies ist uns aber von der Blu-ray her bekannt und auch auf die Akustik des Raumes zurückzuführen. Schwungvoll und dynamisch geht es direkt los, die Bass-Drum weist den leichten Nachhall auf, der so auf dem Track auch an anderen hochwertigen Geräten nachvollzogen werden kann. Jedes einzelne Instrument und natürlich auch die Stimme Bonamassas weist eine klare Präsenz auf und wird exzellent erfasst. Die Stahlsaiten der Gitarre kommen klar als solche heraus und entfalten klares Gänsehautfeeling während des Solos im zweiten Drittel des Liedes. Auch die Stimmwiedergabe ist wieder auf hohem Niveau, Joe schiebt sich hier etwas mehr in den Vordergrund, als es bei Diana Krall zu beobachten war. Dennoch bleibt die ausgezeichnete Differenzierung und Struktur der akustischen Kulisse erhalten und sorgt für ein lebendiges und mitreißendes Klangerlebnis.

Fazit

Oehlbach XXL DAC-Ultra Front Seitlich1

Kompaktes Format und dennoch akustisch extrem leistungsstark. Was ein wenig wie die Traumvorstellung eines Lautsprecherherstellers klingt, wird mit dem Oehlbach XXL DAC Ultra wahr. Zugegeben, beim Kopfhörerverstärker ist das Gehäusevolumen bei weitem nicht so ausschlaggebend wie beim Lautsprecherbau, dennoch entfaltet die Oehlbach Komponente ein für Größe und Preis erstaunliches akustisches Potential und begeistert besonders durch Transparenz, Auflösung und Dynamik. Die Verarbeitung ist höchst solide und auch optisch macht das Gerät durch die gebürstete Aluminium-Front in mattschwarz viel her. Flexiblität wird nicht nur beim Anschluss von Quellgeräten groß geschrieben, was die zwei Kopfhörerausgänge beweisen.

Solide verarbeiteter, akustisch sehr leistungsfähiger Kopfhörerverstärker mit USB DAC zum fairen Preis
ueberragend
Test: 07.2014

+ Solide Verarbeitung
+ Schicke Alu-Front
+ Flexibe Anschluss-Sektion
+ Anschluss zweier Kopfhörer möglich
+ Hohes akustisches Potential
+ Problemloser Anschluss an Mac & PC

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich




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