TEST mit Display Basic Check: Philips 46PFL8008

Einführung

Der Philips PFL8008 ist ein neuer 46-Zoll EDGE LED LCD-TV der 8000er Serie. Im schmalen Edelstahlrahmen präsentiert sich der Flachbildschirm modern und elegant. Für hohe Bildgüte sorgt das Perfect Pixel HD Bildprocessing und 1400 Hz Perfect Motion Rate ist für flüssige Bewegungsdarstellung an Bord. Philips-typisch bringt der PFL8008 3-seitiges Ambilight XL mit und möchte damit für eine noch höhere Immersion ins Filmgeschehen sorgen. Integriertes WiFi, integrierte Kamera und das umfangreiche Smart TV-Portal gefällt multimedial anspruchsvollen Anwendern. Zur komfortablen Bedienung liegt die Fernbedienung mit vollständiger QWERTZ-Tastatur auf der Rückseite bei, aber auch mit dem Smartphone oder Tablet lässt sich der TV nicht nur steuern sondern empfängt auch Dateien via DLNA. Der mit aktivem FullHD arbeitende PFL8008 kostet in 46 Zoll 1799 EUR UVP.

Verarbeitung

Schmaler Rahmen im Edelstahl-Finish

Standfuß des PFL8008

Integrierte Skype-Kamera

Rückseite des Philips TVs

Ambilight XL

Standfuß Rückseite

Stationäre Bedienelemente

Beiliegende Fernbedienung

QWERTZ-Tastatur auf der Rückseite

Philips 3D-Brille

Bedienelemente

Der Philips PFL8008 präsentiert sich in eleganter Anmutung und solider Verarbeitungsqualität. Der schmale Rahmen, der stark für den schicken Auftritt verantwortlich ist, ist aber nur an der Vorderseite aus Edelstahl, hin zur Rückseite schließt sich ein Kunststoffteil an. Der Standfuß ist ebenfalls aus Metall und trägt zur hochwertigen Erscheinung bei, darauf ist der TV geringfügig schwenkbar. Mittig unter dem Panel ist die Skype-Kamera sowie verschiedene Sensoren integriert. Anklang findet auch die geringe Bautiefe des Philips, dessen Rückseite mit Ambilight XL, den Anschlüssen sowie stationären Bedienelementen versehen ist. Auffällig sind hier noch die links und rechts untergebrachten Tieftöner, die bei dem schmalen Fernseher für solides akustisches Fundament sorgen sollen.

Die Fernbedienung in schwarz bietet sehr gute Haptik, ausgezeichneten Druckpunkt und ein übersichtliches Layout. Die Kanalwechsel- und Lautstärketasten sind horizontal angeordnet. Dreht man die Fernbedienung, kommt eine vollständige QWERTZ-Tastatur zum Vorschein, die aufgrund der mittigen Teilung gut mit zwei Händen bedient werden kann. Wie schon beim PFL7108 dient die Fernbedienung bei korrekter Ausrichtung auf den Bildschirm auch als Mauszeiger mit präziser Steuerung – die OK-Taste dient dann als bestätigender Mausklick.

Die Philips-Brille ist nicht unbedingt für einen Design-Award prädestiniert, bietet aber hohen Tragekomfort und wirkt solide auch wenn die Brille komplett aus Kunststoff ist. Die Philips Brille wird mit CR20 Knopfzellen betrieben, kann also nicht via USB wieder aufgeladen werden. Auch erwähnenswert, Philips arbeitet bei der Brillensynchronisation mit Infrarot, es muss also auf „Blickkontakt“ zwischen Brille und TV geachtet werden.

Anschlüsse

Teil der rückseitigen Anschlüsse

Seitliche Anschlüsse

weitere Anschlüsse

  • HDMI 4x
  • Komponentenvideo-Eingang via Adapter
  • Scart AV via Adapter
  • Digitaler Audioausgang optisch
  • Ethernet
  • CI+
  • Sat-LNB
  • Antenne
  • USB 3x
  • Kopfhöreranschluss

Der Philips bietet eine umfangreiche und praxisgerechte Anschlussbestückung. Sämtliche Anschlüsse können problemlos erreicht werden, für Komponente und Scart ist aber ein beiliegender Adapter notwendig. Der TV kann wahlweise mit dem integrierten WLAN-n Adapter oder kabelbasiert ins Heimnetzwerk eingebunden werden.

Menü und Setup

Start des Installationsassistenten

Der TV führt durch ein umfangreiches Setup

Auswahl des gewünschten Satelliten

Automatischer Satellitensuchlauf

Subjektive Bildeinstellungen

Kontrast festlegen

Hier die Schärfe

Farbe des Ambilight-Effekts einstellen

Der PFL8008 startet bei der ersten Inbetriebnahme einen automatischen Installationsassistenten, der bezüglich des Setups verschiedenster Features sehr umfangreich ausgestattet ist. Nach Auswahl der Landessprache und des Standorts lässt sich auch direkt ein Sendersuchlauf (im Beispiel DVB-S) durchführen. Wer hier über eine komplexe Anlage verfügt, kann DisEqc mit bis zu vier Satelliten wählen oder Unicable für 1 oder 2 Satelliten. Dasas Gerät kann und sollte dann auch mit dem Heimnetzwerk und Internet verbunden werden, das ist kabelbasiert oder via WLAN, auch mit WPS Push-Button-Methode, möglich. Zur PVR-Aufnahme kann jetzt bereits eine USB-Festplatte angeschlossen werden, die USB HDD muss über mindestens 250 GB verfügen, wenn komplette Programme aufgenommen werden sollen, für Timeshift genügt ein USB-Stick mit 4 GB. Hinzu kommt beim Philips eine subjektive Einstellung des Bildes anhand verschiedener Real“testbilder“ – hier lässt sich Helligkeit, Kontrast, Schärfe und Farbsättigung grob konfigurieren. Hinzu kommen Einstellungsmöglichkeiten für Ambilight, z.B. lässt sich die Farbe passend zur Wandfarbe o.ä. wählen.

Konfigurationsmenü – Bildeinstellungen

Perfect Pixel HD Settings

Erweiterte Funktionen einstellen

Anpassungen der Tonausgabe

Einstellungen zu Ambilight

Allgemeine Einstellungen

Schließt man den umfangreichen Installationsassistenten ab, steht der TV mit all seinem Funktionsumfang zur Verfügung. Über die Home-Taste der Fernbedienung ruft man nun das Setup auf und kann unter „Einstellungen Fernseher“ die Konfiguration von Bild, 3D, Ton, Ambilight und Allgemeiner Einstellungen vornehmen. Die Navigation durch das Menü geht relativ zügig vonstatten, vereinzelt hinkt das Menü aber ein wenig hinter den Eingabebefehlen hinterher. Das Menü ist in verschiedene Ebenen unterteilt, so dass es kurzer Eingewöhnungszeit bedarf, bis man sich absolut problemlos zurechtfindet. Wie bereits bei anderen Philips-TVs kritisiert, verhält sich die Zurück-Taste häufig wie die EXIT-Taste und man muss wieder komplett zum aktuell gewählten Menüpunkt zurücknavigieren. Insgesamt ist das Menü aber recht durchschaubar und gut übersetzt. Auf verschiedene Funktionen wie das EPG, 3D-Funktionen, Ambilight, Bildformat, etc. kann man auch direkt mit der Fernbedienung zugreifen.

Netzwerk und Multimedia

Philips SmartTV-Portal

App-Galerie

Der Großteil der Philips Multimedia-Features erfordt eine Netzwerkverbindung. Wer diese noch nicht bei der Erstinstallation eingerichtet hat, kann dies im Einstellungsmenü nachholen – drahtlos oder kabelgebunden, beides ist möglich.

Ist die Verbindung erfolgreich, kann mit der SmartTV-Taste der Fernbedienung eine Übersicht der Features. Das TV-Bild oder das Bild einer anderen Quelle bleibt dabei in der linken oberen Bildschirmecke sichtbar, darunter sind dann populäre Applikationen , Mediatheken und Social-Media-Angebote untergebracht. Greift man auf die App Gallery zu, wird die Auswahl der vorhandenen Dienste noch deutlich größer, auch verschiedene Video-On-Demand-Dienste wie maxdome, videociety, acetrax, etc. sind integriert. Auch die Fernbedienung des PFL8008 „verwandelt“ sich beim Aufruf der SmartTV-Funktionen in einen Mauszeiger. Ähnlich der Wiimote der bekannten Nintendo-Konsole kann man damit auf eine gewünschte Funktion zielen und mit einem Klick auf die OK-Taste die gewünschte App auswählen. Man muss auf einen stimmigen Winkel der Fernbedienung zum TV achten, da sonst der Zeiger nicht reagiert.

Videos, Fotos und Musik können auf den Philips TV via DLNA gestreamed werden. Wer das DLNA-Streaming nutzen möchte, drückt die Quellentaste und wählt „Netzwerk durchsuchen“ aus. Daraufhin öffnet sich eine Übersicht der vorhandenen DLNA-Server, im Folgeschritt wird die gewünschte Kategorie ausgewählt und dann können kompatible Dateiformate wiedergegeben werden. Bei Musik wird MP3, AAC und WMA unterstützt, an Bildern JPEG und PNG und bei Videos AVCHD, MKV, MPEG und MP4.

Ein Internet-Browser ist im Philips auch integriert, dieser unterstützt aber keine Flash-Inhalte.

Skype-Videotelefonie erfolgt mit dem PFL8008 besonders komfortabel, da die benötigte Kamera und das Mikrofon bereits direkt im Gerät integriert ist. Skype wird direkt im Home-Menü aufgerufen und beim ersten Start erfolgt eine Einrichtung. Nach erfolgreicher Anmeldung wird das Bild der Kamera angezeigt, so dass man sich entsprechend vor dem TV platzieren kann. Video- und Sprachqualität ist nicht überdurchschnittlich, aber absolut in Ordnung.

Geräte-Auswahl

Funktionsübersicht

EPG-Synchronisation

EPG

Mit weiteren Infos

Konventionelle Steuerung mit dem Smartphone/Tablet

Mit der kostenlos erhältlichen Smartphone-App Philips MyRemote lässt sich der TV komplett steuern. Zudem ist mit SimplyShare die Möglichkeit gegeben, Fotos, Videos und Musik direkt vom Smartphone am TV-Gerät wiederzugeben. Mit WiFi-Smartscreen holt man sich das TV Tuner-Bild vom PFL8008 auf den Bildschirm des Smartphones. Hier wird das aktuell ausgewählte Programm gestreamed, nur nach kurzer Verzögerung wird das Bild auf unserem Smartphone angezeigt – diese Funktion ist aktuell nur bei iOS-Geräten möglich.

TV Multiroom

Ganz neu ist Philips TV Multiroom-Technologie. Dabei kann man das TV-Signal über das Netzwerk an einen weiteren Philips TV im selben Netzwerk streamen. Ein TV, an dem sich auch der Satelliten- oder Kabelanschluss befindet, kann sich beispielsweise im Wohnzimmer befinden während ein zweiter Philips TV im Schlafzimmer (ohne Satelliten- oder Kabel-Anschluss) steht. Der TV im Schlafzimmer kann dann auf das Tuner-Signal des Fernsehers im Wohnzimmer zugreifen – der Master-TV wird dann im Netzwerk bei den DLNA-Servern angezeigt. Um zu streamen drückt man bei der Fernbedienung des TVs, auf den gestreamed werden soll, auf Source und „Netzwerk durchsuchen“. Hier wird nun der „Master“-TV angezeigt. Wir überprüfen die Funktion mit unserem Testgerät und dem 55PFL7108, am PFL7108 erscheint unser Master-TV also als 46″ PFL8008. Wählt man das Gerät aus, kann man unter Current Channel, Watch Recordings, Watch Satellite und Watch TV wählen. Man kann also einfach auf den aktuellen Kanal des Master-TVs schalten oder aber gezielt auswählen, welches Programm und welche Signalart man streamen möchte. Tut man dies, schaltet der Master-TV automatisch auf das gewünschte Programm und streamed dieses. Der Puffervorgang ist nur wenige Sekunden lang und als das Bild auf dem TV erscheint, sind wir vom geringen Qualitätsunterschied überrascht. Beinahe in identischer Qualität kommt das TV-Signal des Master-TVs über das Netzwerk beim Slave-TV an. Der Programmwechsel und die Bedienung dauert natürlich etwas länger, als wenn man das Gerät direkt steuert.

Der Master-TV kann, wenn das Programm läuft, dann bedenkenlos abgeschaltet werden – die Umschaltmöglichkeit am Slave-TV ist dann weiterhin problemlos möglich. Nicht möglich ist – erwartungsgemäß – das gleichzeitige Ansehen zweier verschiedener Programme am Master- und Slave-TV. Ohne große Konfiguration oder umständliches Setup ist der Streaming-Betrieb an einen zweiten TV, der möglicherweise ohne Kabel- oder Satellitenanschluss auskommen muss, möglich. Lediglich die Integration beider Geräte in das gleiche Netzwerk, ist Voraussetzung.

Bild

Display Basic Check powered by

Bevor wir uns an die Testbilder und Messungen machen, wählen wir beim PFL8008 ein entsprechendes Bildfeld. Hier kommen beim Philips lediglich der Film-Modus sowie die beiden ISF-Modi isf Tag und  isf Nacht in Frage, diese kommen aber dem natürlichen Bild schon sehr nahe. Wir wählen letztendlich Film, da bei den beiden isf-Modi im Hintergrund eine Zwischenbildberechnung läuft, die sich auch nicht so ohne weiteres deaktivieren lässt. Bei Film dagegen wird das 24p-Signal der Blu-ray nativ dargestellt. Die Farbtemperatur unter Erweitert belassen wir auf Warm, sämtliche Bildoptimierer sind deaktiviert.

Die Helligkeit, die wir mit dem PLUGE-Testbild überprüfen, ist mit dem Wert 50 etwas zu niedrig eingestellt, hier können wir auf etwa 54 erhöhen, darüber wird der Unterschwarzbalken sichtbar. Die Helligkeitsverteilung des Philips wirkt sehr homogen, in den Ecken sind trotzdem ganz leichte Hot Spots sichtbar. Bezüglich des Kontrastes präsentiert sich der PFL8008 stark, kein Clipping über die gesamte Grautreppe, lediglich im schwarzen Bereich könnte die Differenzierung etwas besser ausfallen. Beim Overscan-Testbild wird schnell klar, dass der Philips in dieser Grundeinstellung keine native 1080p Pixel-to-Pixel Darstellung bietet. Mit der Taste Format auf der Fernbedienung und der Auswahl Nicht skaliert, ändert sich der Umstang und der Overscan wird abgeschalten. Die Schärfe ist beim Philips recht ausgewogen, mehr anziehen sollte man sie definitiv nicht – und selbst wenn man sie noch etwas abschwächen wollen würde, der Regler steht bereits auf 0.

Messungen

Übersicht 1

Farbraum und Weißpunkt

Übersicht 2

Gammakurve

Gammapunkt

Übersicht 3

RGB Balance

Farbtemperatur

Der Farbraum wird vom Philips 46-Zöller recht solide getroffen, leichte Abweichungen gibt es bei der Primärfarbe Blau und den Sekundärfarben Cyan und Magenta – alles liegt aber im Toleranzbereich. Der Weißpunkt liegt ein wenig abseits des Ideals, geht aber noch in Ordnung. Die Größte Abweichung der Farbhelligkeit gibt es bei Blau, selbst hier liegt diese aber noch im Maß, Grün, Cyan und Gelb sind ausgezeichnet. Das Gamma ist recht ok, zeigt aber Verbesserungspotential und liegt stets etwas unter dem optimalen Wert von 2,4. Die Farbtemperatur ist durchgehend ein wenig zu kalt, auch bei der RGB Balance fällt eine Überrepräsentation von Blau auf. Insgesamt ein ordentliches, aber kein überdurchschnittliches Ergebnis des Philips Fernsehers.

Blu-ray

Casino Royale, ab Kapitel 2, nativ 1080p + Wandlung 2D in 3D

Auch ohne Zwischenbildberechnung schafft der Philips PFL8008 eine ausgezeichnete Bildstabilität. Bei der Kamerafahrt über die provisorische Kampfarena bleiben Diagonalen und Kanten beinahe komplett sauber, Ruckeln und Zittern fehlt erfreulicherweise beinahe völlig. Sehr gut gelingt auch die Plastizitätswirkung und Ebenenstaffelung der Arena sowie der Umgebung. Die verschiedenen Ränge der Zuschauer sowie Objekte im Außenbereich des Bildes wirken nicht flach sondern dreidimensional. Die flinken Handbewegungen der Zuschauer, die damit ihren Wetteinsatz gültig machen wollen, bereiten dem Philips keine Probleme. Die Detailschärfe gefällt besonders bei Nahaufnahmen exzellent, selbst bei kurzen Shots wie z.B. auf die kämpfenden Tiere, lassen sich Feinheiten und Strukturen sehr gut erkennen. Die Szene, in der James Bond am verkohlten Holzbalken lehnt, begeistert durch solide Schwarz-/Graudifferenzierung sowie auch sehr gutem Kontrast. Die Holzstruktur kommt exzellent heraus und auch die einzelnen Dachlatten zwischen dem Balken und Bonds Kopf sind noch zu erkennen. Bei der Verfolgungsjagd überzeugt der Philips mit stabiler Bewegungswiedergabe und ruhigem Bildstand.

Bei Zuschaltung der Zwischenbildberechnung ist überhaupt keine unruhige Linie oder Kante mehr zu sehen, auch Kamerafahrten wirken absolut geschmeidig. Allerdings finden sich schon immer wieder Fehlerartefakte, die sich dann in Pixelblöckchenbildung manifestieren und besonders bei schnellen Bewegungen und Szenen häufiger auffallen. Auch erhält der Film den Touch eines Video-Looks.

Der Philips PFL8008 bietet bezüglich Plastizität und Ebenenstaffelung eine exzellente Konvertierung von 2D in 3D. Gleich zu Beginn des zweiten Kapitels fällt die gesteigerte Plastizitätswirkung deutlich auf. Die Ebenen der Zuschauerränge, die Kampfarena sowie umliegende Gebäude sind noch klarer differenziert. Ein besseres Tiefenempfinden fällt ebenso auf, die Wandlung hier kommt hier tatsächlich relativ nahe an eine native Darstellung heran. Fehlberechnungen konnten wir während der Testphase nicht feststellen. Negativ fällt im direkten Vergleich mit dem 2D-Betrieb die weniger intensive Farbgebung auf. Das Bild wird aufgrund der aktiven Shutterbrille zwar nur geringfügig dunkler, die Farben wirken aber nicht mehr so strahlend sondern in ihrer Dynamik ein wenig zurückgenommen.

Avatar, ab Filmbeginn, 3D nativ

Im nativen 3D-Betrieb macht der Philips einen exzellenten Eindruck. Schon beim Fox-Logo mit Bildunterschrift, bei der sich eigentlich immer minimales Ghosting um die Buchstaben herum bemerkbar macht, bietet der Philips ein sehr sauberes Bild und Crosstalk, der allenfalls sehr geschulten Augen auffällt. Bei der folgenden Kamerafahrt über das Dschungelkanapee bleibt der Philips TV sehr ruhig und zeichnet auch während der Bewegungen die einzelnen Blätter der Baumwipfel noch sauber durch. Als Jake Sully in seiner Cryo-Schlafkapsel erwacht, zeigt der PFL8008 bereits ein sehr plastisches Bild. Die kleinen Wasser- bzw. Schweißtropfen, die in der Luft schweben, wirken beinahe als würden sie aus dem Bildschirm heraus in die Umgebung treten. Als sich dann die Kapsel mit ruhiger und gleichmäßiger Bewegung öffnet, zeichnet der Philips bis in den hinteren Bereich des Langstreckenraumschiffes sauber durch, die Kanten der verschachtelten Konstruktion zittern nicht und insgesamt wirkt das Bild sehr angenehm. Auch am Arm des Helfers, der Jake Sully beim Aufstehen unterstützt, tritt häufig leichtes Kantenzittern auf, der Philips bleibt jedoch ruhig und gleichmäßig. Nach einem Kapitelsprung verlässt Jake Sully im Rollstuhl das Fluggerät am Hangar auf Pandora, auch hier begeistert der PFL8008 mit einer sauberen und geschmeidigen Kreisbewegung des Radladers, die in den Reifen steckenden Pfeile wirken wiederum sehr plastisch. Die Kanten- und Detailschärfe ist nicht zu kritisieren, besonders bei Nahaufnahmen begeistert ein strukturiertes und feindynamisches Bild. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, wie schon bei der Wandlung, die leicht zurückgenommene Farbintensität. Neigt man den Kopf zu stark, wird das Bild lediglich etwas dunkler, die Farben bleiben identisch. Achten sollte man auf direkten „Blickkontakt“ zum TV, da die aktiven Shutterbrillen für die Synchronisation mit Infrarot arbeiten. Eine exzellente Performance bei der 3D-Präsentation des Philips 46PFL8008.

DVD

Star Wars Episode III – Die Rache der Sith, Upconversion Film 576i – 1080p

Der Philips bietet zu Beginn der dritten Star Wars-Episode ein ruhiges und weitgehend rauscharmes Bild. Die gelbe Laufschrift, die in der Eingangssequenz nach hinten abläuft, wirkt recht sauber – lediglich Treppenstufen sind an den Buchstabenrändern zu sehen. Erst ab der Bildschirmmitte beginnen einzelne Buchstaben leicht zu zittern und das Gebotene wirkt nicht mehr ganz so scharf, minimale Wellenbewegungen bilden sich im hinteren drittel des Panels. Sterne arbeitet der Philips viele heraus und auch Hot Spots fallen nur geringfügig auf. Beim Kameraschwenk auf den Sternzerstörer bleibt das Bild ruhig, auch der Kontrast gefällt im Heckbereich des Schiffes. In diesem dunklen Areal fällt das Bildrauschen aber deutlicher auf, insgesamt gesehen sollte man bei DVD-Genuß wohl die MPEG-Rauschunterdrückung aktivieren. In den Nahaufnahmen der kleinen Raumjäger und Protagonisten gefällt die Bildschärfe, Kleidung und Gesichter der Jedi-Helden werden sauber strukturiert. Auch im Kampfgeschehen bleibt das hochkonvertierte Bild des Philips TVs recht stabil, flinke Bewegungen vieler Objekte beeindrucken den Flachbildschirm nicht. Die leichte Kühle der Farbgebung fällt kaum auf, allerdings wirkt die Farbdynamik leicht zurückgenommen. Bilanzierend eine sehr gute Performance bzgl. der Upconversion bei Filmmaterial.

AVEC Professional TEST DVD, Upconversion Video 576i – 1080p

  • Laufschriften in verschiedenen Geschwindigkeiten: Die Laufschriften können in allen Geschwindigkeiten recht problemlos abgelesen werden, Zittern können wir aber ebenfalls auch bei der langsamsten Geschwindigkeit attestieren. Die Farbtrennung dafür gelingt sehr gut. Bei Videomaterial hilft die integrierte Zwischenbildberechnung deutlich und sorgt für ein weitaus angenehmeres, stabiles und ruhiges Bild.
  • Schwingendes Pendel: Beim Pendel zeigen sich ab etwa der Mitte Nachzieheffekte und die farbigen Balken können nicht mehr ganz klar differenziert werden. Das Pendel schwingt gleichmäßig und die schwarze Linie, über die es gleitet, steht stabil.
  • Stadtbild Esslingen: Beim Bewegtbild über der Stadt Esslingen bietet der Philips ein sauberes, rauscharmes und stabiles Bild. Auch die Bildschärfe gefällt, bis in die hinteren Bildebenen wird – dem Quellmaterial angemessen – durchzeichnet. Artefakte und Zeilenrauschen sind stellenweise erkennbar, ausgeprägt aber nur an den Hausdächern Esslingens.

Tuner DVB-S/DVB-C

Der Philips begeistert im HD-Betrieb bei den öffentlich-rechtlichen Sendern, die in 720p ausstrahlen, mit rauscharmem und scharfem Bild. Die Farbgebung wirkt natürlich, zeigt sich aber nicht zurückgenommen sondern dynamisch und lebendig. Die Kanten- und Detailschärfe fällt ebenfalls sehr gut aus, wenn auch bei Bildunterschriften stellenweise noch ein paar wenige Treppenstufen sichtbar sind. Auch die Bildplastizität kann sich sehen lassen, einzelne Ebenen können gut differenziert werden und auch Objekte wirken nicht flach. Das Bild ist zudem ruhing und angeneh, auch längere TV-Sessions sind problemlos möglich. Bei SD fällt die geringere Kantenschärfe und dadurch erhöhe Treppenstufenbildung und leichte Unruhe schnell auf, auch das Rauschverhalten ist natürlich im direkten Vergleich mit dem HD-Bild stärker ausgeprägt. Dennoch bleibt der Philips bei seinem angenehmen und weitgehend stabilem Bild. Schriften bleiben auch im SD-Betrieb sauber und problemlos ablesbar, wenn sie natürlich etwas unschärfer und mit mehr Treppenstufen behaftet, wirken. Insgesamt eine ausgezeichnete Performance des Tuners.

Klang

Im allgemeinen TV-Betrieb gibt sich der Philips bezüglich der Klangqualität keinerlei Blöße. Bei sprachlastigen Programmen hat er ohnehin keine Probleme, die Stimmen werden immer sauber und klar ausgegeben, Stimmcharakteristika verschiedener Sprecher kommen eindeutig heraus. Probleme haben Flachbildschirme meist bei etwas anspruchsvolleren Inhalten, auch hier kann der Philips aber – natürlich nur im Vergleich mit anderen TVs – überzeugen. Die kleinen Woofer, die hinten am TV angebracht sind, machen einen kleinen aber feinen Unterschied. So ist das Geschehen bei Filmen doch mit einem erkennbarem Fundament unterlegt und dadurch wirkt die Atmosphäre dichter und stimmiger. Die Höhen können aber ebenfalls recht gut überzeugen und wirken nicht allzu bedeckt. Ausgezeichnet auch die Pegelfestigkeit des Gerätes, hier kann man durchaus mal etwas aufdrehen, ohne dass das Klangbild direkt blechern und aggressiv klingt. Die Räumlichkeit ist gut ausgeprägt, eine zusätzliche Soundbar oder gar ein ausgewachsenes 5.1 System können die integrierten Ambiwoox-Woofer aber natürlich nicht ersetzen.

Konkurrenzvergleich
  • Sony KDL-55W905: Der Sony kostet in 55 Zoll natürlich deutlich mehr als unser Philips Testgerät. Allerdings lässt sich der hochwertige Sony-TV auch in 46 Zoll erwerben, und da macht der Preisunterschied der UVP dann nur noch 200 EUR aus. Der Sony mit Triluminos Display im Display Basic Check schwer zu schlagen und auch der PFL8008 zieht hier leider den geringfügig kürzeren. Beide Geräte bieten überdurschnittlich gute 3D-Wiedergabe, bei der Wandlung kann der Philips dem Sony sogar ein Schnippchen schlagen. Bei der Helligkeitsverteilung liegt wiederum der Sony vorne, beide Geräte bieten weder Sprach- noch Gestensteuerung. Philips punktet klarer im Bereich Multimedia. Nicht nur eine Skype-Kamera+Mikrofon ist direkt im Gerät integriert, auch eine Übertragung des TV-Bildes über Netzwerk an einen anderen Philips TV ist komfortabel möglich. Akustisch kann dem Philips aktuell kaum ein anderer Flachbildschirm etwas, der Sony bietet allerdings die bessere Upconversion von DVD-Material.
  • Samsung UE55F7090: Der UVP des Samsung F7090 liegt in 46 Zoll mit 1899 EUR sogar noch näher am Philips 46PFL8008. Exzellent schlagen sich hier beide Geräte im 3D-Betrieb, hier ergibt sich ein Patt – bei der Wandlung schlägt aber der Philips zu und bietet hier noch mehr Plastizität, Schärfe und Bildruhe. Auch beim Tuner kann der Philips den Samsung übertrumpfen. Der Samsung bietet im Bereich Multimedia komplette Sprach- und Gestensteuerung und hat ebenfalls, wie der Philips, eine Videokamera+Mikrofon integriert. Der Philips hat noch das Multiroom TV-Streaming von TV-Programmen an einen zweiten Philips Fernseher im gleichen Netzwerk in der Hinterhand. Der Samsung bietet zudem keine isf-Bildfelder, von denen der Philips gleich 2 mitbringt. Diese kann man allerdings nur verwenden, wenn man die Zwischenbildberechnung, die im Hintergrund läuft, in Kauf nimmt. Akustisch bieten beide Geräte überdurchschnittliche Performance. An das Bedienkonzept und die Geschwindigkeit, mit der der TV auf Befehle reagiert, kommt der Philips nicht an den F7090 heran.
Fazit

Der Philips 46PFL8008 präsentiert sich mit sehr schlankem Rahmen in Edelstahl und dem schickem Standfuß modern und elegant. Problemlos integriert er sich in moderne und traditionellere Wohnumgebungen, ohne dass er zum extravaganten Accessoire wird. Trotz der Integration von Ambilight XL, kann der Philips mit geringer Bautiefe punkten. Bezüglich der Bildqualität tut sich besonders die native 3D-Wiedergabe sowie die Wandlung von 2D- in 3D-Material hervor und begeistert mit überragender Plastizität und Bildstabilität, lediglich die etwas zurückgenommene Farbintensität durch die 3D-Brille führt zu leichter Kritik. Die 3D-Brille ist absolut zweckdienlich und komfortabel zu tragen, allerdings wird bei Philips noch mit Infrarot-Technologie zur Synchronisation gearbeitet. Im 2D-Betrieb liefert der PFL8008 natürlich ebenfalls ein exzellentes Bild und schneidet auch im Display Basic Check nicht schlecht ab. Die Upconversion von SD-Material ist sehr gut, aber nicht überdurchschnittlich stark. Das können wir aber von der akustischen Performance absolut behaupten, die sogar für den ein- oder anderen Filmabend durchaus ausreicht. Multimedial heimst der Philips nicht nur mit der integrierten Skype-Kamera+Mikrofon, App-Steuerung sowie WiFi SmartScreen (Übertragung des TV-Signals an das Smartphone/Tablet) sondern auch mit der Möglichkeit, das TV-Signal über das Netzwerk an ein zweites Philips-Gerät zu streamen. Dieses Feature hat im Testbetrieb problemlos und komfortabel funktioniert – die aktuelle Philips-Firmware ist dafür unbedingte Voraussetzung. Bilanzierend handelt es sich eim performance-starkes Gerät zum fairen Kaufpreis, das nur knapp an unserem Referenz-Prädikat vorbei schrammt.

Sehr schicker, moderner EDGE LED LCD-TV mit reichhaltiger Ausstattung, innovativen multimedialen Features und hervorragenden 3D-Eigenschaften
Flachbildschirme 46 Zoll Obere Mittelklasse
Test August 2013

+ Überragende 3D-Performance nativ
+ Exzellente Konvertierung von 2D in 3D-Material
+ Ausgezeichnete akustische Performance
+ Reichhaltige multimediale Ausstattung
+ TV Multiroom (TV-Streaming an einen zweiten Philips TV)
+ Schicke Optik
+ Umfangreicher Installationsassistent

– Navigation und Steuerung im Menü kann noch reaktionsschneller  sein
– Zwischenbildberechnung nicht ganz ohne Schwächen

 

Test: Philipp Kind
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 26.08.2013




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