TEST: 2-Wege-Lautsprecher mit Wireless-Sender Magnat Magnasphere 33 – Kabellose Klangstärke im Kompaktformat?

Magnat-Magnasphere-33-Gruppenbild2

Die Standlautsprecher Magnat Magnasphere 55 haben wir bereits im November vergangenen Jahres einem Test unterzogen. Wem die 2.500 EUR Komplettpreis für das Wireless-Set, das aus den zwei drahtlos miteinander kommunizierenden Standboxen und dem kompakten Sender besteht, optisch zu groß und/oder zu kostspielig ist, der kann für 1.700 EUR Komplettpreis auch die 2-Wege-Regallautsprecher Magnasphere 33 erwerben. Wie auch die Magnasphere 55 ist das Set wahlweise in weißer oder, wie bei uns im Test, schwarzer Version angeboten. Ganz dem aktuellen Trend folgend, sind die Oberflächen in Seidenmatt gehalten. Die Qualität der Oberflächen überzeugt, auch sehr gut gefallen uns die sorgfältig gerundeten Ecken. Das Lautsprecher-Schutzgitter haftet magnetisch, allerdings sind die Magnete leicht unterdimensioniert. Kommt man leicht ans Gitter, fällt dieses ab. Es spricht einiges dafür, das Gitter nicht zu montieren, da man, wenn die Gitter unten sind, die roten und nicht besonders gut auflösenden Displays an den Lautsprechern (hier wird z.B. das gerade verwendete Frequenzband oder der gerade aktive Eingang angezeigt), besser ablesen kann.

Magnat-Magnasphere-33-Front-Seitlich2

Kompakt und leistungsstark: Magnasphere 33

Magnat-Magnasphere-33-Rueckseite-Seitlich2

Rückseite komplett

Magnat-Magnasphere-33-Bassreflexrohr

Hochwertig verschraubte Bassreflex-Öffnung

Magnat-Magnasphere-33-Magnet-LS-Abdeckung

Magnetisch haftende Lautsprecher-Schutzgitter

Es handelt sich bei der Magnasphere 33 um eine vollaktive 2-Wege-Bassreflexbox, die mit einem 170 mm messenden Tiefmitteltöner und einer 25 mm Hochtonkalotte bestückt ist. Der darstellbare Frequenzbereich geht von 28 Hz (sehr guter Tiefgang für eine kompakte Regalbox) bis hoch auf 50 kHz. Die Gesamt-Ausgangsleistung nach RMS beträgt pro Lautsprecher 65 Watt, die maximal erreichbare Leistung liegt bei 110 Watt. 6,6 kg wiegt eine Box (die Abmessungen: 33 cm hoch, 19,5 cm breit, 19,5 cm tief), der äußerst kompakte Controller (124 x 35 x 100 mm, BxHxT) wiegt nur 0,2 kg. Das solide Gehäuse besteht aus dicken E1 MDF-Platten, zusätzliche Streben im Inneren verstärken die Stabilität. Besonders stabil ist auch die Bodenplatte, damit keine unerwünschten Resonanzen auftreten. Unter der Box sind angeschraubte Gummi-Füße für rutschfesten Stand auf praktisch jedem Untergrund vorhanden. 

Magnat-Magnasphere-33-Sendereinheit1

Sender

Magnat-Magnasphere-33-Sendereinheit3

Rückseite mit Anschlüssen: Line In 2 (3,5 mm Miniklinke), Cinch, 2 x digital optisch, USB, Umschalter Frequenzbänder, Ausgang fürs externe Netzteil. Bluetooth ist auch dabei

Magnat-Magnasphere-33-Sendereinheit2

Die Sendeeinheit Magnasphere TX11 ist grundsätzlich in dunklem Anthrazit gehalten, unabhängig davon, ob man die schwarze oder die weiße Version gekauft hat. Das ganze System wird mit einer soliden Metallfernbedienung gesteuert, im Gegensatz zum Test-Exemplar bei den Magnasphere 55 sitzen diesmal die Tasten auf der Fernbedienung gerade. Das Interessante ist das „Missverhältnis“ zwischen dem aus ordentlich verarbeitetem, aber einfachem Kunststoff bestehenden Kontroll-Kästchen und dem schweren Metall der Fernbedienung. Wir denken aber, Magnat hat alles richtig gemacht. Denn das Kästchen wird irgendwo aufgestellt und bestimmt nicht täglich angefasst, während man die Fernbedienung oft verwendet. Da macht es in unseren Augen deutlich mehr Sinn, der Materialqualität der Fernbedienung mehr Augenmerk zu schenken. 

Magnat-Magnasphere-33-Fernbedienung

Hochwertige Fernbedienung

Der Sender Magnasphere TX11 als Kernstück der digitalen Funksignalübertragung kommt mit Bluetooth inklusive Qualcomm aptX und bringt einen USB-DAC (bis 96 kHz/24-Bit) mit. Zwei optische Digitaleingänge und zwei analoge Eingänge (Stereo, einmal Cinch, einmal 3,5 mm Miniklinke) sind ebenfalls vorhanden. Das Netzteil ist extern, aber erfreulicherweise sehr kompakt.

Zur Einrichtung. Man braucht drei Steckdosen (Kontrolleinheit plus eine für jeden aktiven Lautsprecher), wählt Funktionsbereich des aktiven Magnasphhere-Lautsprechers aus (Rechts/Links/Mono), stellt den Transmitter (1,2 oder 3, entspricht den drei Frequenzbändern 2,4 GHz, 5,2 GHz und 5,8 GHz) entsprechend ein, und es geht los. Wer eine Bluetooth-Kopplung realisieren möchte, drückt die BT-Taste (auf Fernbedienung oder seitlich an der Kontrolleinheit) länger, und am Control-Unit leuchtet die Status-LED in schneller Frequenz blau. Sofort wird Magnasphere auf unserem iPhone 7 Plus gefunden, und die Kopplung ist in wenigen Sekunden vollzogen. 

Klang (Verwendung des internen USB-DACs)

Magnat-Magnasphere-33-Hochtoener

Aufwändiger fmax-Hochtöner mit Dual Compound-Gewebemembran und Neodym-Antrieb, der bis auf 50 kHz hoch spielt

Magnat-Magnasphere-33-Bedienelemente-Rueckseite

Einstellmöglichkeiten an den Lautsprechern, die beide vollaktiv sind

Nun wollen wir überprüfen, ob auch die Regallautsprecher Magnasphere 33 den durchaus gehobenen Anforderungen der Preisklasse gerecht werden. 1.700 EUR sind schon ein Wort, auch wenn man bedenken muss, dass hier kein billiges Master-/Slave-Konzept (in einem Lautsprecher sitzt die gesamte Elektronik, der andere Lautsprecher ist rein passiv) umgesetzt wurde, sondern beide Lautsprecher voll aktiv sind und synchron per Fernbedienung gesteuert werden können. Dass man die Lautsprecher-Paare in bis zu 3 Zonen und mit 3 verschiedenen Frequenzbändern betreiben kann, erhöht den Nutzwert ebenso wie die auf der Rückseite mögliche Anhebung oder Absenkung von Höhen und Bässen (jeweils -2/+ 2 dB). Das hilft alles auch nicht wirklich weiter, denn Nubert hat die NuPro-Lautsprecher, nach dem gleichen Prinzip (jede Box vollaktiv) schon zu sehr günstigen Kursen (ab 285 EUR für die nuPro A-100, 345 EUR für die nuPro A-200, hinzu kommen insgesamt 300 EUR für die Wireless-Übertragung) im Angebot.

Wer genauer in die technischen Daten blickt, weiß dann, wo zumindest ein Teil des Geldes steckt. Denn während bei den nuPro-Modellen bei 22 kHz Schluss ist, rennen die Magnasphere 33 bis auf 50 kHz weiter. Klar, wird der Vernunft-Mensch sagen, braucht man nicht, schließlich endet das hörbare Spektrum eines erwachsenen Menschen bereits bei 16 kHz. Und das Thema „Oberwellen“ wird gern von manchen Anwendern als Voodoo abgetan. Kurz gesagt, handelt es sich bei den Oberwellen um Signale außerhalb des direkt hörbaren Bereiches, bei der Wahrnehmung zum Beispiel eines Pianos, einer Harfe oder einer Violine jedoch spielen diese Oberwellen eine Rolle .

Je nach dem, was für ein Instrument gespielt wird, z.B. ein einfaches Klavier oder ein Steinway-Flügel, ist die Wahrnehmung der Oberwellen unterschiedlich, und so merkt der Zuhörer dann, entsprechend feines Empfindungsvermögen vorausgesetzt, ob auf Edel-Flügel oder Durchschnitts-Piano gespielt wird. Die nahtlos integrierte Funkübertragung ohne Zubehör, die hochwertige Fernbedienung und die schon erwähnte Nutzungsmöglichkeit in bis zu 3 Hörzonen rechtfertigen den Magnasphere-Preis ebenfalls. Wer also genau hinschaut, wird sehen, dass die Magnat-Rechnung durchaus aufgehen könnte.

Magnat-Magnasphere-33-Tieftoener

Überraschende Basskraft: Der 170 mm Tief-Mitteltöner (FE Dynamics mit Keramik-Aluminium-Membran, spielt bis auf 28 Hz hinunter

Also hören wir genau hin – wie schlagen sich die Magnasphere 33 bei Flac Hi-Res-Audio-Material? Der DAC verarbeitet bis zu 96 kHz/24-Bit, und wir hören uns „River Towns“ von Mark Knopfler an. Das Stück in 192/24 wird herunter gerechnet, aber das, was übrig bleibt, reicht aus, um den Magnat-Entwicklern ein großes Lob auszusprechen. Der Klang genügt souverän hohen Ansprüchen, das liegt am straffen und überraschend voluminösen Bass, der sich aber nahezu optimal integriert und nicht zu dick aufträgt. Manchmal warfen wir Magnat-Lautsprechern eine zu große Prägnanz bei der Hochtonwiedergabe vor. Das können wir im Falle der Magnasphere 33 nicht bestätigen. Der Schallwandler löst fein auf und liefert eine sehr gute Brillanz, gleichzeitig aber klingt er auch bei gehobenem Pegel sehr angenehm und wird nicht aggressiv. Marks Stimme kommt lebendig und authentisch zum Zuhörer.

In 96 kHz/24-Bit lauschen wir nun „Diamante“ von Alessi. Die Stimmen von Sandra und Tony Alessi arbeiten die Magnat-Lautsprecher gelungen heraus. Sehr gut sind die maximal erzielbaren Pegel. Zwar leidet die eben angesprochene Harmonie im Hochtonbereich dann minimal, aber die Magnasphere 33 sind immer noch ein gutes Stück von einer zu forschen, zu metallischen Wiedergabecharakteristik entfernt. Sie geben beide Stimmen nicht nur, wie schon erwähnt, sehr gut wieder, sondern lösen die vokalen Elemente auch überragend vom Lautsprecher-Gehäuse. Die bereit gestellte Räumlichkeit verblüfft und gefällt gleichermaßen. Die beiden Lautsprecher weisen keinesfalls eine Monitor-artige Nahfeld-Klangcharakteristik auf, sondern eignen sich wegen des breiten horizontalen Abstrahlwinkels sehr gut fürs Wohn- oder Musikzimmer. Aufgrund der recht üppig bemessenen Leistung – 65 Watt klingt nicht einmal nach enorm viel, doch die Praxis lehrt uns, dass fast immer genug Kraft vorhanden ist – kann man die eleganten Kompaktboxen auch im Hörräumen über 20 Quadratmeter verwenden.

Das erste Allegro aus Wolfgang Amadeus Mozarts Violinenkonzert, Köchelverzeichnis 218, liegt uns in 96 kHz/24-Bit vor. Und die Magnasphere-Lautsprecher könnten sich auch sehr gut als verlockende Alternative für den Klassik-Liebhaber etablieren: Filigran, schwungvoll, mit einer ausgezeichneten Durchzeichnung kommen auch die Violinen-Soli heraus. Die orchestralen Gesamteinsätze schaffen ein impulstreu auftretendes Gefühl nachdrücklicher Dynamik, das auch von der erneut großartigen Räumlichkeit profitiert. Nichts wirkt unharmonisch, steif oder monoton – die Magnasphere beweisen gerade beim komplexen Mozart-Allegro ihr Können und begeistern auch dadurch, dass kleine musikalische Details in hinteren Ebenen gut eingearbeitet werden.

CD-Material in 16-Bit/44,1 kHz: „Senza Fine“ aus dem „Passione“ Album von Andrea Bocelli liegt zwar „nur“ in normaler CD-Qualität vor, doch der Klang der Magnasphere präsentiert sich auch hier in Bestform. Schön plastisch, gefühlvoll erfolgt die Stimmwiedergabe, Andreas Stimme  verteilt sich sauber ausbalanciert im Hörraum, niemals „klebt“ der Klang an den Boxen. Die hohe Harmonie wird gekrönt von den feinen Übergängen zwischen den einzelnen Freuqenzspektren und der präzisen, sensiblen Darstellung auch der instrumentalen Elemente. 

Nun wird es Zeit, dass die Magnasphere 33 sich mit deutlich basslastigerem Quellmaterial auseinander setzt: „Feeling So Real“ von Moby im Westbam-Remix von der Mayday steht jetzt an. Und um es gleich klarzustellen: Vom Dynamikumfang und von der Präzision des Basses ist das Quellmaterial nur durchschnittlich. Von sehr guter Qualität demnach ein deutliches Stück entfernt, und in Anbetracht dieser Rahmenbedingungen zieht die Magnat-Box eine durchaus eindrucksvolle Show mit relativ hartem und präzisem Kickbass durch, der sehr viel aus der Quelle herausholt. Dass eine so kompakte Konstruktion so rigoros zur Sache kommt, beweist, dass Magnat sehr viel richtig gemacht hat bei der Magnasphere 33. 

Und wie schlägt sich die Magnasphere bei „Desire“ von Blank & Jones? Der Bass kommt auch hier tadellos zur Geltung. Natürlich vermisst der sehr anspruchsvolle „Clubber“ schon noch etwas Nachdruck, aber schließlich handelt es sich bei der kompakten Konstruktion auch nicht um einen Schallwandler mit dem Gehäusevolumen einer ausgewachsenen Kühl-/Gefrierkombination. Nein, ohne Zweifel schafft die Magnasphere in ihrer Größenklasse eine äußerst respektable Leistung und spielt vor allem ungemein dicht und souverän auf. Jeder elektronisch-akustische Effekt, der sich während des Aufbaus der Extended Version des Songs hinzu gesellt, wird impulstreu erfasst. Dynamische Wechsel werden ausgezeichnet herausgearbeitet. 

Wir beenden unsere Trance/Techno-Checks mit „Drop&Jump“ von Norman Netro & DK Klubbingman. Nochmal zieht die Magnasphere alle Register ihres Könnens und gefällt uns mit der seltenen Mischung aus außerordentlich direkt vermittelter Dynamik und einer enormen akustischen Gesamt-Homogenität. Es stimmt nahezu alles im Klangbild, die Gruppenlaufzeiten sind zu loben, der knackige, kraftvolle Bass trifft zeitgleich mit dem Rest des akustischen Geschehens ein, obwohl es sich nicht um einen Lautsprecher mit Koaxial-Chassis (Punktschallquellen-Prinzip) handelt.

Bilanzierend zeigen sich die Magnat Magnasphere 33 in der Klangwertung als versierte Universalisten, die einen noch besseren Gegenwert als die größeren Magnasphere 55 bieten. warum? Die kompakten Boxen zeigen sich akustisch kaum unterlegen, lediglich bei versiertem Pegel im Hörraum, der größer ist als 20 Quadratmeter, und beim Verlangen nach maximalemm Tiefgang im Bassbereich sind die größeren Boxen ohne Wenn und Aber die bessere Alternative. Keine Frage, auch die Magnasphere 55 haben uns bestens gefallen. Aber 800 EUR Preisdifferenz sind nicht unerheblich, und nicht immer ist die teurere Lösung der günstigeren vorzuziehen. 

Fazit

Magnat-Magnasphere-33-Gruppenbild2

Zugegeben, die Magnat Magnasphere 33 hat einen durchaus stolzen Preis. 1.700 EUR für das komplette Set sind eine beträchtliche Investition, aber die hochwertig verarbeitete Offerte ist das investierte Geld Wert. Mit gerundeten Ecken und verschraubten Bassreflex-Öffnungen werden hohe Ansprüche an die Qualität erfüllt, Abzüge gibt es nur für die sichtbaren Schrauben bei den Lautsprecher-Chassis auf der Schallwand der Unibody-Gehäuse. Die magentisch haftenden Schutzgitter holen sich Minuspunkte durch die zu schwach dimensionierten Magnete. Sonst aber lässt sich das Magnasphere 33-Set nichts vorwerfen. Drei Zonen können mit Magnasphere-Lautsprechern beschallt werden, die gesamte Einrichtung des Wireless-Systems ist denkbar einfach. Zwar gibt es zwei optische, aber keinen koaxialen Digitaleingang, dafür sind USB-DAC, Miniklinke, Cinch und auch Bluetooth als Verbindungsmöglichkeiten an Bord, demnach fehlt es an nichts. Der überraschend satte, gleichzeitig kultivierte Klang hat uns ebenfalls überzeugt. Die ausgezeichnete Pegelfestigkeit gehört ebenfalls zum „Rundum-Sorglos-Paket“ von Magnat.

Harmonisches Gesamtpaket: Sehr gute Verarbeitung trifft auf sinnvolle Ausstattung und tollen Klang
ueberragend
Wireless-Lautsprechersystem bis 2.000 EUR
Test 27. April 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 27. April 2017




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