TEST: KEF Gravity One – exklusiver Bluetooth-Lautsprecher in Zusammenarbeit mit Porsche Design

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Es liegt schon seit längerer Zeit im Trend, dass sich führende Brands in „Crossover“-Manier zusammenschließen, um besonders hochwertige Produkte zu entwickeln. Ferrari-Uhren im speziellen Design von Hublot, Breitling by Bentley-Uhren, eine Ermengildo Zegna-Design-Linie bei Maserati, Sonnenbrillen von Jaguar – und einen Bluetooth-Lautsprecher, der der zusammenarbeit der Porsche Design-Werkstatt und der britischen HiFi-Schmiede KEF verkörpert.

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Edles und solides Aluminium-Gehäuse

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Nachweis für Noblesse

379 EUR kostet der in massivem Aluminium gehaltene „Gravity One“. Schon kürzlich testeten wir den rund 300 EUR kostenden KEF Muo Bluetooth-Lautsprecher. Durch zahlreiche Features rechtfertigt der Gravity One aber seinen Mehrpreis, selbst dann, wenn man keinen Wert auf den „Porsche Design“ Schriftzug legt. Der Gravity One offeriert nämlich zusätzlich eine Freisprecheinrichtung, eine Auflademöglichkeit fürs Smartphone und eine im Lieferumfang enthaltene Transporttasche. Das sind durchaus wichtige Merkmale, und daher fällt der Mehrpreis zum Muo eigentlich verhalten und fair aus. 

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Sehr präzise Verarbeitung

Wie auch schon der Muo setzt der Gravity hinsichtlich seiner Bestückung auf zwei miniaturisierte UNI-Q-Koaxial-Treiber, zusätzlich gibt es einen 50 mm messenden Vollbereichstreiber und zwei Passivmembrane. Das im österreichischen Zell am See vom dortigen Porsche Designstudio entworfene Gehäuse sieht richtig gut aus, die, von vorn betrachtet, flügelartige Form sorgt für ein Gefühl optischer Leichtigkeit.

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Bedienelemente oben

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Gummifüße

Oben auf dem Device sind zahlreiche Tasten mit gutem Druckpunkt, aber ohne stilistische Raffinesse, was wir etwas schade finden. Ein Standby-Knopf, die Bluetooth-Kopplungstaste, die Rufannahme-Taste (wenn ein Smartphone gekoppelt ist und man die im Gravity One eingebaute Freisprecheinrichtung verwenden möchte), Play/Pause-Knopf und +/- Tasten für die Justage des Pegels sind vorhanden.  Das Abdeckgitter, welches die Chassis schützt, ist präzise eingepasst. Unter dem Gravity One befinden sich vier Gummifüße, die für einen rutschfesten Stand sorgen. 

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3,5 mm Klinkenanschluss, Micro USB-Terminal zum Aufladen des Gravity One, USB-Buchse zum Aufladen des Smartphones

Als Bluetooth-Standard wird 4.0 unterstützt, die Akkulaufzeit ist mit angegebenen 10 Stunden als durchschnittlich zu bezeichnen. Nicht nur der KEF Muo schafft mit 12 Stunden etwas mehr, auch viele Konkurrenten schneiden besser ab. Gut ist, dass sich zwei Bluetooth-Devices parallel mit dem Gravity One koppeln lassen.  Wer auf althergebrachte Art und Weise kabelgebunden agieren möchte, findet zu diesem Zweck eine 3,5 mm Miniklinken-Buchse am Anschlussterminal. 

Klang

Wie schon erwähnt, ist eine Freisprecheinrichtung an Bord des KEF Gravity One, die eine tadellose Gesprächsqualität ermöglicht. Sowohl derjenige, der mittels des Gravity agiert, als auch der Gesprächsteilnehmer am anderen Ende der Leitung lobt die Stimmverständlichkeit, den angenehmen Klang und die Tatsache, dass Rauschen nur in sehr geringem Umfang stattfindet. 

Nun beginnen wir, die Qualität bei der Musikwiedergabe zu bewerten, und starten mit „Move Your Body“ von Sia. Die maximal erzielbaren Pegel sind ausgezeichnet, und auch die Räumlichkeit verblüfft. Selbst dann, wenn man in einiger Entfernung vom Gravity One sitzt, nimmt man räumliche Strukturen noch prima wahr. Die Stimmwiedergabe ist ebenfalls richtig gut gelungen, der Bass ist zwar präzise, weist bei diesem Musikstück aber keine besondere Ausdruckskraft auf. Es fehlt etwas an Punch und Nachdruck.

„Duele El Corazon“ von Enrique Iglesias ist ein schwungvoller Latino-Musictrack, der dem Gravity One offensichtlich liegt. Enriques Stimme wird frisch und lebendig übertragen, die Pegel, die man  ohne störende Verzerrungen fahren kann, reichen auch für den höheren Anspruch problemlos aus. Im Bassbereich erleben wir das Identische wie beim ersten Stück: Präzision ist absolut in Ordnung, das Timing passt, aber der Nachdruck ist nicht extrem ausgeprägt. Dafür klingt der KEF-Bluetooth-Lautsprecher ausgewogen und homogen. 

„Miracle“ von Julian Perretta verdeutlicht weiter, dass der Gravity One sich sehr gut auf die gefällige Präsentation vokaler Elemente versteht: Stimmtypische Charakteristika arbeitet der kompakte Aktivlautsprecher sehr gut heraus, auch die Struktur des Rhythmus kommt klar und stimmig zur Geltung. Sogar kleinere dynamische Unterschiede werden vom KEF-Lautsprecher mit tadelloser Impulstreue erkannt. 

„Supergirl“, Klassiker von Reamonn, liegt dem Gravity One ebenfalls. Einmal mehr ist es die Darstellung der Stimme, die uns überzeugt. Bei diesem Song ist auch der Antritt des edlen BT-Speakers verblüffend gut, dynamisch legt sich der britische Aktivlautsprecher ins Zeug. Erfreulich niedrig fallen auch bei größerer Lautstärke die Verzerrungen aus. Kleinere akustische Details arbeitet der Gravity One gewissenhaft ein, und ob man es glaubt, oder auch nicht: Er ist ein echter KEF-Lautsprecher, der mit homogenem, räumlichen und kultivierten Klang gefällt.

Wie sieht es bei Andrea Bocelli aus? „Love In Portofino“ vom Album „Passione“ gefällt mit erstaunlichem Gesamtvolumen und einer sehr gleichmäßigen, weitläufigen Ausbreitung bei der Stimmwiedergabe. Auch die Instrumente arbeitet der Gravity One klar heraus und trennt sie gut von den vokalen Elementen. Der Klang ist zwar im Bassbereich nicht mit einem besonders ausgeprägten Tiefgang gesegnet, bietet aber ein gutes Volumen. 

Konkurrenzvergleich

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KEF Muo: Der Muo ist 100 EUR günstiger und auch gleichermaßen klangstark wie gut verarbeitet. Im Detail erscheint der Gravity One noch edler und hochwertiger. Akustisch bietet der Muo etwas mehr Nachdruck im Bassbereich, der Gravity One stellt mit noch besserer räumlicher Wirkung dar und detailliert etwas feiner. Beide KEF-Speaker sind bezüglich der Pegelfestigkeit tadellos. Der Gravity One bringt noch eine sehr gute Freisprecheinrichtung sowie eine Auflademöglichkeit fürs Smartphone und einen Transportbeutel mit. 

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Dali Katch: Der elegante dänische Bluetooth-Lautsprecher ist größer als der Gravity One und begeistert ebenfalls mit überdurchschnittlich guter Material- und Verarbeitungsqualität. Der Katch ist in drei Farben lieferbar und mit einem Zweiweg-System auf jeder Seite des Gehäuses aufwändig bestückt. Verstärkerleistung ist reichlich vorhanden, die Akkulaufzeit ist sehr hoch. Insgesamt ein harter Konkurrenz, der aber mit seinem mehr auf Luxus a la Lousi Vuitton zugeschnittenen optischen Auftritts eine andere Klientel anspricht als der minimalistisch-edle Gravity One, der eher für Freude des technisch-klaren Industriedesigns geschaffen ist. 

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Teufel Bamster Pro: Der preisgünstigste der hier vorgestellten Bluetooth-Speaker begeistert mit der von Teufel entwickelten „Dynamore“ Funktion für eine verbreitetere Stereo-Bühne bei der Wiedergabe, was in der Praxis ausgezeichnet funktioniert. Optisch tritt er in noblem Alu-Gewand auf, wirkt aber nicht ganz so edel wie die hier erwähnte Konkurrenz. In Anbetracht eines Kaufpreises von rund 230 EUR ist dies aber auch keinesfalls schlimm. Das beim Bamster Pro im Lieferumfang enthaltene Dock ist kein „Must-Have“. 

Fazit

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Der KEF Gravity ist ein im exklusiven Porsche-Design gehaltener Bluetooth-Lautsprecher, der mit extrem hochwertiger Verarbeitung, stabiler Bluetooth-Verbindung, ausgezeichneter Räumlichkeit, kultiviertem Klang und überraschend guter Pegelfestigkeit überzeugen kann. Die integrierte Freisprecheinrichtung fügt sich nahtlos ins tadellose Gesamtbild ein. Insgesamt ein zwar teurer, aber auch sehr guter kompakter Bluetooth-Lautsprecher, der auch eine Auflademöglichkeit fürs Smartphone bietet.

Edles Industriedesign trifft auf überzeugenden Klang und sehr gute Pegelfestigkeit
ueberragend
Bluetooth-Lautsprecher bis 500 EUR
Test 19. Mai 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 19. Mai 2017




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