TEST: Dali Bluetooth-Lautsprecher Katch – portable Noblesse für 399 EUR

Dali Katch Gruppenbild2

Schon mehrfach war der brandneue Bluetooth-Lautsprecher Katch von Dali Gegenstand von News-Meldungen und IFA-Berichten. Nun endlich können wir einen finalen Test des dänischen Streaming-Schönlings anbieten. In drei schicken Farben für einen Stückpreis von 399 EUR ist der Katch zu haben: „Green Moss“, „Dark Shadow“ und „Cloud Gray“ (was aber nicht „Gray“, sondern eher ein zartes Rosa ist) sind die erhältlichen Ausführungen. Der mittels etwas „Schraubarbeit“ sogar austauschbare Lithium-Ionen-Akku bietet eine sehr hoch liegende maximale Spielzeit von 24 Stunden, moderate Pegel vorausgesetzt. 2.600 mAh ist die Fassungskapazität, nach 2 Stunden ist im Übrigen der leere Stromspeicher wieder aufgeladen. Läuft der Katch im Akkubetrieb, zeigt eine integrierte Leuchtanzeige den aktuellen Akkustand an. Ein komplettes Ladegerät/Netzteil ist selbstverständlich ebenso wie ein Tragebeutel im Lieferumfang enthalten. 

Dali Katch Verarbeitung

Edle Gehäuseverarbeitung, sanfte Rundungen, schöne Details

Dali Katch Tragegriff

Integrierte Leder-Trageschlaufe, die man herausziehen kann

Dali Katch Anschluesse

Anschlüsse seitlich

Mit edel erscheinendem Aluminium-Gehäuse mit hochwertigen Schallwänden aus einer ABS-Polycarbonat-Struktur hinterlässt der Katch in jeder Farbgebung einen starken optischen Eindruck. Die Schallwände sind luftdicht mit EVA-Gummidichtungen eingepasst und fest mit dem Aluminium-Gehäuse verschraubt. Ein kleiner silbern glänzender Metallstreifen sorgt am Rand des Alu-Bodys für eine auch im Detail stimmige Erscheinung. Die Bedienleiste oben auf dem Katch überzeugt durch exakt eingepasste Knöpfe, die einen sauberen Druckpunkt aufweisen.

Dali Katch Bedienelemente Oberseite

Sauber eingepasste Bedienelemente oben

Dali Katch Farbvarianten Tragegriffe

Auch die Leder-Schlaufe hat immer die passende Farbe

Die herausziehbare Leder-Trageschlaufe ist ein weiterer Beweis, dass man sich bei Dali auch um Kleinigkeiten viele Gedanken gemacht hat. Mit Bluetooth 4.0 inklusive aptX bringt der Katch auch aus technischer Sicht gute Voraussetzungen mit. Neben der Möglichkeit zum Bluetooth-Streaming findet sich auch noch ein analoger Miniklinken-Eingang im Verbindungs-Sortiment, ebenso eine USB-Buchse. Diese übernimmt mehrere Aufgaben. Zum einen kann das Smartphone daran aufgeladen werden, zum anderen kann ein Google Chromecast Audio-Dongle angeschlossen werden. Auf diese Weise kann man den Katch dann sogar ins Heimnetzwerk integrieren. 

Dali Katch Front Seitlich2

Auf jeder Seite arbeitet ein Zweiwege-Lautsprechersystem

Der Katch hat auf jeder Seite ein Zweiwege-Lautsprechersystem, das aus hochwertigen Komponenten besteht. Der Hochtöner trumpft mit einem außergewöhnlich kraftvollen Neodym-Magneten auf und verfügt über eine 21 mm Gewebemembran. Laut Dali ist der kompakte Aufbau der Hochton-Kalotte dafür verantwortlich, dass das Gehäuse-Innenvolumen so groß wie möglich bleiben kann. Zudem sorgt die vergleichsweise große Membranfläche dafür, dass die Kalotte auch Frequenzen bis weit in den Mitteltonbereich wiedergeben kann. Die für das menschliche Gehör besonders kritischen mittleren Frequenzen werden von Kalotte und Tieftöner fließend und ohne störende Einbrüche wiedergegeben. Aufgrund des schon erwähnten starken Magneten ist die Kalotte enorm hoch belastbar, gleichzeitig aber auch so empfindlich, dass hohe Frequenzen impulstreu, transparent und detailreich wiedergegeben werden können. 

Dali Katch Lifestyle2

In jedem Ambiente hinterlässt der Katch eine erstklassige Figur

Dali Katch Gruppenbild1

Ganz gleich, in welcher Farbe: Stets klingt der Katch ungemein kultiviert

Wenden wir uns dem Mitteltieftöner zu. Es ist eigentlich ein Widerspruch in sich, einen Tiefmitteltöner mit großem Hub für ein so flaches Gehäuse wie beim Katch zu entwickeln. Trotzdem, im Sinne des bestmöglichen Klangs nahmen sich die Dali-Entwickler dieser Aufgabe an. Mit einem speziellen Chassis, einer umgedreht installierten Membran und einer besonderen Aufhängung der Zentrierspinne konnte tatsächlich der identische Hub wie bei einem leistungsstarken konventionellen Tieftöner erzielt werden.  Jeder zusätzlich gewonnene Millimeter an Bautiefe stellte eine Verbesserung der Basswiedergabe dar – und die sonst bei solchen Lautsprechern massiv notwendige DSP-Unterstützung konnte im Sinne eines natürlichen Klangbildes reduziert werden. Obwohl die Schallwand klein ist, ist der Membran-Durchmesser mit 90 mm ziemlich üppig. Der Konus, nach außen gekehrt, besteht aus Aluminium. Die Staubschutzkappe (Dust Cap) ist aus Stoff gefertigt. Die steife und leichte Alu-Membran stellt eine nachdrückliche Wiedergabe des Mitteltonbereiches sicher. Die gewählte Kombination aus Stoff und Aluminium ist dafür verantwortlich, dass es nur zu geringen Oberflächenresonanzen kommt, ferner ist die Wiedergabe besonders klar und detailreich. 

Der Katch verfügt über eine digitale Class D-Endstufe mit 2 x 25 Watt Leistung, was für einen mobilen Bluetooth-Lautsprecher als recht üppig zu bezeichnen ist. Der Katch bringt die beiden Klang-Modi „Clear“ und „Warm“ mit, die man per Schalter in der Bedienleiste oben umstellen kann. 

Klang

Traditionell starten wir mit 007-Titelsongs, und hier greifen wir zu Duran Durans „A View To A Kill“. Und die Erwartungen sind durchaus hoch, denn mit 399 EUR bewegt sich der Katch in monetären Dimensionen, in denen auch starke Konkurrenten beheimatet sind und in denen man durchaus mit einem souveränen Klang rechnen kann. Der Katch tritt an, um uns nicht zu enttäuschen. Als sehr gelungen erweisen sich die beiden Klang-Voreinstellungen, die man auf dem Bluetooth-Lautsprecher in der Bedienleiste mittels des Schalters mit dem symbolisierten Equalizer umschalten kann. Steht der Katch nahe an der Wand, empfiehlt Dali die Klangeinstellung, die heller und etwas schlanker ausgelegt ist. Für alle anderen Anwendungen raten die Dänen zur etwas homogener sowie voluminöser ausgelegten EQ-Abstimmung. Man fährt mit der etwas wärmeren Einstellung im Alltag hervorragend, und das Bluetooth-Nordlicht erweist sich als richtige kleine Stereo-Anlage. Dank des aufwändigen Aufbaus mit zwei 2-Wege-Systemen, die jeweils aus einer 21 mm Gewebekalotte für die Hochtonwiedergabe und einem 90 mm Aluminium Mittel-/Tieftöner besteht, entsteht ein räumlich ungemein dichter, gleichzeitig klarer Klang. Die 2 x 25 Watt, die der eingebaute, verlustarm arbeitende Class D Digitalverstärker bereitstellt, reichen für Pegel aus, die für viele Konkurrenten unerreichbar sein dürften. Straffer Bass, sehr gute Loslösung von den Stimmen und eine akkurate Tiefenstaffelung bringen den Katch bei „A View To A Kill“ nach vorn.

Und auch bei beim Garbage-Bond-Titelsong „The World Is Not Enough“ legt sich der Katch nachdrücklich „ins Zeug“. Aber auch Feinheiten bei Stimme und Instrumenten setzt er gekonnt um und unterscheidet sich hier deutlich von vielen Mitwettbewerbern. Wie komplett und kultiviert der Dali Bluetooth-Lautsprecher klingt, ist durchaus als beispielhaft zu bezeichnen. In kleineren Lokalitäten bis zu knapp 20 Quadratmetern stellt der kompakte, edle BT-Speaker demnach sogar eine veritable Primärquelle für musikalische Freude dar. Einmal 007 geht noch – diesmal Louis Armstrongs unter die Haut gehender Song „We Have All The Time In The World“ aus „Im Geheimdienst Ihrer Majestät“. Wie gut sich die Stimme vom Katch löst und frei sowie gut gestaffelt im Raum verteilt, hat uns wahrhaftig erstaunt. Obwohl, wie es auch gewollt ist, die Stimme fokussiert wird, nimmt sich der Dali-Lautsprecher auch die Instrumente in einer Art und Weise vor, die höchst beachtlich ist: Mit ausgewogener, minimal warm-angenehmer Charakteristik, ist hohes Vergnügen beim Zuhören garantiert. Auch bei deutlich forciertem Pegel bleibt der Katch überdies souverän und neigt nicht zu unschönen Verzerrungen. 

Weiter geht es mit Celine Dions „Think Twice“. Hier nutzt der Dali Katch seine Chance, sich als idealer mobiler Partner für die nächtliche Love-Session auf dem Hügel mit Blick auf den See zu profilieren. Wie fein und couragiert er Nuancen in Celines Stimme herausarbeitet, verdient Respekt. Auch am Anfang des Songs, als Celine noch nicht singt, holt der Katch schon erstaunlich viel Atmosphäre aus dem Intro. Das alles beweist, dass der Katch ein Bluetooth-Lautsprecher ist, wie man ihn sonst noch nicht kannte: So kultiviert, so vollständig sind seine Wiedergabequalitäten. Auch beim „Acoustic Repaint“ von „Be.Angeled“ von Jam&Spoon featuring Rea begeistert uns der Katch: Mit einem soliden Stand der virtuellen Bühne und einer gelungenen Herausarbeitung auch kleinerer dynamischer Differenzen. Klar, selbst ein ausgezeichneter Bluetooth-Speaker wie der Katch ist kein Ersatz für eine gute Stereo- oder HiFi-Anlage. Aber es ist beachtlich, auf welches Niveau die Dänen den mobilen Musikgenuss zu heben imstande sind. „L’Aurora“ von Eros Ramazzotti belegt diese These ebenfalls auf sehr gut nachvollziehbare Art und Weise: Die charakteristische Stimme von Eros wird nicht nur exakt dargestellt, sondern löst sich überdies überragend vom Bluetooth-Lautsprecher. Wir kennen nur wenige mobile Lautsprecher, die so überzeugend eine Bühne hinsichtlich Weite und Tiefe präsentieren können. 

Wolfgang Amadeus Mozarts legendäre „Kleine Nachtmusik, 2. Satz – Romance Adante“ stellt klar, dass es sich beim Katch um einen der wenigen mobilen BT-Lautsprecher handelt, die selbst klassische Musik mit überzeugender Ausdruckskraft wiedergibt. Feine Facetten, die sonst gerne untergehen, arbeitet der Katch solide heraus. Es gibt nur wenige mobile Bluetooth-Lautsprecher, die so gut für die Wiedergabe klassischer Musik geeignet sind wie der dänische Klang-Experte. Auch die Streicher klingen überraschend authentisch und transparent, Sprünge in der Dynamik und Tempo-Wechsel stellt der Katch mit untadeliger Impulstreue dar. Sonst vermissen wir oft eine ansprechende Übersicht über die verschiedenen musikalischen Ebenen – der Dali-Speaker behält hier die Übersicht und agiert mit einer ausgezeichneten musikalischen Finesse. 

Wie sieht es beim Katch mit Club- und Trance-/Dance-Musik aus? Hier starten wir mit „Out Of The Blue“ von System F durch. Und auch bei bass- und effektorientiertem Quellmaterial schlägt sich der dänische Bluetooth-Lautsprecher gut. Allerdings liegt ihm das Kultivierte, Feine und Differenzierte aus musikalischer Perspektive noch besser. Bei Trance-Tracks spielt er nicht ganz so engagiert – er macht seine Sache zweifelsohne gut, ragt aber nicht so stark aus der Masse heraus. „Twisted“ von Svenson & Gielen klingt ebenfalls durchaus dynamisch und lebendig, der Bass hat Fundament. Bei diesem Song gefällt uns der Katch besser, weil er hier mehr Energie und Lebendigkeit freisetzt.

Wechsel beim Rhythmus gelingen impulstreu, und der Katch schafft es sehr gut, Atmosphäre aufzubauen. Der Bass hat Kraft, schiebt sich aber nicht so deutlich in den Vordergrund, wie wir es von verschiedenen Konkurrenten kennen. Der Katch bleibt demnach immer seiner auf Kultiviertheit und Ausgewogenheit trainierten Akustik treu. „If I Were Sorry“ von Frans (im Remix von Syn Cole) beweist uns auch, dass der Katch stets für eine anspruchsvolle, nie vordergründige Wiedergabe steht. Klar kommt erneut die Stimme heraus, die elektronischen Effekte gruppieren sich gekonnt um die Vocals herum. Räumliche Weite und räumliche Tiefe punkten auch dieses Mal. 

Fazit

Dali Katch Gruppenbild1

Dali schafft mit dem Katch einen überzeugenden Einstieg in die Welt des mobilen Bluetooth-Entertainments. Der Katch ist anders als seine Mitwettbewerber, und das ist auch gut so – denn Bluetooth-Speaker, die sich hauptsächlich für Dance-/Trance- sowie R&B-Musik eignen, gibt es bereits wie den sprichwörtlichen „Sand am Meer“. Hier sticht der kultiviert darstellende, auch für Klassik oder vokalorientierte Stücke sehr gut geeignete Katch definitiv hervor. Mit 399 EUR ist er nicht eben günstig, besticht dafür aber auch durch die exzellente Verarbeitung, die noble Optik sowie die umfangreiche Ausstattung. 

Edel, kultiviert und mit reichlich High-Tech gesegnet: Der Dali Katch nimmt unter den mobilen BT-Lautsprechern eine Sonderrolle ein
ueberragend
Mobile Bluetooth-Lautsprecher Oberklasse
Test 05. Oktober 2016

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Sven Wunderlich
Datum: 05. Oktober 2016




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