TEST: JBL On-Ear-Bluetooth-Kopfhörer Everest 310 – 2017er Modell für knapp 200 EUR

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Neu von JBL sind zahlreiche Kopfhörer der Everest-Serie, darunter auch der knapp 200 EUR kostende Everest 310, ein Bluetooth-On-Ear-Kopfhörer mit integrierter Freisprecheinrichtung. 20 Stunden hält der eingebaute Akku, der anschließend mittels des im Lieferumfang enthaltenen USB-Kabels wieder aufgeladen wird. Verbaut im Everest 310 sind 40 mm Treiber, den Frequenzgang gibt der Hersteller mit 10 Hz bis 23 kHz an. Der Everest präsentiert sich in solider und robuster Fertigungsqualität, nicht luxuriös, aber man kann zufrieden sein.

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Präziser Verstellmechanismus

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Angenehmes Material der Ohrpolster

Der Verstellmechanismus für den Kopfbügel lässt sich präzise einstellen, so dass der Everest 310 auf größeren wie auch auf kleineren Köpfen sehr bequem und mit stimmigem Druck sitzt. Der On-Ear-Hörer drückt nicht zu stark, auf der anderen Seite sitzt er auch nicht so locker, dass man denkt, er fiele bei jeder Bewegung herunter. Das Material der Ohrmuscheln innen hinterlässt einen hautsympathischen Eindruck, und ist nicht zu schweißtreibend. Zu loben ist auch die dezente Geruchsentwicklung des Everest 310. Andere Kopfhörer, auch namhafter Hersteller, fielen in der Vergangenheit schon öfters durch starke Ausdünstungen negativ auf. Auffällig ist auch, wie gut der Everest 310 Außengeräusche abschirmt, obwohl er kein aktives Noise Cancelling mitbringt.

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Der Everest 310 lässt sich recht kompakt zusammenfalten

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Im Detail

Man kann den Kopfhörer überdies recht klein zusammenfalten, eine Transportbox in ordentlicher Qualität befindet sich im Lieferumfang. Aufzeichnet ist ein Schema, wie der Everest 310 zusammenzufalten ist, damit er in die Box passt. Überdies findet sich ein separates Fach fürs Zubehör wie das 3,5 mm Kabel für den kabelgebundenen Betrieb und das USB-Ladekabel. Der JBL Everest 310 ist mit „Share Me 2.0“ für die drahtlose Verbindung zum Bluetooth-Kopfhörers eines Familienmitgliedes, Freudes oder Bekannten ausgestattet. Seine akustische Abstimmung, so JBL, profitiert von der großen Erfahrung: „Legendary JBL Pro Audio Sound“ wird versprochen.

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Der Everest 310 und das Zubehör finden in der mitgelieferten Transportbox Platz

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Transportbox geschlossen

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Bedienelemente an der rechten Ohrmuschel

Zumindest die Bluetooth-Kopplung mit unserem Apple iPhone 7 funktioniert schnell und zuverlässig. Im BT-Spielbetrieb kommt es zu keinen unschönen Unterbrechungen. Eine weibliche Stimme meldet sich übrigens, wenn der Everest 310 mit dem jeweiligen Smartphone oder Tablet verbunden ist. Die nicht besonders hochwertig gestalteten Bedienelemente für den Betrieb befinden sich unter der rechten Ohrmuschel.

Sehr gute Zensuren verdient sich die eingebaute Freisprecheinrichtung, die praktisch kein Rauschen aufweist und die die Stimme des Gesprächspartners natürlich und klar darstellt. Auch der Gesprächspartner versteht denjenigen sehr gut, der ins Mikrofon des Everest 310 spricht. Hier hat JBL einen wirklich guten Job gemacht, die Freisprecheinrichtung agiert noch besser als bei der vorherigen Everest-Kopfhörer-Generation.

Klang

Wie sieht es mit den klanglichen Fähigkeiten aus? Wir starten gleich mit zahlreichen Club-Tracks durch, bei solcher Art von Musik haben sich JBLs Kopfhörer bislang stets gut in Szene gesetzt. Den Anfang macht „Love & Pride“ (DJ Antoine va. Mad Mark 2k17 Remix). Auffällig beim Everest 310 ist, dass das Auflösungsvermögen beachtlich gut ausgeprägt ist. Der Bluetooth-Kopfhörer erweist sich nicht nur als pegelfest und dynamisch, sondern löst auch in allen Frequenzbereichen ordentlich auf. Und wie sieht es mit dem Bass aus? Bei diesem Song können wir keine großen Besonderheiten ausmachen, der Bass ist ziemlich satt, aber nicht so massiv wie bei manchem anderen uns bekannten JBL-Kopfhörer. Es folgt nun „Waiting for You“ (Freischwimmer featuring Polina), und die ausgezeichnete Dynamik zeichnet den Everest 310 erneut aus. Der bei diesem Track schwierig wiederzugebende Bass bereitet dem JBL-Headphone keinerlei Schwierigkeiten. Auch bei gehobenem Pegel bleibt der tieffrequente Bereich gelassen und fast frei von störenden Verzerrungen. Die Stimmen sind akkurat vom akustischen Rest getrennt. Gut ist es auch um die Räumlichkeit bestellt. Nun, der Everest 310 muss auch einiges leisten.

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Teufel Mute BT für 199,99 EUR

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KEF Motion One

Bei Teufel gibt es für das gleiche Geld bereits einen BT-Kopfhörer mit aktivem Noise Cancelling (Mute BT), der einen sehr guten Job macht. Gut, enorm hochwertig wirkt auch der Mute BT nicht, aber er klingt ausgewogen und überzeugt mit hoher Akkulaufzeit und einem effektiven Noise Cancelling. Der JBL setzt mehr Pegelfestigkeit und, man höre und staune, ein besseres Auflösungsvermögen dagegen. Er hinterlässt aus akustischer Perspektive einen noch etwas souveräneren Eindruck. Für 249,95 EUR kann man von KEF mit dem Motion One auch einen IN-Ear-Sport-Kopfhörer im Porsche-Design kaufen, der im Test absolut begeistern konnte. Klanglich aber schlägt sich der Everest 310 selbst gegen den noblen Briten prima. Der extrem bequeme Sitz des Everest 310 ist überdies zu loben, auch wenn der KEF für einen In-Ear als recht komfortabel erweist. Der KEF erscheint nobler und hochwertiger, die 50 EUR Mehrpreis sind also absolut berechtigt. Wer lieber einen klangstarken On-Ear sucht, kann aber bedenkenlos zum günstigeren JBL greifen, dessen Freisprecheinrichtung überdies besonders gut ist. 

Jetzt aber geht es weiter in unserer Playlist, und zwar mit „Be Mine“ von Ofenbach. Der Bass gefällt hier ausgesprochen gut, der Everest 310 trifft exakt den richtigen Punkt und die nötige Härte ist auch vorhanden. Kleinere dynamischere Differenzen arbeitet der Everest 310 passend heraus.

Natürlich ist das „Leben kein Club“, und der Everest 310 sollte auch bei anderen Musikrichtungen überzeugen. So bei R&B, „I Like“ von Keri Hilson stellt der JBL On-Ear-Kopfhörer mit kraftvollem Bass und einer rundherum gefälligen Stimmwiedergabe dar. Man hört: Es hat sich etwas bei JBL getan. Keri klingt klarer, die Auflösung ist feiner, die räumliche Staffelung präziser.

Szenenwechsel – „A View To A Kill“ von Duran Duran muss nun angemessen präsentiert werden. Den leicht blechernen Einschlag des Quellmaterials macht der talentierte Everest 310 beinahe vergessen. Frisch und lebendig ertönt das 007-Titellied, und so macht das Hören, auch aufgrund des engagierten Bassbereiches, richtig Spaß. Sheena Eastons „For Your Eyes Only“, ebenfalls Titelsong des gleichnamigen James Bond-Films, beweist, dass der Everest 310 auch für sensiblere Stücke prima geeignet ist. Die Instrumente kommen mit ordentlicher Detaillierung heraus, und Sheenas Stimme hat allzeit klar nachvollziehbare Konturen. Und noch ein Bond-Song muss sein – wir wählen „Goldeneye“ von Tina Turner. Die raue, charakteristische Stimme von Tina arbeitet der JBL Kopfhörer sehr gut heraus. Die Fähigkeiten des 2017er Everest-Modells sind wirklich beachtlich, gerade bei der „Feinarbeit“ gibt sich der Everest 310 sehr talentiert.

„The Final Countdown“, Europe-Hit aus den 80er Jahren, liegt uns in befriedigender Qualität vor. Was macht der Everest 310 daraus? Er imponiert auch hier wieder durch Klarheit und Dynamik. Dass er seine ausgezeichneten Fähigkeiten hinsichtlich der möglichen Auflösung hier nicht als Trumpf einsetzen kann, spielt kaum eine Rolle, denn mit kraftvollem, lebendigem und räumlich passendem Klang hat er genug Pfunde, mit denen der wuchern kann. Das gelingt ihm auch bei „Westend Girls“, dem endgültigen internationalen Durchbruch der Pet Shop Boys. Schon das Intro kommt sauber heraus, es beweist zum wiederholten Male, wie solide der Everest 310 Details einarbeitet. Der satte, relaxte, immer noch coole Beat des Songs wird überragend präsentiert, ebenso die Stimme des Sängers.

Fazit

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Der JBL Everest 310 ist eine in jeder Hinsicht gelungene Weiterentwicklung. Der erstaunlich detailreiche Klang, der straffe, kräftige, aber nicht zu dominante Bass, die ausgezeichnete Pegelfestigkeitstigkeit sowie der äußerst bequeme Sitz sind zu loben. Überdies verfügt der Everest 310 über eine überdurchschnittlich gute Freisprecheinrichtung. Die Verarbeitung erweist sich als solide und routiniert, die Materialqualität ist gut, setzt aber auch in der 200 EUR-Liga keine Maßstäbe. 

Klangstarker, sehr bequemer Bluetooth On-Ear-Kopfhörer mit ausgezeichneter Freisprechenrichtung
ueberragend
Bluetooth-Kopfhörer bis 200 EUR
Test 21. August 2017

Test: Carsten Rampacher
Fotos: Philipp Kind
Datum: 21. August 2017

 




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